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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Einzigartige Ausstellung zu Stalingrad in Dresden - MÃ¼nsteraner Lokalzeitungen nehmen AnstÃ¶sse zur Erinnerung auf - &quot;Die Verdammten&quot; in OsnabrÃ¼ck</title>
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    <span class="xar-mod-title">Erinnerungsarbeit</span>

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        <h1>
            Einzigartige Ausstellung zu Stalingrad in Dresden - MÃ¼nsteraner Lokalzeitungen nehmen AnstÃ¶sse zur Erinnerung auf - &quot;Die Verdammten&quot; in OsnabrÃ¼ck         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 3. Februar 2013 22:49:32 +02:00 (37312 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Am 2. Februar, dem 70. Jahrestag der letzten Kapitulation in Stalingrad, berichteten MÃ¼nstersche Zeitung und WestfÃ¤lische Nachrichten anlÃ¤sslich meiner Spurensuche. In Dresden besuchte ich an diesem Tag die Sonderausstellung &quot;Stalingrad&quot; des MilitÃ¤rhistorischen Museums der Bundeswehr. Sie ist ein Denk-Mal und Lernort sondergleichen.</p></div>
            <div>    <p><!--[if gte mso 9]><xml> </xml><![endif]--></p>
<p align="center"><strong>(1) Einzigartige Stalingrad-Sonderausstellung im MilitÃ¤rhistorischen Museum Dresden (2) MÃ¼nsteraner Lokalzeitungen nehmen den AnstoÃŸ zur Erinnerung auf </strong></p>
<p align="center"><strong>(3) Ausstellung â€žDie Verdammten&quot; in OsnabrÃ¼ck</strong></p>
<p>Â </p>
<p>(1) Am 1. Februar 2013 wurde im MilitÃ¤rhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden die Sonderausstellung â€žRechtsextreme Gewalt in Deutschland 1990-2013&quot; mit Fotos von Sean Gallup erÃ¶ffnet. (s. eigener Bericht) Die Teilnahme an der Veranstaltung bot mir die MÃ¶glichkeit, am Folgetag die <strong>Sonderausstellung â€žStalingrad&quot; des MHM</strong> zu besuchen. Am 2. Februar, dem 70. Jahrestag der letzten Kapitulation in Stalingrad, fÃ¼hrte mich Jens Wehner, Leitender Kurator der Ausstellung und Leiter des Sachgebiets Bildgut am MHM, durch die Ausstellung.</p>
<p>Ãœber viele Jahrzehnte war die Erinnerung an Stalingrad in Westdeutschland dominiert von selektiven Wahrnehmungen, vom Wegsehen gegenÃ¼ber den Leiden der anderen und dem verbrecherischen Kontext, von viel Schweigen und dem BemÃ¼hen um Sinngebung , wo nur Sinnlosigkeit und Staatsverbrechen war. In der Sowjetunion, in der DDR herrschten andere Formen selektiver Erinnerung.</p>
<p><strong>Die Sonderausstellung ist in mehrfacher Hinsicht einzigartig:</strong></p>
<p>Sie ist klar, ungeschminkt, ehrlich. Sie schaut aus den verschiedenen Perspektiven genau hin. Schon der erste Satz benennt eindeutig den Charakter des â€žRusslandfeldzuges&quot;: â€žDie Wehrmacht hatte am 22. Juni 1941 die Sowjetunion Ã¼berfallen. WÃ¤hrend die deutschen Truppen vorrÃ¼ckten, begannen AngehÃ¶rige von SS, Polizei und Wehrmacht im Hinterland damit, systematisch Juden zu ermorden.&quot; Neben dem militÃ¤rischen Verlauf veranschaulicht die Ausstellung die individuellen Erlebnisse der Soldaten beider Seiten, die Kriegsverbrechen der deutschen Truppen, die Auswirkungen der Schlacht auf die ZivilbevÃ¶lkerung und die Rezeptionsgeschichte der Schlacht in der Sowjetunion, bei den Westalliierten, in Nazi-Deutschland - und nach dem Krieg in Ost- und Westdeutschland sowie in jÃ¼ngster Zeit. Veranschaulicht werden die FehleinschÃ¤tzung der deutschen FÃ¼hrung, ihr GrÃ¶ÃŸenwahn und RealitÃ¤tsverlust, die gigantischen Verteidigungsanstrengungen einer sich industralisierenden Sowjetunion, der physische und moralische Zusammenbruch einer sieggewohnten deutschen Armee. Thematisiert werden auch die deutschen VerbÃ¼ndeten, deutsche und sowjetische Feldpostbriefe, Frauen bei der sowjetischen Luftwaffe, das Nationalkomitee Freies Deutschland, Veteranen. Die HÃ¤lfte der Ã¼ber 500 Objekte und Dokumente stammen aus russischen Museen und Sammlungen.</p>
