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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Rede Nachtweis zur Zivilen Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr</span>

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        <h1>
            Rede Nachtweis zur Zivilen Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 31. Januar 2002 23:59:56 +02:00 (106226 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>AnlÃ¤sslich der Beratung des Antrags &quot;Zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide&quot; der Abgeordneten Winfried Nachtwei, Ernst Bahr, Silvia VoÃŸ und weiterer Abgeordneter hielt Winfried Nachtwei im Deutschen Bundestag folgenden Redebeitrag:</p></div>
            <div>    <p><strong>VizeprÃ¤sidentin Petra BlÃ¤ss: </strong>FÃ¼r die Fraktion BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen spricht jetzt der Kollege Winfried Nachtwei.</p>
<p><strong>Winfried Nachtwei </strong>(BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): Frau PrÃ¤sidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!</p>
<p>Heute debattieren wir zwei GruppenantrÃ¤ge, die sich gegen die militÃ¤rische und fÃ¼r die <strong>zivile Nutzung wertvoller Landschaften </strong>einsetzen und die von bemerkenswert vielen Abgeordneten dieses Hauses unterstÃ¼tzt werden.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU)</p>
<p>Ich brauche es gar nicht besonders zu betonen, tue es aber sicherheitshalber trotzdem: Die Antragsteller wenden sich nicht gegen die Bundeswehr und die US-StreitkrÃ¤fte. Sie bestreiten auch nicht deren Ãœbungsbedarf. Allerdings bekrÃ¤ftigen wir die eigentlich selbstverstÃ¤ndliche demokratische und rechtsstaatliche Position, dass militÃ¤rische Nutzungs- und ÃœbungsansprÃ¼che rechtmÃ¤ÃŸig sein mÃ¼ssen, dass sie fÃ¼r die Einsatzbereitschaft der StreitkrÃ¤fte unbedingt notwendig und fÃ¼r die betroffenen Gemeinden und Anwohner zumutbar sein mÃ¼ssen. Die AntrÃ¤ge bestreiten dies im Fall dieser beiden ÃœbungsplÃ¤tze.</p>
<p>Wegen der KÃ¼rze meiner Redezeit muss ich mich auf den Antrag zur Kyritz-Ruppiner Heide konzentrieren. Der Streit um die militÃ¤rische Nutzung der Heide befindet sich nun im zehnten Jahr. Wie das Bundesverwaltungsgericht Ende 2000 entschied, hat die Bundeswehr bisher kein militiÃ¤risches Nutzungsrecht an der Heide. Sie muss es in korrektem Verfahren zu erwerben versuchen.</p>
<p>An dieser Stelle will ich nur etwas zur politischen Dimension sagen. Die erste Frage ist folgende: Ist die militÃ¤rische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide als Luft- Boden-SchieÃŸplatz fÃ¼r die <strong>EinsatzfÃ¤higkeit der Bundeswehr </strong>zwingend notwendig? Bisher ist die Bundeswehr - das muss man ganz lakonisch feststellen - ohne diesen Luft-Boden-SchieÃŸplatz ausgekommen. Im Jahr 2000 wurden dort etwas mehr als 10 Prozent der innerdeutschen Luft-Boden-EinsÃ¤tze der Bundeswehr geflogen. Im 2001 gab es keine EinsÃ¤tze. Ich kann mich nicht erinnern, von irgendeinem Hinweis oder irgendeiner Warnung gehÃ¶rt zu haben, die EinsatzfÃ¤higkeit der Bundesluftwaffe habe sich im letzten Jahr verringert.</p>
