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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: &quot;Mein GroÃŸvater, der TÃ¤ter&quot; - Ein Ausnahmeartikel von Lorenz Hemicker in einem Meer verdrÃ¤ngter deutscher Familiengeschichten, auch als Podcast </title>
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    <span class="xar-mod-title">Erinnerungsarbeit + Artikel von Winfried Nachtwei fÃ¼r Zeitschriften u.Ã¤.</span>

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            &quot;Mein GroÃŸvater, der TÃ¤ter&quot; - Ein Ausnahmeartikel von Lorenz Hemicker in einem Meer verdrÃ¤ngter deutscher Familiengeschichten, auch als Podcast          </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 21. März 2021 13:36:50 +02:00 (35936 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Im Frankfurter Allgemeine Magazin vom M&auml;rz, auf faz.net auch als Podcast&nbsp; erschien die Geschichte des Gro&szlig;vaters eines FAZ-Redakteurs, der im November 1941 als Ingenieur und Baudezernent im Stab des H&ouml;heren SS- und Polizeif&uuml;hrers Friedich Jeckeln die Gr&ouml;&szlig;e und Anzahl der Gruben berechnete, in denen im W&auml;ldchen von Rumbula ab 30. November &uuml;ber 25.000 j&uuml;dische H&auml;ftlinge des Rigaer Ghettos erschossen werden sollten. Der Enkel stellte sich dieser Familiengeschichte, forschte in Prozessakten, besuchte in Riga die Tatorte und sprach ausf&uuml;hrlich mit zwei &Uuml;berlebenden von Rumbula und Ghetto. Hieraus entstanden 2015 und 2017 zwei weitere gro&szlig;e FAZ-Artikel. Es sind Ausnahmeartikel auch deshalb, weil der Komplex des Judenmordes in Riga und Lettland in Deutschland bis heute relativ wenig bekannt ist. &nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>&bdquo;Mein Gro&szlig;vater, der T&auml;ter&ndash; </strong></p>
<p align="center">Ernst Hemicker starb, bevor ich auf die Welt kam. Doch seine Beteiligung am Holocaust l&auml;sst mich nicht los&ldquo; von Lorenz Hemicker</p>
<p align="center">im FAZ Magazin, auf faz.net und als Podcast von Timo Steppat</p>
<p align="center">Zusammengestellt von W. Nachtwei, M&auml;rz 2021</p>
<p align="center">(Bilder auf <a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei">www.facebook.com/winfried.nachtwei</a> )</p>
<p>&bdquo;Er starb pl&ouml;tzlich und unerwartet, keine zwei Wochen vor unserer geplanten Reise in den Wald von Rumbula&nbsp; - wo die SS Ende 1941 gemeinsam mit ihren Helfern an zwei Tagen rund 27.500 Menschen j&uuml;dischen Glaubens ermordete, die meisten von ihnen Frauen und Kinder.</p>
<p>Dass <strong>mein Gro&szlig;vater Ernst</strong> an diesem unfassbaren Verbrechen beteiligt war, wei&szlig; ich seit meiner Kindheit. Mein Vater erz&auml;hlte mir das erste Mal davon, als wir auf der Autobahn 4 nach Hause unterwegs waren. (&hellip;) Wie wir auf dieser Fahrt auf Ernst kamen, wei&szlig; ich nicht mehr. Aber ein Satz lie&szlig; mich zwischen Schlagermusik und den Erz&auml;hlungen meines Vaters &uuml;be Frontverl&auml;ufe aufhorchen. &bdquo;Dein Gro&szlig;vater hat sich verdient gemacht.&ldquo; Was sollte das bedeuten? Ich verstand nicht direkt, was er meinte, auch wenn ich die Ironie, die sein liebster Schutzschild war, in seiner Stimme wahrnahm. Ich fragte nach. Der &bdquo;alte Ernst&ldquo;, so nannte er seinen Vater meist, wenn er mit mir sprach, sei angeklagt gewesen auf Beihilfe zum Mord in mehr als 25.000 F&auml;llen. Von der Anklage sollte ich noch h&auml;ufiger h&ouml;ren. Mein Vater erz&auml;hlte von ihr an Weihnachten unter Verwandten genauso wie im Sommer in den G&auml;rten unserer Nachbarn. &bdquo;Peter, lass gut sein&ldquo;, sagte dann irgendwann der eine oder andere.</p>
