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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Statt &quot;weiter so&quot; im Nebel abwÃ¤rts in Afghanistan: Endlich kritische ÃœberprÃ¼fung, Realismus, strategischer Konsens und Exit-Kriterien. Anmerkungen zur Fortsetzung von &quot;Resolute Support&quot;</title>
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    <span class="xar-mod-title">Afghanistan + Artikel von Winfried Nachtwei fÃ¼r Zeitschriften u.Ã¤.</span>

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            Statt &quot;weiter so&quot; im Nebel abwÃ¤rts in Afghanistan: Endlich kritische ÃœberprÃ¼fung, Realismus, strategischer Konsens und Exit-Kriterien. Anmerkungen zur Fortsetzung von &quot;Resolute Support&quot;         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 23. November 2017 22:51:54 +01:00 (90285 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Der neue Bundestag muss kurzfristig &uuml;ber die Fortsetzung der weiteren deutschen Beteiligung an der NATO-Beratungsmission &quot;Resolute Support&quot; entscheiden. Die Zweifel sind gro&szlig;, der Informationsstand ist gering. Die Bundesregierung legte bisher keine seri&ouml;se Unterrichtung vor. Hier Materialien und Anmerkungen zur realen Lage in Afghanistan: Sie machen die Entscheidung wahrlich nicht einfacher, helfen aber hoffentlich bei einer m&ouml;glichst verantwortlichen Entscheidung.&nbsp; &nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Statt &bdquo;weiter so&ldquo; im Nebel abw&auml;rts in Afghanistan:</strong></p>
<p align="center"><strong>&nbsp;Endlich kritische &Uuml;berpr&uuml;fung, Realismus,</strong></p>
<p align="center"><strong>strategischer Konsens und Exit-Kriterien.</strong></p>
<p align="center"><strong>Anmerkungen zur Mandatsentscheidung &bdquo;Resolute Support&ldquo;</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei<a title="" href="#_ftn1">[1]</a>, 21.11.2017</p>
<p align="center">(Fotos auf <a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei">www.facebook.com/winfried.nachtwei</a> )</p>
<p>In den kommenden Wochen und Monaten stehen zwei Entscheidungen des Bundestages &uuml;ber die <em>Fortsetzung</em> <em>der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkr&auml;fte am NATO-gef&uuml;hrten Einsatz <strong>Resolute Support</strong> f&uuml;r die Ausbildung, Beratung und Unterst&uuml;tzung der afghanischen nationalen Verteidigungs- und Sicherheitskr&auml;fte in Afghanistan</em>&nbsp; an. Erst f&uuml;r eine Verl&auml;ngerung bis Ende M&auml;rz (Antrag der Bundesregierung, Drucksache 19/21 vom 25.10.2017, <a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/000/1900021.pdf">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/000/1900021.pdf</a> ), dann f&uuml;r ein Jahr.</p>
<p>In den Wahlprogrammen von Union, SPD, Linke, Gr&uuml;nen, FDP zur Bundestagswahl im September tauchte Afghanistan als politische Herausforderung nicht mehr auf &ndash; maximal mit der Forderungen, dass dorthin wegen der Unsicherheitslage nicht abgeschoben werden d&uuml;rfe (SPD, B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen) oder dass von dort alle deutsche Soldaten und Polizisten abgezogen werden m&uuml;ssten (Linke).</p>
<p>Jetzt gibt es kein Ausweichen mehr angesichts einer au&szlig;en-, sicherheits- und friedenspolitischen Herausforderung, der gegen&uuml;ber hierzulande seit Jahren Erm&uuml;dung, Frust, Ratlosigkeit, Verdr&auml;ngung und Wegsehen dominieren &ndash; und wo gleichzeitig knapp 1.000 Bundeswehrsoldaten und Hunderte deutsche Diplomaten, Entwicklungsexperten und Polizeiberater unter erheblichen Belastungen und Risiken vor Ort gute Arbeit leisteten und leisten.</p>
<p>Besonders verkompliziert wird die Beratungslage dadurch, dass</p>
<p>- der neu gew&auml;hlte Bundestag ohne Aussch&uuml;sse begrenzt beratungsf&auml;hig ist,</p>
<p>- die Bundesregierung seit langem und bis heute keine seri&ouml;se Unterrichtung &uuml;ber die Lage in Afghanistan vorgelegt hat,</p>
<p>- die Gr&uuml;ne Fraktion, die knapp vor einer m&ouml;glichen Koalitionsbeteiligung stand, auch die politischen und menschlichen Folgen der eigenen Entscheidung mitbedenken m&uuml;sste.</p>
<p><strong>Die Bundesregierung</strong> vermeidet in der Begr&uuml;ndung des Mandatsantrages jede konkretere Aussage. Sie begn&uuml;gt sich mit den allgemeinen Feststellung, dass seit 2001 in Afghanistan &bdquo;bedeutende, wenn auch oft noch unzureichende Fortschritte gemacht&ldquo; worden seien und dass Resolute Support dazu beitrage, die afghanischen Sicherheitskr&auml;fte &bdquo;in die Lage zu versetzen, die Verantwortung f&uuml;r stabile und sichere Strukturen f&uuml;r eine bessere Zukunft Afghanistans effektiv wahrnehmen zu k&ouml;nnen&ldquo;. Minister Gabriel und von der Leyen, die f&uuml;r den Antrag bei der ersten Lesung am 21. November im Bundestag sprachen, begr&uuml;ndeten ihn nur grunds&auml;tzlich, ohne auf die konkrete Lage und ihre extremen Herausforderungen einzugehen.</p>
<p>Eine <strong>verantwortbare Mandatsentscheidung</strong> muss genauer hinsehen, wie sich die Sicherheitslage, der bewaffnete Konflikt, die Politik, das internationale Engagement in Afghanistan seit 2014 entwickelt hat &ndash; ohne Wunschdenken der verschiedenen Richtungen. Im Folgenden Materialien und Anmerkungen zu</p>
<ul>
<li>Die aktuelle Lage: Sicherheitslage, Afghanische Sicherheitskr&auml;fte, Resolute Supportt, Polizeiaufbauhilfe, US-Streitkr&auml;fte in Afghanistan, SIGAR-Bilanzierung des Aufbaus der ANDSF, politischer Prozess und ziviler Aufbau</li>
<li>Der &bdquo;neue&ldquo; US-Kurs unter Pr&auml;siden Trump: Luftwaffeneins&auml;tze, Strategierede von Pr&auml;sident Trump, der neur R4+S&ldquo;-Ansatz, , Ausweitung der CIA-Geheimoperationen</li>
<li>Vereinte Nationen und SR-Resolution 2344 (2017)</li>
<li>Schlussfolgerungen</li>
</ul>
<p><strong>Wichtige Quellen: </strong>- UNAMA, Quarterly Report on the Protection of Civilians in Armed Conflict, 01.01.-30.09.17, <a href="https://unama.unmissions.org/protection-of-civilians-reports">https://unama.unmissions.org/protection-of-civilians-reports</a> ;</p>
<p>- UNAMA-Report Attacks against Places of Worship, Religious Leaders and Worshippers, 07.11.2017 <a href="https://unama.unmissions.org/sites/default/files/unama_report_on_attacks_against_places_of_worship_7nov2017_0.pdf">https://unama.unmissions.org/sites/default/files/unama_report_on_attacks_against_places_of_worship_7nov2017_0.pdf</a></p>
<p>- Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction (SIGAR), Quarterly Report to the US Congress, 30.10.2017, <a href="https://www.sigar.mil/pdf/quarterlyreports/2017-10-30qr.pdf">https://www.sigar.mil/pdf/quarterlyreports/2017-10-30qr.pdf</a> ;</p>
