    <rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/" xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
     <channel>
        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: 117 Jahre danach Anerkennung des VÃ¶lkermordes an den Herero + Nama in Namibia - AuszÃ¼ge aus meinem NAMIBIA-Buch von 1976 + Bericht von der Teilnahme der Entwicklungsministerin Wieczoreck-Zeul am 100-Jahre-Gedenken</title>
        <link>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1696</link>
        <description></description>
        <dc:language>en-us</dc:language> 
        <dc:creator>Webmaster</dc:creator> 
        <admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.xaraya.org" /> 
        <admin:errorReportsTo rdf:resource="mailto:webmaster@nachtwei.de" />
       <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
       <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
       <docs>http://backend.userland.com/rss</docs>
<div class="xar-mod-page">
   <div class="xar-mod-head">
    <!-- License: GPL http://www.gnu.org/copyleft/gpl.html -->
<ul class="xar-tabs">
            <li class="xar-tab">
                <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=viewmap">View Article Map</a>
           </li>
</ul>
</div>
   <div class="xar-mod-body">
<div class="cattrails xar-displayinline-block xar-padding-thickbottom">
    <span class="xar-mod-title">Namibia + Bericht von Winfried Nachtwei</span>

    <table class="xar-width-auto">
    <tr>
        <td valign="top" class="xar-padding-none">Browse in:&#160;</td>
       <td valign="top" class="xar-padding-none">
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120">Internationale Politik und Regionen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=74">Afrika</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=76">Namibia</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=1">Publikationstyp</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=81">Bericht</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=76-81">Any of these categories</a>
                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=76%2B81">All of these categories</a>
<br />
</td>
   </tr>
   </table>




</div>

        <h1>
            117 Jahre danach Anerkennung des VÃ¶lkermordes an den Herero + Nama in Namibia - AuszÃ¼ge aus meinem NAMIBIA-Buch von 1976 + Bericht von der Teilnahme der Entwicklungsministerin Wieczoreck-Zeul am 100-Jahre-Gedenken         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 2. Juni 2021 07:53:42 +02:00 (34512 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Ende der regierungsoffiziellen Verdr&auml;ngung: Endlich. Aber 117 Jahre danach! Die historischen Tatsachen lagen schon lange auf dem Tisch. Hier zwei Beitr&auml;ge dazu von mir aus den Jahren 1976 und 2004.&nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>117 Jahre danach Anerkennung des V&ouml;lkermordes</strong></p>
<p align="center"><strong>an den Herero und Nama in Namibia &ndash; </strong></p>
<p align="center"><strong>Ausz&uuml;ge aus meinem NAMIBIA-Buch von 1976 + Bericht von</strong></p>
<p align="center"><strong>der Teilnahme der Entwicklungsministerin Wieszoreck-Zeul </strong></p>
<p align="center"><strong>am 100-Jahre-Gedenken &nbsp;</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei, MdB a.D. (Juni 2021)</p>
<p>Am 28. Mai 2021 teilte Au&szlig;enminister Heiko Maas mit, dass Deutschland die Gr&auml;ueltaten, die Truppen des Deutschen Reiches zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der damaligen Kolonie Deutsch-S&uuml;dwestafrika ver&uuml;bt hatten, offiziell als V&ouml;lkermord anerkennen und die Nachkommen der Opfer um Verzeihung bitten werde. Als &bdquo;Geste der der Anerkennung des unermesslichen Leids&ldquo; werde Deutschland Wiederaufbauhilfe von 1,1 Milliarden Euro &uuml;ber einen Zeitraum von 30 Jahren zahlen. Eine entsprechende Erkl&auml;rung wurde nach sechsj&auml;hrigen Verhandlungen vom deutschen und namibischen Verhandlungsf&uuml;hrer unterschrieben.</p>
<p>In Namibia wird die Anerkennung des Genozids allgemein begr&uuml;&szlig;t. Die Art und H&ouml;he der Unterst&uuml;tzungszahlungen hingegen wurde von H&auml;uptlingsgruppen der Herero und Nama scharf kritisiert.</p>
<p>Seit vielen Jahren wurde von verschiedenen Bundesregierungen gefordert, den ersten V&ouml;lkermord des 20. Jahrhunderts klar als solchen zu benennen und daraus Konsequenzen zu ziehen. 117 Jahre nach dem Genozid ist zwischen der deutschen und der namibischen Regierung erstmalig eine Einigung erzielt worden. Warum so unglaublich sp&auml;t, wo die historischen Tatsachen doch schon so lange auf dem Tisch lagen?</p>
<p><strong>Vor 47 Jahren Jahren</strong> schrieb ich an der Uni M&uuml;nster meine Geschichts-Examensarbeit &uuml;ber NAMIBIA, die fr&uuml;here Kolonie Deutsch-S&uuml;dwestafrika, den antikolonialen Widerstand, die s&uuml;dafrikanische Okkupation und den j&uuml;ngeren Widerstand der SWAPO dagegen. 1976 entstand daraus das Buch &bdquo;Namibia &ndash; von der antikolonialen Revolte zum nationalen Befreiungskampf&ldquo;. Es war eines der ersten zu dieser Thematik in Westdeutschland. (W&auml;hrend meiner Lehrert&auml;tigkeit bis 1994 hatte die Kolonialgeschichte &bdquo;Deutsch-S&uuml;dwest&ldquo; in meinem Geschichtsunterricht und in Abiturpr&uuml;fungen immer einen festen Platz.)</p>
<p>Im Folgenden</p>
<p><strong>(A) Ausz&uuml;ge aus meinem Namibia-Buch</strong> zu den Freiheitskriegen 1904 bis 1907 und dem V&ouml;lkermord an den Herero und Nama</p>
<p><strong>(B) Bericht von der nationalen Gedenkfeier</strong> am 14. August 2004 zum 100. Jahrestag der Schlacht am Waterberg/Ohamakari in Okakarara. Als einziger Abgeordneter begleitete ich dort die Bundesministerin f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul. Als erste Vertreterin einer Bundesregierung nannte sie den V&ouml;lkermord beim Namen.</p>
<p><strong>(A) 4.3. Die Freiheitskriege 1904-1907</strong></p>
<p><strong>&nbsp;4.3.1. Der Hererokrieg</strong></p>
