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Münstersche Zeitung: Ein Grüner, der schwarz und rot war

Autor: Webmaster

Datum: 29. April 2006 01:29:35 +02:00 oder Sa, 29 April 2006 01:29:35 +02:00

Zusammenfassung:  Münster - Sein 60. Lebensjahr vollendete er zwar bereits am 15. April, aber groß gefeiert wird sein runder Geburtstag von Winfried "Winni" Nachtwei erst heute Abend im "Rüschhaus".

Hauptteil: 

Wenn es dort nur halbwegs so spannend und vor allem so bunt zugeht wie in der politische Karriere des grünen Bundestagsabgeordneten, der seit 1994 und damit jetzt bereits in der 4. Legislaturperiode dem Deutschen Bundestag angehört, wird es eine Super-Party. Denn Nachtwei hat von Schwarz über Rot bis Grün fast die ganze Farbskala eines Politikers durchlaufen.

Zunächst war er CDU-nah, hielt vor Christdemokraten Vorträge zu Themen wie "Warum ist Linkssein so modern?". Die SPD erschien ihm "verdächtig, weil viel zu weit links", und den SDS hielt er gar für "abstoßend, weil viel zu autoritär". Die Art, wie die CDU dann die studentische Protestbewegung zur Seite wischte, leitete dann seine "Linksentwicklung" ein.

Parallel dazu entstand bei ihm auch ein neues Bild der USA, die für ihn "zunächst Vorbild und Führungsmacht der freien Welt" waren. "Ich wäre damals sogar nach Vietnam gegangen", betont der Leutnant der Reserve der Bundeswehr und ist heute "heilfroh, dass es nicht dazu gekommen ist. Die Beschäftigung mit Lateinamerika und der schmutzige Vietnam-Krieg öffneten ihm dann die Augen.

Innenpolitisch sah sich Nachtwei fortan in einer Position "links von der SPD". Bei den Grünen fand er dann seine endgültige politische Heimat. In Münster war er Gründungsmitglied.

Als Bundestagsabgeordneter machte er sich schnell einen bundesweit anerkannten Namen als sicherheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion, der er heute noch ist. Die von ihm anfangs kritisch gesehenen Auslandseinsätze der Bundeswehr verteidigt er längst aus Überzeugung, wenn sie denn der Friedenssicherung unter dem Dach der Vereinten Nationen dienen. "Wenn die zivile Krisenprävention nichts mehr ausrichten kann, kann es Gefahrensituationen und Bedrohungslagen geben, die sich nur durch militärische Einsätze eindämmen und beenden lassen."

Seine politische Zukunft nach 2009 lässt Nachtwei offen. Eine Rückkehr in die Schule scheidet allerdings schon altersbedingt aus. 19 Jahre lehrte er am Gymnasium Geschichte und Sozialwissenschaften. "Ich war ein begeisterter Lehrer und bin nicht etwa aus der Schule in die Politik geflohen." - Claus-J. Spitzer

28. April 2006 | Quelle: ...

Anmerkungen: