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Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik von Winfried Nachtwei im Tagebuchformat
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Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik

Autor: Webmaster

Datum: 4. Dezember 2005 11:37:13 +02:00 oder So, 04 Dezember 2005 11:37:13 +02:00

Zusammenfassung:  30. Oktober - 03. Dezember 2005.

Hauptteil: 

Persönliche
Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik (14)
November 2005
Winfried Nachtwei, MdB

3.12.
Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen im Haus Carstanjen auf dem VN-Campus in Bonn: Verabschiedung des VN-politischen Forderungskatalogs an Bundesregierung und Bundestag „Sicherung der Handlungsfähigkeit und Legitimation der Weltorganisation im 21. Jahrhundert“ (www.dgvn.de) ; ich werde erneut in den Vorstand gewählt. Vorsitzender wird wieder (Staats-) Minister a.D. Christoph Zöpel. Die DGVN hat zzt. 1214 Mitglieder. Zu ihrem Präsidium gehören Richard und Ernst Ulrich von Weizsäcker, die (Ex-)Außenminister Genscher, Kinkel, Fischer und Steinmeier, der ehemalige OSZE-Generalsekretär Wilhelm Höynck und andere beste Namen aus Wissenschaft und Politik.

2.12.
Gespräch von Mitgliedern des Verteidigungsausschusses mit Abgeordneten des niederländischen Auswärtigen und Verteidigungsausschusses über Parlamentsbeteiligung bei Auslandseinsätzen.
Rede in der letzten Runde der dreitägigen Bundestagsdebatte zur Verteidigungspolitik: gegenüber der Linkspartei bekräftige ich die verfassungs- und völkerrechtliche Eingrenzung von Bundeswehr-einsätzen, gegenüber der Großen Koalition warne ich vor einer Schwächung der Parlamentsbeteiligung. (www.nachtwei.de)
Gespräch mit dem Handelsblatt zur bevorstehenden Kosovo-Reise des neuen Verteidigungsministers
Verleihung der Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille der DGVN an Prof. Dr. Klaus Töpfer im Wissenschaftszentrum in Bonn. Der Exekutivdirektor des Umweltprogramms der VN in Nairobi erhält die Auszeichnung für seine herausragenden Verdienste um eine Politik globaler Nachhaltigkeit. Nach Grußworten von NRW-Minister Laschet und OB Barbara Dieckmann hält Jürgen Trittin eine vorzügliche Laudatio auf das „deutsche Gesicht der Vereinten Nationen“. Töpfer dekliniert in seiner Dankansprache die drei Freiheiten aus Kofi Annans „In larger freedom“ durch. Wenn künftig Kriege um Wasser drohen – wo sind unsere Abrüstungsmaßnahmen dazu? „Herr Trittin, wenn Sie mal geehrt werden, bin ich der erste, der sich um die Laudatio bewirbt.“

1.12.
Fachtagung der Deutsch-Atlantischen Gesellschaft und des Dt. Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) „Die NATO als Kooperationspartner für die Entwicklungspolitik – Neue Konzeptionen für zivil-militärische Zusammenarbeit“ in Bad Godesberg, Teilnahme am Abschlusspodium mit Dr. Stefanie Pabst/NATO, Reinhard Hermle/VENRO und Dr. Kloke-Lesch/BMZ. An den anderen Podien nehmen Vertreter von Ärzte ohne Grenzen, DRK, BICC, Verteidigungsministerium, DIE, CARE International u.a. teil.

