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Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik von Winfried Nachtwei im Tagebuchformat
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Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik

Autor: Webmaster

Datum: 2. März 2006 10:35:48 +02:00 oder Do, 02 März 2006 10:35:48 +02:00

Zusammenfassung:  01. Februar - 01. März 2006

Hauptteil: 

Persönliche
Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik (17)
Februar 2006

Winfried Nachtwei, MdB

28.2./1.3.

Teilnahme an der Inbetriebnahme der Chemiewaffenvernichtungsanlage in Kambarka (Udmurische Republik, Westural): Hier lagern 6.350 Tonnen des Hautkampfstoffs Lewesit („Tau des Todes"), knapp 16% des russischen Gesamtbestandes an Chemiekampfstoffen, in 80 Zisternen mit je 50 cbm. Die CW-Vernichtungsanlage wurde wesentlich mit Hilfe deutscher Anlagetechnik und Steuergelder errichtet. In 2000 hatte ich die erste entsprechende Anlage in Gorny in Südrussland besucht. Diese hat inzwischen die Vernichtung der dort lagernden 1.250 to Lost (Senfgas) und Lewesit erfolgreich abgeschlossen.

Die deutsche Abrüstungshilfe geht auf einen Beschluss des Bundestages von 1992 zurück und lief 1993 an. Nach dem Terroranschlag des 11. September wurde das hohe Risikopotenzial der Altlasten des Kalten Krieges in Russland, vor allem der CW, Nuklearanlagen und Atom-U-Boote, bewusst und im Jahr 2002 die G8-Initiative „Globale Partnerschaft gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und -materialien" beschlossen. Die Teilnehmerstaaten verpflichteten sich, hierfür binnen zehn Jahren 20 Milliarden US-$ aufzubringen. Die Bundesrepublik sagte bis zu 1,5 Mrd. US-$ zu. (vgl. Strengthening the Global Partnership, SGP Issue Brief Feb 2006, http://www.sgpprocect.org/; Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit; Die Globale G8-Partnerschaft - Deutsch-Russische ZUsammenarbeit, Broschüre 2004, www.bmwa.bund.de)

Zusammen mit dem deutschen Abrüstungsbeauftragten, Botschafter Gröning, dem deutschen Botschafter in Moskau Schmid, sowie Vertretern der der in Kambarka aktiven deutschen Firmen Eisenmann, Lurgi-Lentjes und GfE sowie dem CSU-Kollegen Raidel besichtigte ich die von zwei Doppelzäunen gesicherte und von Militär scharf bewachte Vernichtungsanlage: die jahrzehntealten Depothallen, die inzwischen doppelwandig „umhaust" wurden; die mobilen Detoxikationsmodule als Herzstück der Anlage, in denen durch alkalische Hydrolyse das Lewesit neutralisiert wird; schließlich das Gebäude 44, in dem die festen, flüssigen und gasförmigen Reststoffe nach deutschen und russischen Normen verbrannt werden. Die technische Zone ist eine regelrechte chemische Fabrik.

Bei klirrender Kälte und Schneeböen sprechen zehn Festredner zu den über zweihundert Menschen, darunter der Präsident der Udmurischen Republik, ein Berater von Präsident Putin, der deutsche Botschafter und ich für den Bundestag. Ich erinnere an die aktuelle Krise der weltweiten Abrüstung und Nichtverbreitung und an die Rückschläge bei der Terrorismusbekämpfung. Vor diesem Hintergrund sei das heutige Ereignis ein besonders ermutigender Kontrapunkt und einzigartig.

Nirgendwo auf der Welt gibt es sonst eine technisch so fortgeschrittene Anlage. Bisher funktionieren in Russland allein die zwei mit deutscher Abrüstungshilfe errichteten CW-Vernichtungsanlagen. Eine mit viel US-Geld unterstützte Anlage für Nervenkampfstoffe ist demgegenüber um Jahre im Verzug. In den USA werden die CW in einem sehr problematischen Verfahren direkt verbrannt. Die insgesamt 150 Mio. Euro aus Deutschland für Kambarka sind eine Investition in internationale und gemeinsame Sicherheit und kommen beiden Seiten zugute. Die deutsche Finanzhilfe geht größtenteils als Aufträge an die deutschen Spezialfirmen zurück. Angesichts eines schuldenfreien russischen und hoch verschuldeten deutschen Staatshaushalts ist das anders auch nicht zu rechtfertigen.