<p>- SIGAR-Report Reconstructing the Afghan National Defense and Security Forces: Lessons from the U.S. Experience in Afghanistan, September 2017 (<a href="https://www.sigar.mil/pdf/lessonslearned/SIGAR-17-62-LL.pdf">https://www.sigar.mil/pdf/lessonslearned/SIGAR-17-62-LL.pdf</a></p>
<p>- W. Nachtwei, Afghanistan: Wuchernde Fluchtursachen, einzelne Hoffnungstr&auml;ger &ndash; Zur Lagebeurteilung des AA und zur deutschen Zusammenarbeit mit Afghanistan unter Bedrohung, 10.09.2017, <a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1495">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1495</a></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Die aktuelle Lage</span></strong></p>
<p><strong>(1) Zur Sicherheitslage</strong></p>
<p>34 Monate nach Abzug der ISAF-Kampftruppen gibt es in Afghanistan kein sicheres Umfeld f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung, geschweige die Regierung, ihre Bediensteten und internationale Helfer:</p>
<p>- Der Massaker-Angriff im ANA-Camp Shaheen bei Mazar auf &uuml;berwiegend unbewaffnete afghanische Soldaten am 21. April (144 Tote, 65 Verwundete),</p>
<p>- die Lkw-Bombe im Kabuler Zentrum und die Zerst&ouml;rung der Kanzlei der Deutschen Botschaft am 31. Mai ( nach US-Angaben &uuml;ber 300 afghanische Tote, &nbsp;<a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1475">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1475</a> ),</p>
<p>- die Konzentration wiederholter Taliban-Angriffe im Raum Kunduz</p>
<p>sind Menetekel. Seit dem Lkw-Anschlag ist die deutsche Botschaft nur noch minimal arbeitsf&auml;hig. Die konsularischen Aufgaben k&ouml;nnen auf l&auml;ngere Zeit nicht mehr wahrgenommen werden. Die entsandten EZ-Kr&auml;fte mussten alle abgezogen werden. (Andere Botschaften reduzierten ebenfalls ihr Personal. UNAMA und andere UN-Organisationen arbeiteten mit voller Kapazit&auml;t weiter. Inzwischen konnten einige Dutzend deutsche bzw. internationale EZ-Kr&auml;fte zur&uuml;ckkehren.)</p>
<p>Im ISAF-Abzugsjahr 2014 erh&ouml;hte sich die Zahl der Zivilopfer um 20% und verharrt seitdem auf einem Extremniveau. Der UNAMA-Zivilopfer-Bericht zum 3. Quartal 2017 meldet f&uuml;r die ersten neun Monate 8.019 Zivilopfer, davon 2.640 Tote. Das ist wohl erstmalig seit 2011 ein leichter R&uuml;ckgang der Gesamtzahl der Zivilopfer um 6%. Die Zahl der Toten nahm aber um 1% ggb. dem Vorjahrszeitraum zu, die Opfer unter Frauen um 13%. (zum UNAMA-Bericht 3. Quartal 2017 s. <span style="text-decoration: underline;">Anhang</span>) Laut UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) 25.11.2017 meldeten Partner im Gesundheitswesen in diesem Jahr bisher mehr als 69.000 Verletzte auf allen Seiten des Konflikts (Zivilisten und Konfliktparteien), 21% mehr als im Vorjahrszeitraum ( <a href="https://www.facebook.com/notes/ocha-afghanistan/low-intensity-conflict-escalates/1722170061147128/">https://www.facebook.com/notes/ocha-afghanistan/low-intensity-conflict-escalates/1722170061147128/</a> )</p>
<p>Extrem beunruhigend ist seit 2016 die enorme Zunahme von Angriffen gegen schiitische religi&ouml;se St&auml;tten und Gl&auml;ubige und die schiitische Minderheit der Hazara durch Daesh/IS-K. Zum Beispiel am 1. August gegen eine schiitische Moschee in Herat: &uuml;ber 90 Tote; am 20. Oktobergegen eine schiitische Moschee in Kabul: 57 Tote). Dieses Anschlagsmuster zielt auf einen konfessionalisierten B&uuml;rgerkrieg. (<em>Zum Syrieneinsatz afghanischer S&ouml;ldner s. <span style="text-decoration: underline;">Anhang</span></em>)</p>
<p>Laut UN-Report vom 15. September 2017 &nbsp;gab es zwischen dem15. Juni und 30. August 2017 5.532 Sicherheitsvorf&auml;lle, 15% weniger als im vorhergehenden Quartal, aber 3% mehr als im Vorjahrszeitraum. In den ersten acht Monaten z&auml;hlten die UN 16.290 Sicherheitsvorf&auml;lle.&nbsp; Seit Jahresbeginn beobachtet die UN eine Verschiebung weg von asymmetrischer mehr zu einem traditionellen Konfliktmuster.</p>
<p>Im Unterschied zu 2016 unternahmen die Taliban keine weiteren Versuche, eine Provinzstadt einzunehmen. Aber sie waren in der Lage, einige Distriktzentren zu &uuml;berrennen und zeitweile zu halten</p>
<p>Daesh/IS-K sei im Wesentlichen auf Ost-Afghanistan beschr&auml;nk, hat aber die Verantwortung f&uuml;r acht signifikante Anschl&auml;ge landesweit &uuml;bernommen. Daesh festigte seine Pr&auml;senz in Kunar und gewann Operationsf&auml;higkeit in Gebieten der Provinz Nangarhar zur&uuml;ck, die vorher von ANDSF &bdquo;ges&auml;ubert&ldquo; worden waren. Angebliche Daesh-Aktivit&auml;ten wurden gemeldet aus den Nord-Provinzen Jowzjan und Sar-e Pul und aus Herat und Ghor im Westen.</p>
<p>Mit zwanzig in der Region Afghanistan-Pakistan operierenden Aufst&auml;ndischen- und Terrornetzwerken sei das die h&ouml;chste Konzentration extremistischer und terroristischer Gruppen weltweit! (US Department of Defence, <em>Enhancing Security and Stability in Afghanistan</em>, Report to Congress (01.12.2016-31.05.2017), June 2017, S. 22; <a href="https://www.defense.gov/Portals/1/Documents/pubs/June_2017_1225_Report_to_Congress.pdf">https://www.defense.gov/Portals/1/Documents/pubs/June_2017_1225_Report_to_Congress.pdf</a></p>
<p>Laut USFOR-A hatte die Regierung im August 2017 Kontrolle/Einfluss &uuml;ber 57% der insgesamt 407 Distrikte, im August 2016 &uuml;ber 63% und November 2015 &uuml;ber 72%. Im August 2017 galten 30% als umk&auml;mpft und 13% unter Kontrolle/Einfluss der Aufst&auml;ndischen. Provinzen mit dem gr&ouml;&szlig;ten Aufst&auml;ndischen-Einfluss sind Uruzgan, Kunduz und Helmand. (vgl. SIGAR Okt. 2917, S. 106 f; <em>Long War Journal</em> &bdquo;<em>Map Assessment Taliban Control in Afghanistan</em>&ldquo;, 26. Sept. 2017, <a href="https://www.longwarjournal.org/archives/2017/09/lwj-map-assessment-taliban-controls-or-contests-45-of-afghan-districts.php">https://www.longwarjournal.org/archives/2017/09/lwj-map-assessment-taliban-controls-or-contests-45-of-afghan-districts.php</a> )</p>
<p><strong>Opium Survey 2017</strong> vom 15.11.2017: Die Mohnanbaufl&auml;che nahm 2017 ggb. dem Vorjahr um 63% auf 328.000 ha zu (46% &uuml;ber dem bisherigen Maximum des Jahres 2014), in Helmand um 79%/+63.700 ha (ein Drittel des Ackerlandes), in Balkh (mohnfrei bis 2014) Verf&uuml;nffachung/+10.000. R&uuml;ckgang der mohnfreien Provinzen von 13 auf 10. Im Norden rapide Ausweitung seit 2014: damals 574 ha in drei von sieben Provinzen, 2017 43.000 ha in sechs Provinzen. Die Opiumproduktion stieg in 2017 um 87% auf 9.000 to.</p>
<p>Hauptgr&uuml;nde seien Rule-of-Law-Probleme wie politische Instabilit&auml;t, fehlende staatliche Kontrolle und Sicherheit, Korruption, aber auch sp&auml;rliche Besch&auml;ftigungsm&ouml;glichkeiten, fehlende qualifizierte Bildung, mangelnder Zugang zu M&auml;rkten. Der Strategiewandel der Regierung mit ihrer Fokussierung auf die dicht besiedelten Gebiete &uuml;berlie&szlig; die Landbev&ouml;lkerung den vorr&uuml;ckenden Aufst&auml;ndischen.</p>
