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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: 10 Jahre AuslandseinsÃ¤tze der Polizei NRW: â€žDiamanten der deutschen AuÃŸenpolitikâ€œ</title>
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    <span class="xar-mod-title"><p>Zivile Konfliktbearbeitung und Friedensf&ouml;rderung</p> + CIVPOL-IPM + Bericht von Winfried Nachtwei</span>

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        <h1>
            10 Jahre AuslandseinsÃ¤tze der Polizei NRW: â€žDiamanten der deutschen AuÃŸenpolitikâ€œ         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 20. Juni 2004 09:39:05 +02:00 (58723 Aufrufe)            </div>
            <div>    Folgenden Bericht Ã¼ber die Feier im Bildungszentrum BrÃ¼hl des Instituts fÃ¼r Aus- und Fortbildung der Polizei NRW (IAF) verfasste Winfried Nachtwei:<br /></div>
            <div>    <h2>10 Jahre AuslandseinsÃ¤tze der Polizei NRW: â€žDiamanten der deutschen AuÃŸenpolitik&quot;</h2><h5 align="center">Feier im Bildungszentrum BrÃ¼hl des Instituts fÃ¼r Aus- und Fortbildung der Polizei NRW (IAF) am 19. Juni 2004</h5><p>von Winfried Nachtwei, MdB, sicherheitspolitischer Sprecher</p><p>Auf Einladung von Innenminister Dr. Fritz Behrens kamen vor allem viele (ehemalige) Teilnehmer an internationalen Friedensmissionen mit ihren AngehÃ¶rigen zusammen. Weitere GÃ¤ste waren u.a. der ehemalige Bremer BÃ¼rgermeister Hans Koschnik (bis 1996 EU-Administra-tor in Mostar), Vertreter von BMI (AG International Police Task Force/IPTF), AA (Referat EuropÃ¤ische Sicherheits- und Verteidigungspolitik) und Bundeswehr (Kommandeur StreitkrÃ¤fteunterstÃ¼tzungskommando KÃ¶ln-Wahn, zustÃ¤ndig u.a. fÃ¼r Zivil-MilitÃ¤rische Zusammenarbeit), MdL Bernhard von GrÃ¼nberg (SPD), Friedensforscherin Dipl. Pol. Saskia Sell (Plattform Zivile Konfliktbearbeitung) sowie mehrere kosovarische PolizistInnen. </p><p>Ich bin sehr gerne gekommen, weil ich als Mitglied des Verteidigungsausschusses die AuslandseinsÃ¤tze der Polizei seit 1996 (Mostar) erlebe, hoch schÃ¤tze und unterstÃ¼tze. In BrÃ¼hl treffe ich live oder auf Fotos etliche â€žalte&quot; Bekannte aus Kosovo, Bosnien-Herzegowina, Georgien und Afghanistan.</p><p>Das Festzelt ist mit Fototransparenten geschmÃ¼ckt, die verschiedene Motive mit NRW-Polizisten auf dem Balkan und in Afghanistan zeigen: im GesprÃ¤ch mit zwei alten Kosovaren,   gemeinsame Streife mit indischen und kosovarischen  Polizisten, UNMIK-Police-Commander Stefan Feller - Deutschlands Spitzen-UN-Polizist.</p><p>Nach der BegrÃ¼ÃŸung durch Uwe Mainz, Leiter des Dezernats AuslandseinsÃ¤tze im IAF moderiert Detlef Lauenstein locker und z.T. singend das Programm.</p><p>StaatssekretÃ¤r Hans Krings nennt die polizeilichen AuslandseinsÃ¤tze einen â€žExportschlager&quot; in Sachen Sicherheit. GegenÃ¼ber den skandinavischen LÃ¤ndern mit ihrer 50-jÃ¤hrigen Erfahrungen habe die Bundesrepublik innerhalb eine Jahrzehnts schnell gelernt und hoch qualifizierte BeitrÃ¤ge geliefert. Polizeidirektor Scheien (EUPM) habe gerade die hÃ¶chste Auszeichnung der Republika Srbska erhalten. Der StaatssekretÃ¤r erinnert an die vier Polizeibeamten, die bisher bei AuslandseinsÃ¤tzen umgekommen sind, jÃ¼ngst die zwei BGS-Beamten im Irak. </p><p>Innenminister Behrens Ã¼bergibt den ErlÃ¶s der Verlosungsaktion den kosovarischen Polizisten: Mit ihm sollen die Hinterbliebenen eines KPS-Officers unterstÃ¼tzt werden, der im Einsatz erschossen wurde. </p><p>Eine Ausstellung im GebÃ¤ude 9 gibt einen <strong>Ãœberblick Ã¼ber die AuslandseinsÃ¤tze</strong> der deutschen Polizeien und die Beteiligung von NRW dabei. </p><p>Am 13. Oktober 1994 reisten erste Beamte aus NRW nach Mostar, um den Aufbau einer multiethnischen Polizei zu unterstÃ¼tzen. (Beim historischen Besuch der GrÃ¼nen Fraktions- und Parteispitze im Herbst 1996 in Bosnien-Herzegowina begegnete ich erstmals diesen Polizisten) </p><p>Im Auftrag von Vereinten Nationen, OSZE oder EU helfen sie als Berater, Ausbilder, Beobachter - im Kosovo auch mit Exekutivbefugnis - beim Aufbau einer rechtsstaatlichen Polizei. Wo militÃ¤rische Friedensmissionen â€žvon auÃŸen&quot; fÃ¼r Abwesenheit militÃ¤rischer Gewalt sorgen, arbeiten multinationale Polizeimissionen fÃ¼r selbsttragende Sicherheitsstrukturen. Angesichts eines ganz anderen â€žRechtsbewusstseins&quot;, der meist hohen Gewaltbereitschaft, der Verbreitung von Kleinwaffen, der StÃ¤rke der Organisierten KriminalitÃ¤t ist das eine regelrechte Sisyphusarbeit. FÃ¼r externes Nation (State) Building sind Polizeimissionen ein SchlÃ¼sselprojekt von strategischer Bedeutung.</p><p>Insgesamt kamen NRW-PolizistInnen mehr als 750mal zum Einsatz, etliche von ihnen mehrmals. Zurzeit sind 267 deutsche PolizeibeamtInnen in VN-EinsÃ¤tzen und 93 in EU-Missionen  in Bosnien-Herzegowina und Mazedonien. NRW stellt mit 61 BeamtInnen das grÃ¶ÃŸte Kontingent. </p><p>Abgeschlossen sind folgende Missionen: </p><ul><li>- WEU Mostar 1994-1996, aus NRW 55 Beamte; </li><li>- UN-Mission in Bosnien-Herzegowina (UNMIBH) 1996-2002 295; </li><li>- MAPE in Albanien 1997-2001 12; </li><li>- Kosovo Verification Mision KVM 1998 bis MÃ¤rz 1999; </li></ul><p>Laufende Missionen sind: </p><ul><li>- EU-Polizeimission EUPM mit 16 NRW (72 DEU, 550 insgesamt); </li><li>- -UN-Mission im Kosovo UNMIK mit 35 aus NRW (278 DEU, 3.531 aus 47 Nationen insgesamt), 7-Tage-Woche; </li><li>- EU-Mission in Mazedonien PROXIMA mit 4 NRW (20 DEU, 127 insgesamt, Soll 210); </li><li>- Beratermission in Afghanistan mit 4 aus NRW (23 insgesamt aus DEU);</li><li>- UN-Mission in Georgien UNOMIG mit 1 aus NRW (4 aus DEU, 11 insgesamt), Ausgangssperre 20.00-8.00 Uhr.</li></ul><p>Eine vorzÃ¼gliche und in dieser Form erstmalige Darstellung gibt die Sonderausgabe â€žAuslandseinsÃ¤tze&quot; der â€žStreife&quot;, herausgegeben vom Innenministerium NRW (ISSN 0585-4202).</p><p>Die Band â€žKlÃ¤Ã¤vbotze&quot; prÃ¤sentiert zusammen mit IAF/AuslandseinsÃ¤tze die <strong>CD â€žDanke&quot;</strong>, die â€žall den Polizistinnen und Polizisten gewidmet ist, die tagtÃ¤glich fern der Heimat dafÃ¼r arbeiten, dass unsere Welt friedlicher, freier und gerechter wird.&quot; â€žLoss mer denne Danke sare, die fÃ¼r uns de Kopp hinhale.Loss mer denne danke! Loss mer denne Danke sare, die nie noh de Uhrzick frore. Loss mer denne danke, die sich kÃ¼mmere ... Danke!&quot;</p><p>Im GesprÃ¤ch mit JÃ¶rg Fleischer von der Westfalenpost/Hagen bezeichne ich die AuslandseinsÃ¤tze der deutschen Polizeien als â€žDiamanten deutscher AuÃŸen- und Sicherheitspolitik&quot;. (Westfalenpost 21.6.2004)  Das ist keine von Feststimmung und KÃ¶lsch beflÃ¼gelte SpontanÃ¤uÃŸerung, sondern aus den vielen Besuchen und Begegnungen vor Ort gewachsene Ãœberzeugung. In der breiten Ã–ffentlichkeit sind die polizeilichen AuslandseinsÃ¤tze noch viel zu wenig bekannt.</p><p>Ausgesprochen sinnvoll wÃ¤re es, wenn der Bund (BMI und AA mit Bundespresseamt) dem o.g. Vorbild der Sonderausgabe der â€žStreife&quot; nacheifern wÃ¼rde.</p><p><strong>GesprÃ¤chssplitter: </strong></p><p>- Kosovo, MÃ¤rzunruhen, Raum Mitrovica: Ein serbisches Dorf wurde von ca. 200 jungen Albanern attackiert und angesteckt. Zwei KPS-Streifenwagen unterstÃ¼tzten sie. Aus mehreren Pkw`s wurden Plastikbeutel (Molotow-Cocktails) ausgegeben. SchÃ¼sse aus Schnellfeuergewehren wurden von serbischer Seite erwidert. Im wenige hundert Meter entfernten franzÃ¶sischen KFOR-StÃ¼tzpunkt verweigerte der Kommandant trotz dringendster Bitten von UNMIK-Police UnterstÃ¼tzung. Dabei war eine luxemburgische Kompanie einsatzbereit. â€žWir haben KFOR auf Knien gebeten. Sie haben uns im Stich gelassen.