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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Ghetto Riga + Deportationen: Fast 50 Jahre vergessen. Unsere erste Riga-Reise 1989, kurz vor der Menschenkette der 2 Millionen von Vilnius, Riga bis Talinn </title>
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    <span class="xar-mod-title">Erinnerungsarbeit + Bericht von Winfried Nachtwei</span>

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        <h1>
            Ghetto Riga + Deportationen: Fast 50 Jahre vergessen. Unsere erste Riga-Reise 1989, kurz vor der Menschenkette der 2 Millionen von Vilnius, Riga bis Talinn          </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 8. August 2019 17:29:07 +01:00 (36460 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Vor 30 Jahren, im Sommer 1989, stie&szlig;en Angela und ich in Riga auf die Spuren des &quot;Reichsjudenghettos&quot;, der Massengr&auml;ber in Rumbula und Bikernieki, lauter vergessene und verlorene Orte. Eine doppelte Schande, die uns nicht mehr loslie&szlig;. Hier erstmalig mein Reisebericht von damals - und Beobachtungen von meiner j&uuml;ngsten Rigareise vor einigen Tagen. F&uuml;r vortr&auml;ge &uuml;ber meine Erfahrungen in 30 Jahren Erinnerungsarbeit zu &quot;Verschollen in Riga&quot; stehe ich gern zur Verf&uuml;gung.&nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center">Nachbarn von nebenan &ndash; verschollen in Riga: Fast</p>
<p align="center">50 Jahre verdr&auml;ngt + vergessen. Aufbrechende Erinnerung vor 30 Jahren</p>
<p align="center"><strong>Bericht von unserer ersten Riga-Reise 1989 &ndash; und der letzten 2019</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei, August 2019</p>
<p align="center">(Fotos auf <a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei">www.facebook.com/winfried.nachtwei</a> )</p>
<p><strong><em><span style="text-decoration: underline;">Anst&ouml;&szlig;e</span></em></strong></p>
<p><strong><em><span style="text-decoration: underline;">Begegegnungsreise nach Minsk</span>/Wei&szlig;russland 1988</em></strong></p>
<p><em>Im August 1988unternahm die Friedens-AG von GAL/GR&Uuml;NEN M&uuml;nster eine Begegnungsreise nach Minsk im noch sowjetischen Wei&szlig;russland. Es war die Zeit von Perestroika und Glasnost, der Umgestaltung und &Ouml;ffnung des sowjetischen Systems unter Michail Gorbatschow. (&hellip;) Als eine der ersten Reisegruppen aus Westdeutschland nahmen wir die Spuren des deutschen Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion auf. Am 14. August besuchten wir die Gedenkst&auml;tte Chatyn ca. 60 km von Minsk entfernt. Das Dorf Chatyn war am 22. M&auml;rz 1943 von einer SS-Einheit mit seinen 149 Einwohnern, darunter 75 Kindern, verbrannt worden. Insgesamt 186 D&ouml;rfer mitsamt ihrer Bev&ouml;lkerung verbrannten die deutschen Besatzer. Dass diesem Vernichtungskrieg ein Viertel der wei&szlig;russischen Bev&ouml;lkerung zum Opfer fiel, war in Deutschland damals nahezu unbekannt. Auch heute ist es noch ziemlich wenig bekannt.</em></p>
<p><em>Den sowjetischen Veteranen und Mitgliedern des Friedenskomitees &uuml;bergaben wir die Dokumentation &bdquo;Spuren des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion und anderer Kriege gegen Russland im M&uuml;nsterland&ldquo;, die ich vorher zusammengestellt hatte. Hierin sind die 14 Wehrmachtsdivisionen mit ihren Marschstrecken sowie 16 Polizei-Bataillone aufgelistet, die allein im Wehrkreis VI (Rheinland und Westfalen), Stab in M&uuml;nster, f&uuml;r den Krieg gegen die europ&auml;ischen Nachbarn aufgestellt worden waren. (Ihre Geschichte ist bis heute nicht erforscht!) Der <span style="text-decoration: underline;">Bericht</span> von dieser Pioniereise ist jetzt &ouml;ffentlich zug&auml;nglich unter </em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1540"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1540</em></a><em> , die <span style="text-decoration: underline;">Dokumentation</span> unter </em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1541"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1541</em></a></p>
<p><em>F&uuml;r mich als Geschichtslehrer und friedensbewegten Gr&uuml;nen wurden die aufw&uuml;hlenden Reiseerfahrungen zum Ansto&szlig; f&uuml;r weitere Spurensuche und Erinnerungsarbeit.</em></p>
<p><strong><em><span style="text-decoration: underline;">Kriegsverbrecher-Prozess</span></em></strong><em>: </em><em>Am 17. Oktober 1988, zwei Monate nach Besuch der Gedenkst&auml;tte Chatyn, berichtete die Tagesschau von dem mutma&szlig;lichen, in M&uuml;nster lebenden Kriegsverbrecher Boleslavs Maikovskis. Dem ehemaligen Hauptmann der lettischen Hilfspolizei wurde vorgeworfen, ma&szlig;geblich an der Ermordung von 170 Einwohnern des ostlettischen Dorfes Audrini im Januar 1942 beteiligt gewesen zu sein. Ich wurde hellh&ouml;rig, fand in meinem Archiv Dokumente zu Audrini und gab sie an den WDR weiter. Kurz sp&auml;ter machte mich Paul Wulff, NS-Opfer und Antifaschist, auf den Bericht des M&uuml;nsteraners Siegfried Weinberg aufmerksam, der im Dezember 1941 mit 390 j&uuml;dischen Menschen aus M&uuml;nster und dem M&uuml;nsterland im sog. &bdquo;Bielefelder Transport&ldquo; ins Ghetto Riga deportiert worden war. So kamen Steine ins Rollen.</em></p>