<p>Mit dem Wissen, dass mein Gro&szlig;vater &bdquo;sich verdient gemacht hatte&ldquo;, wuchs ich auf, ohne die Geschichte gro&szlig; zu hinterfragen.&nbsp; (&hellip;)&ldquo;</p>
<p>Die Geschichte &uuml;ber Ernst Hemicker, die langj&auml;hrige Spurensuche des Enkels und seine Begegnung mit dem Rumbula-&Uuml;berlebenden Alexander Bergmann erschien in der M&auml;rzausgabe des &nbsp;Frankfurter Allgemeine Magazin am 13.03.2021 auf f&uuml;nf gro&szlig;en Seiten,</p>
<p>S. 56-60, &nbsp;<a href="https://dynamic.faz.net/download/2021/fazmagazin_202103.pdf">https://dynamic.faz.net/download/2021/fazmagazin_202103.pdf</a> ; seit 22.03. mit mehr Fotos auf faz.net &nbsp;<a href="https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/ernst-hemicker-der-totengraeber-vom-rumbula-17194713.html">https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/ernst-hemicker-der-totengraeber-vom-rumbula-17194713.html</a> &nbsp;</p>
<p><strong>Mein Leserbrief</strong>, am 19.03.2021 in der FAZ erschienen:</p>
<p>&bdquo;Zu dem Artikel &bdquo;Mein Gro&szlig;vater, der T&auml;ter&ldquo;: Im Jahr 1989 stie&szlig; ich im noch sowjetisch besetzten Riga auf Spuren der deutschen Besatzungszeit &ndash; des &bdquo;Reichsjudenghettos&ldquo;, der Vernichtungsorte von Rumbula und Bikernieki.</p>
<p>Die Geschichte &uuml;ber Ernst Hemicker habe ich verschlungen. Ich danke seinem Enkel, dem Redakteur der FAZ, von Herzen und empfinde hohen Respekt, dass er die Geschichte &uuml;ber Taten seines Gro&szlig;vaters im Holocaust &ouml;ffentlich gemacht hat. Auch wenn es der Generationenabstand inzwischen erleichtert - ich vermute, dass immer noch Mut dazu geh&ouml;rt, eine solche Geschichte zu ver&ouml;ffentlichen.</p>
<p>Sie geh&ouml;rt zu den ganz wenigen, die bisher &uuml;berhaupt in einem &uuml;berregionalen deutschen Medium zum Judenmord in Riga erschienen ist. Dass in Riga und Minsk auch die Massenvernichtung deutscher und &ouml;sterreichischer Juden begann, ist bis heute wenig bewusst. (&hellip;)&ldquo; <a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/briefe-an-die-herausgeber/leserbriefe-vom-19-maerz-2021-17251972.html">https://www.faz.net/aktuell/politik/briefe-an-die-herausgeber/leserbriefe-vom-19-maerz-2021-17251972.html</a></p>
<p><strong>F.A.Z. Podcast f&uuml;r Deutschland : Mein Opa war ein Kriegsverbrecher - </strong>Ein F.A.Z.-Redakteur recherchiert die Geschichte seines Gro&szlig;vaters und erf&auml;hrt, dass der fr&uuml;her Teil der Holocaust-Mordmaschine war. &Uuml;ber Familiengeheimnisse und ihre sp&auml;te Aufarbeitung.</p>
<p>Von <a href="https://www.faz.net/redaktion/timo-steppat-14165486.html">Timo Steppat</a> , 22.03.2021, <a href="https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-podcast-fuer-deutschland/f-a-z-podcast-fuer-deutschland-mein-opa-war-ein-kriegsverbrecher-17258090.html">https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-podcast-fuer-deutschland/f-a-z-podcast-fuer-deutschland-mein-opa-war-ein-kriegsverbrecher-17258090.html</a></p>
<p><strong>Hinweis auf &bdquo;Beihilfe zum Mord in mehr als 25.000 F&auml;llen&ldquo;</strong></p>