30.11.
Konstituierung des Verteidigungsausschusses: Nach der neuen Sitzordnung im kreisrunden Sitzungssaal sitzen wir zwei Grüne-Abgeordneten nun „vorne“ links neben den Vertretern des Auswärtigen Amtes – uns gegenüber die 21 Abgeordneten der Großen Koalition.
Regierungserklärung der Bundeskanzlerin; Bundestagsdebatte zur Außen-, Europa-, Entwicklungs- und Menschenrechtspolitik. Unser neuer außenpolitischer Koordinator Jürgen Trittin erhält bei seiner außenpolitischen „Jungfernrede“ Beifall aus allen Fraktionen.29.11.
Teilnahme am Empfang des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Klaus Wowereit für den Präsidenten der Republik Namibia Hifikepunye Pohamba im „Roten Rathaus“.
Verleihung des Politikaward für politische Kommunikation im Konzerthaus am Gendarmenmarkt: Den Preis für den besten Mobilisierer erhält Hans-Christian Ströbele (Laudator: der Chefredakteur von Bild am Sonntag), für sein Lebenswerk geht der Politikaward an Hans-Dietrich Genscher.
(Bei Maischberger/ARD stellt Petra Gerster das peace-counts-Buch „Die Friedensmacher“ vor.)

27.11.
Gespräch mit der FR zu jüngsten Äußerungen des neuen Verteidigungsministers Jung, wieder mehr Wehrpflichtige einziehen zu wollen.

26.11.
Seminar beim Fachforum „Europa/Internationales“ der Grünen Jugend zur Reform der Vereinten Nationen in Berlin.
Teilnahme an der Oppositionsrunde zu Wehrpflicht und Zivildienst in der 16.Legislaturperiode bei der Jahresmitgliederversammlung der Zentralstelle KDV in Berlin zusammen mit den MdB Ina Lenke (FDP) und Paul Schäfer (Linkspartei): Mit dem Bekenntnis der Großen Koalition zur Wehrpflicht ist der innerparteiliche Meinungsbildungsprozess in der SPD zunächst abgewürgt worden und sind die Chancen zu einer Überwindung der Wehrpflicht gesunken. Damit stellt sich die Frage, welchen Sinn der Grundsatzstreit noch macht, ob ein pragmatischer Weg über die Forderung nach einem freiwilligen flexiblen Kurzdienst nicht aussichtsreicher ist.

25.11.
Gespräch mit dem Vorsitzenden des Stiftungsrates der Dt. Stiftung Friedensforschung, Prof. Rittberger, und Dr. Held, Geschäftsführer der DSF
Gespräch mit der FAZ zur Problematik des deutschen Lufttransportstützpunktes Termez im diktatorischen Usbekistan, Interview mit der Sächsischer Zeitung zu U-Booten für Israel.

24.11.
Konstituierende Sitzung des Fraktionsarbeitskreises IV „Internationale Politik und Menschenrechte“: Wahl des AK-Koordinators: Der von mir als mein Nachfolger vorgeschlagene Jürgen Trittin wird einstimmig gewählt. Ich werde stellv. außenpolitischer Koordinator. Nachdem der AK mit Ende der 15. Legislaturperiode auf drei Abgeordnete geschrumpft war, bekommen wir jetzt mit den ehemaligen Staatssekretärinnen Kerstin Müller, Marieluise Beck, Uschi Eid (alle Auswärtiger Ausschuss), mit Ute Koczy (Entwicklung), Jürgen Trittin (Europa) und Volker Beck (Menschenrechte) massive Verstärkung. Wie Joschka Fischer seine Rolle als stellvertretendes Mitglied des Auswärtigen Ausschusses wahrnehmen wird, ist noch nicht absehbar.

Wahl der fachpolitischen SprecherInnen und stellv. Fraktionsvorsitzenden: Ich werde wieder zum Sicherheits- und abrüstungspolitischen Sprecher gewählt.
Teilnahme am Stiftungsrat der Deutschen Stiftung Friedensforschung: Eine besondere Erfolgsgeschichte sind die Kleinprojekte, für die jährlich bisher 100.000 Euro zur Verfügung stehen. So wurde z.B. die dem Peace-Counts-Buch „Die Friedensmacher“ beiliegende CD-Rom von der DSF gefördert.