Im zentralen Leitstand erleben Russen und Deutsche auf Großbildschirmen die Inbetriebnahme der Anlage. Als der Beginn der Lewesit-Vernichtung angezeigt wird, kommt Beifall auf, beglückwünschen sich Techniker und Gäste.

Meine Rede beschließe ich mit den Worten „Auf Wiedersehen in Leonidowka!" In Leonidowka lagern 6.900 to der Nervenkampfstoffe VX, Sarin und Soman. Das ist die nächste Herausforderung der deutschen Abrüstungshilfe und sollte ihre nächste Station sein.

Während in Russland relativ breit und auch in den Fernsehnachrichten über das Ereignis berichtet wird, gibt es in Deutschland nur in den ZDF-Nachrichten einen Bericht und in der FAZ einen Artikel des Moskau-Korrespondenten. In anderen Zeitungen maximal Agenturberichte bis -kurzmeldungen.

(Zur Chemiewaffenvernichtung allgemein: http://www.opcw.org/; zur CW-Vernichtung in den USA: www.fas.org/nuke/guide/usa/cbw/cw.htm; zur CW-Vernichtung in Russland: www.munition.gov.ru/eng/zapasho.html; Special Issues zur „sicheren Lagerung und Vernichtung von CW in Russland" von Defence Technologies und Arms Markets, Moskau 2005, http://www.armes-tass.su/)

27.2.

Offener Brief an Verteidigungsminister Jung im Hinblick auf sein morgiges Gespräch mit den Ministerpräsidenten von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern über den geplanten bzw. abgelehnten Luft-Boden-Schießplatz Wittstock. Darin verweise ich auf widersprüchliche Aussagen der Bundesregierung: Per Eilantrag vor Gericht versucht sie die Dringlichkeit des Übungsplatzes mit der deutschen Beteiligung an der NATO Response Force (NRF) 6 zu begründen. In „aktuell - Zeitung der Bundeswehr" vom 19.12.2005 heißt es demgegenüber selbstbewusst: Die Luftwaffe sei „für alle Aufgaben voll gerüstet". (vgl. unter http://www.nachtwei.de/) Der „unbelastete" neue Minister nutzt die Chance nicht, den Endlos-Konflikt endlich gütlich zu beenden. Er folgt dem schlechten Vorbild seiner Vorgänger.

26.2.

Beitrag „Pazifismus zwischen Ideal und politischer Realität" für das Buch „Pazifismus - Ideengeschichte, Theorie und Praxis", hrg. von Barbara Bleisch und Jean-Daniel Strub (Ethik-Institut der Uni Zürich), Erscheinungsdatum Mitte 2006.

22.2./24.2.

Besprechungen der grünen Fraktions- und Parteivorsitzenden sowie den Fachpolitikern Ströbele, Beck, Montag, Wieland, Trittin und Nachtwei zur Frage eines Untersuchungsausschusses über das Verhalten der Exekutive bei der Terrorismusbekämpfung und beim Irak-Krieg: Nach intensiver und gut klärender Diskussion stellen wir einstimmig fest: Mit dem Bericht der Bundesregierung an die Parlamentarische Kontrollkommission (PKG) wurde so erhebliche Aufklärungsfortschritte erreicht, wie sie mit Hilfe eines U-Ausschusses in der Zeit kaum hätten erreicht werden können. Wichtige Fragen - insbesondere zu den CIA-Flügen und zur Datenweitergabe von BND-Mitarbeiter in Bagdad an die USA - sind aber noch offen, so dass ein U-Ausschuss mit begrenztem Auftrag unumgänglich ist.

23.2.

Interview mit der SZ zu Rüstungsexporten

22.2.