<p><strong><em><span style="text-decoration: underline;">Riga</span></em></strong><em>: M&uuml;nster galt lange als Hauptstadt der Exilletten im Westen. Immer wieder demonstrierten vor dem Rathaus Exilletten mit Nationalfahnen gegen die Sowjetokkupation ihrer Heimatl&auml;nder. Linke und Friedensbewegte blieben da lieber auf Distanz. </em><em>Ab 1986 schwoll eine Umweltbewegung im Baltikum immer mehr an und wurde&nbsp; zu einer Unabh&auml;ngigkeitsbewegung. 1988 demonstrierten in Riga 500.000 Menschen, am 23. August 1989, dem 50. Jahrestag des Hitler-Stalin-Pakts sogar 2 Millionen Menschen in einer Menschenkette &uuml;ber 670 km von Vilnius &uuml;ber Riga bis Talinn. &bdquo;Im Osten viel Neues!&ldquo; Und dann die in M&uuml;nster auftauchenden T&auml;ter- und Opferspuren zur NS-Herrschaft im Baltikum. Also machten meine Frau Angela und ich im Sommer 1989 unseren Aktivurlaub erstmalig im Osten, in Riga, der Hauptstadt der Lettischen Sowjetrepublik. Hier stie&szlig;en wir auf die weitgehend erhaltenen Stra&szlig;enz&uuml;ge des fr&uuml;heren </em><em>Ghettos, auf Dutzende Massengr&auml;ber &ndash; lauter vergessene, verlorene Orte! Wir begegneten mit Margers Vestermanis einem ersten &Uuml;berlebenden des lettisch-j&uuml;dischen Ghettos.</em></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Bericht von der ersten Riga-Reise</span></strong> <strong>1989</strong> (nach dem Reisetagebuch)</p>
<p>&bdquo;Am 02. Juli ab Travem&uuml;nde um 20.00 Uhr mit dem polnischen F&auml;hrschiff Rogallin &uuml;ber Danzig nach Riga. In Danzig legen wir gegen&uuml;ber der &bdquo;Westerplatte&ldquo; an (seit 1924 polnisches Munitionsdepot). Mit ihrer Beschie&szlig;ung durch das deutsche Schulschiff &bdquo;Schleswig-Holstein&ldquo; begann am 1. September 1939 um 4.45 Uhr der Krieg gegen Polen. Dem zus&auml;tzlichen Angriff einer &bdquo;Marinesto&szlig;truppkompanie&ldquo; und einer SS-Kompanie der &bdquo;Danziger Heimwehr&ldquo; leisteten polnische Soldaten bis zum 7. September Widerstand. Daran erinnert ein 23 Meter hohes Granitdenkmal. Am 1. September sollte Bundespr&auml;sident von Weizs&auml;cker hier sprechen.</p>
<p>&Uuml;ber eine ausf&uuml;hrliche Buchbesprechung von Anita Kugler in der taz war ich auf das Buch&nbsp; &bdquo;<em>Judenmord in Lettland</em>&ldquo; des lettisch-j&uuml;dischen Holocaust-&Uuml;berlebenden Dr. Bernhard Press gesto&szlig;en.<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> Schockierend, in welchem Ausma&szlig; Judenverfolgung und &ndash;vernichtung von lettischer Seite mitgetragen wurde.</p>
<p><strong>Ankunft</strong> (4. Juli): Einfahrt in die Daugava/D&uuml;na, linker Hand Hafenanlagen, rechts H&auml;uschen, zum Teil bis zum Ufer. Rigas Silhouette wird unterbrochen vom Hochhaus des Landwirtschaftsministeriums.</p>
<p>Bei der Zollkontrolle fragt man uns nach Schriften. Ich verneine erst. Als dann aber doch B&uuml;cher auftauchen, bekommen wir erhebliche Schwierigkeiten: Alles wird durchsucht, Misstrauen erregen vor allem B&uuml;cher von Erich Kuby &bdquo;<em>Als Polen deutsch war</em>&ldquo; (1986) und von Marcus Weidner &uuml;ber Kriegsgefangene in M&uuml;nster und schlie&szlig;lich taz-Artikel &uuml;ber Lettland. Ich versuche zu erkl&auml;ren, dass es sich gerade um antifaschistische Literatur handele &ndash; kein Erfolg. Meine S&auml;uernis w&auml;chst, sogar Adressenlisten, Vorstellungsbriefe (&bdquo;<em>Briefe werden mit der Post bef&ouml;rdert!</em>&ldquo;) und mein fast leeres Tagebuch werden festgehalten. M&uuml;hseliges Anfertigen des Protokolls durch junge Beamte, Verz&ouml;gerung durch personelles Durcheinander &ndash; und die Reisegruppe muss warten. Sogar zwei Exemplare des &bdquo;<em>Maulwurfs</em>&ldquo; (Zeitung der M&uuml;nsteraner Gr&uuml;nen) mit der Maikovskis-Geschichte m&uuml;ssen dort bleiben. (Zwei Tage sp&auml;ter k&ouml;nnen wird die beschlagnahmten Schriften beim Zoll abholen, behutsame Entschuldigung.</p>
<p>In unserer Reisegruppe sind ansonsten nur Ex-Baltendeutsche, die 1937, vor allem 1939, aber auch 1942 &bdquo;heim ins Reich&ldquo; kamen und nun nach ca. 50 Jahren zum ersten Mal Blicke zur&uuml;ckwerfen. Interessiert sind diese Leute nur an der Vergangenheit: Alte H&auml;user werden aufgesucht, wo zwei Familien enorm herzlich empfangen und bewirtet werden. F&uuml;r die einen ist damit die vergangene Heimat beruhigend &bdquo;bew&auml;ltigt&ldquo;, andre n&ouml;rgeln st&auml;ndig, wie heruntergekommen und verwahrlost alles sei, nur russische Namen, Verkl&auml;rung der 1939er Vergangenheit. An der hiesigen Gegenwart besteht kein Interesse, au&szlig;er, wenn`s gegen die Russen geht. Die antirussische Aktionseinheit zwischen diesen r&uuml;ckw&auml;rtsgewandten Deutschen und den Letten ist verheerend!</p>
<p>Hotelunterkunft in Jurmala, Majori direkt am Ostseestrand im ehemaligen Sanatorium des Ministerrates</p>
<p><strong>Altstadtf&uuml;hrung </strong>(5. Juli): Denkmal der &bdquo;Lettischen Roten Sch&uuml;tzen&ldquo; auf dem ehemaligen Rathausplatz, wo fr&uuml;her das &bdquo;Schwarzh&auml;upterhaus&ldquo; stand; Petrikirche; Gro&szlig;e und Kleine Gilde; Domplatz, ehemalige B&ouml;rse, Herder-Denkmal, die &bdquo;Drei Br&uuml;der&ldquo;; Jakobuskirche und Geb&auml;ude des Obersten Sowjet der LSR; Schwedentor. Br&uuml;derfriedhof, Waldfriedhof.</p>
<p><strong>Ethnographisches Museum</strong> (6. Juli), Markthallen und Kolchosmarkt, Besuch im Geb&auml;ude der Volksfront in der Altstadt, einzelne Gespr&auml;che.</p>