23.11.
Fraktionssitzung: Beschluss über die Besetzung der Ausschüsse. Vollmitglieder im Verteidigungsausschuss sind Winni Nachtwei und Alexander Bonde, Stellvertreter Uschi Eid und Wolfgang Wieland.
Fachgespräch der IPPNW zum Iran-Atomkonflikt
Verabschiedung des bisherigen Verteidigungsministers Struck im Verteidigungsministerium: Als Abschiedserinnerung übergebe ich ihm von meiner Frau Angela gestaltete „Spezialkarten“ mit Szenen aus seinen drei Jahren. Trotz erheblicher Dissense (Verteidigung am Hindukusch, Wehrpflicht, MEADS, Wittstock etc.) waren Kommunikation und Kooperation mit diesem Minister so direkt und konstruktiv wie mit keinem anderen.

22.11.
Wahl der Bundeskanzlerin, Vereidigung des Bundeskabinetts.

21.11.
Unterrichtung der Obleute des Verteidigungsausschusses im Ministerium zum Terroranschlag auf ISAF-Bundeswehrsoldaten und afghanische Zivilbevölkerung vor einer Woche in Kabul. Beim zweiten Anschlag im Stau kamen 12 Afghanen um, mehr als hundert wurden verletzt.
Mittagessen zu Ehren des scheidenden Botschafters der Islamischen Republik Iran, Herrn Seyed Shamseddin Khareghani, auf Einladung des AA-Beauftragten für Nah- und Mittelostpolitik, Maghreb und Sudan, Dr. Host Freitag.
Pressemitteilung zur Lieferung von zwei „Dolphin“-U-Booten an Israel: (www.gruene-fraktion.de); Interview mit der „Welt“ dazu.

20.11.
Gespräch mit SZ zur geplanten Lieferung von zwei modernen deutschen U-Booten an Israel.

18.11.
Interview mit „Minnesota Public Radio“ zu möglichen Zwischenlandungen von CIA-Flügen mit Geheimgefangenen auf deutschen Flughäfen.
Gesprächsrunde zur „Altfallregelung“ bei Flüchtlingen im Hinblick auf die bevorstehende Innenministerkonferenz mit dem Vorsitzenden des münsteraner Ausländerbeirats, Dr. Spiros Marinos, MdL Jostmeier (CDU), Sagel (Grüne), den MdB Bahr (FDP), Polenz (CDU) und Weihbischof Ostermann in Münster.
Gespräch mit Michael Gleich/London, Initiator des Peace Counts project, über die Zukunft und Weiterentwicklung des Projekts.

17.11.
Interview mit Berliner Zeitung zu CIA-Geheimflügen

16.11.
Interview im ARD-Morgenmagazin und Deutschlandradio und mit netzeitung zum Selbstmordanschlag in Kabul. Dabei spreche ich ausdrücklich gegen eine Verschmelzung von ISAF und Enduring Freedom.
Beileidsschreiben an den Kommandeur des deutschen ISAF-Kontingents, Brigadegeneral Ammon.
Offizielle Verabschiedung der Parlamentarischen Staatssekretäre im Verteidigungsministerium, Walter Kolbow (nach 7 Jahren) und H.G. Wagner, im BMVg/Berlin mit Empfang und „Serenade“.

14./15.11
Interviews mit Handelsblatt, Berliner Zeitung, Financial Times, Stuttgarter Zeitung, Reuters zum heutigen Selbstmordanschlag auf ein Bundeswehr-ISAF-Fahrzeug in Kabul, bei dem vier Afghanen, ein deutscher Soldat sowie der Attentäter umkommen. Ein zweiter Anschlag 90 Minuten später im Stau vor dem Anschlagsort geht gezielt gegen Rettungs- und Absperrungskräfte und fordert drei Tote und ca. 100 Verletzte. Die Anschläge sind eine schlimme Bestätigung der bekannten Lagebeurteilung, die schon immer von erheblichen Risiken ausging. Bisher gibt es keine Anhaltspunkte, dass die Attentäter politischen Rückhalt in der Bevölkerung hätten.