<p><a href="https://www.unodc.org/documents/afghanistan/Afghan_opium_survey_2017_cult_prod_web.pdf">https://www.unodc.org/documents/afghanistan//Afghan_opium_survey_2017_cult_prod_web.pdf</a></p>
<p><strong>Die reale Entwicklung seit 2014</strong> widerlegt die verbreiteten regierungsoffiziellen Behauptungen, die afghanischen Sicherheitskr&auml;fte seien &uuml;bernahmef&auml;hig gewesen und k&ouml;nnten die Sicherheit ihres Landes selbst gew&auml;hrleisten. Widerlegt wurden aber auch Erwartungen von Gegnern des ISAF-Einsatzes, dass mit dem Abzug der internationalen Truppen der Krieg verl&ouml;schen w&uuml;rde.</p>
<p>Der internationale R&uuml;ckzug erfolgte mit erfolgreicher R&uuml;cksicht auf die eigenen Kr&auml;fte, aber ohne R&uuml;cksicht auf die tats&auml;chliche Lage in Afghanistan, auf die afghanische Bev&ouml;lkerung und Sicherheitskr&auml;fte. Er ging einher mit tausendfachen &bdquo;Begleitopfern&ldquo; auf afghanischer Seite. Diese finden in den Teilnehmerstaaten von ISAF praktisch keine Beachtung und scheinen kaum ein Gewissen zu r&uuml;hren.</p>
<p><strong>(2) Afghanische Sicherheitskr&auml;fte (ANDSF)</strong></p>
<p><strong>Afghan National Army (ANA)</strong>: 174.450 im August 2017 (184.839 in Feb. 2014), davon Afghan Air Force (AAF) &uuml;ber 8.000. Im August wurden die Afghan Special Forces (ASSF) der ANA von der Divisions- zur Korpsebene hochgestuft, was auf die Verdoppelung ihres Umfangs auf 30.000 hinauslaufen w&uuml;rde.</p>
<p><strong>Afghan National Police</strong> (ANP): 150.000 im August 2017 (62.000 in 2002). Au&szlig;erdem 30.000 Afghan Local Police.</p>
<p>Krasse Hauptprobleme der ANDSF sind laut SIGAR (Sep. 2017):</p>
<p>- <span style="text-decoration: underline;">Die Verluste</span> von 8.146 Gefallenen, davon 3.534 Polizisten, und 14.278 Verwundeten in 2016. In der S&uuml;dprovinz Helmand, seit Jahren Spitzenreiter von Sicherheitsvorf&auml;llen und Opiumproduktion, sollen laut Aussage des Polizei-HQ der Provinz in den letzten 15 Jahren &uuml;ber 18.000 Polizisten get&ouml;tet worden sein! (TOLOnews 26.04.2017, <a href="http://www.tolonews.com/afghanistan/over-18000-police-officers-killed-helmand-15-years">http://www.tolonews.com/afghanistan/over-18000-police-officers-killed-helmand-15-years</a> )</p>
<p>- <span style="text-decoration: underline;">Die Schwundrate (Attrition)</span> der ANA liegt bei einem Drittel/Jahr, der ANP bei einem F&uuml;nftel. Das beintr&auml;chtige die Kampfkraft und bedeute einen fortlaufenden Verlust an ausgebildetem Personal. Schlechte Leadership und Korruption bei h&ouml;heren ANA- und ANP-Offizieren, unzureichende Ausstattung und Verwundeten-Evakuierung und schlechte Lebensbedingungen sind wesentliche Treiber des hohen Personalschwunds.</p>
<p>- <span style="text-decoration: underline;">Korruption</span> habe sich lt. SIGAR Sep 2017 (S. 131-142) seit 2001 aufgebl&auml;ht und alle Ebenen durchdrungen. High-Level-Korruption f&ouml;rderte Low-Level-Korruption, Straflosigkeit an der Spitze normalisierte korruptes Verhalten im ganzen System. In diesem Umfeld bef&ouml;rderte der internationale Geldregen Patronage-Netzwerke, weitere Korruption und Verschwendung. 2013 nannte das Pentagon &bdquo;Regierungsineffektivit&auml;t und endemische Korruption&ldquo; als die wichtigste Bedrohung f&uuml;r eine erfolgreiche &Uuml;bergabe der Sicherheitsverantwortung. Zum Komplex der Korruption geh&ouml;rt der Raub von Soldgeldern, Raub von Ausr&uuml;stung und Vorr&auml;ten, auch Verkauf von Waffen und&nbsp; Munition an Aufst&auml;ndische. Vor 2014 gab es f&uuml;r die US-Geldzufl&uuml;sse an das afghanische Verteidigungs- und Innenministerium wenig Aufsicht und keine Konditionalisierung. Erst in j&uuml;ngster Zeit soll es ein konsequenteres Vorgehen gegen Korruption geben.</p>
<p>- <span style="text-decoration: underline;">Analphabetismus</span>: 2009 konnten sch&auml;tzungsweise nur 13% der ANDSF-Rekruten lesen und schreiben. Obwohl dies ein kritischer Faktor f&uuml;r Ausbildungsf&auml;higkeit und Professionalisierung ist, spielte Alphabetisierung bei der fr&uuml;hen ANDSF-Ausbildung keine Rolle. Erst 2009 wurden 64 Stunden in die &bdquo;Grundausbildung&ldquo; aufgenommen. (Das von der damaligen GTZ initiierte Programm &bdquo;Alphabetisierung und nachholende Grundbildung&ldquo; f&uuml;r die ANP startete 2009/10 erst im Norden und wurde dann von fast allen Provinzen &uuml;bernommen.)</p>
<p>- <span style="text-decoration: underline;">Schnelle Rotation</span> bei Ausbildung und Beratung verhindern Kontextwissen, Vertrauensbildung, Kontinuit&auml;t und begrenzen die Wirkung. (SIGAR Sep 2017, S. 160 ff.)</p>
<p><strong>(3) Resolute Support Mission der NATO </strong>(non-combat): Im Mai 2017 13.5760 (maximale ISAF-St&auml;rke 120.000 in 2010). Milit&auml;rangeh&ouml;rige aus 39 L&auml;ndern (26 NATO), davon 7.000 USA, 1.037 Italien, 980 Deutschland, 872 Georgien, T&uuml;rkei 659, 587 Rum&auml;nien, 500 Gro&szlig;britannien, 270 Australien. Eine Aufstockung &nbsp;ist geplant. Civilian Representative von RSM ist Botschafter Cornelius Zimmermann (DEU).</p>
<p>Das &bdquo;<strong>Train, Advise, Assist Command North&ldquo; (TAAC-N</strong>) in Mazar ist f&uuml;r die Nordregion zust&auml;ndig (Fl&auml;che der halben Bundesrepublik). Deutschland ist die &bdquo;Rahmennation&ldquo; des TAAC-N und stellt 700-800 der insgesamt 1.700-1.800 Soldatinnen und Soldaten aus 19 Nationen. Georgien stellt 130, Mongolei 120, Niederlande und Ungarn je 100, Kroatien 70, die USA 25 Soldaten (hier&uuml;ber auch Zugang zu US-Streitkr&auml;fte in Afghanistan).</p>
<p>Die Lagersicherung stellt eine mongolische Kompanie, die Quick Reaction Force/QRF eine georgische Kompanie. Niederl&auml;nder und Kroaten stellen die Multinational Task Force, die Bundeswehr eine Kompanie Force Protection. (Zahlen zum TAAC-N Stand Nov. 2016)</p>
<p>Der Kernauftrag ist Advise und Assist auf Korpsebene (209. ANA-Korps) und bei Ausbildungseinrichtungen (Regional Military Training Centre in Camp Shaheen) sowie dem HQ 707. Polizeizone in Mazar.</p>
<p>RSM trainiert, ber&auml;t, unterst&uuml;tzt in acht wesentlichen Funktionen (EF 1-8):</p>
<p>- Mehrj&auml;hrige Budgetierung</p>
<p>- Transparenz, Verantwortlichkeit, Aufsicht</p>
<p>- zivile F&uuml;hrung der afghanischen Sicherheitsinstitutionen</p>
<p>- Force Generation</p>
<p>- Sustainment</p>
<p>- Strategische und politische Planung, Ressourcenausstattung und Umsetzung</p>
<p>- Intelligence</p>
<p>- Strategische Kommunikation (Kampf der Narrative)</p>