&quot; Auch gegenÃ¼ber der Bundeswehr, mit der die Zusammenarbeit vorher immer bestens war, ist die Verbitterung deutlich zu spÃ¼ren: â€žAls es uns an den Kragen ging, haben sie uns im Stich gelassen.&quot; </p><p>Der ethnische Hass sei abgrundtief. UNMIK-Police musste z.B. eine 80-jÃ¤hrige Serbin vor albanischen Jugendlichen retten. Der Hass werde auch von den Lehrern in den Schulen voll weitergegeben. (In Berlin berichtet ein MdB-Kollege aus Prizren, wo er Schulklassen gesehen habe, die stolz die zerstÃ¶rten serbischen kirchlichen GebÃ¤ude und HÃ¤user besichtigten.)</p><p>- Afghanistan, nach den jÃ¼ngsten AnschlÃ¤gen in Kunduz: Hinter dem Anschlag auf das ISAF-Fahrzeug stecke wahrscheinlich ein kriminelles Interesse und keine terroristische Zielsetzung. Das falscheste sei, sich jetzt zurÃ¼ckzuziehen, die PRT`s in Frage zu stellen. Die BevÃ¶lkerung wolle die internationale PrÃ¤senz. Es gebe Stabilisierungsfortschritte. Ein Problem ist nur, dass sie schwer messbar und darstellbar sind (fÃ¼r eine KriminalitÃ¤tsstatistik wie im Kosovo fehlen die Voraussetzungen). Einzelne schlimme AnschlÃ¤ge beschreiben aber keineswegs die Gesamtlage.</p><p>- Perspektiven von AuslandseinsÃ¤tzen: Angesichts der Kosovo-Unruhen und der bevorstehenden Ausstattung von Bundeswehr-KFOR mit Reizstoffen stellt sich zunehmend die Frage, inwieweit nicht auch die Bundesrepublik geschlossene Polizeieinheiten zur â€žriot control&quot; zur VerfÃ¼gung stellen mÃ¼sste. EinsatzfÃ¤higkeit bedarf nicht nur entsprechender Einsatzmittel, sondern vor allem auch umfassender Ausbildung. Da ist aber die Bundeswehr zwangslÃ¤ufig weit hinter BGS und LÃ¤nderpolizeien zurÃ¼ck. FÃ¼r die PolizeikrÃ¤fte der EuropÃ¤ischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist es sicher nicht sinnvoll, wenn solche FÃ¤higkeiten nur von Spanien, Italien und Frankreich gestellt werden. Wegen der - bewÃ¤hrten - Freiwilligkeit bei er Entsendung deutscher Polizisten in AuslandseinsÃ¤tze kam die Bereitstellung geschlossener Einheiten bisher nicht in Frage. Ein LÃ¶sungsweg kÃ¶nnten individuelle VerpflichtungsvertrÃ¤ge zwischen Polizisten und Dienstherrn sein, wie sie in skandinavischen LÃ¤ndern praktiziert werden. </p><p>- VerfÃ¼gbarkeit von Personal fÃ¼r AuslandseinsÃ¤tzen: Soldaten werden befohlen, Polizisten werden geworben. Am schwierigsten ist die Gewinnung von Rechtsstaatspersonal, von Richtern und StaatsanwÃ¤lten - z.B. jetzt fÃ¼r Georgien. Wo Gerichte notorisch Ã¼berlastet sind, lassen GerichtsprÃ¤sidenten einen Richter, fÃ¼r den es ja keinen Ersatz gibt, besonders ungern gehen. </p><p>- Kostenverteilung Bund-LÃ¤nder: Auf der nÃ¤chsten Innenministerkonferenz geht es wieder um das Dauerthema. Die Teilnahme der LÃ¤nder-Polizeien ist unverzichtbar, sie kÃ¶nnen nicht durch BGS und BKA ersetzt werden; die BundeslÃ¤nder haben einen erheblichen indirekten Nutzen von der Teilnahme ihrer Beamten an AuslandseinsÃ¤tzen. Dementsprechend muss eine LÃ¶sung gefunden werden.  </p><p>Weitere Informationen:</p><p><a href="http://www.police-mission.de/">http://www.police-mission.de/</a></p><p>Winfried Nachtwei, Berichte von Polizeimissionen auf dem Balkan (EUPM, UNMIK-Police MÃ¤rz 2004), in Kunduz/Januar 2004und Kabul/August 2003, in: <a href="/">http://www.nachtwei.de/</a> </p><p>Thosten Stodiek: Internationale Polizei. Ein empirisch fundiertes Konzept der zivilen Konfliktbearbeitung, Nomos Baden-Baden 2004</p></div>


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