<p>Nachdem die Kolonialmacht zun&auml;chst Erfolg in ihren Unterwerfungsaktionen zu haben schien, erhoben sich am 12. Januar 1904 schlagartig die Herero. F&uuml;r die Kolonialisten, deren Truppen zur gleichen Zeit gr&ouml;&szlig;tenteils zur Niederschlagung des Bondelzwart-Aufstandes in den S&uuml;den abgezogen waren, v&ouml;llig &uuml;berraschend &uuml;berfielen sie &uuml;berall im Land Farmen und Milit&auml;rposten des Feindes<em>.</em></p>
<p><em>Zu </em>den Ursachen schrieb der zeitweilige Siedlungskommissar Rohrbach<em>: </em><em>&quot;Die Landfrage bildete den Untergrund, auf dem sich die ganze </em><em>wachsende Abneigung unter den Herero gegen die deutsche Herrschaft </em><em>erhob. An diesem Anlass zur Unzufriedenheit kristallisierte sich alles </em><em>&uuml;brige an: die &Uuml;bergriffe der H&auml;ndler, die Eintreibung der Viehschul</em><em>den, die Erbitterung &uuml;ber allerlei Einzelvorg&auml;nge, T&ouml;tungen von Hereros </em><em>durch Wei&szlig;e usw.&quot;</em></p>
<p>Ein H&auml;uptlingssohn:<em>&quot;Die Grausamkeit und Ungerechtigkeit der Deut</em><em>schen hat uns zur Verzweiflung getrieben und unsere F&uuml;hrer und das </em><em>Volk f&uuml;hlten, dass der Tod seinen Schrecken verlor gegen&uuml;ber den Bedingungen, unter denen wir lebten.&quot;<a title="" href="#_ftn1"><strong>[1]</strong></a></em></p>
<p>Der<strong> deutsche Generalstab </strong>schlie&szlig;lich sch&auml;tzte die Ursachen des Herero-Aufstandes folgenderma&szlig;en ein:<em>&quot;Der gro&szlig;e unvermeidbare Kampf </em><em>mit den Eingeborenen musste fr&uuml;her oder sp&auml;ter kommen, wollte anders </em><em>Deutschland nicht auf eine wirtschaftliche Erschlie&szlig;ung des Landes ver&shy;</em><em>zichten. Wer hier kolonisieren wollte, musste zuerst zum Schwert grei</em><em>fen und Krieg f&uuml;hren f.. .) mit starker, Achtung gebietender Macht bis </em><em>zur v&ouml;lligen Niederwerfung der Eingeborenen.&quot;</em> <a title="" href="#_ftn2">[2]</a></p>
<p>Das Hererovolk k&auml;mpfte um seine Existenz, um sein &Uuml;berleben. In den Minen der Kapkolonie arbeitende Herero kehrten nach Namibia zur&uuml;ck und schlossen sich dem Freiheitskampf an. Die Hererofrauen feuerten hinter den Linien die K&auml;mpfer in Sprechch&ouml;ren an: <em>&quot;Wem </em><em>geh&ouml;rt Hereroland? Uns geh&ouml;rt Hereroland.&ldquo;<a title="" href="#_ftn3"><strong>[3]</strong></a> &quot;In dem Ma&szlig;e, wie die Erkenntnis von der Notwendigkeit des Kampfes bis aufs &Auml;u&szlig;erste in den Reihen der Herero zunahm, wuchs auch ihre Entschlossenheit und innere Widerstandskraft.&quot;<a title="" href="#_ftn4"><strong>[4]</strong></a></em></p>
<p>Bei einer Gesamtst&auml;rke von sieben- bis achttausend kampff&auml;higen M&auml;nnern und 6 000 Gewehren war ihre Strategie, mit massierten Kr&auml;ften von einigen Tausend Mann die offene Feldschlacht mit dem Feind zu suchen. Dazu waren sie wegen ihrer immer noch verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig gro&szlig;en Herden gezwungen, die sie nicht jenseits der Grenze evakuieren konnten, da vor ihr die wasserlose Omaheke lag.</p>
<p>Die Kampfkraft der Herero hob sogar das Generalstabswerk &uuml;ber den Hererokrieg hervor: <em>&quot;Unsere Gegner standen an Gewandtheit und Schie&szlig;fertigkeit den von den Engl&auml;ndern bek&auml;mpften Buren nicht nach. An kriegerischem Wert und Entschlossenheit des Handelns &uuml;bertrafen sie diese sogar bei weitem.&quot; </em>&Uuml;ber Bewegungen und St&auml;rke der Kolonialtruppen waren die Herero <em>&quot;stets gut unterrichtet&quot;.<a title="" href="#_ftn5"><strong>[5]</strong></a> </em>Der Befreiungskampf der Herero richtet sich gegen die direkten Vertreter des Kolonialismus, m&auml;nnliche Siedler und Milit&auml;rs. Frauen, Kinder, ja sogar Missionare, Buren und Engl&auml;nder wurden geschont. Der sonst nicht kolonialkritische Missionar Irle berichtete, dass alle laut kolonialistischer Greuelpropaganda &quot;abgeschlachteten&quot; Frauen lebten.<a title="" href="#_ftn6">[6]</a> Anders dagegen die deutsche Kriegsf&uuml;hrung unter General von Trotha, der bald den milit&auml;risch erfolglosen Leutwein abl&ouml;ste und reichliche Kolonialkriegserfahrung aus China und Ostafrika mitbrachte. Leutweins Kriegsziel war, die Herero politisch zu t&ouml;ten, sie ohne Stammesf&uuml;hrung in Reservaten zusammenzutreiben, da man sie noch als Arbeitskr&auml;fte und kleine Viehz&uuml;chter ben&ouml;tigte.</p>
<p><em>Trotha </em>dagegen gab der Pogromstimmung unter den Wei&szlig;en &mdash; &quot;man h&ouml;rte in dieser Beziehung nichts als 'aufr&auml;umen, aufh&auml;ngen, niederknallen bis zum letzten Mann`&ldquo;<a title="" href="#_ftn7">[7]</a> - und dem &quot;Brauch&quot; der Kolonialtruppe, keine Gefangenen zu machen &mdash; &quot;allen M&auml;nnern jedoch, die bewaffnet der Truppe in die H&auml;nde fielen, hatte ihre letzte Stunde geschlagen&quot;<a title="" href="#_ftn8">[8]</a> - volle politische R&uuml;ckendeckung. Seine Linie war, dass die afrikanischen St&auml;mme in &quot;diesem ersten Anzeichen eines Rassenkampfes&quot; nur der Gewalt weichen w&uuml;rden:<a title="" href="#_ftn9">[9]</a> <em>&quot;Diese Gewalt mit</em><em>krassem Terrorismus und selbst mit Grausamkeit auszu&uuml;ben, war und ist meine Politik. Ich vernichte die aufst&auml;ndischen St&auml;mme in Str&ouml;men von Blut und Str&ouml;men von Geld. Nur auf dieser Aussaat kann etwas Neues entstehen, was Bestand hat.&quot;<a title="" href="#_ftn10"><strong>[10]</strong></a></em></p>
<p>Die Kriegsentscheidung fiel im August 1904 am Waterberg, wo sich 50-60 000 Herero einschlie&szlig;lich Frauen und Kinder gesammelt und verschanzt hatten. Da trotz des Einsatzes von Artillerie an einen Sieg der Kolonialisten in einer Kesselschlacht nicht zu denken war, trieb man das Volk der Herero in die angrenzende Omaheke, &quot;wo Durst und Entbehrung seine Vernichtung vollenden mussten&quot;.<a title="" href="#_ftn11">[11]</a> Das Generalstabswerk: <em>&quot;Keine M&uuml;hen, keine Entbehrungen wurden gescheut, um </em>l <em>dem Feind den letzten Rest seiner Widerstandkraft zu rauben; wie ein halb zu Tode gehetztes Wild war er von Wasserstelle zu Wasserstelle gescheucht, bis er schlie&szlig;lich, willenlos, ein Opfer der Natur seines eigenen Landes wurde. Die wasserlose Omaheke sollte vollenden, was die deutschen Waffen begonnen hatten: Die Vernichtung des Herero-Volkes. &quot;<a title="" href="#_ftn12"><strong>[12]</strong></a></em></p>