<p>TAAC-N stellt rund 120 Berater, davon 80 deutsche. Im seit 2015 massiv unter Druck stehenden Kunduz sind im Camp Pamir (nahe beim ehemaligen PRT und Flugplatz) 50-60 Bundeswehrsoldaten der mobilen Beratung des &bdquo;expeditionary TAA&ldquo; (eTAA) eingesetzt. Der Korpsstab geht nicht mit einem Gefechtsstand in einen Einsatzraum. Berater d&uuml;rfen ihre Klienten nur bei der Dienstaufsicht begleiten.</p>
<ul>
<li>Zur Zahl der Berater: Was ist das planerische Soll, wie ist die reale Stellenbesetzung, wie war er milit&auml;rische Ratschlag?</li>
</ul>
<p>Der Operationsplan von Resolute Support setzt die Grenzen von Aufgaben und Ebenen. Die Afghanischen Kr&auml;fte d&uuml;rfen inzwischen in bestimmten nichtkinetischen Bereichen (z.B. Lufttransport, Aufkl&auml;rung) von RS unterst&uuml;tzt werden, weiterhin nicht durch Waffeneinsatz. Im Herbst 2015, beim Fall von Kunduz, war es TAAC-N nicht erlaubt, afghanische Spezialkr&auml;fte nach Kunduz zu fliegen.</p>
<p>Beim Fachgespr&auml;ch der Gr&uuml;nen Bundestagsfraktion am 2.12.2014 zur bevorstehenden Mission Resolute Support warf ich die Schl&uuml;sselfrage auf, <em>&bdquo;ob RSM so aufgestellt und ausgestattet ist, dass sie ihren Auftrag auch mit guter Wahrscheinlichkeit erf&uuml;llen kann: K&ouml;nnen so wenige &bdquo;Hochwertberater von Spitzenpersonal&ldquo; nach Erfahrung mit anderen Missionen &uuml;berhaupt die gew&uuml;nschte Wirkung erzielen? Oder ist ein solcher Einsatz in Wirklichkeit blo&szlig;e Augenwischerei, Symbolpolitik zum Zweck der eigenen Gesichtswahrung?&ldquo; </em>Diese Frage blieb auch 2015 und 2016 unbeantwortet. &nbsp;In der Politik wurde sie meistens nicht einmal gestellt.</p>
<p>Nach vielen Gespr&auml;chen mit Einsatzr&uuml;ckkehrern hat sich inzwischen meine Vermutung erh&auml;rtet, das eine Beratung nur auf oberster Leitungsebene ohne Einblick in die Umsetzungsebene bleibt und dadurch in den Wirkungen stark eingeschr&auml;nkt ist.</p>
<p><strong>(4) Polizeiaufbauhilfe</strong></p>
<p><strong>Train, Advise and Assist der ANP im Rahmen Resolut Support</strong></p>
<p>Bei den US-gef&uuml;hrten TAAC-East und &ndash;South werden die Polizeiberatungsmissionen von regul&auml;ren Milit&auml;reinheiten geleitet, die die erforderliche Kompetenz in Polizeiberatung oder Rule of Law haben oder auch nicht. Die Beratungsteams auf ministerieller Ebene bleiben ebenfalls unter Armee-Kommando. Ihr Fokus ist die Entwicklung eines &bdquo;operational readiness cycle&ldquo; &ndash; train, fight, rest.</p>
<p>Lt. SIGAR (September 2017) leidet die ANP weiterhin an den konkurrierenden Ans&auml;tzen der USA einerseits und der Europ&auml;er andererseits. Das US-Milit&auml;r betrachtet die ANP als eine Counterinsurgency-Kraft zum Schutz der Bev&ouml;lkerung vor Taliban-Angriffen und &ndash;Einfluss. Zivile Berater bleiben wegen der hohen Bedrohungslage weitgehend in Kabul und fehlen in den TAAC`s.</p>
<p>In einem Bericht des Pentagon an den Kongress vom Juni 2017 hie&szlig; es, die Konzentration auf milit&auml;rische COIN-Funktionen habe die ANP daran gehindert, ausreichende Kapazit&auml;ten zur Kriminalit&auml;tsbek&auml;mpfung und Community Policing zu entwickeln. Der paramilit&auml;rische COIN-Fokus wurde best&auml;rkt von einer COIN-orientierten Strategie der USA und einer Leitungsebene des afghanischen Innenministeriums (MOI) mit vielen ehemaligen ANA-Kommandeuren.</p>
<p>Die COIN-Orientierung stehe im Widerspruch zur 2013 ver&ouml;ffentlichten Zehnjahres-Vision des afghanischen Innenministeriums, wonach zur Verantwortung der Polizei geh&ouml;re, Rechtsstaatlichkeit zu st&auml;rken, Ruhe und Ordnung auf den Stra&szlig;en aufrechtzuerhalten und die Sicherheit der B&uuml;rger zu sch&uuml;tzen. Die Vision des MOI sei, die Polizei auf ihre traditionellen Aufgaben lt. Afghanischen Polizeigesetz zur&uuml;ckzuf&uuml;hren und ihre Beteiligung an Kampfoperationen zu beenden.</p>
<p>Der ISAF-Abzug 2014 f&uuml;hrte zu einem R&uuml;ckgang von Aufsicht und Beratung der Polizeiausbildung im Land.</p>
<p><strong>German Police Project Team (GPPT</strong><span style="text-decoration: underline;">)</span> umfasst zzt. knapp 50 Beamte von Bund und L&auml;ndern, 35 in Kabul, 15 in Mazar (2012 90, 2015 12). Ihre Aufgaben sind (a) die strategische und polizeiliche Beratung der Leitungsebene des Innenministeriums und Mitwirkung bei der internationalen Koordinierung (Ko-Vors. im &bdquo;International Police Coordination Board&ldquo;, (b) die Beratung der Leitungsebene Aus- und Fortbildung (Polizeiakademie und Grenzpolizeiakademie in Kabul, Police Sergeant Training Command/Polizei-Unteroffiziersschule und 707. Polizeizone in Mazar, (c) Unterst&uuml;tzung der afghanischen Grenzpolizei an den Flugh&auml;fen Kabul und Mazar und Beratung bei der Bek&auml;mpfung von Schleuserkriminalit&auml;t. Partnerschaften der BPOL-Inspektion Flughafen K&ouml;ln/Bonn mit der Grenzpolizei KIA,&nbsp; der BPOL-Inspektion Flughafen D&uuml;sseldorf mit Mazar und der Bundespolizeiakademie L&uuml;beck mit der Polizeiakademie in Kabul flankieren die Arbeit des GPPT vor Ort.</p>
<p>Im Vergleich zur deutschen Diplomatie und Entwicklungszusammenarbeit musste GPPT nach dem Lkw-Anschlag seine Arbeit am wenigsten einschr&auml;nken.</p>
<p>Die im Juni 2007 gestartete EU-Polizeimission EUPOL Afghanistan lief zum Jahresende 2016 aus. Andere europ&auml;ische Staaten haben sich weitestgehend aus der Polizeihilfe zur&uuml;ckgezogen. Gro&szlig;britannien ist noch auf dem Feld der Spezialpolizei aktiv. Als einziges Land k&uuml;mmert sich noch Deutschland um den Aufbau einer Zivilpolizei.</p>
<p>(Aus meinem Reisebericht Mazar Nov. 2016, Gespr&auml;ch mit GPPT-Beamten: &bdquo;Man fahre viel raus, besuche die Dienststellen. Man wolle das Ohr an der Polizei haben. <em>(Offenbar hat sich herausgestellt, dass man sich vor vier Jahren wohl was zu fr&uuml;h aus dem Training zur&uuml;ckgezogen hat.)</em> Das Regional Police Training Center mit seinen &uuml;ber 100 Geb&auml;uden laufe hervorragend und sei ein Vorzeigeprojekt. GPPI Mazar soll demn&auml;chst auf zwanzig Beamte aufwachsen. Deutsche Hilfe sei auch bei der 808. Polizeizone in Kunduz werde gew&uuml;nscht. Dreimal/Woche trifft man sich zur gemeinsamen Lagebesprechung mit dem Milit&auml;r. Man kenne sich. Es sei eine erfolgreiche Partnerschaft. Die Polizeihilfe sei zwingend auf Bundeswehrpr&auml;senz angewiesen. (Sie stellt die logistische Basis und das direkte sichere Arbeitsumfeld.)&ldquo;</p>
<p>Bei den zur&uuml;ckliegenden Resolute-Support-Debatten im Bundestag war die deutsche Polizeiaufbauhilfe kein Thema. Auch bei der aktuellen 1. Lesung am 21. November wurde sie mit keinem Wort erw&auml;hnt.</p>