<p><strong>Museum zur Geschichte der Stadt Riga</strong> (7. Juli), &nbsp;Freiheitsstatuevon 1934 &bdquo;F&uuml;r Vaterland und Freiheit&ldquo;. Eckfiguren stellen dar die Arbeit des Volkes, die Verteidigung der Heimat, die Entwicklung von Kunst und Wissenschaft und &bdquo;Mutter Heimat&ldquo;. Ende der 1950er Jahre wurde diskutiert, ob es wegen seiner Entstehung w&auml;hrend der Ulmanis-Herrschaft abgerissen werden sollte. Heute ist die Freiheitsstatue das Wahrzeichen f&uuml;r das nationale Lettland, sichtbar an den vielen frischen Blumen, Blumenk&ouml;rben. Menschenauflauf am angrenzenden Park: Auf dem Rasen ein Plakat, davor mit Steinen beschwerte verschiedene Schreiben, dahinter einer im &bdquo;Hungerstreik f&uuml;r ein freies Lettland&ldquo;. Das Lenin-Denkmal hinter dem Freiheitsdenkmal steht voll in dessen Schatten, nur wenige Blumen. Besuch beim Umweltclub VAK an der Kalnciema iela 30 auf der anderen Seite der Daugava&hellip;</p>
<p><strong>&nbsp;</strong></p>
<p><strong>Ausflug mit Janis Danoss</strong> (8. Juli), dem Vorsitzenden des &bdquo;Lettisch-Deutschen Kulturvereins&ldquo; mit rund 100 Mitgliedern. (Sein Name wird uns beim Besuch der Volksfont genannt) Er &uuml;bersch&uuml;ttet uns schnell mit Angaben zur Person (Atomphysiker, Mitglied verschiedener Kommissionen, Referent bei der Volksfront und Mitbegr&uuml;nder) und zum System. Vorbei geht`s an ehemaligem Milit&auml;rflugplatz, am Wochenende ein gro&szlig;er Schwarzmarkt, vorbei an Salaspils, Daugava-Stausee. Begegnungen mit Menschen auf dem Land, freundliche Gespr&auml;che, Abstecher zu einem kleinen See in einem gro&szlig;en Waldgebiet, massenweise Blaubeeren.</p>
<p>Auf der R&uuml;ckfahrt Halt bei der Gedenkst&auml;tte auf dem Gel&auml;nde des ehemaligen &bdquo;Arbeitserziehungslagers&ldquo; Salaspils.</p>
<p>Die Letten h&auml;tten Probleme mit der Gedenkst&auml;tte Salaspils, weil sie gegen den einen Faschismus von dem anderen Faschismus errichtet worden sei, unter dem sie</p>
<p>&bdquo;schmachteten&ldquo;. Er sei auch nur einmal in offiziellem Zusammenhang hier gewesen. Aus Gastfreundschaft f&auml;hrt er uns hin. Seine Frau bleibt im Wagen. Am Eingang der Gedenkst&auml;tte ist seine Distanz sp&uuml;rbar. Zu seinem klagenden Sohn sagt er, dass es an uns G&auml;sten liege, wann es wieder zur&uuml;ckgehe, In dieser Situation k&ouml;nnen wir nicht mehr in Ruhe hier bleiben, gar das Museum besichtigen und brechen ab. Er erz&auml;hlt, man habe das damals ja mitgekriegt, aber nicht so richtig gewusst. Ein Schulkamerad habe wohl bei der Massenschl&auml;chterei mitgemacht. Er sei kein Sadist gewesen, aber von den Nazis als einer herangezogen, der Verwandte unter Stalin verloren hatte. Die Methode war, erst zehn Mann eine Person erschie&szlig;en zu lassen, dann f&uuml;nf zwei &hellip; dann mit dem MG &hellip; und voll betrunken. Der Schulkamerad, der von allen deshalb geschnitten und verachtet worden sei, habe sich deshalb erschossen.</p>
<p><strong>Gespr&auml;ch mit</strong> <strong>dem Historiker</strong> <strong>Prof. Peter Krupnikovs</strong> (9. Juli) an der Deglava iela 59-24. In dem gro&szlig;en Mietshaus finden wir unten keine Namensschilder und Klingeln. Das Treppenhaus d&uuml;ster, kellerartig, modrig. Auch an der Nr. 24 kein Name, nur eine Klingel. Uns &ouml;ffnen sich zwei T&uuml;ren. Wir treten in eine aufger&auml;umte, gepflegte und helle Wohnung &ndash; in vollem Kontrast zum Flur. Gem&uuml;tliche Atmosph&auml;re, viele sch&ouml;ne Mitbringsel und B&uuml;cher, Zwei-M&auml;nner-Haushalt. Nach unserer Vorstellung gibt er zun&auml;chst einen Abriss der &auml;u&szlig;erst komplizierten Jahre 1917-19, dann zur Rolle der Baltendeutschen, zu den Deportationen nach Sibirien und ihren innenpolitischen Wirkungen (fr&uuml;her recht gutes lettisch-russisches Verh&auml;ltnis), zur Zuwanderung nach dem Krieg, der Judenverfolgung hier und den Nazimethoden dabei. Er doziert &uuml;bersichtlich und gegliedert. Ich brauche nur anzusto&szlig;en, mal ein Stichwort geben. Eine enorme Fundgrube, von der wir einen Schimmer abbekommen haben.</p>
<p><strong>Bikernieki-Wald</strong>: An der Stra&szlig;e ein Hinweisschild &bdquo;<em>Fasisma terora upura masu kapu vieta</em>&ldquo;. Wir folgen dem sandigen Weg in den Fichtenwald. Nach vielleicht einem Kilometer finden wir hinter einer Anh&ouml;he in einer Mulde f&uuml;nf Massengr&auml;ber, eingefasst mit Bordsteinen, offenbar kaum gepflegt, an einer Einfassung sogar Hakenkreuz-Kritzeleien und SS-Runen. Den Gedenkstein (&bdquo;Gedenken an 45.600 Sowjetb&uuml;rger als Opfer des Faschismus&ldquo;) finden wir nicht. Ob er dort stand, wo Reste eines Fundaments sind? Sonst keinerlei Hinweise &ndash; ein lichter, sonniger Wald, friedliches Naherholungsgebiet. Unvorstellbar, was hier geschah!</p>
<p><em>(Anm. 2019: Der gr&ouml;&szlig;ere Teil der insgesamt 55 Massengr&auml;ber &ndash; und die sp&auml;tere Gedenkst&auml;tte - liegt im Wald auf der anderen Stra&szlig;enseite. Nach j&uuml;ngsten Untersuchungen sind in Bikernueki mindestens 35.000 Menschen ermordet worden.)</em></p>
<p><strong>Platz der ehemaligen</strong> <strong>Gro&szlig;en Synagoge an der Gogolstra&szlig;e</strong>, nicht weit von der Akademie der Wissenschaften. Bis vor kurzem war die Gro&szlig;e Synagoge spurlos &bdquo;verschwunden&ldquo;. Am 4. Juli 1941 lie&szlig; die Einsatzgrupp A von Sicherheitspolizei und SD durch lettische Polizei (Kommando Arajs) Juden wahllos aus der Umgebung in der Synagoge zusammentreiben (zu 300 gefl&uuml;chteten litauischen Juden im Keller), von MG`s umstellen und anz&uuml;nden. Handgranaten wurden durch die Fenster geworfen, niemand &uuml;berlebte. Weit mehr als 300, vielleicht 2000 Menschen kamen hier um!</p>
<p>Am 4. Juli 1989 wurde hier endlich ein Gedenkstein aufgestellt &ndash; in Anwesenheit prominenter Staats-, Partei- und Fronten-Vertreter. Ein einschneidendes historisches Ereignis!!</p>
