    <rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/" xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
     <channel>
        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Menschen retten - Menschenschlachthaus: GegensÃ¤tzliche MilitÃ¤rwelten. Planspiel ressortgemeinsames Handeln CERASIA an der FÃ¼Ak der Bundeswehr (in den Tagen, als vor 75 Jahren die Schlacht von Stalingrad endete)</title>
        <link>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=11-74-90-120&amp;aid=1516</link>
        <description></description>
        <dc:language>en-us</dc:language> 
        <dc:creator>Webmaster</dc:creator> 
        <admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.xaraya.org" /> 
        <admin:errorReportsTo rdf:resource="mailto:webmaster@nachtwei.de" />
       <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
       <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
       <docs>http://backend.userland.com/rss</docs>
<div class="xar-mod-page">
   <div class="xar-mod-head">
    <!-- License: GPL http://www.gnu.org/copyleft/gpl.html -->
<ul class="xar-tabs">
            <li class="xar-tab">
                <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=viewmap">View Article Map</a>
           </li>
</ul>
</div>
   <div class="xar-mod-body">
<div class="cattrails xar-displayinline-block xar-padding-thickbottom">
    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Afrika + Menschenrechte</span>

    <table class="xar-width-auto">
    <tr>
        <td valign="top" class="xar-padding-none">Browse in:&#160;</td>
       <td valign="top" class="xar-padding-none">
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11">Sicherheitspolitik und Bundeswehr</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120">Internationale Politik und Regionen</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120">Internationale Politik und Regionen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=74">Afrika</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=90">Menschenrechte</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11-120-74-90">Any of these categories</a>
                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=11%2B120%2B74%2B90">All of these categories</a>
<br />
</td>
   </tr>
   </table>




</div>

        <h1>
            Menschen retten - Menschenschlachthaus: GegensÃ¤tzliche MilitÃ¤rwelten. Planspiel ressortgemeinsames Handeln CERASIA an der FÃ¼Ak der Bundeswehr (in den Tagen, als vor 75 Jahren die Schlacht von Stalingrad endete)         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 4. Februar 2018 14:35:17 +02:00 (180188 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>An dem Planspiel an der F&uuml;hrungsakademie nahm ich als Rollenspieler im Abschnitt &quot;Unterrichtung der Obleute des Verteidigungsausschusses&quot; teil. Das Planspiel gab Einblicke in die Art und Weise, wie der heutige F&uuml;hrungsnachwuchs der Bundeswehr mit komplexen Krisen und Gewalteskalationen umgeht. Der R&uuml;ckblick auf die H&ouml;lle von Stalingrad vor genau 75 Jahren macht deutlich, wie sehr sich deutsches Milit&auml;r von damals und heute unterscheidet. &nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Menschen retten &ndash; Menschenschlachthaus: Gegens&auml;tzliche Milit&auml;rwelten.</strong></p>
<p align="center"><strong>Ressortgemeinsames Planspiel CERASIA</strong><strong> an der</strong></p>
<p align="center"><strong>F&uuml;hrungsakademie der Bundeswehr am 26.01.-01.02.2018</strong></p>
<p align="center">(75 Jahre nach Ende der Schlacht von Stalingrad)</p>
<p align="center">Winfried Nachtwei<a title="" href="#_ftn1">[1]</a></p>
<p align="center"><em>(Fotos auf </em><a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei"><em>www.facebook.com/winfried.nachtwei</em></a><em> )</em></p>
<p><em>Vom 26.01.-01.02.2018 fand an der F&uuml;hrungsakademie der Bundeswehr in Hamburg das Planspiel ressortgemeinsames Handeln CERASIA 2018 f&uuml;r den Lehrgang General-/Admiralstabsdienst national (LGAN) 2016 statt. Es war das f&uuml;nfte CERASIA-Planspiel. Neben den &uuml;ber 90 jungen Offizieren nahmen der 72. Attach&eacute;e-Lehrgang des Ausw&auml;rtigen Amtes und Referenten des Entwicklungsministeriums sowie 30 milit&auml;rische und zivile Experten an dem Planspiel teil. Als fr&uuml;herer Obmann meiner Fraktion im Verteidigungsausschuss (beteiligt an 70 Mandatsentscheidungen) war ich zum zweiten Mal eingeladen, beim &Uuml;bungsabschnitt &bdquo;Unterrichtung der Obleute der Fraktionen&ldquo; als einer von vier Obleute-Rollenspielern mitzuwirken. Als &bdquo;Obfrau&ldquo; wirkte ebenfalls Doris Wagner mit, bis 2017 f&uuml;r die Gr&uuml;nen Mitglied im Verteidigungsausschuss.</em></p>
<p><em>Das Planspiel gab &uuml;ber den &Uuml;bungszweck hinaus anschaulich Aufschl&uuml;sse &uuml;ber den sicherheitspolitischen Stellenwert, die Aufgabenstellungen und Einsatzoptionen von Bundeswehr heute und die Denkweise des F&uuml;hrungsnachwuchses. Vor dem Hintergrund der genau in diesen Tagen vor 75 Jahre zu Ende gehenden H&ouml;llenschlacht von Stalingrad erschien mir das von besonderem Interesse.</em></p>
<p>(Dem Planspiel voraus ging eine Berlinfahrt des Lehrgangs. (<a href="https://www.fueakbw.de/index.php/de/aktuelles/15-wichtiges-aktuelles/313-ausblicke-einblicke-weitsicht-eindruecke-eines-berlinbesuchs">https://www.fueakbw.de/index.php/de/aktuelles/15-wichtiges-aktuelles/313-ausblicke-einblicke-weitsicht-eindruecke-eines-berlinbesuchs</a> ; Bericht &bdquo;Planspiel in Echtzeit &ndash; CERASIA 2018 fordert Offiziere&ldquo;, <a href="https://www.fueakbw.de/index.php/de/aktuelles/15-wichtiges-aktuelles/314-planspiel-in-echtzeit-cerasia-2018-fordert-offiziere">https://www.fueakbw.de/index.php/de/aktuelles/15-wichtiges-aktuelles/314-planspiel-in-echtzeit-cerasia-2018-fordert-offiziere</a> ; &bdquo;Doris Wagner begleitet CERASIA&ldquo;, <a href="https://www.fueakbw.de/index.php/de/aktuelles/15-wichtiges-aktuelles/316-doris-wagner-begleitet-cerasia">https://www.fueakbw.de/index.php/de/aktuelles/15-wichtiges-aktuelles/316-doris-wagner-begleitet-cerasia</a> )</p>