<p><strong>(5) US Streitkr&auml;fte in Afghanistan (USFOR-A): </strong>Am 10. September best&auml;tigte USFOR-A, dass zurzeit mehr als 11.000 US-Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan eingesetzt seien, unterst&uuml;tzt von 15.000 zivilen Contractors. Nach Ministerbefehl vom 31. August wird das US-Kontingent um mehr als 3.000 Soldaten auf 14.-15.000 aufgestockt. Die Soldaten dienen alle bei der US-gef&uuml;hrten &nbsp;<strong>Operation Freedom`s Sentinel</strong> (OFS). Ungef&auml;hr 5.000 (lt. SIGAR) bzw. 7.000 (lt. NATO) sind der Resolute Support Mission zugeteilt. Aufgaben von OFS sind Luftoperationen, Training der ASSF und Counterterror Operationen. Diese richten sich gegen Al Qaida und Verb&uuml;ndete sowie Islamic State-Khorasan (ISIS-K), unilateral oder zusammen mit den Afghan Special Security Forces (ASSF). Die Zahl der IS-K&auml;mpfer sei von 2.-3.000 in 2015 auf 1.000 im Nov. 2016 und 700 im Feb. 2017 reduziert worden. Trotz schwerer Verluste bleibe ISIS-K eine Bedrohung f&uuml;r Afghanistan. Andere CT-Operationen von OFS zielten auf Taliban in Kunduz, Kandarhar, Uruzgan und Helmand. (Quartalsbericht des <em>Lead Inspector General for Overseas Contingency Operations</em> an den US Congress, 01.04.-30.06.2017, <a href="https://oig.state.gov/system/files/lig_oco_ofs_jun17_508.pdf">https://oig.state.gov/system/files/lig_oco_ofs_jun17_508.pdf</a>&nbsp; )</p>
<p>Inzwischen sollen wieder 600 Mann britische Special Forces in Helmand k&auml;mpfen.</p>
<p><strong>(6) Unabh&auml;ngige SIGAR-Bilanzierung des Aufbaus von ANA und ANP</strong></p>
<p>Im September 2017 legte der Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction den Report &ldquo;Reconstructing the Afghan National Defense and Security Forces: Lessons from the U.S. Experience in Afghanistan&rdquo; vor <a href="https://www.sigar.mil/pdf/lessonslearned/SIGAR-17-62-LL.pdf">https://www.sigar.mil/pdf/lessonslearned/SIGAR-17-62-LL.pdf</a> )</p>
<p><em>(SIGAR wurde vom US-Congress als unabh&auml;ngige Agency gegr&uuml;ndet und ist zust&auml;ndig f&uuml;r alle Programme und Operationen aller Ministerien und Agencies sowie aller Prgramme und Operationen, die mit US-Reconstruction-Dollars unterst&uuml;tzt werden. SIGAR ist der einzige Inspector General, der nur f&uuml;r Afghanistan und nur f&uuml;r Aufbaufragen zust&auml;ndig ist.)</em></p>
<p>Die Entwicklung der ANDSF ist der Eckstein der gesamten US-Politik in Afghanistan und eine Schl&uuml;sselvoraussetzung der Strategie der &Uuml;bergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanische Regierung. Seit 2002 gaben die USA &uuml;ber 73,5 Mrd US-$ (61% der Gesamtausgaben f&uuml;r Reconstruction) f&uuml;r Training, Unterbringung, Ausr&uuml;stung und Unterhalt der &uuml;ber 300.000 ANDSF-Angeh&ouml;rigen auf, davon 19,9 Mrd. $ f&uuml;r die ANP.</p>
<p>Der Report identifiziert <strong>12 zentrale Untersuchungsergebnisse</strong>, darunter</p>
<p>- Die US waren und sind schlecht auf Security Sector Assistance (SSA) vorbereitet.</p>
<p>- Anf&auml;ngliche Pl&auml;ne waren einzig auf Milit&auml;roperationen fokussiert.</p>
<p>- Fr&uuml;he Partnerschaften mit unabh&auml;ngigen Milizen unterminierten letztendlich das Werden von ANA und ANP.</p>
<p>- Die US versagten bei der Optimierung der Koalitionsbeitr&auml;ge zur SSA, was eine zunehmend komplexe Umsetzung der SSA-Programme zur Folge hatte.</p>
<p>- Fortgeschrittene westliche Waffen und Management-Systeme f&uuml;r weitgehend unausgebildete und analphabetische Streitkr&auml;fte schufen Langzeitabh&auml;ngigkeiten.</p>
<p>- Polizeientwicklung wurde von der US-Regierung als sekund&auml;re Mission behandelt, obwohl sie bei der Implementierung von Rechtsstaatlichkeit und lokaler Sicherheit landesweit eine entscheidende Rolle spielt.</p>
<p>Auf S. 26-28 wird der <strong>deutsche Ansatz</strong> f&uuml;r die Afghan National Police skizziert (siehe Anhang): Geplant war eine Zielgr&ouml;&szlig;e von 62.000. Die SIGAR-Ausf&uuml;hrungen machen deutlich, dass die deutsche Polizeiaufbauhilfe qualitativ hochwertig war (Polizeiakademie), den Bedarf an schnell und in die Fl&auml;che wirkendem Polizeiaufbau unter den gegebenen prek&auml;ren Bedingungen aber au&szlig;er Acht lie&szlig;. Dieser strategische Startfehler geschah in Verantwortung der rot-gr&uuml;nen Bundesregierung &ndash; und wurde auch vom Bundestag lange nicht wahrgenommen.</p>
<p>Wo Deutschland und die Europ&auml;er ein traditionelles Community-Policing-Modell vertraten, bevorzugten&nbsp; die US eine militarisierte Polizei als lokale Verteidigungskraft. &bdquo;Das f&uuml;hrte zu gegens&auml;tzlichen Trainings-, Beratungs- und Assist-Anstrengungen und m&uuml;ndete in der gegenw&auml;rtigen ANP Identit&auml;tskrise.&ldquo;</p>
<p><strong>Chronischer Personalmangel</strong>: Die ANDSF TAA-Mission war personell chronisch unterausgestattet. In der Zeit des Surge 2010-2011 waren die Posten zu weniger als 50% besetzt. Wegen verschiedener nationaler Caviats kamen Ausbilder, insbesondere zivile, oft nicht landesweit zum Einsatz. Die chronische Unterbesetzung dauert auch bei RSM an. (SIGAR Sep 2017, S. 178)</p>
<p>Mit Beginn von Resolute Support beschr&auml;nkte sich die TAA- Unterst&uuml;tzung auf die Ebene der Ministerien, Corps und Police Zones. Dadurch reduzierten sich die Ber&uuml;hrungspunkte mit den ANDSF Einheiten erheblich. Dass einige Verb&auml;nde ganz ohne Berater blieben, erwies sich im Sommer 2015 als desastr&ouml;s: Das 209. ANA Corps in Helman kollabierte v&ouml;llig.</p>
<p><strong>Der SIGAR-Report</strong> leistet&nbsp; eine vorbildlich fundierte, selbstkritische und unabh&auml;ngige&nbsp; &Uuml;berpr&uuml;fung der US-SSA-Unterst&uuml;tzung. Vor dem Hintergrund eines whole-of-government-approach formuliert SIGAR Empfehlungen f&uuml;r den Kongress, die Exekutive und Pentagon zu SSA generell und speziell zu Afghanistan. Zwischen den differenzierten SIGAR-Reports von September und Oktober 2017 und dem Kernsatz von US-Pr&auml;sident Trump &bdquo;Wir betreiben kein Nation Building mehr. Wir t&ouml;ten Terroristen!&ldquo; liegen Welten. Welche am Boden die ma&szlig;gebliche ist, kann ich zzt. nicht beurteilen.</p>
<p><strong>(6) Politischer Prozess und ziviler Aufbau</strong></p>
<p>Dazu umfassend der <strong>Bericht des VN-Generalsekret&auml;rs </strong>&ldquo;The situation in Afghanistan (&hellip;)&ldquo;, 15.09.2017, <a href="http://www.un.org/ga/search/view_doc.asp?symbol=S/2017/783">http://www.un.org/ga/search/view_doc.asp?symbol=S/2017/783</a> )</p>
<p>- Mangel eines fassbaren Fortschritts in Richtung eines Friedensprozesses;</p>
<p>- Ank&uuml;ndigung des Termins von Parlaments- und Distriktwahlen durch die Unabh&auml;ngige Wahlkommission: 7. Juli 2018;</p>
<p>- Fortschritte der Regierung bei ihrer Reform-Agenda, vor allem bei der Korruptionsbek&auml;mpfung. Das Ende 2016 gegr&uuml;ndete Anti-Corruption Justice Center wurde eine bedeutende S&auml;ule beim Bem&uuml;hen, Straflosigkeit zu bek&auml;mpfen.</p>