12.-15.11.
Herbsttagung der 51. NATO-Parlamentarierversammlung im Folketing (dänisches Parlament) in Kopenhagen. Teilnahme am Ausschuss für Verteidigung und Sicherheit. Hauptthemen sind Kosovo (mit Karl Eide, Sonderbeauftragter des VN-Generalsekretärs für Kosovo), Afghanistan (mit Minister Hihmet Cetin, Hoher Ziviler NATO-Repräsentant in Afghanistan), nationale Vorbehalte bei multinationalen Einsätzen, gemeinsame Finanzierung von NATO-Operationen. Karl Eide ist ein beeindruckender Krisenverhandler. Sehr deutlich appelliert er an die Staatengemeinschaft, im Kosovo nicht die kleineren Minderheiten zu vergessen. Erschüttert berichtet er von einem bleivergifteten Roma-Kind, das ihn im Kosovo durch ein Lager auf verseuchtem Grund geführt habe. Hier könne mit wenig Geld Abhilfe geschaffen werden. Das sei „eine Schande für uns alle“. Auf meine Nachfrage betont er, Minderheitenangehörige dürften nur zurückgeführt werden, wenn sie in Würde leben könnten. Aber da „haben wir versagt“. Ich widerspreche der Forderung des Berichterstatters Julio Miranda-Calha nach Zusammenlegung von ISAF und Enduring Freedom: Dadurch würden die Erfolge von ISAF gefährdet, ja zunichte gemacht. Der dänische Generalstabschef General Hans Jesper Helso schildert sehr lebendig die Transformation der dänischen Streitkräfte: ausgehend von einem „Blank Sheet Approach“ sollen statt 1.000 künftig 2.000 Soldaten-„Äquivalente“ dauerhaft im Ausland einsetzbar sein. (Für ein 55-Mio.-Einwohner-Land würde das 24.000 Einsatzsoldaten bedeuten.) Dirk Zandee, Chef der Planungs- und Politik-Einheit der European Defence Agency (EDA), schildert Ausgangslage, Auftrag und Arbeit der EDA mit ihren 80 MitarbeiterInnen und 20 Mio. Euro Jahresetat: Die EU-Staaten geben 180 Mrd. Euro jährlich fürs Militär aus, verfügen über mehr als 2 Mio. Soldaten, von denen aber maximal 70.000 out of area einsetzbar sind. Bei gepanzerten Fahrzeugen verfolgen 25 Mitgliedsstaaten 23 verschiedene Programme in den nächsten 5-10 Jahren. Es gibt keine Standardisierung, keine gemeinsame Ersatzteile und Wartung. Die Fragmentierung im Bündnis (z.B. jeder hat eine eigene Logistikkette) bedeutet eine enorme Verschwendung. Die EDA hat keine supranationale Kompetenz und kann Mitgliedsstaaten in ihrer Rüstungsplanung nur unterstützen.
Besichtigung des Flexible Support Ship ABSALON der Kgl. Dänischen Marine.
Die NATO-PV hat nach außen und in Richtung Regierungen keine sonderliche Bedeutung. Sie ist in erster Linie ein sicherheitspolitisches Diskussionsforum für Parlamentarier aus den Mitgliedsstaaten und aus vielen Ländern mit Beobachterstatus, darunter auch Russland und China. Hier tritt ständig die Heterogenität der NATO-Mitgliedsstaaten zutage. Die NATO-PV ist ein Meinungsbarometer.

11.11.
Gespräch mit dem Lehrgang für Führungskräfte des George C. Marshall Centers (Teilnehmer aus Ost-/Südosteuropa, aus der Kaukasusregion und Zentralasien)
Koalitionsvereinbarung zwischen CDU, CSU und SPD: Im außenpolitischen Teil sind bei aller beschworenen Kontinuität Akzentverschiebungen unübersehbar: Das transatlantische Verhältnis rückt auf Kosten der VN-Orientierung nach vorne; die Aussagen zu Bundeswehr, Abrüstung und Rüstungsexportpolitik sowie ziviler Krisenprävention sind relativ vage. Dass der von uns 2002 angestoßene Aktionsplan Krisenprävention umgesetzt und der Ressortkreis gestärkt werden soll, ist ein wichtiger Anknüpfungspunkt. Ansonsten bleibt der Verrag hinter wichtigen Anforderungen zurück (Förderung von VN-Treue, -Fähigkeiten und –Engagement, von Kohärenz und ausgewogenen Fähigkeiten, Strategiebildung, breite außen- und sicherheitspolitische Debatte).

