Ausstellungseröffnung und Filmpremiere zum Rigaer "Reichsjudenghetto" und zur Gedenkstätte Bikernieki

Von: Nachtwei amMo, 29 April 2013 06:35:10 +01:00

Fünf Jahrzehnte war nahezu unbekannt, dass Riga zur Zeit der deutschen Besatzung zum "Auschwitz der westfälischen Juden" wurde. Die am 2. Mai beginnende Ausstellung thematisiert den Wald der Massenmorde in Riga-Bikernieki, wo 2001 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit Unterstützung des Dt. Riga-Komitees eine würdige Gedenkstätte eingeweiht wurde. Der Film von Jürgen Hobrecht wird am 14. Mai erstaufgeführt und schildert erstmalig das Schicksal der aus verschiedenen deutschen Städten nach Riga verschleppten jüdischen Menschen. Hier weitere Informationen.



Riga-Deportationen: Ausstellungseröffnung und Filmpremiere in Münster

Die Ausstellung „Bikernieki - Wald der Toten. Die Deportation deutscher Juden nach Riga, ihre Ermordung und das Gedenken daran" wird am 2. Mai um 18.30 Uhr im Foyer des Stadthaus I eröffnet.  Veranstalter ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Es sprechen Regierungspräsident Prof. Dr. Klenke, Bezirksvorsitzender des Volksbundes, und W. Nachtwei. Im Wald von Bikernieki wurden während der deutschen Besatzung mindestens 35.000 Menschen erschossen, unter ihnen ein großer Teil der 1941/42 nach Riga deportierten Juden aus Westfalen und dem „Großdeutschen Reich". Die 55 Massengräber habe ich seit 1989 als vergessenen und verwahrlosten Ort erlebt. Am 30. November 2001 konnte endlich die vom Volksbund errichtete, würdige Gedenkstätte eingeweiht werden. Dazu trug auch das 2000 gegründete „Deutsche Riga-Komitee" bei, zu dessen 13 Gründungsmitgliedern Münster gehört. Die Ausstellung ist vom 2. bis 21. Mai montags bis donnerstags von 8.00 -18.00, freitags und samstags von 8.00 bis 12.00 Uhr geöffnet. (Bericht von der Einweihung der Gedenkstätte Bikernieki am 30. November 2001 unter www.nachtwei.de/index.php/articles/169 )

Der Film „Wir haben es erlebt." Das Ghetto von Riga von Jürgen Hobrecht erlebt am 14. Mai um 18.00 Uhr im Cinema an der Warendorfer Straße seine Premiere.  Veranstalter sind der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (einer der Hauptfinanziers des Films), der Geschichtsort Villa ten Hompel/Stadt Münster und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Andreas Determann führt Kurzinterviews mit der LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale, dem Beigeordneten der Stadt Münster Wolfgang Heuer und dem Regisseur Jürgen Hobrecht. 1992 hatte J. Hobrecht den ersten Film überhaupt über die Riga-Deportation und das Ghetto produziert. Mit zwei Überlebenden des westfälischen Transports waren wir fünfzig Jahre nach der Deportation nach Riga gereist und hatten mit ihnen die Orte des Naziterrors aufgesucht. Der neue Film lässt auch Überlebende aus etlichen anderen Städten zu Wort kommen und zeigt bisher nicht gezeigte Filmaufnahmen. Am Schluss des Films schildern Jugendliche während eines Workcamps des Volksbundes in Bikernieki ihre Motive und Eindrücke. (Bericht über meine Begegnung mit Jugendlichen, die in den Ferien was Besonderes leisten", unter www.nachtwei.de/index.php/articles/1152 )