<p><strong>Umfassend zur</strong> <strong>US-Unterst&uuml;tzung</strong> in den Bereichen Governance (mit Reconciliation &amp; Reintegration, national &amp; subnational Governance, Rule of Law &amp; Anticorruption, Menschenrechte, Fl&uuml;chtlinge und Binnenvertriebene, Gender), Economic and Social Development, Counternarcotic der j&uuml;ngste SIGAR-Quartalsbericht (30.10.2017), S. 97- 233, Ausgaben&uuml;bersicht 2002-2017, S. 254/5, &nbsp;<a href="https://www.sigar.mil/pdf/quarterlyreports/2017-10-30qr.pdf">https://www.sigar.mil/pdf/quarterlyreports/2017-10-30qr.pdf</a> )</p>
<p>Aktuell zu <strong>deutschem Aufbau und Entwicklungszusammenarbeit</strong> trotz alledem unter <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1495">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1495</a> . &bdquo;Von unten&ldquo;, aus der Erfahrung einzelner Handlungsfelder und Projekte, wo es immerhin um viele einzelne Menschen, ihr &Uuml;berleben und ihre Perspektiven geht, werden immer wieder Erfolge, Fort-Schritte berichtet. Das wurde anschaulich deutlich bei der 31. Afghanistan-Tagung in Villigst. (Bericht folgt) Beispielhaft daf&uuml;r stehen viele Projekte der deutschen Stabilisierungshilfe (AA), der Entwicklungszusammenarbeit und etlicher Hilfs- und Nichtregierungsorganisationen &ndash; z.B. in der Berufsausbildung (<a href="http://www.ez-afghanistan.de/de">http://www.ez-afghanistan.de/de</a> ).</p>
<p><strong>Die Wahrnehmung der afghanischen Bev&ouml;lkerung</strong> mit ihrer Erfahrung afghanischer Lebensrealit&auml;t und kollektiven Erinnerung ist erheblich anders als die meist unterschiedslos schwarze Fernwahrnehmung aus Deutschland. Die Asia Foundation hat gerade ihren (seit 2004) 13. &bdquo;Survey of the Afghan People&ldquo; ver&ouml;ffentlicht. F&uuml;r ihn wurden im Juli &uuml;ber 10.000 Menschen aller gr&ouml;&szlig;eren und auch kleineren ethnischen Gruppen in allen Provinzen face-to-face interviewt: 32,8% meinten, das Land bewege sich in die richtige Richtung (ggb. 29,3% in 2016, aber 58,2% in 2013), 61,2 % waren der gegenteiligen Meinung (im Vorjahr 65,9%). (<a href="https://asiafoundation.org/where-we-work/afghanistan/survey/">https://asiafoundation.org/where-we-work/afghanistan/survey/</a>; <a href="http://www.tolonews.com/index.php/afghanistan/study-finds-afghans-%E2%80%98slightly%E2%80%99-more-optimistic-year">http://www.tolonews.com/index.php/afghanistan/study-finds-afghans-%E2%80%98slightly%E2%80%99-more-optimistic-year</a> )</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Der &bdquo;neue&ldquo; US-Kurs unter Pr&auml;sident Trump</span></strong></p>
<p><strong>(7) Die Zahl der Waffeneins&auml;tze</strong> im Rahmen von Close Air Support (Luftnahunterst&uuml;tzung) stieg in den ersten zehn Monaten 2017 auf 3.500 ggb. 1.337 im ganzen Vorjahr (2.258 in 2013, 947 in 2015), allein im September auf 751, +50% ggb. August. (Airpower Summary des US Central Command, <a href="http://www.afcent.af.mil/About/Airpower-Summaries/">http://www.afcent.af.mil/About/Airpower-Summaries/</a> ) Die Zahl der in Baghram stationierten F-16-Kampfflugzeuge wurde um 50% auf 18 aufgestockt. Zum ersten Mal seit f&uuml;nf Jahren kommen &uuml;ber Afghanistan wieder Tankflugzeuge zum Einsatz. ( <a href="http://www.military.com/daily-news/2017/09/19/air-force-adds-f16s-returns-tankers-afghanistan-generals-says.html">http://www.military.com/daily-news/2017/09/19/air-force-adds-f16s-returns-tankers-afghanistan-generals-says.html</a> ) Im September 2017 erhielt die afghanische Luftwaffe von den USA die ersten zwei von geplanten 61 UH-60 Blackhawk Helicoptern.</p>
<p><strong>(8) Rede von US-Pr&auml;sident Trump</strong> am 22. August auf dem Milit&auml;rst&uuml;tzpunkt Fort Myer zum US-Einsatz in Afghanistan und zur &bdquo;S&uuml;dasien-Strategie&ldquo;. Nachdem er fr&uuml;her vehement f&uuml;r einen Abzug aus Afghanistan pl&auml;diert hatte, verk&uuml;ndete er einen &bdquo;dramatischen Wandel&ldquo; in der US-Afghanistan-Politik. Das Ziel: &bdquo;Wir betreiben kein Nation Building mehr. Wir t&ouml;ten Terroristen!&ldquo; Seine &bdquo;klare Definition des Sieges&ldquo;: &bdquo;unsere Feinde angreifen, den IS ausl&ouml;schen, Al Qaida zermalmen, die Taliban daran hindern, in Afghanistan die Macht zu &uuml;bernehmen, und gro&szlig;e Terroranschl&auml;ge gegen Amerika verhindern.&quot; Man werde nicht l&auml;nger &bdquo;amerikanische Milit&auml;rmacht einsetzen, um Demokratien in weit entfernten L&auml;ndern aufzubauen.&ldquo; &bdquo;Die Lage vor Ort und nicht willk&uuml;rliche Zeitpl&auml;ne werden von nun an unsere Strategie leiten.&ldquo; Ohne Zahlen zu nennen, machte er den Weg frei f&uuml;r eine Aufstockung der US-Truppen in Afghanistan. (Bis zu 4.000 zus&auml;tzliche Soldaten &uuml;ber die jetzigen11.000 hinaus sollen dem Verteidigungsminister genehmigt worden sein.) Trump k&uuml;ndigte an, die Einsatzregeln f&uuml;r das US-Milit&auml;r und die Restriktionen bei der Jagd auf Terroristen zu lockern sowie die Befugnisse der Kommandeure vor Ort zu erweitern. (Unter COMISAF General McChrystal waren 2009 die Einsatzregeln bei Luftangriffen wegen hoher Zivilopferzahlen erheblich versch&auml;rft worden.)</p>
<p>Offen blieb, was mit den US-Programmen zur F&ouml;rderung von guter Regierungsf&uuml;hrung, Korruptionsbek&auml;mpfung, Frauenrechte und Zivilgesellschaft wird.</p>
<p>Im Vorfeld hatte es im Wei&szlig;en Haus massiven Streit um die Zukunft des US-Einsatzes in Afghanistan gegeben: Chefstratege Steve Bannon votierte vehement f&uuml;r einen Abzug der US-Truppen, f&uuml;r die Privatisierung des Krieges und die Entsendung einer reinen S&ouml;ldnertruppe. Unterst&uuml;tzt wurde er von Blackwater-Gr&uuml;nder Prince. Sicherheitsberater McMaster, Verteidigungsminister Mattis (beide hohe Ex-Generale) und Au&szlig;enminister Tillerson votierten f&uuml;r eine regul&auml;re Truppenaufstockung.</p>
<p>Kommentar von Thomas Ruttig in der taz 26.08.2017 &bdquo;Strukturelles Versagen&ldquo;</p>
<p><em>&bdquo; (&hellip;) Ein Land, ethnisch, religi&ouml;s, politisch und sozial so divers wie Afghanistan, braucht dringend verl&auml;ssliche Institutionen, um daraus entstehende Konflikte zu regulieren. Ohne &auml;u&szlig;eren Druck werden die afghanischen Eliten sich aber nicht bewegen. In diesem Kontext ist Trumps Flip-Flopping in Sachen Staatsaufbau, aber auch das Vers&auml;umnis, den Schutz von Demokratie und Menschenrechten sowie einer unabh&auml;ngigen Zivilgesellschaft abzusichern, fatal f&uuml;r Afghanistans Zukunft.&ldquo;</em></p>