<p>Im Oktober erlie&szlig; Trotha folgenden Vernichtungsbefehl: <em>&quot;Ich, der </em><em>gro&szlig;e General der deutschen Soldaten, sende diesen Brief an das Volk </em><em>der Herero. Herero sind nicht mehr deutsche Untertanen. Sie haben </em><em>gemordet, gestohlen, haben verwundeten Soldaten Ohren und Nasen </em><em>und andere K&ouml;rperteile abgeschnitten und wollen jetzt aus Feigheit </em><em>nicht mehr k&auml;mpfen (&hellip;) Das Volk der Herero mu&szlig; jetzt das Land verlassen. Wenn das Volk dies nicht tut, so werde ich es mit dem groot Rohr (Gesch&uuml;tz) dazu zwingen. Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero, mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen. Ich nehme keine Weiber und keine Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volk zur&uuml;ck oder lasse auf sie schie&szlig;en. (&hellip;)</em></p>
<p><em>Der gro&szlig;e General des m&auml;chtigen Kaisers, von Trotha.&quot; <a title="" href="#_ftn13"><strong>[13]</strong></a></em></p>
<p>Nach monatelangen Ausrottungsz&uuml;gen von Kolonialtruppen in die Omaheke stellte das Generalstabswerk zur Lage Anfang 1905 fest: <em>&quot;Die </em><em>mit eiserner Strenge monatelang durchgef&uuml;hrte Absperrung des Sand</em><em>feldes vollendete das Werk der Vernichtung, (&hellip;) Das Drama spielte </em><em>sich auf der dunklen B&uuml;hne des Sandfeldes ab. Aber als die Regenzeit</em> <em>kam, als sich die B&uuml;hne langsam erhellte und unsere Patrouillen bis zur Grenze des Betschuana-Landes vorstie&szlig;en, da enth&uuml;llte sich ihrem Auge das grauenhafte Bild verdursteter Heeresz&uuml;ge.</em></p>
<p><em>Das R&ouml;cheln der Sterbenden und das Wutgeschrei des Wahnsinnes &hellip;sie verhallten in der erhabenen Stille der Unendlichkeit! Das Strafgericht hatte sein Ende gefunden.</em></p>
<p><em>Die Hereros hatten aufgeh&ouml;rt, ein selbst&auml;ndiger Volksstamm zu sein.&quot;<a title="" href="#_ftn14"><strong>[14]</strong></a></em></p>
<p><strong>4.3.2. Die Namakriege</strong></p>
<p>Im August 1904 erhoben sich die Nama-St&auml;mme gegen die deutsche Kolonialherrschaft, ausgenommen einige kleinere, durch die Mission neutralisierte St&auml;mme. Mit anfangs nur 1000-2000 Mann k&auml;mpften sie zun&auml;chst nur im Rahmen der Stammesverb&auml;nde, sp&auml;ter in gemischten Einheiten, zu denen auch Herero stie&szlig;en.<a title="" href="#_ftn15">[15]</a> Da sie ihr Vieh ins angrenzende englische Betschuanaland evakuieren konnten, bek&auml;mpften die Nama die deutschen Kolonialtruppen in der Form des Guerilla-Krieges. <em>&quot;In zahlreiche kleine Banden aufgel&ouml;st, durchstreifte er (der Gegner) das Land. Marschierende und ruhende Truppen, Kolonnen, Stationen, Posten waren nirgendwo und zu keiner Zeit vor den allenthalben auftauchenden Banden sicher. 'Feind &uuml;berall' war das Kennzeichen der Lage.&quot;<a title="" href="#_ftn16"><strong>[16]</strong></a></em></p>
<p>Mit gr&ouml;&szlig;ter Beweglichkeit und unter maximaler Ausnutzung des Gel&auml;ndes &uuml;berfielen die Nama den Feind immer an seinen schw&auml;chsten Punkten, wichen jeder Entscheidung aus und versuchten so, die schwerf&auml;lligen Kolonialtruppen, die ihre waffentechnische &Uuml;berlegenheit nicht ausspielen konnten, zu zerm&uuml;rben. Beg&uuml;nstigt wurden sie dabei durch die Tatsache, da&szlig; die Kolonialisten im Namaland weder &uuml;ber Eisenbahn noch Telegraphenverbindung wie im Hereroland verf&uuml;gten, da&szlig; deren Nachschublinien lang, wenig aufnahmef&auml;hig und verletzbar waren. Auch die Freiheitsk&auml;mpfer der Nama mu&szlig;te das Generalstabswerk als &quot;ebenb&uuml;rtige Truppenmacht&quot; anerkennen: Den achtzigj&auml;hrigen Hendrik Witbooi nannte es einen typischen Vertreter der s&uuml;dafrikanischen Kriegf&uuml;hrung, deren Merkmale eine unbestrittene Meisterschaft im Anlegen von &Uuml;berf&auml;llen, h&ouml;chste Beweglichkeit und Z&auml;higkeit in der Fortsetzung eines an sich aussichtslosen Widerstandes. (&hellip;) Oft geschlagen war er nie v&ouml;llig niedergeworfen worden.&quot;<a title="" href="#_ftn17">[17]</a>&nbsp; Nur bez&uuml;glich der Brutalit&auml;t der Kriegf&uuml;hrung waren auch die Nama den Kolonialtruppen weit unterlegen: w&auml;hrend es bei den Kolonialtruppen immer wieder zur Ermordung von Gefangenen kam<a title="" href="#_ftn18">[18]</a>, bemerkte das Generalstabswerk: &quot;Die Frauen und Kinder wurden (von den Nama) im allgemeinen geschont und an die Grenze des Witbooi-Landes gebracht.&quot;<a title="" href="#_ftn19">[19]</a></p>
<p>In &uuml;ber 200 Gefechten widerstanden die Namaeinheiten einer Kolonialarmee, die von l 500 S&ouml;ldnern Anfang 1904 auf 15 000 im Jahr 1905 vergr&ouml;&szlig;ert worden war, die zahlenm&auml;&szlig;ig 5-10 mal so stark war wie die Nama und diesen von Ausr&uuml;stung und Waffen her weit &uuml;berlegen war.<a title="" href="#_ftn20">[20]</a> Auch als die gr&ouml;&szlig;eren Nama-St&auml;mme, zum Beispiel die Witbooi, kapituliert hatten und nur noch wenige Hundert Nama im Kampf standen, konnten die Kolonialisten keine Kriegsentscheidung herbeif&uuml;hren. Erst als unter dem seit Kriegsbeginn vierten deutschen Oberkommandierenden (Deimling) von der Strategie konzentrischer Einschlie&szlig;ungsaktionen mit gr&ouml;&szlig;eren Verb&auml;nden &uuml;bergegangen wurde zu einer politisch und milit&auml;risch beweglicheren Anti-Guerilla-Kriegsf&uuml;hrung, gelang es der Kolonialmacht nach zwei Kriegsjahren, den letzten Namaeinheiten Friedensvertr&auml;ge aufzuzwingen.</p>