<p><strong>Ziel des Planspiels</strong> ist, ein Verst&auml;ndnis ressortgemeinsamem Handeln auf ministerieller Ebene zu entwickeln und dar&uuml;ber, wie verschiedene Instrumente und Verfahren&nbsp; im Rahmen der Krisenpr&auml;vention und &ndash;eind&auml;mmung wirken k&ouml;nnen. In kurzer Zeit haben die &Uuml;bungsteilnehmerInnen auf politisch-strategischer Ebene als Angeh&ouml;rige der Referate Grundsatz, UN, NATO, EU in der Abteilung Politik des BMVg eine innerministeriell abgestimmte Position zu entwickeln, Entscheidungen vorzubereiten und zu kommunizieren. Schritte dabei sind Erstellung Leitungsflyer (Allgemein, Lage, Lage und vermutete Absicht der Konfliktparteien, Eigene Lage und Absicht, Lage und Absicht Partner/anderer Nationen sowie Beratungsstand internationaler Organisationen), Vorbereitung/Abstimmung Lagefeststellung, Vorbereitung/Durchf&uuml;hrung Strategiegespr&auml;ch BMVg, Referatsleiterrunde POL I, schlie&szlig;lich Vorbereitung/Durchf&uuml;hrung der Obleute-Unterrichtung (sechs Durchg&auml;nge je 30 Min. plus Nachbesprechung). Diese gilt als einer der H&ouml;hepunkte des Planspiels.</p>
<p><strong>Das CERASIA-Szenario</strong> ist angesiedelt im verfremdeten Raum NO-Afrika und mit seinen fiktiven Staaten und Akteuren reichlich komplex und un&uuml;bersichtlich. Die beiden zentralen Konfliktl&auml;nder sind (A) autorit&auml;r, nationalistisch, milit&auml;risch stark, expansiv, (B) fragil, gew&auml;hlte Regierung, korrupt, ohne R&uuml;ckhalt in der Bev&ouml;lkerung, schwach, gro&szlig;er Fl&uuml;chtlingsanteil aus (A), drohender Kollaps. Ein weiterer Schl&uuml;sselstaat (C) ist fundamentalistisch, moderne Streitkr&auml;fte (einschlie&szlig;lich Massenvernichtungswaffen), Unterst&uuml;tzung von Terrorgruppen, stark antiwestlich. Neben einem failed state unter Kontrolle lokaler Warlords (D) gibt es in der Nachbarschaft tats&auml;chlich noch eine relativ stabile Demokratie (E), die als regionaler Mediator agiert.</p>
<p>Lange Konflikttradition zwischen rivalisierenden ethnischen Gruppe und Staaten, zuletzt vor wenigen Jahren ausgehend von (A) und auf (B) und (E) &uuml;bergreifend mit 200.000 get&ouml;teten Zivilisten und 1,8 Mio. Vertriebenen. Ein Friedensabkommen zwischen f&uuml;nf Staaten der Region brachte keine nachhaltige Stabilisierung. Eine kleine UN-Friedenstruppe in einer Enklave zwischen (A) und (B) konnte die eskalierende Gewalt nicht stoppen, bedrohte Hilfsorganisationen ziehen ihre Kr&auml;fte ab: Rund 600.000 Vertriebene sind von Gewalt, Hunger und Krankheit bedroht.</p>
<p>Die Staatengemeinschaft muss sich gegen&uuml;ber einer aufwachsenden multiplen Gro&szlig;krise verhalten: Drohende humanit&auml;re Katastrophe, wo humanit&auml;re Hilfe nicht mehr an die Hunderttausenden Hilfsbed&uuml;rftigen herankommt; gro&szlig;e Gewalteskalation; Massenvertreibung und Fluchtbewegungen; Gef&auml;hrdung der Handelswege durch die Meerenge.</p>
<p><strong>Internationale Reaktionen</strong> werden gesichtet: Der UN-SR muss sich befassen und kann die Versch&auml;rfung nicht hinnehmen. Die NATO &auml;u&szlig;ert sich zur&uuml;ckhaltend. Die EU will helfen, vor allem in Form einer Hilfe zur Selbsthilfe. Gro&szlig;britannien l&auml;dt zu einer Hilfskonferenz in London ein. Russland begr&uuml;&szlig;t die Befassung des UN-SR und lehnt eine milit&auml;rische Intervention ab. China bef&uuml;rwortet internationale Hilfe und lehnt ebenfalls eine milit&auml;rische Intervention ab. Frankreich votiert f&uuml;r schnelles Handeln und ist bereit, an der Spitze einer EU Battle Group Stabilit&auml;t wiederherzustellen. Die USA begr&uuml;&szlig;en die EU-Absichten. So lange die Schiffswege offen seien, sei eine Intervention nicht notwendig.</p>
<p><strong>Die Position der Bundesregierung</strong> in diesem noch relativ fr&uuml;hen Beratungsstadium:</p>