<p><strong>Gro&szlig;es Ghetto</strong> in der Moskauer Vorstadt: Lacplesa, Moskavas (hier Grenze), dann Kijevas, Ludzas iela bis zur Ecke des Kleinen Ghettos und der Ghetto-Kommandantur. An diesem &auml;u&szlig;erst schw&uuml;len Sonntagnachmittag ist alles v&ouml;llig leer. Das ganze Viertel runtergekommen, viele Bebauungsl&uuml;cken, verrottete Holzh&auml;user wie gr&ouml;&szlig;ere Steinbauten. Das einzige vollst&auml;ndig erhaltene j&uuml;dische Ghetto des 20. Jahrhunderts! (Press S. 73)</p>
<p>Am 27. November 1941 Plakatanschlag, dass am 29.11. um 9.00 Uhr alle M&auml;nner in der Sadownikow iela (heute Franzes iela) anzutreten h&auml;tten. Es geschieht nichts. Nachmittags neue Anordnung, dass Evakuierung am 30.11. um 6.00 Uhr beginnen solle. Die Vernichtungsaktion beginnt am Abend und umfasst die zentrumsnahe H&auml;lfte des Ghettos. Vor allem lettische Polizei und Kommandos, schwer betrunken; zuerst Massaker in Altersheim; Vertreibung aus den Wohnungen, viele an Ort und Stelle erschossen; Kinder aus dem Fenster geworfen; die Menschen wurden aus dem Ghetto &uuml;ber die Ludzas iela bis nach Rumbula getrieben (bis dahin nur winzige Bahnstation), wo ab 8.15 Uhr bis 19.45 mehr als 15.000 Menschen erschossen werden, darunter auch gerade aus Deutschland eingetroffene Juden. Die zweite Evakuierung und Mordaktion am 8. Dezember mit 11.000 Opfern. Insgesamt 27.8000 am 30.11. und 8.12. aus dem Ghetto nach Rumbula!</p>
<p><strong>Salaspils:</strong> Mit dem Zug vom Hauptbahnhof sieben Stationen raus bis zur Station Darzini (nach Rumbula, vor Salaspils), die mitten im Wald liegt. &Uuml;ber asphaltierten Waldweg in einer Viertelstunde zur Gedenkst&auml;tte Salaspils (fr&uuml;her Kurtenhof): Ein Betombalken als Schlagbaum an der Grenze zwischen Leben und Tod, &bdquo;Hinter diesem Tor st&ouml;hnt die Erde&ldquo;. Die KZ-Tage der Jahre 1941-1944 sind als Striche eingraviert. Ein Metronom schl&auml;gt im Rhythmus eines Herzschlages. Gro&szlig;e Steinfiguren &bdquo;Die Erniedrigte&ldquo;, &ldquo;die Mutter&ldquo;, &bdquo;der Unbeugsame&ldquo; (vom Boden sich hochstemmend), drei Figuren des Widerstandes (Schwur, Solidarit&auml;t, Rot Front). Wei&szlig;e Platten als Grundriss der Lagerbaracken. Hinrichtungsst&auml;tte: Hier auf dem Todeswege gingen die Unbeugsamen. Wie viele unausgesprochene Worte, wie viele ungelebte Jahre wurden durch eine Kugel abgebrochen.&ldquo; In Salaspils gab es zwei Lager &ndash; f&uuml;r Kriegsgefangene und Zivilgefangene. Allein 7.000 Kinder starben hier, insgesamt 100.000 Menschen!</p>
<p>10. Juli <strong>Revolutionsmuseum der Lettischen Sowjetrepublik</strong>. Die Darstellung scheint &uuml;blich heroisch, interessant ein Saal zum &bdquo;Gro&szlig;en Vaterl&auml;ndischen Krieg&ldquo;. Dreisprachige Bekanntmachung von Strauch zu Audrini, Fotos von Leichengrube (Salaspils), Wachturm von Stalag Riga, Auszeichnung lettischer Polizisten in Libau, Einberufungsbefehl zur &bdquo;Lettischen SS-Freiwilligen-Legion&ldquo;.</p>
<p>Der letzte Saal zum heutigen Lettland ist &uuml;berraschend pluralistisch: Hinten im Zentrum wohl die offizielle Fahne der LSR und auch ein bisschen Leistungsschau. Ansonsten aber gleichberechtigt nebeneinander, was von der KP und Moskau, von der Volksfront und dem VAK (Fotos von Dreckfabriken, Menschenkette am Majori-Strand und Abzeichen) und ein gro&szlig;es, handgemaltes Plakat zu den Deportationen (1941 und 1945 nach Sibirien) als Verbrechen gegen die Menschlichkeit.</p>
<p>Mit dem Zug zur Ministation <strong>Rumbula</strong>. Gerate zun&auml;chst jenseits von Bahn und Hauptstra&szlig;e zu einer M&uuml;lldeponie. Mit Zeichensprache und aufgemalter 1941 kann ich deutlich machen, worum es mir geht. Einer der M&auml;nner f&uuml;hrt mich zur&uuml;ck, entlang den beiden Bahnsteigen, am Bahndamm Richtung Riga hinauf zu einem abgebrochenen Asphaltweg. 50 Meter neben der Bahn im h&uuml;geligen Fichtenwald mit Abst&auml;nden ca. zehn Massengr&auml;ber. An der Hauptstra&szlig;e dasselbe Hinweisschild wie in Bikernieki. Asphaltierte Wege, bei den ersten Massengr&auml;bern der offizielle Gedenkstein auf Lettisch und Russisch &bdquo;1941-1944 wurden hier im Wald von Rumbula 50.000 sowjetische B&uuml;rger, politische H&auml;ftlinge, Kriegsgefangene und andere Opfer des Faschismus grausam ermordet und erschossen&ldquo;. Kein Wort, dass hier nur Juden aus Lettland und dem Ausland liegen! <em>(Anm. 2019: Laut nachsowjetischen Forschungen wurden in Rumbula am 30. November und 8. Dezember 1941 27.500 Gefangene des lettisch-j&uuml;dischen Ghettos von Riga erschossen.)</em></p>
<p>Hundert Meter weiter bei anderen Massengr&auml;bern gestatte die Regierung den Juden nach l&auml;ngeren Verhandlungen die Aufstellung eines zweiten Steines &bdquo;Den Opfern des Faschismus&ldquo; auf Lettisch, Russisch und Jiddisch. Au&szlig;erdem kleine Tafeln mit den Daten 30. November und 8. Dezember 1941.</p>
<p>Am Jahrestag der Ermordungen versammeln sich hier &Uuml;berlebende, sei den 1960er und 70er Jahren auch J&uuml;ngere. Dabei gab es auch Worte gegen verschleierten Antisemitismus in der aktuellen Politik. Gedenkveranstaltungen wurden seitens des KGB durch Umstellungen, Fotografieren und laute Musik gest&ouml;rt.</p>
<p>Gespr&auml;ch mit Maija Klave, der Frau des Avots-Chefredakteus, in Majori. (&hellip;)</p>