<p>Auch nach Aufhebung des Kriegszustandes am 31.7.1907 &uuml;berfielen noch Nama unter Simon Kopper und Jakob Morenga weiterhin deutsche Patrouillen. &quot;Das Ende der letzten Guerilla-Aktionen wurde (...) in allen F&auml;llen erst durch Verhandlungen erreicht, die zum Teil deutsche Missionare und Offiziere der britischen Kappolizei vermittelten.&quot;<a title="" href="#_ftn21">[21]</a> (Gegen die waffenlosen und milit&auml;risch besiegten Afrikaner f&uuml;hrte die Kolonialmacht den Krieg in ver&auml;nderter Form weiter. Mit Hilfe der Mission, die w&auml;hrend des Krieges st&auml;ndig unter den Afrikanern gepredigt hatte, &quot;jedermann sei Untertan der Obrigkeit&quot;, &quot;freiwillige Unterwerfung&quot; und Bu&szlig;e, und damit Teil der psychologischen Kriegsf&uuml;hrung der Kolonialmacht war, wurden sogenannte Sammellager, in Wirklichkeit Konzentrationslager, mit &uuml;berlebenden Herero und Nama gef&uuml;llt.<a title="" href="#_ftn22">[22]</a> Die Gefangenen wurden zu schwerster Zwangsarbeit eingesetzt, von 15 000 eingesperrten Herero starben bis zur Aufl&ouml;sung der Lager 45 %. Von l 795 auf der Haifischinsel in der L&uuml;deritzbucht gefangen gehaltenen Nama starben l 032 innerhalb von sieben Monaten. Nur aus Kostengr&uuml;nden wurden Pl&auml;ne, ganze St&auml;mme nach Togo, Kamerun oder Samoa zu deportieren, fallengelassen. Von hundert nach Kamerun deportierten Witbooi &uuml;berlebte ein Drittel.<a title="" href="#_ftn23">[23]</a> Insgesamt brachte der deutsche Imperialismus 80 % der Herero um - von 80 000 Herero vor dem Krieg lebten 1911 noch 15 130 - und die H&auml;lfte der Nama.<a title="" href="#_ftn24">[24]</a></p>
<p>Alles Land der am Kampf beteiligten St&auml;mme wurde eingezogen, die &uuml;briggebliebenen letzten</p>
<p>3 000 Herero-Rinder - Vorkriegsstand 50 000 - wurden beschlagnahmt.<a title="" href="#_ftn25">[25]</a></p>
<p>In den Freiheitskriegen hatten Herero- und Namast&auml;mme versucht, die drohende Vernichtung ihrer Existenzgrundlagen abzuwenden, wieder zum Subjekt ihrer Geschichte zu werden. Sie entwickelten dabei eine Kampfkraft, die nur aus dem Wesen ihres Kampfes als einem Volkskrieg zu erkl&auml;ren ist. Sie k&auml;mpften, was auch ihre Gegner zugaben, um ihre Existenz &mdash; nicht in propagandistisch vorgegaukelter &quot;nationaler Verteidigung&quot; f&uuml;r eine herrschende Klasse. Dem gerechten Ziel ihres Kampfes entsprechend waren die Freiheitsk&auml;mpfer aufs engste mit ihrem Volk verbunden. Die Trennung zwischen kollaborierenden Stammesf&uuml;hrern und Stammeskollektiven war vor allem durch den Druck der J&uuml;ngeren &uuml;berwunden worden, im gemeinsamen Kampf gemischter Einheiten waren Stammesgegens&auml;tze verschwunden.<a title="" href="#_ftn26">[26]</a> Im Krieg gegen den deutschen Kolonialismus konstituierte sich in Ans&auml;tzen die namibianische Nation.</p>
<p>Die St&auml;rke der Afrikaner lag also darin, dass es um ihr Volk und ihr Land ging, dass ihr Kriegsziel gerecht war. Hingegen versuchten die meisten kolonialapologetischen Schriften von dieser Tatsache abzulenken, indem sie das 'kriegerische Wesen wilder St&auml;mme' zur Ursache afrikanischer Widerstandskraft erkl&auml;rten.</p>
<p>Herero und Nama konnten aber die koloniale Besetzung nur erschweren und aufhalten, aber nicht verhindern oder einschr&auml;nken. Denn die entscheidende Schw&auml;che ihres heroischen Kampfes war weniger die technische und zahlenm&auml;&szlig;ige Unterlegenheit. Ihre entscheidende und &mdash; auf der Stufe des prim&auml;ren Widerstandes - historisch unvermeidbare Schw&auml;che war, da&szlig; ihre einzige politische Perspektive die Restauration traditioneller vorkapitalistischer Verh&auml;ltnisse war; da&szlig; sie &uuml;ber die &Uuml;berwindung tribaler Grenzen auf der Ebene der k&auml;mpfenden Einheiten hinaus eine umfassende Einheitsfront aller dem Kolonialismus gegen&shy;&uuml;berstehenden Stammesverb&auml;nde mit einer zentralisierten F&uuml;hrung nicht herausbilden konnten. Zudem blieben sie international isoliert. Die internationale, insbesondere die deutsche Arbeiterbewegung erkannte die Kolonialv&ouml;lker noch nicht als Verb&uuml;ndete im Kampf gegen denselben Feind, den Imperialismus und Kolonialismus. Bei der Abstimmung im deutschen Reichstag &uuml;ber den Etat f&uuml;r den Hererokrieg enthielt sich die SPD-Fraktion aus &quot;R&uuml;cksicht auf die in ihrem Leben bedrohten Ansiedler&quot; der Stimme. Der f&uuml;hrende Sozialdemokrat Ledebour argumentierte auf dem SPD-Parteitag 1904 gegen den Antrag, in Zukunft aus prinzipieller Gegnerschaft gegen die Kolonialpolitik alle Kolonialantr&auml;ge im Reichstag abzulehnen: <em>&quot;Ein Teil der Genossen hat </em><em>sich so ge&auml;u&szlig;ert, als ob die Neger das Recht h&auml;tten, die Wei&szlig;en zu massakrieren. Das k&ouml;nnen wir nicht billigen. Gegen&uuml;ber den Ansiedlern m&uuml;ssen wir den Grundsatz vertreten: gleiches Recht f&uuml;r alle.&quot;<a title="" href="#_ftn27"><strong>[27]</strong></a></em></p>
<p>Der Antrag wurde abgelehnt, die Mehrheit der SPD blieb bei ihrer Position &quot;... <em>dass Kolonialpolitik betrieben wird, ist an und f&uuml;r sich kein Verbrechen. Kolonialpolitik zu treiben kann unter Umst&auml;nden eine Kulturtat sein; es kommt nur darauf an, wie die Kolonialpolitik betrieben wird.&quot;<a title="" href="#_ftn28"><strong>[28]</strong></a></em></p>
<p>So richtete sich in der Folgezeit die Kritik der SPD an der Kolonialpolitik auch nur gegen &quot;herausgeworfene Gelder&quot;, gegen &quot;koloniale Volksauspl&uuml;nderung&quot; und gegen bekannt gewordene F&auml;lle von Eingeborenenmisshandlungen.<a title="" href="#_ftn29">[29]</a></p>
<p><strong>4.3.3. Die unmittelbaren Folgen der Freiheitskriege</strong></p>