<p>Die Ausstellung widerlegt nÃ¼chtern langjÃ¤hrige Mythen und Legenden um Stalingrad und bestÃ¤tigt faktenreich, was Theodor Plivier in seinem dokumentarischen Roman â€žStalingrad&quot; 1943/1945 aufrÃ¼ttelnd geschildert und was Otto Herrmann in seinem Lithographien-Zyklus â€žDie Verdammten&quot; ab 1948 visualisierte - das bereitwillige Mitmachen der allermeisten deutschen Soldaten, die Leidens- und SterbensumstÃ¤nde im Kessel, den strategischen und moralischen Bankrott einer politischen und militÃ¤rischen FÃ¼hrung, den Zusammenbruch von Kameradschaft als letztem Halt, die Sinnlosigkeit. Die Ausstellung schildert zugleich die Ã¼bermenschliche, eigenstÃ¤ndige wie erzwungene Opferbereitschaft der sowjetischen Verteidiger.</p>
<p>Die Ausstellung wird damit zu einem verstÃ¶renden wie Ã¼berzeugenden DENK-MAL â€žgegen militÃ¤rischen Wahnsinn, gegen militÃ¤risches (und wohl nicht nur: militÃ¤risches) Verbrechen.&quot; (Plivier)</p>
<p><strong>Was sind die politischen Lehren</strong> Ã¼ber das, inzwischen oft zur Leerformel geronnene â€žNie wieder!&quot; hinaus? Da sind die Besucher sich selbst Ã¼berlassen. Die Ausstellung veranschaulicht die â€žGeiÃŸel Krieg&quot;. Sie kann grundsÃ¤tzliche Kriegsgegnerschaft fÃ¶rdern. Sie kann zugleich die LegitimitÃ¤t militÃ¤rischer Verteidigung gegen Angreifer bekrÃ¤ftigen, ohne dabei ihre Ãœbel zu verschweigen. Politische Konsequenzen aus Stalingrad und dem deutschen Vernichtungskrieg zielen nicht auf Pazifismus, aber auf die Vereinten Nationen: auf internationales Gewaltverbot, kollektive Sicherheit, Menschenrechtsbindung, auf europÃ¤ische Integration und deutsch-russische Partnerschaft. Mir stellt sich die Frage, ob die Ausstellung zu MÃ¶glichkeiten des politischen Lernens, zum BrÃ¼ckenschlag in die Gegenwart Anregungen hÃ¤tte geben kÃ¶nnen - ohne Belehrung.</p>
<p>Dass die Sonderausstellung im MilitÃ¤rhistorischen Museum der Bundeswehr stattfindet, gibt ihr gerade angesichts des frÃ¼heren Umgangs militÃ¤rischer Traditionalisten mit Stalingrad ein besonderes Gewicht. Die Ausstellung bekrÃ¤ftigt und fundiert die Verpflichtung der Bundeswehr auf die MenschenwÃ¼rde. FÃ¼r StaatsbÃ¼rger in Uniform wie in Zivil ist sie ein herausragender, friedens- und sicherheitspolitischer, menschenrechtlicher Lernort, gerade fÃ¼r uns Nachkriegsgeborene.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Der Begleitband + Katalog zur Ausstellung:</span></p>
<p>Gorch Pieken/Matthias Rogg/Sven Wehner (Hrsg.): Stalingrad - eine Ausstellung des MilitÃ¤rhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, Sandstein Verlag Dresden 2012 (400 S.)</p>
<p><strong>Besuch und Katalog sind DRINGEND ZU EMPFEHLEN!</strong></p>
<p>Die Ausstellung lÃ¤uft noch bis zum 30. April 2013. (<a href="http://www.mhmbw.de">www.mhmbw.de</a> )</p>
<p>Â </p>
<p>(2) Die beiden MÃ¼nsteraner Lokalzeitungen nehmen meine Zusammenstellung â€žSpeerspitze im Vernichtungskrieg, vernichtet in Stalingrad&quot; zum Anlass, am 2. Februar im Lokalteil Ã¼ber die Rolle der aus MÃ¼nster stammenden Wehrmachtsdivision zu berichten.</p>
<p><strong>WestfÃ¤lische Nachrichten, Karin VÃ¶lker</strong>: â€žApokalypse Stalingrad - Am 2. Februar 1943 ging die Schlacht zu Ende, in der viele, zuvor in MÃ¼nster stationierte Soldaten starben&quot;, <a href="http://www.wn.de/Muenster/70.-Jahrestag-der-Apokalypse-In-der-Schlacht-um-Stalingrad-starben-viele-zuvor-in-Muenster-stationierte-Soldaten">www.wn.de/Muenster/70.-Jahrestag-der-Apokalypse-In-der-Schlacht-um-Stalingrad-starben-viele-zuvor-in-Muenster-stationierte-Soldaten</a></p>
<p><strong>MÃ¼nstersche Zeitung, JÃ¶rg Gierse</strong>: â€žAls es zu Ende war - Vor 70 Jahren kapitulierten in Stalingrad auch die Reste einer mÃ¼nsterschen Division&quot;</p>
<p>Â </p>
<p>(3) Im Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum in OsnabrÃ¼ck lÃ¤uft seit 31. Januar die <strong>Ausstellung â€žDie Verdammten</strong>&quot; mit Lithographien von Otto Herrmann (1899-1995). Der KÃ¼nstler lieÃŸ sich 1948 von Theodor Pliviers Stalingrad-Roman inspirieren. Bei der Erstausstellung 1950 in Stuttgart kam es zu Protesten wegen angeblicher Beleidigung der Wehrmacht. Die Stalingrad-Ausstellung des MilitÃ¤rhistorischen Museums zeigt acht BlÃ¤tter des Stalingrad-Zyklus.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Die Ausstellung lÃ¤uft bis zum 21. April 2013.</span></p>
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<p>Â </p>
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