<p>E<strong>rste Begegnung mit Margers</strong> <strong>Vestermanis </strong>(11. Juli, letzter Tag<strong>; </strong>Kontakt &uuml;ber Krupnikovs): Ich treffe an der Turmuhr am Hauptbahnhof wie verabredet einen Herrn um die 65 Jahre, wei&szlig;es Haar, Zeitung mit lateinischen Buchstaben unterm Arm. Mit der Buslinie 385 die Deglava iela ganz raus, durch den sehr breiten G&uuml;rtel hunderter Wohnmaschinen, ca. neun Stockwerke, acht und mehr Eing&auml;nge, zig Mal derselbe Haustyp aus Fertigbauteilen, das Gel&auml;nde drumherum so belassen, Wiese und ab und zu eine Birke, keine sonderliche Gestaltung &ndash; ganz im Unterschied zu Minsk. Dann eine Zeit lang Holzh&auml;user, schlie&szlig;lich, Felder, Wald. Vorbei am Tuberkulose-Krankenhaus zur Waldsiedlung mit vierst&ouml;ckigen Mietsh&auml;usern. Auch hier sch&auml;bige Flure, nur Nummern, zweifache dicke T&uuml;r mit vielen Schl&ouml;ssern (regelrecht verbarrikadiert). Sehr ordentliche Dreizimmerwohnung. Vom Balkon aus Blick zum eigenen Kleingarten, dahinter irgendwo ein Fluss Richtung Jugla-See.</p>
<p>Als die deutsche Wehrmacht Riga besetzte (1. Juli 1941) war V. 16 Jahre alt.</p>
<p>Am 30. November 1941 war er beim Aufr&auml;umen der Leichen im Ghetto dabei. Zusammen mit einem Kameraden hatte er auf der blut&uuml;berstr&ouml;mten, vereisten Luczas iela mit einem Kinderschlitten Leichen aufzusammeln und auf dem Alten J&uuml;dischen Friedhof zu stapeln. Eine Kolonne war zum Erschie&szlig;en aufgestellt, da kam eine schwarze Limousine mit Jeckeln (H&ouml;herer SS- und Polizeif&uuml;hrer Ostland und Russland Nord), er schaute auf die Uhr, &bdquo;Aktion beendet&ldquo;.</p>
<p>Vom Ghetto aus leistete er Zwangsarbeit beim Bahnhofs-Kommando. Wegen kurzfristiger Abwesenheit wurde er vom Chef verpr&uuml;gelt. Er drohte ihm Bunker andann Strafeinsatz im Truppenwirtschaftslager der Waffen-SS. Arbeit in der Tischlerwerkstatt. Geschichte von einem baumlangen, rothaarigen Rottenf&uuml;hrer mit Drohungen (&bdquo;<em>du wirst heute Abend erschossen &ndash; ich gehe ficken</em>&ldquo;) und &bdquo;Moralischem&ldquo; (&bdquo;ich habe noch nicht gelernt, dich zu verpr&uuml;geln&ldquo;). &bdquo;<em>Der gr&ouml;&szlig;te M&ouml;rder hat auch menschliche Seiten</em>.&ldquo;</p>
<p>Nach Aufl&ouml;sung des Ghetto Riga Anfang November 1943 war er Gefangener des KZ Kaiserwald, dann im SS-Seelager Dundangen in Kurland (Zwangsarbeit von 1941-1944), von wo ihm am 27. Juli bei einem Gewaltmarsch von H&auml;ftlingen die Flucht in den Wald gelang und er auf eine Partisanengruppe der &bdquo;Waldbr&uuml;der&ldquo; stie&szlig;. Nach der Befreiung Rigas im Oktober 1944 war die Heeresgruppe Nord der Wehrmacht mit der 16. Und 18. Armee im Kurlandkessel eingeschlossen. Er traf auf den Wehrmachtsdeserteur Egon Klinke, Gebreiter, Kraftfahrer bei der Luftwaffe, ca. 25 Jahre, hoch gewachsen, schlaksig. Seine Partisaneneinheit wurde im Dezember 1944 umzingelt und zerschlagen, von den 22 M&auml;nnern k&ouml;nnen nur Egon und Margers entkommen. In der Neujahrsnacht haut Egon ab und kommt durch eine Handgranate um`s Leben.</p>
<p>Zur Rolle der Wehrmacht im Operationsgebiet: In Lettland keine Zivil-, sondern nur Wehrmachtsverwaltung. Wer bewaffnete die Hilfspolizei? Erste Mordwelle gegen kleine Funktion&auml;re und Aktivisten, gegen keinen einzigen kommunistischen Kommisar/Bonzen. Auch ehemalige sozialdemokratische Aktivisten, Lehrerinnen durch ehemalige Z&ouml;glinge, Pionierleiter, &bdquo;die Kugel sa&szlig; lose im Lauf&ldquo;. In ersten Tagen wurden mehr Sowjetaktivisten als Juden umgebracht. Strittig sei, ob die Einsatzgruppe A von vorneherein dabei. Stahleckers (F&uuml;hrer EG A) erste Aktion war die Verbrennung der Gro&szlig;en Synagoge an der Golgolstra&szlig;e. Vier, f&uuml;nf Familien sind belegt, wie viele sonst, sei unbekannt&hellip; 2.000? Das Abbrennen von Synagogen sei eine &bdquo;typisch deutsche Aktion&ldquo; gewesen. Das gab es vorher im Osten nie.</p>
<p>Er zeigt mir zig Karteik&auml;sten mit einer Kartothek der M&ouml;rder, des Ghettos (&bdquo;Reichsjudenghetto Riga&ldquo;). Es gebe viele Memoiren &uuml;ber das Ghetto, aber keine historische Untersuchung. Hier erstmalig eine Auswertung von in der Sowjetunion gelagertem Material.</p>
<p>Im Westen sei es lange &uuml;blich gewesen, sowjetische Archivalien zu ignorieren.</p>
<p>Ein typischer Vorfall: wo ein Hauptmann Kommunisten, Juden und Kriegsgefangene durch Soldaten zusammenbinden und erschie&szlig;en lie&szlig;. Die lettische Polizei durfte die Leichen nur begraben. Als ich das westdeutsche Tabu von der &bdquo;sauberen Wehrmacht&ldquo; anspreche, kommt V. sofort mit einem positiven Beispiel: Der Chef des Heereskraftfahrparks, der Hauptmann Vogler, habe Hunderten das Leben gerettet, nat&uuml;rlich mit Schmiergeldern, z.B. versteckte er 300 j&uuml;dische Frauen im Zentralgef&auml;ngnis.</p>