<p>(Zur Ausd&uuml;nnung der diplomatischen F&auml;higkeiten: Von 105 F&uuml;hrungspositionen im State Department sind zzt. nur 39 fest besetzt. Vakant sind z.B. die Posten der Under Secretary for Civilian Security, Democracy and Human Rights sowie Arms Control and International Security. Geschlossen wurde das B&uuml;ro des Special Representative for Afghanistan &ndash; Pakistan (SRAP). Am 29. September wurde das Kernteam, das sich mit der afghanischen Vers&ouml;hnung und Gespr&auml;chen mit den Taliban befasst, aufgel&ouml;st. Die Einheit soll in das breitere South and Central Asia Bureau integriert werden. Die meisten der Besch&auml;ftigten hatten Zeitvertr&auml;ge, die nicht verl&auml;ngert wurden. Weitere Aufgaben des SRAP waren die Pflege der internationalen Zusammenarbeit und die EU- und NATO-Gipfel sowie die Unterst&uuml;tzung der Regierung der Nationalen Einheit. Fr&uuml;here hohe US-Diplomaten kritisieren einen gro&szlig;en Verlust an Erfahrung und institutionellem Wissen. <a href="https://www.voanews.com/a/us-shutters-special-representative-for-afghanistan-pakistan-office/4079919.html">https://www.voanews.com/a/us-shutters-special-representative-for-afghanistan-pakistan-office/4079919.html</a> )</p>
<p><strong>(9) Der neue US-Ansatz &bdquo;R4+S&ldquo;: Regionalize, Realign, Reinforce, Reconcile and Sustain</strong></p>
<p>Vorgestellt von US-Verteidigungsminister Jim Mattis am 3. Oktober vor dem Streitkr&auml;fte Ausschuss des US-Senats. (SIGAR Okt 2017, S. 97 ff.)</p>
<p>&bdquo;Realign&ldquo;/Neuordnung der Beratung der ANDSF: Bisher waren die Berater auf die ministerielle, die nationale institutionelle Ebene und die Korpsebene mit den Police Zone HQ`s fokussiert (ausgenommen Spezialkr&auml;fte). K&uuml;nftig sollen Berater auch auf der Ebene der Brigaden und Bataillone (Kandaks) wirken. Wahrscheinlich wird es k&uuml;nftig eine steigende Zahl von Expeditionary Advisory Packages (EAP`s) geben. Solche flexiblen Berater-Einheiten wurden zum Beispiel in strategischen Notsituationen wie der zeitweiligen Besetzung von Kunduz im Herbst 2015 und 2016 eingesetzt.</p>
<p>Der Hintergrund ist die Erkenntnis, dass die fr&uuml;heren Bewertungen der ANA-F&auml;higkeit zur effektiven Operationsf&uuml;hrung auf der taktischen Ebene durch die milit&auml;rischen F&uuml;hrer der ISAF-Truppensteller zu optimistisch waren. Bef&ouml;rdert wurde diese durch den termin-orientierten Abzug unter Obama und einer Obergrenze, die Beratung nur bis zur Korpsebene erm&ouml;glichte.</p>
<p>Lt. Generalstabschef Dunford und COMRSM sei die CT Mission ad&auml;quat personell ausgestattet, die Beratungsmission nicht.</p>
<p><strong>(10) Ausweitung der CIA-Geheimoperationen in Afghanistan</strong>: Die New York Times (Eric Schmitt u.a.) berichtete am 22.10.2017 aus hochrangigen offiziellen Quellen, dass kleine Teams hoch erfahrener Offiziere und Contractors an der Seite afghanischer Kr&auml;fte Taliban im ganzen Land jagen und t&ouml;ten sollen. Bisher war die CIA prim&auml;r fokussiert auf die Bek&auml;mpfung von Al Qaida und die Unterst&uuml;tzung des afghanischen Geheimdienstes. Die &bdquo;counterterrorism pursuit teams&ldquo; sollen von Offizieren der paramilit&auml;rischen &bdquo;Special Activities Division&ldquo; der CIA angeleitet werden (diese soll einige Hundert Personen umfassen) und Spezialkr&auml;fte des Joint Special Operations Command einschlie&szlig;en. Die Masse der Kr&auml;fte sollen Mitglieder afghanischer Milizen sein. In der Vergangenheit operierten die CT pursuit teams in Provinzen des S&uuml;dens und nahe der gebirgigen Grenze zu Pakistan, seit 2014 in afghanischen St&auml;dten und Umgebung. Ihnen wurde unterschiedslose T&ouml;tung&nbsp; von Zivilisten bei Razzien und Luftangriffen vorgeworfen.</p>
<p>Der neue CIA-Direktor Mike Pompeo betont die Aggressivit&auml;t des neuen Kurses: &bdquo;Jede Minute m&uuml;ssen wir darauf fokussiert sein, unsere Feinde zu zerquetschen.&ldquo;</p>
<p>( <a href="https://www.nytimes.com/2017/10/22/world/asia/cia-expanding-taliban-fight-afghanistan.html">https://www.nytimes.com/2017/10/22/world/asia/cia-expanding-taliban-fight-afghanistan.html</a> )</p>
<p>Ausgeweitet werden sollen auch die geheimen Drohneneins&auml;tze, die bisher auf Al Qaida und andere Terrorgruppen in Pakistan beschr&auml;nkt gewesen seien. Bisher hatte das Pentagon in Afghanistan die F&uuml;hrungsrolle bei Luftangriffen durch Drohnen oder Kampfflugzeuge, die &ouml;ffentlich zugegeben wurden. Die geheimen Drohneneins&auml;tze der CIA in Pakistan seit rund zehn Jahren wurden hingegen nie zugegeben. (Die milit&auml;rischen Drohnenangriffe in Afghanistan stiegen von 304 in 2015 &uuml;ber 376 in 2016 auf 362 in den ersten acht Monaten 2017. In Pakistan soll es 2016 drei und in diesem Jahr vier Drohnenangriffe gegeben haben. Vgl. Emren Feroz zum Drohnenkrieg in der Ostprovinz Khost, Deutschlandfunk 14.09.20127, <a href="http://www.deutschlandfunkkultur.de/khost-in-afghanistan-wo-der-drohnenkrieg-der-usa-im.979.de.html?dram:article_id=395846">http://www.deutschlandfunkkultur.de/khost-in-afghanistan-wo-der-drohnenkrieg-der-usa-im.979.de.html?dram:article_id=395846</a> )</p>
<p>Einige Pentagon-Offizielle bef&uuml;rchten, dass US-Truppen am Boden am Ende ausbaden m&uuml;ssen, wenn CIA-Luftangriffe Zivilopfern fordern, aber nicht zugegeben werden.</p>
<p>Terrorismusexperten au&szlig;erhalb des Milit&auml;rs erinnern an die zentrale Erfahrung in Afghanistan und Irak, wie wichtig Transparenz bei der Diskussion milit&auml;rischer Operationen sei. Die Transparenz zu reduzieren, sei ein gro&szlig;er strategischer und moralischer Fehler. (New York Times 15.09.2017, <a href="https://www.nytimes.com/2017/09/15/us/politics/cia-drone-strike-authority-afghanistan.html">https://www.nytimes.com/2017/09/15/us/politics/cia-drone-strike-authority-afghanistan.html</a> ) SIGAR Okt. 2017 berichtet, dass wichtige Daten zu den ANDSF, die SIGAR bisher ver&ouml;ffentlichen konnte (Personalumf&auml;nge, Verluste, Attrition, Einsatzf&auml;higkeit von Ausr&uuml;stung) nun vom Pentagon klassifiziert sind.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(11) Vereinte Nationen</span></strong></p>
<p>Der UN-Sicherheitsrat hatte seit 2001 ISAF regelm&auml;&szlig;ig bis Ende 2014 mandatiert.</p>
<p>F&uuml;r Resolute Support gibt es kein explizites Mandat des Sicherheitsrates. RSM befindet sich auf ausdr&uuml;ckliche Einladung der legalen afghanischen Regierung im Land. Diese wollte ausdr&uuml;cklich kein Mandat des UN-Sicherheitsrats, weil die &bdquo;non-combat-Mission&ldquo; keine exekutive Funktionen hat und ein Mandat als Einschr&auml;nkung der eigenen Souver&auml;nit&auml;t verstanden wird. In seinen regelm&auml;&szlig;igen Resolutionen zu Afghanistan und zur politischen UNAMA-Mission (s.u.) betont der Sicherheitsrat aber immer wieder</p>
<p>- die kritische Bedrohungslage, dabei das Erstarken von Daesh/IS-K,</p>
<p>- die Dringlichkeit professioneller afghanischer Sicherheitskr&auml;fte,</p>
<p>- ermutigt nachhaltige Ausbildungs- und Aufbauunterst&uuml;tzung f&uuml;r die ANA,</p>
<p>- betont die Bedeutung internationaler finanzieller und Berater-Unterst&uuml;tzung f&uuml;r eine kompetente Polizei und f&uuml;r die langfristige Sicherheit Afghanistans.</p>