10.11.
Interview mit dem US-Schriftsteller Paul Hockenos, der an einem ersten englischsprachigen Buch über Joschka Fischer schreibt.
Symposium des Bundesnachrichtendienstes „Proliferation – Geißel der Menschheit“ in Berlin. Besonders interessante Referenten sind Rolf Ekeus, Hoher Kommissar der OSZE für nationale Minderheiten und 1991-1997 Vorsitzender der VN-Sonderkommission für den Irak (UNISCOM), Dr. Jafar D. Jafar, ehemaliger Vorsitzender der irakischen Atomenergiekommission und bis 1991 verantwortlich für das irakische Nuklearprogramm, Saif al-Islam Gaddafi, Präsident der Gaddafi International Foundation for Charity Association, Tomoaki Nitta, japanischer Inlandsnachrichtendienst. Neu ist für mich, wie breit die Entwicklungs- und Anschlagsversuche der AUM-Sekte in der ersten Hälfte der 90er Jahre in Japan waren und dass diese Sekte bis heute nicht verboten, geschweige aufgelöst ist.

9.11.
Fraktionsklausur: Neben dem Vorsitz des Ausschusses für Verbraucherschutz, Landwirtschaft erhalten die Bündnisgrünen auch den Vorsitz im Entwicklungsausschuss. Auswertung des Bundestagswahlergebnisses durch Rita Müller-Hilmer, Leiterin Politikforschung am Institut TNS Infratest – Sozialforschung. Bemerkenswerte Erkenntnisse in Sachen Außen- und Sicherheitspolitik: Unter den 10 vorrangigen Problemen wurde A- und S-politik nicht genannt. Bei der Kompetenzzuschreibung für Grüne nimmt Außen- und Sicherheitspolitik nach Umwelt (56%) steht „verlässliche Außen- und Sicherheitspolitik“ mit 18% an zweiter Stelle. Die Linkspartei erreicht hier nur 1%! Bei der Kompetenzzuschreibung durch Grün-Anhänger erhält Umwelt 98%, Außen + Sicherheit 68%, Asyl + Ausländer 65%, Familie 60%. Bei der Rot-Grün-Bilanz wurde insgesamt an 1. Stelle genannt: „Deutschlands internationale Rolle gestärkt.“ Für Grün-WählerInnen wahlentscheidend waren nach Umwelt und sozialer Gerechtigkeit an 3. Stelle Außen- + Sicherheitspolitik mit 27% (Bei SPD-Wählern 23%. Linkspartei 8%). Die hohe Zustimmung zur Außen- und Sicherheitspolitik der Grünen war stark personengeprägt (Außenminister Joschka Fischer). Sie spielte offenkundig eine erheblich größere Rolle, als dies in den Medien und im Wahlkampf zum Ausdruck kam.
Konferenz „Transformation als Chance – Kohärentes Handeln und Wirkungsorientierung krisenpräventiver Sicherheitspolitik im multinationalen Kontext“ in der Bundesakademie für Sicherheitspolitik/Berlin-Pankow, Abschlusspodium mit Ulrike Merten, Vors. des Verteidigungsausschusses, und der Moderatorin Constanze Stelzenmüller (German Marshall Fund) zu „Kohärenz durch Handlungsfähigkeit und Effizienz in einer Sicherheitspolitik neuen Zuschnitts“.