<p>Anfang der 1990er Jahre recherchierte ich in der &bdquo;Zentralen Stelle der L&auml;nderjustizver-waltungen zur Aufkl&auml;rung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen&ldquo; in Ludwigsburg zum Rigaer Ghetto und den Deportationen dorthin. In dem Urteil des Landgerichts Hamburg vom 23.02.1973 (147 Js 5/71) gegen vier deutsche Polizisten, ehemals Angeh&ouml;rige des Kommandos der Schutzpolizei Riga und des Reserve-Polizeibataillons 22, hie&szlig; es zur &bdquo;Vernichtung der lettischen Juden aus dem Rigaer Ghetto&ldquo;&nbsp; unter</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">2.5.1 &bdquo;Vorbereitung auf die Aktion vom 30.11.1941&ldquo;:</span></p>
<p>&bdquo;Am 10. oder 11. November fand in Berlin eine Besprechung Himmlers mit dem neuen H&ouml;heren SS- und Polizeif&uuml;hrer (HSSPF) Ostland und Russland Nord, Friedrich Jeckeln statt. Jeckeln erhielt den ausdr&uuml;cklichen Befehl, das Ghetto zu liquidieren. In Riga informierte Jeckeln Reichskommissar Lohse. Er kritisierte die bisherige Behandlung der Juden, vor allem ihren &bdquo;bedenkenlosen&ldquo; Arbeitseinsatz. &bdquo;Gegen den Widerstand aller deutschen Dienststellen, die j&uuml;dische Arbeitskr&auml;fte dringend ben&ouml;tigten, begann Jeckeln Mitte November 1941 mit der Vorbereitung der Ghettor&auml;umung.&ldquo; Mehrfach fuhr er in die Umgebung Rigas, um ein Erschie&szlig;ungsgel&auml;nde zu finden. Nahe der Bahnstation Rumbula entdeckte er ein &bdquo;sandiges, leicht h&uuml;geliges, mit Kusseln und lichtem Baumbestand bewachsenes Gebiet, dem ein etwa 150 m breites Feld vorgelagert war.&ldquo; (Letbartskij-Wald, 8 km vom Rigaer Stadtrand)</p>
<p>Eine Reihe Vorbesprechungen fanden statt mit F&uuml;hrern der Sicherheits- und Ordnungspolizei und lettischer Polizeiverb&auml;nde, &bdquo;nachdem er unter Ber&uuml;cksichtigung seiner im S&uuml;dabschnitt gesammelten Erfahrungen (<em>Anm.: Kamenez-Pdolsk Ende August mit 23.600 Opfern, Berditschew Anfang September mit 18.600 Opfern, Kiew/Babi Jar 29./30. September mit 33.700 Opfern, Kriwoi-Rog Mitte Oktober mit 3.300 Opfern)</em> selbst den Ablauf der von ihm beabsichtigten Massenexekution handschriftlich skizziert hatte.&ldquo; Wegen auffallend h&auml;ufiger Besprechungen habe sich das Vorhaben in der Dienststelle des HSSPF bald herumgesprochen.</p>
<p>Anhand der Stabsliste legte Jeckeln Eins&auml;tze fest. &bdquo;Insbesondere diejenigen, die f&uuml;r weich hielt, teilte er als Aufsichtsf&uuml;hrende im Ghetto, beim Abtransport der Juden zur Exekutionsst&auml;tte und auf dem Exekutionsgel&auml;nde ein. An jedem Aktionstag waren etwa 25 Stabsangeh&ouml;rige, von Jeckeln pers&ouml;nlich bestellt und ihm selbst mit ihren Aufgaben vertraut gemacht, an der Exekutionsstelle im Einsatz.&ldquo; Den Leiter der Fahrbereitschaft, den degradierten ehemaligen SS-Oberf. Zingler lie&szlig; er zu sich kommen und erkl&auml;rte ihm, dass er an der Exekution als Sch&uuml;tze teilzunehmen habe und sich dabei bew&auml;hren k&ouml;nne. Andere Sch&uuml;tzen kamen aus Jeckelns Dienststelle, darunter 10-12, die schon bei Jeckelns Aktionen in der Ukraine dabei waren.</p>
<p>Um die Zahl der Sch&uuml;tzen zu vergr&ouml;&szlig;ern, rief Jeckeln ca. 12 Mann der K-Staffel beim HSSPF ins Ritterhaus (<em>Anm.: heutiges Parlamentsgeb&auml;ude</em>), er&ouml;ffnete ihnen sein Vorhaben und dass mehr Erfahrene ben&ouml;tigt w&uuml;rden. &bdquo;Er fragte nach freiwilligen Meldungen, erkl&auml;rte jedoch zugleich, dass er es niemandem &uuml;belnehme, wenn er sich nicht melde, weil es sich um eine sehr unangenehme Sache handele. Von den Kraftfahrern meldete sich niemand. Ihnen fiel w&auml;hrend der Ghettor&auml;umung die Aufgabe zu, SS-F&uuml;hrer und Polizeioffiziere zur Exekutionsst&auml;tte und zur&uuml;ck zu fahren.&ldquo;</p>