<p>- Die Krisenlage erfordere dringend multilaterales Handeln, humanit&auml;re Hilfe und Stabilisierungsma&szlig;nahmen, umfassenden Ansatz. Deutschland sei bereit, zu handeln und den Menschen in der Region nachhaltig zu helfen.</p>
<p>- Prim&auml;r gefragt seien UN einerseits und EU andererseits, die NATO gegenw&auml;rtig nicht.</p>
<p>- Bei der EU h&auml;tten zivile Instrumente Priorit&auml;t. Eine eventuelle Trainingsmission (train, advice, assist) f&uuml;r Sicherheitskr&auml;fte k&ouml;nne erst in einigen Jahren Wirkung entfalten.</p>
<p><strong>Die &uuml;benden Offiziere, Diplomaten und BMZ-Referenten</strong> pr&auml;sentieren den vier Obleuten der Fraktionen &bdquo;Partei der Mitte&ldquo;, &bdquo;Progressive Partei&ldquo;, &bdquo;Weltfrieden&ldquo; und &bdquo;Deutschland zuerst&ldquo; die Lagebewertungen der internationalen Akteure und des BMVg, die zentralen europ&auml;ischen/deutschen Interessen sowie die verschiedenen Handlungsoptionen vor allem auf EU-Ebene klar + knapp, durchdacht, differenziert und n&uuml;chtern. Auf die Fragen der Obleute wird konkret und unter dem Vorbehalt des momentanen Kenntnis- und Abstimmungsstandes geantwortet. Ein ressort&uuml;bergreifendes Denken &uuml;ber den eigenen Tellerrand hinaus scheint selbstverst&auml;ndlich zu sein. Alle sechs Unterrichtungen ergeben einen deutlichen Erkenntnisgewinn.</p>
<p>Sehr aufschlussreich ist das Ausma&szlig; an Abstimmungsprozessen zwischen den Referaten, den Ressorts, wo man sich auf eine Regierungsposition einigen muss, und im komplexen Mehrebenensystem von Regierung, EU, UN und NATO. Demgegen&uuml;ber erscheinen mir jetzt die Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesse auf parlamentarischer Seite als vergleichsweise einfacher. ( vgl. Selbstkritische Bilanz von 20 Jahren Parlamentsbeteiligung bei Auslandseins&auml;tzen, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1273">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1273</a> )</p>
<p>Wenn bei der Obleute-Unterrichtung milit&auml;rische Mittel angesprochen werden, dann immer in einer unterst&uuml;tzenden Funktion. Ein Denken an &bdquo;milit&auml;rische Konfliktl&ouml;sung&ldquo;, wie es Bundeswehrsoldaten in manchen Milit&auml;rgegner-Kreisen gern unterstellt wird, kommt an keiner Stelle zum Ausdruck.</p>
<p>Im Rahmen der angedachten Stabilisierungsunterst&uuml;tzung spielt allerdings die Polizeikomponente, obwohl bei realen UN-Missionen von zunehmender Bedeutung, praktisch keine Rolle. (Hier sollte der Planspielansatz erweitert werden)</p>
<p>Vor lauter Betonung des umfassenden, vernetzten &ndash; und vorrangig zivilen - Ansatzes scheint mir die Aufmerksamkeit gegen&uuml;ber Anzeichen von sich anbahnender Massengewalt relativ gering zu sein. Angesichts der 200.000 Ziviltoten im Konfliktgebiet vor wenigen Jahren w&auml;re das fahrl&auml;ssig.</p>
<p><strong>&nbsp;</strong></p>
<p><strong>Insgesamt geht es beim Planspiel und den &Uuml;benden</strong> um den Schutz von Menschen vor gr&ouml;&szlig;ter Not, Hunger, Vertreibung und physischer Gewalt (, Nothilfe, menschliche Sicherheit), um Stabilisierung sowie um den Schutz kollektiver Sicherheitsinteressen durch multinationales und ressort&uuml;bergreifendes Handeln von Staaten und internationalen Organisationen.</p>
<p>Im Verlauf des Planspiels ging mir durch den Kopf,</p>