Gemeinsame Sitzung von Vorstand und Beirat von „Gegen vergessen - Für Demokratie".

Positionspapier „Erneuerung in der Opposition - Empfehlungen zur grünen Friedens- und Sicherheitspolitik und zur Zusammenarbeit mit Friedensbewegung, Friedensforschung und Friedenspraxis" an Fraktion und Partei. Der Entwurf war vom Fraktions-AK IV (Internationale Politik und Menschenrechte) zustimmend zur Kenntnis genommen worden. Grundthese ist, dass wir in dem Politikfeld, wo den Grünen weiterhin erhebliche Kompetenz zugeschrieben wird, sehr wohl eine Revitalisierung, konzeptionelle Vertiefung, Profilschärfung und personelle Verbreiterung unserer Friedenspolitik brauchen, aber keineswegs eine Kursrevision „zurück vor 1998".

21.2.

Vorstellung des 1. Bandes der Protokolle des Verteidigungsausschusses beim Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam: Die Beratungen des EVG-Ausschusses von 1952 (u.a. mit Strauß, Erler, Carlo Schmidt, Baudissin) wurden konstitutiv für die später entstehende Bundeswehr.

20.2.

Live-Diskussion „Die Bundeswehr als Hilfssheriff der Polizei? Der Streit um den Einsatz deutscher Soldaten im Innern" im Deutschlandfunk mit Ralf Göbel, stv. Innenpolitischer Sprecher der Union, und Rolf Clement, Redakteur beim Deutschlandfunk.

18.2.

Fachbereich Außenpolitik, BAG Frieden von Bündnis 90/Die Grünen in Hannover zu Standpunkten und Zielsetzungen grüner Außen-, Friedens- und Europapolitik in der Opposition. Hierzu haben Uli Cremer, Mitglieder der LAG Europa + Frieden Berlin und ich Papiere vorgelegt. U. Cremers Forderung nach Generalabrechnung mit rot-grüner Friedenspolitik und einem zurück vor 1998 findet keinen Widerhall. Weiteres Thema ist der Konflikt um das iranische Atomprogramm.

17.2.

Debatte im Bundestag für die friedliche Lösung des Iran-Konflikts auf Grund von Anträgen der Grünen und Linksfraktion) und Aktuelle Stunde zu Bundeswehr im Innern.

Interviews mit Saarbrücker Zeitung, Berliner, Stuttgarter Zeitung und Kölner Stadt Anzeiger zum Vorhaben von Minister Jung, ein Ehrenmal für im Ausland umgekommene Soldaten zu errichten. Mein Tenor: verkürzte Antwort auf eine berechtigte Frage. Diese Erinnerung nicht zu den üblichen Kriegerdenkmäler dazu zu packen, ist sehr angebracht. Genauso öffentliche Erinnerung verdienen aber auch Polizisten, Diplomaten und Zivilhelfer, die im öffentlichen Friedensauftrag umgekommen sind.

16.2.

Gespräch mit dem Krisenbeauftragten des AA, Botschafter Hennig.

Interview mit Deutscher Welle zu einem möglichen Kongo-Einsatz.

Im ZIF Vorführung und Diskussion des Dokumentarfilms „The Peacekeepers - Der Preis des Friedens" über die ARTEMIS-Mission der EU in 2003: In Ituri drohte damals eine humanitäre Großkatastrophe. Auf Seiten des Sicherheitsrats bestand zunächst keine Handlungsbereitschaft. Durch eine günstige Konstellation (Beweis von Handlungsfähigkeit nach dem Irak-Desaster) entwickelte sie sich dann doch. Um die Hauptbeitragszahler, vor allem die USA, zu gewinnen, war ein überzeugendes Einsatzkonzept das A+O. Die relativ kleine, aber glaubwürdige „Überbrückungs"-Mission ARTEMIS zeigte schnell Wirkung gegenüber Milizen, die wohl äußerst brutal gegenüber Zivilisten vorgehen, aber wenig militärische Kampfkraft besitzen. Hier zeigte sich wieder das Dauerdilemma von Peacekeeping Operationen zwischen Wegsehen/Risiko des Großversagens und einem Scheitern vor Ort. Sie sind die letzte Auffanglinie, von der aus an niemand anders mehr Verantwortung abgeschoben werden kann. Nach einem verzweifelten Kampf um Unterstützung konnten die paar Frauen und Männer des Departement of Peace Keeping Operations in New York feststellen: ein zweites Ruanda wurde verhindert. Insgesamt haben ARTEMIS und MONUC viel mehr geleistet, als es vielfach in den Medien kolportiert wird. Im Unterschiede zu KFOR und erst Recht ISAF hat MONUC ihr robustes Mandat auch in Kampfhandlungen umgesetzt, die etliche Opfer forderten.