<p>Die Aushebung der Gruben geschah zehn Tage vorher unter der Leitung des SS-Untersturmf&uuml;hrers Hemicker, Ingenieur und Baudezernent in Jeckelns Stab. &bdquo;Dieser errechnete den vermutlich ben&ouml;tigten Rauminhalt der Gruben und lie&szlig; etwa ein halbes Dutzend Gruben anlegen. Sie ma&szlig;en etwa zehn Meter im Quadrat und waren zweieinhalb bis drei Meter tief.&ldquo; Es wurden Rampen angelegt, &bdquo;damit die Opfer sp&auml;ter in die Gruben hineingehen konnten.&ldquo;</p>
<p>300 russische Kriegsgefangene aus Salaspils gruben die Gruben innerhalb von zwei bis drei Tagen. (&hellip;)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">2.6 Bekanntwerden der Aktion in Riga</span></p>
<p>Meldungen &uuml;ber die Aktion brachten noch abends der sowjetische und britische Rundfunk. In den n&auml;chsten Tagen war die Aktion Stadtgespr&auml;ch (auch wegen der beteiligten lettischen Polizisten und der Kleidungsst&uuml;cke). (&hellip;)&ldquo;</p>
<p>(W.N., 75. Jahrestag des Massenmordes an den Rigaer Juden (&bdquo;Rigaer Blutsonntag&ldquo;) am 30. November 1941: Der Tatverlauf laut Landgericht Hamburg, November 2016, &nbsp;<a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1439">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1439</a> )</p>
<p><strong>Gro&szlig;e Artikel von Lorenz Hemicker mit Alexander Bergmann und Margers Vestermanis, letzten &Uuml;berlebenden des Rigaer Ghettos, in der FAZ 2015 und 2017</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Alexander Bergmann</span>, Jahrgang 1925, Rechtsanwalt, langj&auml;hriger Vorsitzender des Vereins der ehemaligen j&uuml;dischen Ghetto- und KZ-H&auml;ftlinge Lettlands, gestorben am 12.01.2016</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Margers Vestermanis</span>, Jahrgang 1925, Historiker, Gr&uuml;nder und langj&auml;hriger Leiter des Museums &bdquo;Jews in Latvia&ldquo;.</p>
<p>Beide hatten alle ihre Familienangeh&ouml;rigen 1941 durch Mord verloren, fast alle in Rumbula.</p>
<p>Beide sprachen ausf&uuml;hrlich mit Lorenz Hemicker, der von vorneherein seinen famili&auml;ren Hintergrund offen gelegt hatte.</p>
<p><strong>&bdquo;</strong><strong>KZ-H&auml;ftling Alexander Bergmann: Ende einer H&ouml;llenfahrt</strong>&ldquo;&nbsp; von Lorenz Hemicker, FAZ 11.04.2015,</p>
<p>&bdquo;Am 11. April 1945 sto&szlig;en die Amerikaner Richtung Magdeburg vor. Alexander Bergmann, Gefangener im Au&szlig;enlager des KZ Buchenwald, hofft auf sie &ndash; und f&uuml;rchtet, in letzter Minute von der SS ermordet zu werden.</p>
<p>Der 11. April 1945 beginnt im Magdeburger Au&szlig;enlager des KZ Buchenwald wie jeder andere, grausame Tag. Nach Verabreichung eines tr&uuml;ben Ges&ouml;ffs, das die Aufseher Kaffee nennen, erhalten die knapp 800 H&auml;ftlinge den Befehl zum Aufstellen. Angetrieben von den Schreien und Schl&auml;gen der SS-M&auml;nner, nehmen die Reihen Gestalt an. Es sind Reihen ausgezehrter Menschen in gestreiften H&auml;ftlingsanz&uuml;gen, Anz&uuml;gen und M&uuml;tzen. An den mit Lumpen umwickelten F&uuml;&szlig;en tragen sie Holzpantinen. &bdquo;Ich war einer von ihnen.&ldquo; Alexander Bergmann begr&uuml;&szlig;t den deutschen Gast in seiner Wohnung unweit des Stadtzentrums mit Handschlag. Sein Gang ist unsicher, aus dem Haus wagt sich der 89 Jahre alte Rechtsanwalt nur noch selten. Doch die Erinnerungen an das Ende seiner H&ouml;llenfahrt vor siebzig Jahren klingen aus seinem Munde so, als ob er alles erst k&uuml;rzlich erlebt h&auml;tte.</p>