<p>Der deutsche Imperialismus hatte das erste strategische Ziel erreicht: die Freisetzung der zentralen Produktionsmittel des Landes, Boden und Vieh, als der einen Voraussetzung kapitalistischer Produktion und - mit dieser &quot;Befreiung&quot; der Afrikaner von ihren Subsistenzmitteln - deren Freisetzung als Arbeitskr&auml;fte, die zweite Voraussetzung der Aufnahme kapitalistischer Produktion in gr&ouml;&szlig;erem Umfang. Dieses Ziel erreichte der deutsche Imperialismus nur unter gro&szlig;en Schwierigkeiten und hohen Verlusten: 2000 eigenen Toten, 600 Millionen Mark Kriegskosten, wobei Einzelkapitale kr&auml;ftige Extraprofite einstrichen. Die sich bis zum V&ouml;lkermord steigernde Zerst&ouml;rung der Stammesverb&auml;nde widersprach &mdash; wenn auch von vornherein einkalkuliert <em>&mdash; </em>sogar der &ouml;konomischen Logik des Kapitals. Eine unter nicht wenigen b&uuml;rgerlichen Stimmen: <em>&quot;Was den Gesichtspunkt der Humanit&auml;t betraf (&hellip;), </em><em>so muss an sich zugegeben werden, da&szlig; unter Umst&auml;nden, um die friedliche Siedlung der Wei&szlig;en von einem schlechthin kulturunf&auml;higen, r&auml;u</em><em>berischen Eingeborenenstamm zu sichern, dessen tats&auml;chliche Ver&shy;</em><em>nichtung erforderlich werden kann.&quot; </em>Nur: <em>&quot;In einer Kolonie von den </em><em>wirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen S&uuml;dwestafrikas durften wir uns den </em><em>Luxus nicht leisten, erst so und so viel Tausend Eingeborene im Sand</em><em>feld zur Strafe verdursten zu lassen, denn das Wirtschaftsleben des Lan</em><em>des brauchte sie, nachdem ihre alte Stammesselbst&auml;ndigkeit und ihre </em><em>alten Besitzrechte dahin waren, als Arbeiter.&quot;<a title="" href="#_ftn30"><strong>[30]</strong></a> </em>(67)</p>
<p>Dennoch: die Grundlagen f&uuml;r den Aufbau einer kapitalistischen Wirtschaft in Namibia waren damit geschaffen. Erneut best&auml;tigte sich die historische Erfahrung, da&szlig; die Einbeziehung vorkapitalistischer Regionen in den kapitalistischen Weltmarkt nicht friedlich, &quot;rein &ouml;konomisch&quot; allein &uuml;ber den Warentausch geschah, sondern gewaltsam und zerst&ouml;rerisch. (&hellip;)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>(B) Nationales Gedenken zum 100. Jahrestages der Schlacht am Waterberg 14. August 2004 mit Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul </strong>(Bericht)</p>
<p>Auf dem Weg zum Waterberg macht die Delegation der Ministerin am 13. August in <strong>Okahandja</strong> einen Zwischenstopp. Hier begann am 12. Januar 1904 der Aufstand der Herero gegen die deutsche Kolonialherrschaft. Hier sind die ber&uuml;hmtesten Herero-H&auml;uptlinge der Maharero-Dynastie, darunter Samuel Maharero, F&uuml;hrer des Aufstandes (gest. 1923), und Tjamuaha (gest. 1989) beerdigt. Hier findet allj&auml;hrlich der &bdquo;Herero-Tag&ldquo; statt. Martialisch das j&uuml;ngste Mahahero-Grab: ein marmornes Geschoss mit eingravierter Kalaschnikow. An den Maharero-Gr&auml;bern legt die Ministerin in Begleitung von Kaihepovazandu Alfons Maharero, Enkel von Samuel, einen Kranz nieder. Alfons zur Ministerin sinngem&auml;&szlig;: &bdquo;Da die Nachfahren der Kolonialisten hier waren, kann Samuel jetzt in Frieden ruhen.&ldquo; F&uuml;r Deutsche ist die Kaiser- und Kolonialzeit mitsamt den damaligen Vorfahren meist ferne Geschichte, &uuml;berlagert von mehrfachen geschichtlichen Umw&auml;lzungen seit dem. Ganz anders das Geschichts- und Generationenverst&auml;ndnis der traditionellen Gesellschaft der Herero: Wo die lebenden Generationen mit einigen Ahnengenerationen &bdquo;zusammenleben&ldquo;, da sind deren Schicksale ganz dicht an der Gegenwart.</p>
<p>F&uuml;nf Monate nach Beginn des <strong>Deutsch-Hererokrieges</strong> sammelte sich ab Juni 1904 das Hererovolk samt Vieh s&uuml;dlich des Waterberg. Die Sch&auml;tzungen reichen von 25.000 bis 80.000 Herero. Ihre K&auml;mpfer sollen &uuml;ber 5-6.000 Gewehre verf&uuml;gt haben. Im August marschierte die &bdquo;Schutztruppe&ldquo; mit 1.488 Gewehren, 30 Gesch&uuml;tzen und 12 Maschinengewehren auf. Am 11. August 1904 fiel bei den Gefechten an der Wasserstelle <strong>Ohamakari</strong> die Entscheidung: In dem un&uuml;bersichtlichen, von dichtem Busch bewachsenen Gel&auml;nde griffen die Abteilungen der &bdquo;Schutztruppe&ldquo; die Hauptwasserstellen der Herero an. &bdquo;Das war von ausschlaggebender Wirksamkeit bei einem Volke, welches f&uuml;r seine Rindermassen, die ihm allein eine Existenz sichern, das Wasser notwendig braucht und ohne Vieh zugrunde gehen muss&ldquo;, so der beteiligte Hauptmann Beyer. Vor der &uuml;berlegenen Waffentechnik, vor allem dem &bdquo;gro&szlig;en Rohr&ldquo; der Kolonialtruppen floh die Masse der Herero in die wasserarme Omaheke. Wasserl&ouml;cher wurden weiter abgesperrt. Ein Gro&szlig;teil der Herero verdurstete. Der Kommandierende General von Trotha proklamierte am 2.Oktober die Erschie&szlig;ung aller m&auml;nnlichen Herero, ob bewaffnet oder unbewaffnet, und die Vertreibung von Frauen und Kindern. Nach Aufhebung dieses Vernichtungsbefehls durch den Kaiser starben tausende Herero in Gefangenenlagern, die Konzentrationslager genannt wurden. So starben zwischen Oktober 1906 und M&auml;rz 1907 allein im Lager auf der Haifischinsel vor L&uuml;deritzbucht lt. Stadtchronik von 1.795 Gefangenen 1.032. 1905 folgte die totale Enteignung der Herero.</p>
<p>Die Sch&auml;tzungen &uuml;ber die Zahl der Herero-Opfer gehen erheblich auseinander. Fakt ist, dass ein Gro&szlig;teil der Herero &ndash; zwischen einem Drittel und 80 % - umkamen. Fakt ist, dass zentrale Akteure wie von Trotha ungeschminkt einen terroristischen Rassismus vertraten, dass die deutsche Kriegf&uuml;hrung und Kolonialpolitik &uuml;ber den milit&auml;rischen Sieg hinaus auf die existentielle Vernichtung der Herero zielte. Die 1948 von der UNO verabschiedete V&ouml;lkermordkonvention bezeichnet diesen Tatbestand als V&ouml;lkermord.</p>