<p><strong>dass genau in diesen Stunden vor 75 Jahren die Schlacht von Stalingrad zu Ende ging</strong>. Nur drei Generationen liegt die H&ouml;lle von Stalingrad zur&uuml;ck. Welten unterscheiden das damalige deutsche Milit&auml;r vom heutigen. Das ist ein politischer, menschlicher, zivilisatorischer Fortschritt sondergleichen &ndash; und keine Selbstverst&auml;ndlichkeit mit Ewigkeitsgarantie.</p>
<p>In der lebendigen deutschen Erinnerungskultur fand das Ende der Schlacht von Stalingrad vor 75 Jahren kaum Beachtung. Positive Ausnahmen waren z.B. in der S&uuml;ddeutschen Zeitung</p>
<p>&bdquo;<em>Eine Welt in Tr&uuml;mmern</em>&ldquo; von Kurt Kister, 10.02.2018, letzte Folge der SZ-Serie &bdquo;Barbarossa&ldquo;, <a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/historie-eine-welt-in-truemmern-1.3858285">http://www.sueddeutsche.de/leben/historie-eine-welt-in-truemmern-1.3858285</a> &nbsp;;</p>
<p>Im Deutschlandfunk &bdquo;<em>Entscheidungsschlacht f&uuml;r die Freiheit der Menschheit</em>&ldquo;, Christoph Heinemann im Gespr&auml;ch mit dem Historiker Jochen Hellbeck, 02.02., <a href="http://www.deutschlandfunk.de/ende-der-schlacht-von-stalingrad-entscheidungsschlacht-fuer.694.de.html?dram:article_id=409796">http://www.deutschlandfunk.de/ende-der-schlacht-von-stalingrad-entscheidungsschlacht-fuer.694.de.html?dram:article_id=409796</a> ;</p>
<p>Am Zentrum Milit&auml;rgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr am 30.01. die Buchpr&auml;sentation &bdquo;<em>Nach Stalingrad. Walther von Seydlitz` Feldpostbriefe und Kriegsgefangenenpost 1039-1955</em>, von T. Diedrich und J. Ebert, <a href="http://www.deutschlandfunk.de/ende-der-schlacht-von-stalingrad-entscheidungsschlacht-fuer.694.de.html?dram:article_id=409796">http://www.deutschlandfunk.de/ende-der-schlacht-von-stalingrad-entscheidungsschlacht-fuer.694.de.html?dram:article_id=409796</a></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Vgl. auch mein Beitrag vom Januar 2013</span>, ausgehend von meiner Heimatstadt M&uuml;nster:</p>
<p><strong>&bdquo;Stalingrad vor 70 Jahren - 16. Panzer-Division aus M&uuml;nster: Speerspitze im Vernichtungskrieg, vernichtet in Stalingrad</strong></p>
<p><em>In diesen Wochen vor 70 Jahren tobte und brannte die H&ouml;lle von Stalingrad, verbluteten, erfroren, verreckten Abertausende deutsche, rum&auml;nische und sowjetische Soldaten. Im Norden des Kessel ging eine Division zugrunde, die aus Westfalen stammte: die 16. Panzer-Division, die im August 1940 aus der 16. Infanterie-Division (M&uuml;nster) und dem Panzerregiment 2 aus Eisenach entstanden war. Das Denkmal der 16. Panzer-Division steht &ndash; von den wenigsten wahrgenommen - am Kalkmarkt jenseits des Parkplatzes hinter &bdquo;Zigarren Lammerding&ldquo;. &Uuml;ber Jahrzehnte trafen sich ehemalige Soldaten der 16. Panzer- und Infanterie-Division immer wieder in M&uuml;nster, dem urspr&uuml;nglichen Sitz des Divisionsstabes. In den 90er Jahren vers&auml;umte ich, ihre letzten Zeitzeugen zu befragen. </em></p>