8.11.
Fraktionssitzung: Beratung und Meinungsbild zur Fortsetzung der Enduring-Freedom-Beteiligung;
erster inhaltlicher Tagesordnungspunkt des neuen Bundestages der 16. Legislaturperiode ist die Verlängerung von Enduring Freedom. Da der amtierende Außenminister nicht mehr sprechen will, rede ich für die grüne Fraktion – nach Oskar Lafontaine, der den deutschen Ausstieg aus Enduring Freedom und überhaupt den Rückzug aus Afghanistan fördert. Er wirft Afghanistan und Irak in einen Topf und unterstellt fälschlicherweise auch ISAF, die Spirale der Gewalt anzutreiben. Die vielen Beschlüsse des UNO-Sicherheitsrates zur globalen Bedrohung durch internationalen Terrorismus, zur Verpflichtung der Staaten, diesen Terrorismus mit allen Mitteln im Rahmen der UNO-Charta zu bekämpfen, und schließlich zur UNO-Mission in Afghanistan sind ihn keinen Gedanken wert. Meine Replik, er bringe ein Zerrbild des deutschen Engagements in Afghanistan und seine Forderungen liefen auf volle Bewegungs- und Anschlagsfreiheit für Terroristen hinaus, erhält bei allen Fraktionen außer der Linkspartei starken Beifall. (Redetext unter www.nachtwei.de)

7.11.
2. Sitzung des Beirats „Zivile Krisenprävention“ im Auswärtigen Amt. Als Vorsitzende werden gewählt Angelika Spelten (Institut für Entwicklung + Frieden/INEF und FriEnt) und Stefan Mair (SWP)
Unterrichtung der Obleute von Verteidigungs- und Auswärtigem Ausschuss im Lagezentrum des Verteidigungsministeriums über die gegenwärtigen Einsätze.
Unterrichtung der grünen Fraktion durch die amtierenden Minister Struck und Fischer zur Mandatsverlängerung Operation Enduring Freedom

6.11.
Hintergrundpapier und Empfehlung für die bündnisgrüne Fraktion zur Mandatsverlängerung der deutschen Beteiligung an Operation „Enduring Freedom“: „Umfassende Terrorismusbekämpfung statt `Krieg gegen den Terror ´“. (www.gruene-fraktion.de)

2.11.
Verabschiedung der MitarbeiterInnen des AK „Internationale Politik und Menschenrechte“, die den AK bzw. die Fraktion verlassen oder zzt. noch auf Suche sind.

1.11.
Fachtagung der Arbeitsstelle Friedensforschung Bonn/AK „Abrüstung und Nichtverbreitung von biologischen und chemischen Waffen“ und Forschungsstelle „Biowaffen und Rüstungskontrolle“ der Uni Hamburg zu Biowaffen in Berlin.
Interview mit einer Sozialwissenschaften-Diplomandin aus Gießen über die Bundestagsbeschlüsse zu Einsätzen der Bundeswehr in Ex-Jugoslawien und Afghanistan.

Antwort von Bundespräsident Horst Köhler auf meinen Brief zu seiner Rede auf der Kommandeurtagung der Bundeswehr in Bonn: „Ich möchte sie darin bestärken, weiter mit großem Nachdruck in den parlamentarischen Gremien die erforderlichen Impulse zu geben, um eine breite Diskussion zum Thema Bundeswehr und Gesellschaft auszulösen.“ ( Brief unter www.nachtwei.de)
Berliner Erstaufführung des Dokumentarfilms „Lost Children“ über Kindersoldaten in Nord-Uganda (vgl Kurzmeldungen 23.10.05) vor 350 Zuschauern mit den beiden ugandischen Sozialarbeitern Grace Arach und John Bosco sowie den beiden Regisseuren Ali Samadi Ahadi und Oliver Stoltz. Die Filmproduktion wurde auch vom Auswärtigen Amt bezuschusst.

30.10.
Eröffnung der Ausstellung „Wiedergutmachung als Auftrag“ in der Villa ten Hompel in Münster.

Anmerkungen: 

Publikationsliste
Vortragsangebot zu Riga-Deportationen, Ghetto Riga + Dt. Riga-Komitee

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

1989 stieß ich auf die Spuren der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Mit meinem bebilderten Vortrag "Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga" stehe ich gern für Erinnerungsveranstaltungen und Schulen zur Verfügung. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

Tagebuch
    • Meine persönlichen Jahresrückblicke + Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik (Nr. 1-50 im Tagebuchformat)

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