<p>Die <strong>Erinnerung an den Deutsch-Hererokrieg</strong> &ndash; und noch mehr an den bis 1908 dauernden Deutsch-Namakrieg &ndash; ist gespalten und f&auml;llt schwer. F&uuml;r die Herero steht Ohamakari f&uuml;r den Beginn der Zerschlagung und Zerstreuung der eigenen Gesellschaft. In der schriftlichen &Uuml;berlieferung der Wei&szlig;en dominierte hingegen lange Zeit eine Verkl&auml;rung der Kolonialzeit, eine Rechtfertigung der Kolonialkriege als &bdquo;Notwehr&ldquo; und Ignoranz gegen&uuml;ber den dramatischen Folgen der Kriege f&uuml;r die afrikanische Bev&ouml;lkerung. Die vielen &bdquo;Schutztruppen&ldquo;-Denkm&auml;ler in Namibia, aber auch in Westdeutschland &ndash; z.B. das Train-Denkmal in M&uuml;nster -, sind provokative und bisher unber&uuml;hrte Zeugnisse dieser Gesinnung. Sie wird aktiv am Leben gehalten z.B. vom &bdquo;Traditionsverband ehemaliger Schutz- und &Uuml;berseetruppen. In den deutschsprachigen Buchl&auml;den Namibias liegt &bdquo;V&ouml;lkermord an den Herero in Deutsch-S&uuml;dwestafrika? Widerlegung einer L&uuml;ge&ldquo; von Claus Nordbruch, erschienen im rechtsradikalen Grabert-Verlag, besonders h&auml;ufig aus. Die ebenfalls erh&auml;ltliche Brosch&uuml;re &bdquo;Waterberg &ndash; Beitrag zur Geschichte der Missionsstation Otjozondjupa, des Kambazembi-Stammes und des Herero-Landes&ldquo; von Dr. N. Mossolow (Windhoek 1992) vermittelt mit seinen Zeitzeugenberichten ein eindeutiges Bild des damaligen Unheils.</p>
<p>In der Pressemitteilung &bdquo;100 Jahre nach dem Deutsch-Hererokrieg: Erinnern f&uuml;r eine friedliche Zukunft&ldquo; nehmen Marianne Tritz, Mitglied des Ausw&auml;rtigen Ausschusses und mit Namibia lange verbunden, und ich f&uuml;r die gr&uuml;ne Bundestagsfraktion am 13. August eindeutig im o.g. Sinne Stellung.</p>
<p>Die <strong>nationale Gedenkveranstaltung</strong> findet am Samstag, 14. August, auf dem Gel&auml;nde des &bdquo;Okakarara Community Cultural and Tourist Centre&ldquo; einige Kilometer vor Okakarara an der Grenze zwischen kommerziellem (Gro&szlig;-Hamakari) und kommunalem Land statt. Okakarara mit seinen ca. 10.000 Einwohnern liegt am Rand der wasserarmen Omahake im Siedlungsgebiet der Herero und ist Hauptort des gleichnamigen Distrikts, der durch extreme Armut gekennzeichnet ist. Vor hundert Jahren fanden hier die Gefechte von Ohamakari statt.</p>
<p>Tausende Herero aus Namibia, Botswana und S&uuml;dafrika sind hier in den letzten Tagen zusammengestr&ouml;mt und campieren in Zelten um das Gel&auml;nde herum.</p>
<p>Uns empf&auml;ngt ein unglaublich buntes und turbulentes Treiben: kleine Gruppen uniformierter Jugendlicher und M&auml;nner &bdquo;exerzieren&ldquo; schwungvoll mit starrem linken und weit ausholendem rechten Arm, Herero-Frauen in ihren traditionellen bunten Prachtgew&auml;ndern bilden ein jubilierendes Spalier, die Kopft&uuml;cher wie Rinderh&ouml;rner geformt, manche mit modischen Brillen. Ihnen gegen&uuml;ber Himba-Frauen in der vorkolonialen, sehr textilarmen Herero-Kluft. Dazwischen modisch gekleidete Herero-Frauen und nabelfreie M&auml;dchen. Viele M&auml;nner tragen Uniformen in vielen Variationen, darunter auch Teile von NVA-Uniformen. Was auf den ersten Anblick wie eine Mischung von Sch&uuml;tzenfest und Karneval erscheint, hat einen ernsthaften Hintergrund: Schon vor dem Hererokrieg &bdquo;hatten die Herero-M&auml;nner die Uniformen ihrer Kolonialherren &uuml;bernommen, wie ihre Frauen viktorianische Kleider nach dem Vorbild der Missionarsfrauen trugen. Die &Uuml;berlebenden des Krieges behielten diesen Brauch bei. Sie werden &acute;Truppenspieler` (oturupa) genannt. Sie gaben sich deutsche Namen und deutsche milit&auml;rische R&auml;nge. Sie (...) exerzierten wie ihre Feinde mit deutschen Kommandos. Ihre Nachkommen spielen bis heute &acute;Truppe` und pflegen so die Tradition. (...) Sie sind w&auml;hrend des ganzen Jahres aktiv. (...) Bei allen wichtigen gesellschaftlichen Anl&auml;ssen und Zusammenk&uuml;nften tritt die oturupa als helfender und st&uuml;tzender Verband auf, der sich sozial engagiert und f&uuml;r die Fortf&uuml;hrung der Tradition eintritt.&ldquo; (Ausstellungsbegleiter &bdquo;Namibia &ndash; Deutschland ...&ldquo;, S. 47 f) Unter den Leitfarben Rot, Gr&uuml;n und Wei&szlig; sind die Anh&auml;nger verschiedener H&auml;uptlingsh&auml;user (&bdquo;Vereinigung der roten .etc.&nbsp; Fahne&ldquo;) zu erkennen. Viele Schwarze tragen Pappschilder mit deutschen Namen wie Fischer, Franke um den Hals &ndash; in Erinnerung an ihre deutschen (Ur-)Gro&szlig;-v&auml;ter. Die meisten Herero-und viele Namafamilien haben einen oder mehrere deutsche Vorfahren!</p>
<p>Es hei&szlig;t, dass nie so viele Herero und obendrein aus allen Untergruppen zusammen gekommen seien. Angesichts der erheblichen Widerspr&uuml;che zwischen vielen ihrer F&uuml;hrer und der zwei Gedenkkomitees (&bdquo;National Preparatory Committee for the Commemoration of 1904&ldquo; mit den Bisch&ouml;fen Kameeta und Keding, &bdquo;Ovaharero Genocide 1904 - 1908&ldquo; als nationales Herero-Komitee unter Riruako) ist das schon ein besonderes Ereignis.</p>
<p>Die deutsche Seite unterst&uuml;tzt die Gedenkveranstaltung logistisch. Oben auf der &uuml;bervoll besetzten Trib&uuml;ne hoffe ich, dass die deutsche technische Zusammenarbeit die Belastungsprobe aush&auml;lt. Im R&uuml;cken der Trib&uuml;ne erstreckt sich die weite Ebene &uuml;ber (O)Hamakari bis zum breiten Band des Waterberg.</p>
<p>Ein besonderes Schauspiel ist der jeweils getrennte Einzug der verschiedenen Oberh&auml;uptlinge und K&ouml;nige: meist hoch zu Ross inmitten ihres Gefolges und einer Staubwolke, umgeben von Jubel.</p>
<p>25 Redner sieht das vierst&uuml;ndige, in langen Verhandlungen ausgehandelte Programm vor, darunter alle traditionellen Herero-F&uuml;hrer und nur eine Handvoll Nicht-Herero, die meisten mit F&uuml;nfminutenreden (einschlie&szlig;lich &Uuml;bersetzung). Von den drei Directors of Ceremony agiert die einzige Frau, Dr. Ndjoze-Ojo von der University of Namibia, besonders souver&auml;n und&nbsp;&nbsp; energisch. Aber auch sie kann die Redelust der M&auml;nner nicht z&auml;hmen. Als die Veranstaltung nach mehr als f&uuml;nf Stunden endet, sind etliche wichtige Redner immer noch nicht zu Wort gekommen. Schade ist es insbesondere um die hervorragende Rede von Raimar von Hase f&uuml;r die deutschsprachigen Namibier. (s. Anlage) (Nachtrag: Inzwischen erfahre ich, dass die Kundgebung nach Er&ouml;ffnung des Okakarara-Community-Centre und der Kranzniederlegung am k&uuml;nftigen Mahnmal doch noch bis in die Dunkelheit weiter ging &ndash; nach Abreise vieler Teilnehmer.)</p>