<p>Von Seiten der Wehrmacht habe es &bdquo;im Gro&szlig;en und Ganze4n keine besonderen Schikanen&ldquo; gegeben. Die Wehrmachtssoldaten seien in ihrer Masse nicht antisemitisch gewesen. Anders Kommandanturen und Sicherungsdivisionen. Die Wehrmachtsbeh&ouml;rden seien an der ersten Phase des Judenmords (Registrierung) beteiligt gewesen. Da lag die reale Macht in ihren H&auml;nden!! Ortskommandanturen dachten sich ihre verschiedenen Judenzeichen aus, z.B. in Daugavpils f&uuml;nfzackig auf Brust, R&uuml;cken, Knie ab 4 Jahre. Wehrmachtsorgane betrieben Erfassung, Bezeichnung, Absonderung (nicht in Gesch&auml;ften mit Kundenschlange einkaufen, nicht auf dem B&uuml;rgersteig gehen). Zuggleich wurden lettische Kollaborateure geduldet. Am 05.08.1941 habe die 207. Sicherungsdivision bei Rositten gegen Judenerschie&szlig;ungen protestiert &ndash; und sei sp&auml;ter bei der Partisanenbek&auml;mpfung dabei gewesen. Der Kommandeur der 18. Armee, General K&uuml;bler: Die Erschie&szlig;ungen seien &bdquo;Sache des SD&ldquo;. Den Wehrmachtseinheiten verbot er, davon zu erz&auml;hlen: &bdquo;Verbreitung von Gr&auml;uelpropaganda&ldquo;. Juden durften nur noch unter Bewachung auf die Stra&szlig;e. Sein &auml;lterer Bruder (Pianist) wurde auf der Stra&szlig;e aufgegriffen ins Zentralgef&auml;ngnis gesperrt und im Oktober erschossen. Wehrmachtssoldaten durften nicht in das von &bdquo;Schutzmannschaften&ldquo; bewachte Ghetto. Ein Gefreiter kam doch rein, war auf dem Friedhof voll ersch&uuml;ttert und wurde ohnm&auml;chtig. Hier waren vorher Massengr&auml;ber gesprengt worden, so dass Knochen durch die Gegend flogen.</p>
<p>Von den &uuml;ber 70.000 j&uuml;dischen Menschen in Lettland kamen rund 4.000 ins KZ Kaiserwald (und danach KZ Stutthof bei Danzig). Von ihnen erlebten nur um 1.000 die Befreiung. Etliche von ihnen starben kurz sp&auml;ter. &Uuml;berlebende waren oft mit dem Vorwurf der Kollaboration konfrontiert.</p>
<p>Heute leben 27.000 Juden in Lettland (viele R&uuml;ckkehrer), davon 25.000 in Riga. Sehr wenige f&uuml;hlen sich als &bdquo;lettische Juden&ldquo;. Andere kamen aus der Ukraine, aus Wei&szlig;russland.</p>
<p>Am 4. Juli erstmalig &ouml;ffentliche Solidarit&auml;t mit den Opfern der NS-Herrschaft im Zentrum.</p>
<p>Als Margers Vestermanis vom &bdquo;Rigaer Blutsonntag&ldquo; berichtet, kommt die Erinnerung hoch, scheint im Gesicht aus der Ferne wieder. Sonst ist er sehr gefasst, n&uuml;chtern, farbig erz&auml;hlend, witzig, sehr detailliert.<a title="" href="#_ftn2">[2]</a></p>
<p>Er notiert sich drei Suchauftr&auml;ge:</p>
<p>(a) Fall Maikovskis &ndash; dazu habe er sehr viel lettisches Material; was aus ihm in M&uuml;nster wurde, ist f&uuml;r ihn neu.</p>
<p>(b) Die Judendeportationen aus M&uuml;nster, Osnabr&uuml;ck, Bielefeld, K&ouml;ln usw.</p>
<p>(c) Wehrmachts- und Polizeiverb&auml;nde aus Westfalen.</p>
<p>Bei dem Besuch h&auml;tte ich den Recorder dabei haben m&uuml;ssen!! P&uuml;nktlich um 15.30 Uhr wieder in Jurmala &ndash; bin ganz beseelt von dem Besuch. Gut k&ouml;nnten jetzt noch eine Woche l&auml;nger bleiben. Immer mehr Kontakte ergeben sich. F&uuml;r den VAK hinterlassen wir drei Umweltb&uuml;cher mit Widmung.&ldquo;</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Nachfolgende Stationen</span></strong></p>
<p><strong>In den Westf&auml;lischen Nachrichten M&uuml;nster erschien </strong>am 9. Dezember 1989 der Artikel &bdquo;Auf den Spuren von 390 Verschollenen&ldquo; von Karin V&ouml;lker.</p>
<p><strong>Erster Vortrag zu &bdquo;Nachbarn von nebenan &ndash; Verschollen in Riga</strong>&ldquo; am 12.12.1989, dem Vorabend des 48. Jahrestages der Riga-Deportationen aus M&uuml;nster/Osnabr&uuml;ck/Bielefeld, im Regenbogensaal der Gr&uuml;nen an der Bremer Stra&szlig;e. In den Folgemonaten ergaben sich zunehmend Kontakte zu &Uuml;berlebenden der Riga-Deportationen, zuerst Irmgard Ohl, geb. Heimbach, und Ewald Aul &ndash; damals aus Osnabr&uuml;ck. Bis 2019 folgten rund 200 weitere Vortr&auml;ge. Im Dezember 1991 fanden zum 50. Jahrestag der Deportationen erstmalig bundesweit an verschiedenen Herkunftsorten Gedenkveranstaltungen f&uuml;r die nach Riga Deportierten statt.</p>
<p>Um im Wald von Bikernieki eine w&uuml;rdige Gedenkst&auml;tte f&uuml;r die dort Ermordeten zu errichten, gr&uuml;ndete sich im Mai 2000 mit Unterst&uuml;tzung des Volksbundes Deutsche Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge das <strong>Deutsche Riga-Komitee</strong> mit damals 13 Herkunftsorten. Am 30. November 2001 &ndash; 60 Jahre nach dem &bdquo;Rigaer Blutsonntag&ldquo; &ndash; wurde die Gedenkst&auml;tte mit ihren 5.000 Granitsteinen eingeweiht. Mit seinen heute 61 Mitgliedsst&auml;dten ist das Riga-Komitee ein in der deutschen Erinnerungskultur einzigartiges Netzwerk. Inzwischen sind dabei Br&uuml;cken der Erinnerung zwischen Nationen (Deutschland, Lettland, &Ouml;sterreich, Tschechien), zwischen Generationen und Erinnerungsmilieus entstanden. Engagierte Jugendliche in Schulprojekten, in Workcamps des Volksbundes &uuml;bernehmen den Stab der Erinnerung. (<a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1490">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1490</a> )</p>
<p>Parallel erlebten wir &uuml;ber unsere Freunde in Lettland den bewundernswert gewaltfreien, singenden und erfolgreichen <strong>Unabh&auml;ngigkeitskampf </strong>und die Befreiung von &uuml;ber 45 Jahren Sowjetherrschaft, von &uuml;ber 50 Jahren sowjetisch-deutsch-sowjetischer Okkupation. (Rede von 1991 <a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1533">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1533</a> )</p>
<p><strong>Den Maikovskis-Prozess</strong> am Landgericht M&uuml;nster beobachteten und begleiteten Angela, Anna Neuhof und ich von 1990 bis 1994.Nach 206 Sitzungen wurde das Verfahren wegen Verhandlungsunf&auml;higkeit des Angeklagten eingestellt. (<a href="http://www.wn.de/Muenster/2014/03/1479397-Vor-20-Jahren-wurde-der-Prozess-gegen-Boleslavs-Maikovkis-eingestellt-Verbrechen-ohne-Suehne">http://www.wn.de/Muenster/2014/03/1479397-Vor-20-Jahren-wurde-der-Prozess-gegen-Boleslavs-Maikovkis-eingestellt-Verbrechen-ohne-Suehne</a> )</p>