<p><em>Die 16. Panzer-Division galt als &bdquo;Speerspitze der 6. Armee&ldquo;. Sie erreichte als erste am 23. August 1942 die Wolga n&ouml;rdlich Stalingrad. Schon Mitte November lagen die Leichen von &uuml;ber 4.000 ihrer M&auml;nner auf dem Divisionsfriedhof an der Bahnstrecke Nord-Stalingrad &ndash; Frolow. Nur 128 ihrer Soldaten kehrten nach Jahren der Gefangenschaft wieder in die Heimat zur&uuml;ck. Mit dem Tod der letzten Divisionsangeh&ouml;rigen scheint die Erinnerung an diese Division und ihre furchtbare wie mahnende Kriegsgeschichte zu verwehen. Erinnern an Soldaten, die- gezwungen oder &uuml;berzeugt -&nbsp; Mitmarschierer und Mitt&auml;ter waren und Opfer wurden, ist zwiesp&auml;ltig, f&auml;llt schwer. Mit den folgenden Materialien will ich einige Anst&ouml;&szlig;e zur Erinnerung geben. In Stalingrad fiel der deutsche Angriffs- und Vernichtungskrieg auf seine milit&auml;rischen Wegbereiter, Mitmarschierer, Macher, vor allem auf die einfacheren Soldaten zur&uuml;ck. Es war eine in jeder Hinsicht verlorene Armee, sich aufl&ouml;send im Strudel des Untergangs. In ihrem absoluten, blinden Gehorsam und ihrer Realit&auml;tsverleugnung wurden Generale, eine ganze milit&auml;rische F&uuml;hrung zum Henker der eigenen Soldaten.&ldquo;</em></p>
<p><em>(Der ganze Beitrag unter </em><a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1187"><em>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1187</em></a><em> ; auch in den Westf&auml;lischen Nachrichten 02.02.2013, </em><a href="http://www.wn.de/Muenster/2013/02/70.-Jahrestag-der-Apokalypse-In-der-Schlacht-um-Stalingrad-starben-viele-zuvor-in-Muenster-stationierte-Soldaten"><em>http://www.wn.de/Muenster/2013/02/70.-Jahrestag-der-Apokalypse-In-der-Schlacht-um-Stalingrad-starben-viele-zuvor-in-Muenster-stationierte-Soldaten</em></a><em> )</em></p>
<p><strong>Die Sonderausstellung &bdquo;Stalingrad&ldquo; </strong><em>desMilit&auml;rhistorischen Museum der Bundeswehr besuchte ich am 02. Februar 2013. Sie war in mehrfacher Hinsicht einzigartig: </em></p>
<p><em>&bdquo;Sie ist klar, ungeschminkt, ehrlich. Sie schaut aus den verschiedenen Perspektiven genau hin. Schon der erste Satz benennt eindeutig den Charakter des &bdquo;Russlandfeldzuges&ldquo;: &bdquo;Die Wehrmacht hatte am 22. Juni 1941 die Sowjetunion &uuml;berfallen. W&auml;hrend die deutschen Truppen vorr&uuml;ckten, begannen Angeh&ouml;rige von SS, Polizei und Wehrmacht im Hinterland damit, systematisch Juden zu ermorden.&ldquo; Neben dem milit&auml;rischen Verlauf veranschaulicht die Ausstellung die individuellen Erlebnisse der Soldaten beider Seiten, die Kriegsverbrechen der deutschen Truppen, die Auswirkungen der Schlacht auf die Zivilbev&ouml;lkerung und die Rezeptionsgeschichte der Schlacht in der Sowjetunion, bei den Westalliierten, in Nazi-Deutschland &ndash; und nach dem Krieg in Ost- und Westdeutschland sowie in j&uuml;ngster Zeit. Veranschaulicht werden die Fehleinsch&auml;tzung der deutschen F&uuml;hrung, ihr Gr&ouml;&szlig;enwahn und Realit&auml;tsverlust, die gigantischen Verteidigungsanstrengungen einer sich industrialisierenden Sowjetunion, der physische und moralische Zusammenbruch einer sieggewohnten deutschen Armee. Thematisiert werden auch die deutschen Verb&uuml;ndeten, deutsche und sowjetische Feldpostbriefe, Frauen bei der sowjetischen Luftwaffe, das Nationalkomitee Freies Deutschland, Veteranen. Die H&auml;lfte der &uuml;ber 500 Objekte und Dokumente stammen aus russischen Museen und Sammlungen.</em></p>