<p>Die Palette der Reden reicht von &uuml;berzeugender Vers&ouml;hnungsbereitschaft bis zu Rednern, die sofort Unruhe ernten und nicht &uuml;bersetzt werden.</p>
<p>Eine multiethnische Sch&uuml;lerInnengruppe der Deutschen H&ouml;heren Privatschule in Windhoek tr&auml;gt in den wichtigsten Landessprachen ihre Schlussfolgerungen aus der Kolonialzeit f&uuml;r eine friedliche Zukunft vor. Als sie den Wunsch &auml;u&szlig;ern, die Reichen sollten den Armen abgeben, ernten sie Lacher.</p>
<p>Den mit Spannung erwarteten H&ouml;hepunkt bildeten die Reden der deutschen Ministerin, des namibischen Ministers for Lands, Resettlement and Rehabilitation und wahrscheinlich k&uuml;nftigen Pr&auml;sidenten Pohamba sowie des Herero-Oberh&auml;uptlings Kuaima Riruako.</p>
<p>Vor der Rede der <strong>Ministerin Wieczorek-Zeul</strong> positioniert sich eine Gruppe von mit Ketten gefesselten und symbolisch von W&auml;chtern gepr&uuml;gelter Kolonialgefangener vor der B&uuml;hne. Mit deutlicher Bewegung nennt die Ministerin beim Namen, was unter deutscher Kolonialherrschaft den Menschen angetan wurde:</p>
<p>&bdquo;(&hellip;) Vor hundert Jahren wurden die Unterdr&uuml;cker &ndash; verblendet von kolonialem Wahn &ndash;in deutschem Namen zu Sendboten von Gewalt, Diskriminierung, Rassismus und Vernichtung. Die damaligen Gr&auml;ueltaten waren das, was heute als V&ouml;lkermord bezeichnet w&uuml;rde &ndash; f&uuml;r den ein General von Trotha heutzutage vor Gericht gebracht und verurteilt w&uuml;rde.</p>
<p>Wir Deutschen bekennen uns zu unserer historisch-politischen, moralisch-ethischen Verantwortung und zu der Schuld, die Deutsche damals auf sich geladen haben. Ich bitte Sie im Sinne des gemeinsamen &bdquo;Vater Unser&ldquo; um Vergebung unserer Schuld. (&hellip;)&ldquo; Nach diesen und anderen Passagen kommt deutlicher Beifall. Auf einige Zwischenrufe in bekr&auml;ftigt sie noch mal diese Entschuldigung.</p>
<p>Die nachfolgenden Hauptredner akzeptieren die Entschuldigung der Ministerin und &auml;ndern</p>
<p>kurzfristig ihre Reden. Oberh&auml;uptling Riruako ist ein wirksamer Volkstribun mit demagogischen F&auml;higkeiten. Als er die anderen Oberh&auml;uptlinge neben sich ziehen will, str&auml;ubt sich mancher.</p>
<p>(,,,)</p>
<p><strong>Kranzniederlegung am k&uuml;nftigen Denkmal</strong> f&uuml;r die im Krieg get&ouml;teten Herero, wo vorl&auml;ufig ein lebensgro&szlig;es Bild von Samuel Maharero an einem Termitenh&uuml;gel aufgestellt ist.</p>
<p>Als Ministerin und Botschafter inmitten der Herero-Oberh&auml;uptlinge rechts und links von Samuel Maharero stehen, ist ihr Verh&auml;ltnis unverkennbar herzlich.&nbsp;</p>
<p>Am ganzen Tag erlebe ich keinerlei Anmache oder gar Revanche&auml;u&szlig;erungen gegen Deutsche. Wo ich mich als German und member of parliament vorstelle, sind die Reaktionen immer freundlich bis herzlich &ndash; bei Alfons Maharero und Riruako genauso wie bei einfachen Herero.</p>
<p><strong>Bewertung</strong></p>
<p>Erstmalig nimmt ein Mitglied der deutschen Regierung an Gedenkveranstaltungen f&uuml;r den Deutsch-Hererokrieg teil, ehrt seine Opfer und toten H&auml;uptlinge und spricht mit seinen Vertretern. Hundert (!) Jahre danach ist das mehr als &uuml;berf&auml;llig. (Vorher hatte es ab 1995 auf Initiative von Uschi Eid, MdB, offizielle Gespr&auml;che zwischen deutschen Parlamentariern und Herero-Vertretern gegeben. Dabei hatten sich die deutschen Abgeordneten f&uuml;r den V&ouml;lkermord an den Herero entschuldigt.)</p>
<p>Gespr&auml;che vor Ort machen sehr schnell deutlich, dass der Bundestagsbeschluss vom 17. Juni (&bdquo;Zum Gedenken an die Opfer des Kolonialkrieges im damaligen Deutsch-S&uuml;dwestafrika&ldquo;, BT-Drs. 15/3329) hierzulande &uuml;berwiegend ein negatives Echo fand. Sein als oberfl&auml;chlich empfundener Umgang mit dem Kolonialkrieg hat nicht zur Vers&ouml;hnung beigetragen, sondern&nbsp; eher Unfrieden gestiftet. Bei einer Podiumsdiskussion in Windhoek eineinhalb Wochen vor dem Gedenktag bekam der deutsche Botschafter massiv diese Kritik zu h&ouml;ren. Umso h&ouml;her waren die Erwartungen gegen&uuml;ber der Ministerin. Diese wurden nicht nur von Seiten der Herero formuliert, sondern auch in der Presse (Allgemeine Zeitung, New Era) und am Vorabend von einigen deutschsprachigen Farmern. Diese dr&auml;ngten auf eine echte politische Geste, die auf die Gef&uuml;hle der Herero und Nama R&uuml;cksicht nehme und nicht drum herum rede.</p>
<p>Die Ministerin ging deutlich &uuml;ber die bisherigen Positionen von Bundesregierung und Bundestag hinaus, die dominiert waren von einer juristischen Defensivhaltung angesichts der schwebenden &bdquo;Entsch&auml;digungs&ldquo;-Klagen. Die Rede war klar und eindeutig in ihren Aussagen, menschlich &uuml;berzeugend und zugleich pr&auml;zise in den Formulierungen zu V&ouml;lkermord und Schuld, also ohne juristisches Schuldanerkenntnis. Mit dieser Rede nutzte sie die einmalige Chance des 100. Jahrestages, &uuml;ber ehrliche Erinnerung eine Basis f&uuml;r Vers&ouml;hnung zu schaffen. In politischen Gespr&auml;chen dr&auml;ngte die Ministerin Riruako, seine Klage gegen die Bundesrepublik zur&uuml;ckzuziehen. Zugleich schlug sie eine &bdquo;panel of reconciliation&ldquo; vor.</p>
<p>In einem Gespr&auml;ch mit der deutschsprachigen &bdquo;Allgemeinen Zeitung&ldquo; (AZ) nehme ich lobend zur Rede der Ministerin, selbstkritisch zu unserem Bundestagsbeschluss und zu den weiteren Perspektiven Stellung. (17. August)</p>