<p><strong>Solidarit&auml;t mit Holocaust-&Uuml;berlebenden</strong>: Bei der ersten, von M&uuml;nster aus organisierten Erinnerungsreise nach Riga stie&szlig;en wir 1993 auf den Skandal, dass ehemalige Angeh&ouml;rige der lettischen Waffen-SS aus Deutschland eine Kriegsversehrtenrente beziehen konnten, ehemalige Ghetto- und KZ-H&auml;ftlinge aber keinen Pfennig bekamen. Den Aufruf f&uuml;r eine w&uuml;rdige &bdquo;Entsch&auml;digung&ldquo; von Holocaust-&Uuml;berlebenden im Baltikum unterst&uuml;tzten viele Oberb&uuml;rgermeister und Stadtr&auml;te, darunter die von M&uuml;nster, Osnabr&uuml;ck und Bielefeld. W&auml;hrend einzelne B&uuml;rgerInnen in G&ouml;ttingen, Leipzig, Bremen, M&uuml;nster, Freiburg f&uuml;r eine Soforthilfe f&uuml;r die Holocaust-&Uuml;berlebenden sammelten, kam im Bundestag unser &bdquo;Gruppenantrag&ldquo; von einzelne Abgeordneten der Union, SPD, Gr&uuml;nen und FDP gegen den Finanzminister nicht durch. Erst eine internationale Skandalisierung mit Hilfe des Amercan Jewish Committee brachte die verstockte Bundesregierung 1997 zum Einlenken.</p>
<p><strong>Villa ten Hompel</strong>: Bei Forschungen zu den Riga-Deportationen begegnete mir in den Aktenbest&auml;nden des Staatsarchivs M&uuml;nster erstmalig die Adresse Kaiser-Wilhelm-Ring 28, &quot;H&ouml;herer SS- und Polizeif&uuml;hrer beim Oberpr&auml;sidenten von Westfalen, Hannover, Rheinprovinz und beim Reichsstatthalter in Lippe und Schaumburg-Lippe im Wehrkreis VI, i.V. BdO Dr. Lankenau&quot;,&nbsp; und seine Verwicklung in die Bewachung der Deportationsz&uuml;ge und Aufstellung von Reserve-Polizei-Bataillonen f&uuml;r den Kriegs- und Vernichtungseinsatz. Von den insgesamt 16 Polizeibataillonen aus dem Wehrkreis VI waren elf ab Sommer 1941 in Polen und der Sowjetunion im Einsatz. Verfahren der westdeutschen Justiz gegen ehemalige Angeh&ouml;rige von neun dieser Bataillone ergeben zweifelsfrei, dass diese dort umfassend am Holocaust beteiligt waren. Es war schon sehr auff&auml;llig: W&auml;hrend die Forschungen zu den Opfern der nationalsozialistischen Terrorherrschaft inzwischen auf eine gute &ouml;ffentliche Resonanz stie&szlig;en, liefen Forschungen und Vortr&auml;ge zu Polizei- und Wehrmachtsverb&auml;nden, also zu potentiellen (Mit-)T&auml;terspuren vor der &bdquo;eigenen Haust&uuml;r&ldquo;, weitgehend ins Leere. So kann es nicht verwundern, dass die Geschichte der Villa ten Hompel im NS-Terrorsystem f&uuml;nfzig Jahre verborgen blieb.</p>
<p>Erst als sich 1994 f&uuml;r den Regierungspr&auml;sidenten in M&uuml;nster die Frage der weiteren Verwendung der Villa ten Hompel stellte und ich eine Historische Skizze zu ihrem Hintergrund und ihrer m&ouml;glichen Verwendung vorlegte, kam der Stein ins Rollen. Im Sommer 1996 beschloss der Rat der Stadt M&uuml;nster, vom Land NRW die Villa ten Hompel zu kaufen und in ihr eine Erinnerungs- und Studienst&auml;tte zum Nationalsozialismus einzurichten. Diese wurde am 13. Dezember 1999, am 58. Jahrestag der Riga-Deportation, er&ouml;ffnet. Dank der hervorragenden Arbeit des Teams der Villa mit den Leitern Alfons Kenkmann und Christoph Spieker ist die Villa seit Jahren hoch anerkannt: in M&uuml;nster, bundesweit und international. (<a href="downloads/beitraege/Pol-Btl-Artikel.pdf">http://nachtwei.de/downloads/beitraege/Pol-Btl-Artikel.pdf</a> )</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Riga-Besuch 2019</span></strong></p>
<p>Anfang August besuchte die Generalsekret&auml;rin des Volksbundes Deutsche Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge, Daniela Schily, die lettische Hauptstadt Riga zusammen mit Prof. Bernd Faulenbach, Vorsitzender von &bdquo;Gegen Vergessen &ndash; F&uuml;r Demokratie&ldquo;, Bertram Hilgen, ehemaliger Oberb&uuml;rgermeister von Kassel, W. Nachtwei, Dr. Hermann Simon, Gr&uuml;ndungsdirektor &bdquo;Stiftung Neue Synagoge Berlin &ndash; Centrum Judaicum&ldquo;, und Thomas Rey, Volksbund-Referent f&uuml;r Erinnerungskultur und zust&auml;ndig f&uuml;r das Riga-Komitee.</p>
<p>Bei dem Besuch der verschiedenen Erinnerungs- und Gedenkorte an die deutsche Okkupation fielen mir wichtige Ver&auml;nderungen gegen&uuml;ber dem letzten Besuch 2017 auf<a title="" href="#_ftn3">[3]</a>:</p>
<p><strong>An der Gedenkst&auml;tte der ehemaligen Gro&szlig;en Synagoge an der Gogolstra&szlig;e </strong>informieren jetzt drei Kupfertafeln &uuml;ber den Judenmord im deutsch-besetzten Lettland, &uuml;ber den 4. Juli 1941, als die Synagoge mit 400 Menschen verbrannt wurde, und die Geschichte des 1993 eingeweihten Mahnmals.</p>
<p><strong>Auf dem Alten J&uuml;dischen Friedhof</strong> am Rand des ehemaligen Ghettos steht seit 2018 ein Gedenkstein f&uuml;r die 5.000 ungarischen J&uuml;dinnen, die im Fr&uuml;hsommer 1944 von Auschwitz nach Riga/KZ Kaiserwald transportiert worden waren. Laut Margers Vestermanis befanden sich die Frauen in einem f&uuml;rchterlichen Zustand. Der Gedenkstein wurde auf Initiative der ungarischen Regierung am 4. Juli 2018 enth&uuml;llt. (In Sichtweite der Davidsstern-Gedenkstein, der 1994 u.a. mit Spendengeldern aus M&uuml;nster errichtet wurde.)</p>
<p><strong>Auf dem Gel&auml;nde des ehemaligen &Uuml;bergangslagers &bdquo;Jungfernhof</strong>&ldquo; an der Daugava (H&ouml;he Skirotava) befindet sich inzwischen ein kleines Naherholungsgebiet. Auf einer Informationstafel ist erstmalig ein Abriss der Geschichte dieses Ortes zu lesen: fr&uuml;her Gutshof, von dem noch letzte Mauerreste stehen, dann landwirtschaftliches Polytechnikum, Kulturzentrum f&uuml;r Jugendliche, 1941 bis 1943 Lager f&uuml;r deutsche und &ouml;sterreichische Juden. Am 2. Dezember 1941 traf der zweite Deportationszug aus dem Reich (Raum N&uuml;rnberg und W&uuml;rzburg) in Riga ein. Da im Ghetto noch kein Platz war, wurden die Menschen nach Jungfernhof getrieben. N&auml;chste Transporte trafen am 4. Dezember aus Stuttgart, 6. Dezember aus Wien, am 9. Dezember aus Hamburg/L&uuml;beck/Danzig in Riga ein. Bei den &bdquo;Geb&auml;uden&ldquo; fehlten T&uuml;ren und &Ouml;fen, Fenster und D&auml;cher waren defekt.</p>