<p>Bergmann stammt aus Riga. Er ist Jude und, als die Deutschen die lettische Hauptstadt im Juli 1941 besetzen, gerade 16 Jahre alt. Dass er im Fr&uuml;hjahr 1945 noch lebt, grenzt an ein Wunder. In den vier Jahren als Gefangener der Nazis hat er Unterern&auml;hrung, Misshandlungen und Zwangsarbeit ausgehalten. Auch den Mordaktionen der SS ist der kleingewachsene Junge entgangen. Aus einer Gruppe Kranker, die verbrannt werden sollen, holt ihn ein Kapo wieder heraus - weil zwei Personen zu viel gemeldet worden sind. Ein anderes Mal werden die angetretenen H&auml;ftlinge einfach abgez&auml;hlt. Bergmann steht an der richtigen Stelle. Die beiden H&auml;ftlinge neben ihm werden ermordet. &bdquo;Ich habe mich bem&uuml;ht, nicht aufzufallen&ldquo;, sagt Bergmann r&uuml;ckblickend. &bdquo;Aber letztlich hatte ich einfach Gl&uuml;ck. (&hellip;)&ldquo;</p>
<p>Video &bdquo;Sein Verh&auml;ltnis zu den Deutschen&ldquo;, 2:30 Min.,</p>
<p>Video &bdquo;De Holocaust kann sich wiederholen&ldquo;, 0:33 Min.. Der ganze Artikel:</p>
<p><a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/70-jahre-kriegsende/kz-haeftling-alexander-bergmann-das-ende-einer-hoellenfahrt-13527570.html">https://www.faz.net/aktuell/politik/70-jahre-kriegsende/kz-haeftling-alexander-bergmann-das-ende-einer-hoellenfahrt-13527570.html</a></p>
<p><strong>&bdquo;Der letzte j&uuml;dische Partisan</strong> -&nbsp; Margers Vestermanis flieht aus einem Todestreck und &uuml;berlebt den Holocaust mit einem Karabiner in der Hand. Heute ist er 92. Sein Kampf geht weiter&ldquo; von Lorenz Hemicker, FAZ 26.11.2017, mit Fotos und Video.</p>
<p><strong>&bdquo;R</strong>iga, im November. Die Dunkelheit hat sich l&auml;ngst &uuml;ber die Stadt gelegt, als der alte Mann mit dem schlohwei&szlig;en Haar langsam zum Klavier geht. Behutsam l&auml;sst er sich auf einem B&uuml;rostuhl nieder und beginnt zu spielen. Sanft und entschlossen dr&uuml;cken seine kr&auml;ftigen Finger die Tasten. Moll-Akkorde und eine traurige Melodie f&uuml;llen die hohen R&auml;ume im ersten Stock eines Altbaus an der Krisijana Barona Iela. F&uuml;r einen Augenblick scheint es, als ob er in Gedanken wieder mit den anderen Jungen in einem finsteren Keller unter dem Rigaer Ghetto kauert. Als sie &uuml;ber Flucht und Widerstand sprachen, und die jiddischen Zeilen ihres Liedes sangen. &bdquo;Ghetto, Ghetto, steh uf fun dein tragischem Cholem.&ldquo; Bis auf ihn sind sie l&auml;ngst alle tot: Erschossen oder verhungert, erfroren oder geh&auml;ngt w&auml;hrend des Nazi-Terrors im Baltikum. Der letzte Ton verklingt. Dr. Margers Vestermanis legt die Fingerkuppen aneinander wie um eine kostbare Kristallkugel. Dann blickt er dem Besucher aus Deutschland ruhig ins Gesicht: &bdquo;Das ist wirklich mein Leben.&ldquo; (Video Margers Vestermanis &bdquo;Das letzte Lied&ldquo;, 2:30 Min.)</p>
<p>Dass Vestermanis 92 Jahre alt geworden ist, grenzt an ein Wunder. Als Mitglied einer gebildeten j&uuml;disch-deutschen Unternehmerfamilie &uuml;berlebte er vier Jahre des Nazi-Terrors im Rigaer Ghetto, in lettischen Konzentrationslagern und schlie&szlig;lich als Widerstandsk&auml;mpfer in den W&auml;ldern Kurlands. Das Deutsche habe seiner Familie immer als Zugang zur Weltkultur verstanden, sagt Verstermanis. Doch als die Wehrmacht im Sommer 1941 die Sowjetunion angreift und Riga einnimmt, kommen statt Dichtern Henker. (---)&ldquo; Der ganze Artikel: <a href="https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/der-letzte-ueberlebende-des-ghettos-in-riga-15302933.html">https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/der-letzte-ueberlebende-des-ghettos-in-riga-15302933.html</a></p>
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