Zu einer möglichen Kongo-Mission heute: Es wäre eher eine militarisierte Polizeiaktion. Das Bild vom Bürgerkrieg insgesamt sei falsch. Wenn keine Truppe geschickt werde, würde es schlimmer. Allerdings dürfe ein Mandat auf keinen Fall auf Evakuierung beschränkt werden. Das wäre dann eine Ermutigung zur Gewalt.

15.2.

Interview mit Radio Berlin-Brandenburg zum heutigen Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Luftsicherheitsgesetz, das für verfassungswidrig erklärt wird.

Im Verteidigungsausschuss stellt Dr. Winrich Kühne auf meine Anregung hin das Zentrum Internationale Friedendseinsätze (ZIF) vor. Unglaublich, was hier mit 17 MitarbeiterInnen und einem Etat von 1,75 Mio. Euro geleistet wird. Zugleich skizziert Kühne die friedens- und sicherheitspolitischen Herausforderungen auf dem afrikanischen Kontinent. Die Flächenbrände von Subsahara bis Kongo laufen zu großen Teilen ab wie der Dreißigjährige Krieg.

Arbeitsessen mit einer US-Regierungsdelegation, die sich in Deutschland zu „Konzept und außenpolitischer Rolle deutscher Peacekeeping-Operationen" erkundigt. (Hintergrund ist die „Kehrtwende" der Bush-Administration zum Nation Building seit 2004 - vgl. Tobias von Gienanth/ZIF, aus fachzeitschriften 1/06, www.zif-berlin.org - vor dem Hintergrund des Peacebuilding-Versagens im Irak: Etablierung des „Office of the Coordinator for Reconstruction and Stabilization" im State Dept., einer Budgetlinie über 100 Mio. US-$ und die Aufwertung von Stabilisierungsoperationen mit Directive 3000.5 des Pentagon.)

Kuratorium von CARE International Deutschland unter Vorsitz von Prof. Rita Süßmuth.

Eröffnung der Wanderausstellung zum Innovationspreis Münsterland in der Landesvertretung NRW.

Parlamentarischer Abend des Forum Ziviler Friedensdienst in der Parlamentarischen Gesellschaft. Deutlich wird der enorme Vorteil der ZFD-Fachkräfte gegenüber anderem internationalen Personal: Mit mindestens zwei Jahren vor Ort sind sie so dicht an den Gesellschaften wie kaum jemand sonst. Sehr viel local ownership. Zzt. sind 130 Friedensfachkräfte im Einsatz, davon 42 in Afrika, 34 in Lateinamerika, 29 Asien, 13 Südosteuropa, 12 Nahost. Der DED entsandte 58 Kräfte, die AGEH 25, das forumZFD 12. In 2005 umfasste der ZFD-Titel beim BMZ 13,8 Mio. Euro - d.h. weiter Pilotphase, noch nicht kritische Masse. Außer zwei Grünen Abgeordneten sind nur noch je eine MdB von Union und Linksfraktion anwesend.

14.2.

Gespräch mit SZ zu einem möglichen Kongo-Einsatz.

Gespräch mit künftigen Kommandeuren der Luftwaffe.

Aufruf der vier Münsteraner MdB zu Protesten gegen einen geplanten Neonazi-Aufmarsch in Münster am 18.2. (Hiergegen kommt ein breites Bündnis zustande. Hunderte Sitzblockierer und eine geschickt agierende Polizei bewirken am Samstag, dass die Neonazis mal gerade 300 Meter schaffen und dann wieder abziehen müssen.)