<p><strong>In der Gedenkst&auml;tte Salaspils</strong> hat sich am meisten getan: Hier befand sich ab November 1941 bis 1944 ein &bdquo;Erweitertes Polizeigef&auml;ngnis und Arbeitserziehungslager&ldquo;. 1967 entstand hier w&auml;hrend der sowjetischen Besatzung eine monumentale Gedenkst&auml;tte, wo mit keinem Wort erw&auml;hnt wurde, dass hier bis zum Sommer 1942 viele j&uuml;dische M&auml;nner aus dem Reich beim Lagerbau eingesetzt und gequ&auml;lt worden waren. Im unabh&auml;ngigen Lettland war Salaspils lange als sowjetisches Memorial abgestempelt. Jetzt sind nicht nur die Wege erneuert. An verschiedenen Stellen (am Parkplatz, im linken vorderen Teil der Gedenkst&auml;tte, im Betonbalken) ist ein v&ouml;llig neues, umfassendes und differenziertes Informationsangebot entstanden: &Uuml;bersicht &uuml;ber das Lager, die verschiedenen H&auml;ftlingsgruppen bis 1944 (sowjetische Kriegsgefangene, j&uuml;dische Deportierte, politische H&auml;ftlinge, Kriegsgefangene aus anderen besetzten L&auml;ndern, Tausende Zivilpersonen aus Belarus). Zwei Stelen nebeneinander informieren zusammenfassend &uuml;ber die Opfer der Nazi- und der Sowjetokkupation in Lettland. Im &bdquo;Balken&ldquo; widmet sich eine Ausstellung den Schicksalen einzelner Gruppen und Individuen in der NS-Zeit Insgesamt sollen hier 1941-44 23.000 Menschen inhaftiert worden und &uuml;ber 3.000 gestorben sein. (<em>Auff&auml;llig ist die enorme Diskrepanz zu den Opferzahlen von 1989. Die Gr&uuml;nde kenne ich noch nicht</em>.)</p>
<p>Links vom &bdquo;Balken&ldquo; &bdquo;entdecken&ldquo; wir einen vom Volksbund errichteten deutschen Kriegsgefangenenfriedhof f&uuml;r 146 Tote aus den Jahren 1945/46..</p>
<p>Insgesamt bin ich erleichtert. Nach vielen Jahren scheint Salaspils in der Erinnerungskultur Lettlands angekommen zu sein: &bdquo;Heute ist das Memorial Teil des kulturellen Kanon von Lettland&ldquo; steht auf einer der Tafeln.</p>
<p><strong>In Bikernieki, Rumbula und Salaspils</strong> begegnen uns jeweils einzelne Besucher. Das war bei fr&uuml;heren Besuchen kaum der Fall. In Bikernieki und Rumbula f&auml;llt mir auf, dass immer mehr kleine Steine auf und an den Gedenksteinen liegen. In Salaspils t&uuml;rmen sich an der Stelle der fr&uuml;heren Kinderbarracke Kuscheltiere.</p>
<p>F&uuml;r die Gedenkst&auml;tte Bikernieki plant der Volksbund eine Informationsausstellung im unmittelbaren Umfeld.</p>
<p><strong>Zeitzeugen</strong>: In den 1990er Jahren begegneten wir in Riga Dutzenden Ghetto- und KZ-&Uuml;berlebenden. Vor dreieinhalb Jahren starb Sascha Bergmann, der langj&auml;hrige Vorsitzende des Vereins der ehemaligen j&uuml;dischen Ghetto- und KZ-H&auml;ftlinge Lettlands. Jetzt k&ouml;nnen wir einzig noch den 94-j&auml;hrigen Margers Vestermanis, Gr&uuml;ndungsdirektor des Museums &bdquo;Juden in Lettland&ldquo;, sprechen. Er zeigt uns das Foto vom Gedenken an den &bdquo;Rigaer Blutsonntag&ldquo; (die Ermordung von &uuml;ber 27.000 Gefangenen des lettisch-j&uuml;dischen Ghettos) 75 Jahre danach, am 30.11.2016. Erstmalig fand das Gedenken am Freiheitsdenkmal mitten in der Stadt statt, mit zahllosen Kerzen, auf gesellschaftliche Initiative unter Beteiligung Hunderter Letten. (<a href="https://jews.lv/en/candle-lighting-at-the-freedom-monument/news-and-events/">https://jews.lv/en/candle-lighting-at-the-freedom-monument/news-and-events/</a> ) &nbsp;</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">4. Symposium des Deutschen Riga-Komitees</span></strong><span style="text-decoration: underline;">: &bdquo;<strong>Zeitenwende der Erinnerung?</strong></span> Wege einer Gedenkkultur ohne Zeitzeugen angesichts aktueller neuer Herausforderungen&ldquo; am 26./27. September 2019 in Recklinghausen</p>
<div><br clear="all" /><hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Anita Kugler, Der Judenmord in Lettland, taz 26.06.1989, <a href="https://taz.de/!1807952/">https://taz.de/!1807952/</a>&nbsp; Bernhard Press, im Selbstverlag, letzte Auflage Metropol-Verlag Berlin 1992</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref2">[2]</a> Das erste gro&szlig;e Portrait von Margers Vestermanis &bdquo;Der letzte j&uuml;dische Partisan&ldquo; von Lorenz Hemicker in der FAZ vom 20.11.2017, <a href="https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/der-letzte-ueberlebende-des-ghettos-in-riga-15302933.html">https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/der-letzte-ueberlebende-des-ghettos-in-riga-15302933.html</a> &nbsp;; <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1508">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1508</a></p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref3">[3]</a> W. Nachtwei, Br&uuml;cken er Erinnerung zwischen Nationen und Generationen: 2. Gemeinsame Gedenk- und Erinnerungsreise aus St&auml;dten des Riga-Komitees im Juli 2017 nach Riga, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1490">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1490</a></p>
</div>
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                        </div>
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