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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: &quot;Politisch dranbleiben und Partner nicht im Stich lassen - Lehren aus dem Afghanistaneinsatz nach dem Truppenabzug&quot; Meinungsbeitrag fÃ¼r das forumZFD-Magazin Augustausgabe</title>
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    <span class="xar-mod-title">Afghanistan + Artikel von Winfried Nachtwei fÃ¼r Zeitschriften u.Ã¤.</span>

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        <h1>
            &quot;Politisch dranbleiben und Partner nicht im Stich lassen - Lehren aus dem Afghanistaneinsatz nach dem Truppenabzug&quot; Meinungsbeitrag fÃ¼r das forumZFD-Magazin Augustausgabe         </h1>
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           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 15. August 2021 23:25:51 +02:00 (71401 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Den Beitrag verfasste ich am 6. Juli. Im Mai und Juni, den ersten beiden Monaten des Truppenabzuges gab es genau so viele Ziviltote und -verletzte wie in den ersten vier Momnaten des Jahres. Danach eroberten die Taliban landesweit immer mehr Distzrikte und Grenzstationen. Am 5. August begann die Offensive gegen die Provinzhauptst&auml;dte, die in schneller Folge und oft ohne Gegenwehr fielen. Schon am 10. Tag ergab sich die Regierung in Kabul und floh der Pr&auml;sident. &nbsp; </p>
<hr />
<p>&nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Politisch dranbleiben und Partner nicht im Stich lassen &ndash;</strong></p>
<p align="center"><strong>Lehren aus dem Afghanistaneinsatz nach dem Truppenabzug</strong></p>
<p align="center">von Winni Nachtwei</p>
<p align="center">(erschienen im forumZFD MAGAZIN 3/2021, Stand&nbsp;</p>
<p>Mit den Terroranschl&auml;gen vom 11. September 2001 waren die Staatenwelt und wir in der rot-gr&uuml;nen Koalition gefordert, die eigenen Bev&ouml;lkerungen vor unabsehbaren weiteren Terroranschl&auml;gen zu sch&uuml;tzen: durch unmittelbare Gefahrenabwehr wie durch breite Terrorprophylaxe insbesondere in Afghanistan.</p>
<p>20 Jahre sp&auml;ter ist un&uuml;bersehbar: Der internationale, milit&auml;rische wie zivile Afghanistaneinsatz hat seine wesentlichen strategischen Ziele verfehlt. Ein Abrutschen in einen entfesselten B&uuml;rgerkrieg, der auch wichtige Teilfortschritte zunichtemachen w&uuml;rde, ist m&ouml;glich.</p>
<p>&Uuml;ber die Jahre habe ich vor allem auf der politisch-strategischen Ebene erschreckend viel Lernverweigerung, Wunschdenken und Sch&ouml;nrednerei erlebt &ndash; auch wenn sich vor allem vor Ort einzelne Akteure bem&uuml;ht haben, aus Erfahrungen zu lernen.</p>
<p>Aus meiner Sicht sollten wir drei Lehren aus dem Einsatz ziehen.</p>
<p>Erstens: Von Anfang an m&uuml;ssen bei Kriseneins&auml;tzen fundiertes Konfliktverst&auml;ndnis, politische Konfliktl&ouml;sung und local ownership h&ouml;chste Priorit&auml;t haben. Daran mangelte es beim internationalen Afghanistaneinsatz. Vor allem die USA blockierten lange Verhandlungen mit den Taliban.</p>
<p>Zweitens: Solche Krisenengagements im Auftrag der Vereinten Nationen brauchen eine koh&auml;rente Strategie mit realistischen, &uuml;berpr&uuml;fbaren Zielen und ausgewogenen F&auml;higkeiten, also viel mehr zivilen Kr&auml;ften, brauchen. Wirkungsorientierung muss an die Stelle von Symbolpolitik treten und darf nicht immer wieder innenpolitischem Opportunit&auml;tsdenken zum Opfer fallen.</p>
<p>Drittens: Eine Politik, die f&uuml;r gemeinsame und menschliche Sicherheit wirken will, muss als Erstes dem &uuml;blichen Trend widerstehen, dass mit einem Truppenabzug erst die mediale Aufmerksamkeit, dann auch jede internationale Unterst&uuml;tzung schwindet. Politisch dranbleiben ist die dritte Lehre. Das gilt gerade jetzt!</p>
<p>Deutsche Mediationsexperten der Berghof-Foundation spielen seit l&auml;ngerem bei den Doha-Gespr&auml;chen eine konstruktive Rolle. Zugleich sind alle Zipfel an Friedenschancen zu st&auml;rken. Hoffnungsinseln zivilgesellschaftlicher Projekte m&uuml;ssen nach Kr&auml;ften am Leben gehalten werden, wo m&ouml;glich auch durch Arrangements mit pragmatischeren Taliban.</p>
<p>Vor dem Hintergrund der jahrzehntelangen deutsch-afghanischen Freundschaft sollte Deutschland seine besonderen Wirkungschancen viel besser nutzen.</p>
<p>Die Aufgaben und Bedeutung der politische UN-Mission in Afghanistan nehmen voraussichtlich erheblich zu. Hier ist eine st&auml;rkere personelle Unterst&uuml;tzung aus Deutschland angesagt.</p>
<p>Afghanische Ortskr&auml;fte, die f&uuml;r deutsche Ministerien gearbeitet haben, d&uuml;rfen nicht im Stich gelassen und ihren Verfolgern ausgeliefert werden. . Sie sollten in Deutschland Aufenthalt erhalten.</p>
<p>&Uuml;berf&auml;llig ist, die Wirkungen des Einsatzes und nationaler Beitr&auml;ge unabh&auml;ngig, akteurs&uuml;bergreifend &nbsp;und selbstkritisch zu analysieren. .</p>
<p>Ratlos bin ich zu der Schl&uuml;sselfrage, was Deutschland und die Europ&auml;ische Union &nbsp;zur akuten B&uuml;rgerkriegspr&auml;vention beitragen k&ouml;nnen, nachdem der faktische Einsatzabbruch die Rutschbahn Richtung B&uuml;rgerkrieg geschmiert hat. Dieses Dilemma ist in der aktuellen Diskussion um den Vollabzug null Thema. Der zentrale friedenspolitische Ansatz der Gewaltpr&auml;vention interessiert zurzeit offenbar nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Winni Nachtwei war von&nbsp; 1994 bis 2009 Abgeordneter im Deutschen Bundestag und ist Mitglied des forumZFD wie des Beirat Zivile Kriasenpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rferung der Bundesregierung. &nbsp;Mitglied im Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rderung der Bundesregierung,</em></p></div>


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