<p>DarÃ¼ber hinaus ist festzustellen, dass die <strong>Zahl der ÃœbungseinsÃ¤tze </strong>in den letzten Jahren immer mehr zurÃ¼ckgegangen ist. Bei der letzten Ãœberarbeitung des TruppenÃ¼bungsplatz-Nutzungskonzepts im Jahre 1999 sind auf deutschen ÃœbungsplÃ¤tzen noch insgesamt 7 200 EinsÃ¤tze von alliierten und deutschen Flugzeugen eingeplant worden. Real wurden im Jahre 2000 nur 2 200 EinsÃ¤tze geflogen. Bei der Bundeswehr war gegenÃ¼ber dem Vorjahr ein RÃ¼ckgang um 21 Prozent zu verzeichnen. Wenn wir nach vorne schauen, so ist festzustellen, dass der Ãœbungsbedarf angesichts der UmrÃ¼stung der Bundesluftwaffe auf Distanzbewaffnung usw. noch weiter zurÃ¼ckgehen wird.</p>
<p>Ich komme aus Westdeutschland und kenne sehr wohl die LÃ¤rmlast, die von dem Luft-Boden-SchieÃŸplatz im <strong>Raum Nordhorn </strong>ausgeht und von den dortigen Anliegern zu tragen ist. Ich weiÃŸ sehr wohl, dass wir alles unternehmen mÃ¼ssen, um die dortige Belastung zu reduzieren.</p>
<p>(Zuruf von der CDU/CSU: Wie denn?)</p>
<p>In diesem Zusammenhang wird allerdings immer wieder das Argument angefÃ¼hrt, die <strong>LÃ¤rmlasten </strong>sollten doch gerecht verteilt werden. Das klingt zunÃ¤chst einmal plausibel. Wenn man aber etwas genauer hinsieht, stellt man fest, dass sich die Situation vÃ¶llig anders darstellt; denn die Region um die Kyritz-Ruppiner Heide wurde - das wissen wir alle - von den sowjetischen LuftstreitkrÃ¤ften mit mehr als 20 000 EinsÃ¤tzen pro Jahr Ã¼ber Jahrzehnte in extremer Weise militÃ¤risch genutzt. Wer das Gebiet besucht, wird feststellen, dass es wohl in der gesamten Bundesrepublik kein Gebiet gibt, das durch Ãœbungsbetrieb so verschandelt worden ist wie die dortige Gegend. Bereits aufgrund dieser jahrzehntelangen extremen LÃ¤rmbelastung ergibt sich fÃ¼r die Antragsteller zwangslÃ¤ufig ein Anspruch auf eine ruhigere Entwicklung in der dortigen Region.</p>
<p>(Dr. Hermann Kues [CDU/CSU]: Wissen Sie, dass die Belastung in Nordhorn schon viel lÃ¤nger andauert?)</p>
<p>Was die <strong>wirtschaftlichen Entwicklungschancen </strong>angeht, so gibt es wohl einige Hoffnungen in Richtung Garnison. Allerdings muss man im Hinblick auf die Kassen des Verteidigungshaushalts und auch auf die Geschichte des Standortes Eggesin vor diese Hoffnungen erhebliche Fragezeichen setzen. Wir Antragsteller befÃ¼rchten allerdings, dass der Luft-Boden-SchieÃŸplatz Wittstock die Chancen fÃ¼r eine eigenstÃ¤ndige Entwicklung der Region in Richtung eines <strong>sanften Tourismus </strong>blockieren wird.</p>
<p>Im Sommer 1996 besuchte ich als Abgeordneter aus Westdeutschland erstmalig die Kyritz-Ruppiner Heide. Ich lernte damals die wirklich faszinierende Landschaft und die dortige BÃ¼rgerbewegung mit ihrer Herzlichkeit, Ãœberzeugungskraft und demokratischen HartnÃ¤ckigkeit kennen.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN und bei der SPD)</p>
<p>Dort erfuhr ich, dass es bei dem Streit um die militÃ¤rische oder zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide auch sehr stark um die GlaubwÃ¼rdigkeit von uns Politikern geht. Was gelten unsere Worte? Ich meine, es wÃ¼rde die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland nicht beeintrÃ¤chtigen, wÃ¤re aber ein Zeichen von Realismus, Klugheit und SouverÃ¤nitÃ¤t, wenn das Bundesministerium der Verteidigung den Weg fÃ¼r eine zivile Nutzung der Kyritz- Ruppiner Heide frei machen wÃ¼rde.</p>
<p>Danke schÃ¶n.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN, bei der SPD und der PDS sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)<strong></strong></p></div>


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