13.2.

Fraktions-AG „Religionspolitik und interreligiöser Dialog".

Montagsgespräch von Rheinmetall mit Vortrag von Dr. Linnenkamp, Deputy Chief Executive of the European Defence Agency (über 100 Gäste): Die EDA besteht seit eineinhalb Jahren, die Aufbauphase ist abgeschlossen. Sie hat etwas über 80 MitarbeiterInnen und verfügt über einen Jahresetat von 20 Mio. Euro. EDA ist keine Rüstungsagentur im engeren Sinne. Sie soll ein Katalysator und Spiegel sein für Entscheidungen, die auf nationaler Ebene gefällt werden müssen. EDA sei ein politisches, nicht ein technisches Projekt, Teil der geistigen Emanzipation von NATO einerseits und von nationalen Sicherheitspolitiken andererseits. Näher besehen scheint sich er Einfluss der EDA noch sehr in Grenzen zu halten. Eine „Aufrüstungsbehörde" ist sie wohl kaum.

Auf meine Frage, ob es im Hinblick auf zivil-polizeilich-militärische ESVP-Einsätze auch die nicht-militärischen Fähigkeiten systematisch begutachtet und befördert würden, konstatiert L. die Bedeutung dieser Fähigkeiten. Für diese geschehe aber nichts mit der EDA Vergleichbares.

10.2.

Wissenschaftliches Interview mit einer HSFK-Mitarbeiterin zum Wehrbeauftragten.

Gespräch mit Dr. Citta Maaß/swp zu Drogenbekämpfung und Korruption in Afghanistan.

9.2.

Gespräche mit netzeitung, FAZ, FR, MZ, KStA, NW-Radio zu Bundeswehr und Weltmeisterschaft, z.T. auch zu einem möglichen Kongo-Einsatz und zum neuen Verteidigungsminister.

Grußwort beim Jahresempfang des Dt. Bundeswehrverbandes Ost (ca. 200 Gäste) im Maritim.

7.2.

Gespräch mit Christa Reichard, Ex-MdB und Vorsitzende der Kath. Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung, und Vizeadmiral a.D. Heise, ihrem evangelischen Pendant, über ihre Betreuungsmaßnahmen und -einrichtungen („Oasen").

Fraktions-AK IV zu: Bericht des AA zur Vorbereitung der dt. EU-Ratspräsidentschaft in 2007. Über die Pflichtthemen hinaus können ca. drei Schwerpunktthemen gesetzt werden. Die sollen bis Herbst stehen. Christian Sterzing/Heinrich Böll Stiftung Rammallah, berichtet zum Hamas-Wahlsieg.

Gottesdienst und Staatsakt für Johannes Rau im Berliner Dom. Das Wetter draußen könnte nicht passender sein: Der gefrorene Boden lässt die Erde weinen. In den Reden vor allem von Hans-Jochen Vogel und dem österreichischen Bundespräsidenten Fischer wird der Ausnahme-Mensch-Politiker Johannes Rau deutlich.

6.2.

Gespräch mit der Abteilungsleiterin Wehrverwaltung, Infrastruktur und Umweltschutz im BMVg, Ministerialdirektorin A. Greyer-Wieninger über aktuelle Themen der Wehrverwaltung.

Empfang aus Anlass 50 Jahre Katholische Militärseelsorge

3.-5.2.

42. Münchener Sicherheitskonferenz „Europa und die Vereinigten Staaten: Die Erneuerung der transatlantischen Partnerschaft" in München. Der Auftritt von Bundeskanzlerin Merkel ist vom Stil her klar, offen, kompetent und authentisch. Darüber wird vielfach ihre andere Schwerpunktsetzung deutscher Sicherheitspolitik (NATO first, dann EU, am Ende auch VN) übersehen. Vor allem im Vergleich zu den Reden von Kofi Annan und Fischer im letzten Jahr wird der Unterschied deutlich. US-Minister Rumsfeld bleibt heute erstaunlich blass. Der befürchtete Jubelzuspruch bleibt aus. Auf meine Frage zu Terrorismusbekämpfung und Irak und zum „Krieg gegen den Terrorismus" geht er nicht ein.