<p><em>Die Ausstellung widerlegt n&uuml;chtern langj&auml;hrige Mythen und Legenden um Stalingrad und best&auml;tigt faktenreich, was Theodor Plievier in seinem dokumentarischen Roman &bdquo;Stalingrad&ldquo; 1943/1945 aufr&uuml;ttelnd geschildert und was Otto Herrmann in seinem Lithographien-Zyklus &bdquo;Die Verdammten&ldquo; ab 1948 visualisierte &ndash; das bereitwillige Mitmachen der allermeisten deutschen Soldaten, die Leidens- und Sterbensumst&auml;nde im Kessel, den strategischen und moralischen Bankrott einer politischen und milit&auml;rischen F&uuml;hrung, den Zusammenbruch von Kameradschaft als letztem Halt, die Sinnlosigkeit. Die Ausstellung schildert zugleich die &uuml;bermenschliche, eigenst&auml;ndige wie erzwungene Opferbereitschaft der sowjetischen Verteidiger.</em></p>
<p><em>Die Ausstellung wird damit zu einem verst&ouml;renden wie &uuml;berzeugenden DENK-MAL &bdquo;gegen milit&auml;rischen Wahnsinn, gegen milit&auml;risches (und wohl nicht nur: milit&auml;risches) Verbrechen.&ldquo; (Plievier)</em></p>
<p><strong><em>Was sind die politischen Lehren</em></strong><em> &uuml;ber das, inzwischen oft zur Leerformel geronnene &bdquo;Nie wieder!&ldquo; hinaus? Da sind die Besucher sich selbst &uuml;berlassen. Die Ausstellung veranschaulicht die &bdquo;Gei&szlig;el Krieg&ldquo;. Sie kann grunds&auml;tzliche Kriegsgegnerschaft f&ouml;rdern. Sie kann zugleich die Legitimit&auml;t milit&auml;rischer Verteidigung gegen Angreifer bekr&auml;ftigen, ohne dabei ihre &Uuml;bel zu verschweigen. Politische Konsequenzen aus Stalingrad und dem deutschen Vernichtungskrieg zielen nicht auf Pazifismus, aber auf die Vereinten Nationen: auf internationales Gewaltverbot, kollektive Sicherheit, Menschenrechtsbindung, auf europ&auml;ische Integration und deutsch-russische Partnerschaft. Mir stellt sich die Frage, ob die Ausstellung zu M&ouml;glichkeiten des politischen Lernens, zum Br&uuml;ckenschlag in die Gegenwart Anregungen h&auml;tte geben k&ouml;nnen &ndash; ohne Belehrung.</em></p>
<p><em>Dass die Sonderausstellung im Milit&auml;rhistorischen Museum der Bundeswehr stattfindet, gibt ihr gerade angesichts des fr&uuml;heren Umgangs milit&auml;rischer Traditionalisten mit Stalingrad ein besonderes Gewicht. Die Ausstellung bekr&auml;ftigt und fundiert die Verpflichtung der Bundeswehr auf die Menschenw&uuml;rde. F&uuml;r Staatsb&uuml;rger in Uniform wie in Zivil ist sie ein herausragender, friedens- und sicherheitspolitischer, menschenrechtlicher Lernort, gerade f&uuml;r uns Nachkriegsgeborene.&ldquo;</em></p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">Der Begleitband + Katalog zur Ausstellung:</span></em></p>
<p><em>Gorch Pieken/Matthias Rogg/Sven Wehner (Hrsg.): Stalingrad &ndash; eine Ausstellung des Milit&auml;rhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden,</em> Sandstein Verlag Dresden 2012, 400 S. ( <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1188">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1188</a> )</p>
<div><br clear="all" /><hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Mitglied im Beirat Innere F&uuml;hrung/BMVg und im Beirat zivile Krisenpr&auml;vention/AA, Mitglied im Vorstand von &bdquo;Gegen Vergessen &ndash; F&uuml;r Demokratie&ldquo; und der Gesellschaft f&uuml;r die Vereinten Nationen</p>
</div>
</div></div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
</rss>