<p>Das Echo auf die Rede in Namibia ist durchweg positiv, ein regelrechter Durchbruch. Premierminister Theo-Ben Gurirab rief lt. AZ vom 18. August alle Namibier auf, die Entschuldigung zu akzeptieren. &bdquo;Es hat von den deutschen Beh&ouml;rden ein ganzes Jahrhundert gebraucht, aber jetzt haben wir endlich die Worte geh&ouml;rt, auf die wir so lange gewartet haben und die f&uuml;r die Anerkennung der Menschenw&uuml;rde unseres Volkes so wichtig sind&ldquo;, sagte er in einer Regierungserkl&auml;rung im Parlament. Ben Ulenga, Vorsitzender der gr&ouml;&szlig;ten Oppositionspartei Kongressdemokraten nannte die Rede das wichtigste Ereignis f&uuml;r Namibia seit Jahren. (taz 21.8.2004) Entgegen ersten Angaben hat Riruako aber nicht auf seine Wiedergutmachungsforderung und die eventuelle Wiederaufnahme der Klage verzichtet.</p>
<p>Vor der Ministerreise hatten der entwicklungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Christian Ruck, und seine Kollegin Christa Reichard die Ministerin aufgefordert, in Namibia &bdquo;Farbe zu bekennen&ldquo; und &bdquo;die Vers&ouml;hnung mit den Herero, aber auch den Nama und Damara voranzubringen&ldquo;.&nbsp; Nach der Gedenkveranstaltung hie&szlig; es dann, die Ministerin habe sich &bdquo;einen teuren Gef&uuml;hlsausbruch geleistet&ldquo; und den Klagebetreibern vor US-Gerichten &bdquo;&uuml;berfl&uuml;ssige Munition geliefert&ldquo;. Diese Fern-Kritik ist sachlich falsch und verkennt v&ouml;llig die politische Dimension der Gedenkveranstaltung. Eine blo&szlig;e Fortsetzung der bisherigen regierungsamtlichen Position h&auml;tte enormen Schaden angerichtet und das innenpolitische Klima, nicht zuletzt auch gegen&uuml;ber den deutschst&auml;mmigen Farmern, angeheizt. Der Ministerin &bdquo;exklusive Bevorzugung einer Bev&ouml;lkerungsgruppe&ldquo; vorzuwerfen, ist abwegig und zynisch, wo es tats&auml;chlich um Politik und Unterst&uuml;tzungen gegen&uuml;ber Hauptleidtragenden der Kolonialkriege geht. Selbstverst&auml;ndlich ist dabei bewusst, dass eine solche Politik angesichts der sensiblen Beziehungen zwischen den vielen Ethnien des Landes nie exklusiv nur auf eine Volksgruppe gerichtet sein darf, sondern die Nama, Damara und San einbeziehen muss und der Politik der nationalen Vers&ouml;hnung nicht zuwider laufen darf.</p>
<p><strong>N&auml;chste Schritte</strong>: In den kommenden Monaten kommt es darauf an, die besondere historische und moralische Verantwortung Deutschlands gegen&uuml;ber Namibia &ndash; betont von Bundestag und Bundesregierung &ndash; auch gegen&uuml;ber den Hauptleidtragenden der Kolonialkriege mit Leben zu f&uuml;llen. Andernfalls w&uuml;rde die gute Rede der Ministerin zu einer Alibiveranstaltung entwertet &ndash; mit kritischen Konsequenzen auch f&uuml;r die innenpolitische Entwicklung in Namibia.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div><br clear="all" /><hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> zit. bei Drechsler S. 166</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref2">[2]</a> Generalstabswerk Bd. I, S. 4,</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref3">[3]</a> Drechsler S. 175</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref4">[4]</a> Generalstabswerk Bd. I, S. 89</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref5">[5]</a> ebenda. S. 19, S. 174</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref6">[6]</a> Drechsler S. 170</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref7">[7]</a> Aussage des Missionar Elger, zit. ebda. S. 169</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref8">[8]</a> Generalstabswerk Bd. l, S. 186. Frauen und Kinder wurden niedergemacht, Kranke in ihren H&uuml;tten verbrannt. Drechsler S. 186</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref9">[9]</a> zit. in Generalstabswerk Bd. I, S. 208</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref10">[10]</a> zit. bei Drechsler S. 180</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref11">[11]</a> Generalstabswerk Bd. I, S. 198</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref12">[12]</a> ebenda. S. 207</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref13">[13]</a> zit. bei Drechsler S. 184; vom Generalstabswerk verschwiegen.</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref14">[14]</a> Generalstabswerk Bd. I, S. 214</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref15">[15]</a> Sch&auml;tzungsweise 600-700 Witbooi, 300-400 Bondelzwarts, 300-400 Bethanier. Leutwein S.</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref16">[16]</a> Generalstabswerk Bd. II, S. 299 f</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref17">[17]</a> ebenda S. 7</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref18">[18]</a> Drechsler S. 224</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref19">[19]</a> Generalstabswerk Bd. II, S. 13</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref20">[20]</a> Karstedt S. 213</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref21">[21]</a> BleyS. 191</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref22">[22]</a> Drie&szlig;ler S. 199, 203</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref23">[23]</a> Drechsler S. 214, 250 f</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref24">[24]</a> ebenda S. 252</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref25">[25]</a> ebenda S. 256. Wellington S. 217 f</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref26">[26]</a> Drechsler S. 210</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref27">[27]</a> Protokoll des Parteitages 1904, S. 203</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref28">[28]</a> Bebel auf dem SPD-Parteitag 1907, Protokoll S. 132. Die Revisionisten um Bernstein unterst&uuml;tzten offen die Kolonialpolitik. Vgl. Bernstein S. 179 ff. Dokumente zum Verh&auml;ltnis der SPD zum deutschen Imperialismus vor 1914 bei Heibig S. 70 ff.</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref29">[29]</a> Protokoll des Parteitags 1905, 5. 78; 1911,5. 125.</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref30">[30]</a> Rohrbach&nbsp; S. 352, 361</p>
</div>
</div></div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
</rss>