Erheblich andere Akzente setzt die französische Verteidigungsministerin: An erster Stelle stehe der Schutz der internationalen Legalität; werde sie nicht von allen respektiert, herrsche das Gesetz des Dschungels. Die Risiken seien in ihrer ganzen Breite zu beachten. Zwischen NATO und EU solle es keinen Wettbewerb geben, sondern Komplementarität. US-Senator McCain greift den Iran hart als weltweit führenden Sponsor von Terrorismus an. Es gebe nur eine schlechtere Sache als eine militärische Aktion gegen den Iran - ein nuklear bewaffneter Iran. (Zusammen mit dem harten Wortduell zwischen dem stellv. iranischen Außenminister und Merkel spüre ich eine deutliche Verhärtung des Konflikts.)

Internationale Friedenskonferenz der Friedensbewegung am 4.2. in München: „Wie ist der Krieg gegen den Iran abwendbar?" mit Prof. Mohssen Massarat, Dr. Kathagoum Amirpour und Andreas Zumach und ca. 200 Anwesenden. Die ReferentInnen bringen ein differenziertes Bild des Konflikts um das iranische Atomprogramm, werfen aber auch der EU eine eskalierende Politik vor. Im Hinblick auf einen möglichen Krieg wird die Lage als im Vergleich zu 2003 schwieriger eingeschätzt. M.M. befürchtet Angriff im März. In der Versammlung ist ein Grundtenor spürbar, dass der Westen der Hauptschuldige sei. Die Europa- bzw. Bundestagsabgeordneten der „Linken", Tobias Pflüger und Heike Hänsel, markieren die EU als einen Hauptkriegstreiber und werfen einzelnen Grünen wie Fischer und A.B. einen Schulterschluss mit ihr vor. Motto: „Wir sind die einzig Wahren."

2.2.

Besuch der 1. Panzerdivision (Division Einsatzkräfte) in Hannover zusammen mit Gerd Höfer, MdB (SPD), Gespräch mit Div-Kommandeur Generalmajor Langheld und Briefing. Die Division soll bis 2008 von 10.500 auf 18.500 aufwachsen. Sie stellt damit die Masse der Eingreifkräfte des Heeres, d.h. die Teile, die noch voll für „High Intensity" Einsätze, also kriegerische Gewalt, vorgesehen sind. Im 2. Halbjahr 2006 stellt die Division ein Kontingent für NATO Response Force 7. Ab 12/06 ist die Division an ISAF beteiligt und stellt das ORF-Bataillon für den Balkan. Massive Ausrüstungsdefizite bestehen noch bei Führung und Kommunikation, so dass die Fähigkeit zur vernetzten Operationsführung noch auf sich warten lässt.

20-Jahre-Geburtstagsfeier des soziokulturellen Zentrums CUBA (Cultur- und Begenungszentrum Achtermannstraße) in Münster: Vor 20 Jahren im Kontext der Alternativszene entstanden, inzwischen längst anerkannt und in guter Weise etabliert.

1.2.

Gespräch bei der grünen Europa-AG zur Kampagne „SUKUMA - Europa für gerechten Welthandel" mit Kampagnenleiter Sascha Kornek aus Dresden: loses Netzwerk, von etlichen Promis unterstützt, auf G8-Gipfel im Mai 2007 in Heiligendamm gerichtet. SUKUMA will einen Quantensprung in Sachen gerechter Welthandel erreichen.

Anmerkungen: 

Publikationsliste
Vortragsangebot zu Riga-Deportationen, Ghetto Riga + Dt. Riga-Komitee

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

1989 stieß ich auf die Spuren der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Mit meinem bebilderten Vortrag "Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga" stehe ich gern für Erinnerungsveranstaltungen und Schulen zur Verfügung. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

Tagebuch
    • Meine persönlichen Jahresrückblicke + Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik (Nr. 1-50 im Tagebuchformat)

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