<p><strong>Resolution 2344 (2017) des&nbsp; VN-Sicherheitsrats</strong> vom 17.03.2017 (UNAMA-Mandat): &bdquo;(&hellip;)</p>
<p><em>Underlining</em> the importance of operationally capable, professional, inclusive and sustainable Afghan National Defence and Security Forces (ANDSF) for meeting Afghanistan&rsquo;s security needs, stressing the commitment of the international community to support their further development, and commending the resiliency and exceptional courage displayed by ANDSF as well as their leading role in securing their country and fighting against international terrorism, (&hellip;)</p>
<p><em>Recognizing</em> the continuously alarming threats posed by the Taliban, including the Haqqani Network, as well as by Al-Qaida, ISIL (Da&rsquo;esh) affiliates and other terrorist groups, violent and extremist groups and illegal armed groups, as well as the challenges related to the efforts to address such threats, and expressing its serious concern over the harmful consequences of violent and terrorist activities by all the above-mentioned groups on the capacity of the Afghan Government to guarantee the rule of law, to provide security and basic services to the Afghan people, and to ensure the improvement and protection of their human rights and fundamental freedoms, (&hellip;)</p>
<p><em>Expressing serious concern</em> at the presence and potential growth of ISIL (Da&rsquo;esh) affiliates in Afghanistan, posing serious threats to the security of Afghanistan and the countries of the region, including in Central Asia, and affirming its support to the efforts by the ANDSF to combat them as well as assistance by Afghanistan&rsquo;s international partners in this regard, (&hellip;)</p>
<p>17. <em>Welcomes</em> in this context the continued progress in the development of the Afghan National Army and its improved ability to plan and undertake operations, and encourages sustained training efforts and assistance, including through the contribution of trainers, resources, advisory teams, advice in developing a sustainable defence planning process, and assistance in defence reform initiatives;</p>
<p>18. <em>Takes note of</em> the ongoing efforts of the Afghan authorities to enhance the capabilities of the Afghan National Police, calls for further efforts towards that goal, including the commitment by the Ministry of Interior and the Afghan National Police to develop an effective strategy for coordinating increased recruitment, retention, training and capacity development for women in the Afghan National Police, fully implement Afghanistan&rsquo;s 1325 National Action Plan,(&hellip;) stresses the importance of international assistance through financial support and provision of trainers and mentors, and notes the importance of a sufficient and capable police force for Afghanistan&rsquo;s long-term security;</p>
<p>19. <em>Reiterates</em> its support for the Government of Afghanistan, and in particular to the Afghan National Defence and Security Forces (ANDSF), in securing their country and in their fight against terrorism and violent extremism, and calls upon the Afghan Government, with the assistance of the international community, to continue to address the threat to the security and stability of Afghanistan posed by the Taliban, including the Haqqani Network, as well as by Alâ€‘Qaida, ISIL (Da&rsquo;esh) affiliates and other terrorist groups, violent and extremist groups, illegal armed groups, criminals and those involved in the production, trafficking or trade of illicit drugs; (&hellip;)&rdquo;</p>
<p>(<a href="https://www.un.org/press/en/2017/sc12756.doc.htm">https://www.un.org/press/en/2017/sc12756.doc.htm</a> )</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Schlussfolgerungen</span></strong></p>
<p>(a) 16 Jahre nach Beginn des internationalen Afghanistaneinsatzes sind Teilfortschritte bei Aufbau und Entwicklung - immer noch - unbestreitbar. Drei Jahre nach ISAF-Abzug kann aber von einem sicheren Umfeld f&uuml;r die Zivilbev&ouml;lkerung, die Regierung, ihre Bediensteten und internationales Personal keine Rede sein. K&auml;mpfe, Anschl&auml;ge, Zivilopfer und Opfer unter den Konfliktparteien sind so zahlreich wie nie seit 2002. Laut Global Global Terrorism Index 2017 stand Afghanistan 2016 nach Irak auf Platz 2 der terrorbetroffenen L&auml;nder. 17,8% aller Terror-Toten weltweit entfielen auf Afghanistan. (<a href="http://economicsandpeace.org/reports/">http://economicsandpeace.org/reports/</a> ). Die seit 2016 zunehmenden Daesh-Angriffe auf die schiitische Minderheit und ihre religi&ouml;sen St&auml;tten erh&ouml;hen die Gefahr eines konfessionalisierten B&uuml;rgerkrieges.</p>
<p>Dramatisch ist das explosive Wachstum und Ausbreitung des Mohnanbaus.</p>
<p>Internationale zivile Aufbauhilfe und ihre lokalen Partner verlieren immer mehr an Bewegungsfreiheit, Kontakt- und Wirkungsm&ouml;glichkeiten. Stabilisierungs- und Aufbauhilfe in einem Hochrisiko-Umfeld versch&auml;rfen den Zielkonflikt zwischen Auftragserf&uuml;llung und Risikovermeidung.</p>
<p>(b) Der UN-Sicherheitsrat betont seine Besorgnis &uuml;ber die sich verschlechternde Sicherheitslage in Afghanistan, die Notwendigkeit f&auml;higer Sicherheitskr&auml;fte und der&nbsp; Aufbauhilfe f&uuml;r sie. Wer die zentrale Rolle der UN f&uuml;r internationale Sicherheit und Weltfrieden anerkennt, kann das Votum der UN nicht &uuml;bergehen, steht grunds&auml;tzlich in der Pflicht, sie zu unterst&uuml;tzen. (Die LINKE ignoriert das grunds&auml;tzlich; die AfD aus anderer Richtung &ndash; so bei der Gauland-Rede in der 1. Lesung &ndash; ebenfalls.)</p>
<p>(c) Auch wenn die Belastung der Berliner Politik durch andere Krisen und politische Herausforderungen &uuml;berm&auml;chtig und die Handlungsf&auml;higkeit &auml;u&szlig;erst reduziert ist:</p>
<p>Die Lageversch&auml;rfungen der letzten Jahre in Afghanistan m&uuml;ssen als Weckrufe genommen werden, nach Jahren von Sch&ouml;nrednerei und Verdr&auml;ngung sich endlich ehrlich zu machen &uuml;ber die komplexe &ndash; und noch erheblich eskalationsf&auml;hige - Lage in Afghanistan. Das bisherige deutsche Engagement muss dringend ressort&uuml;bergreifend und kritisch &uuml;berpr&uuml;ft werden. Die SIGAR-Berichte an den US-Kongress sind da ermutigend und anregend (angesichts der identifizierten Gro&szlig;fehler aber&nbsp; auch verst&ouml;rend).</p>
<ul>
<li>Nach der Einstellung der &bdquo;Fortschrittsberichte&ldquo; Ende 2014 und der jahrelangen Verweigerung einer unabh&auml;ngigen, systematischen Bilanzierung des Einsatzes durch alle Bundesregierungen und Koalitionen ist eine weitere selbstverschuldete politische Sehschw&auml;che nicht weiter zu verantworten. Sie w&uuml;rde einem k&uuml;nftigen Mandat jede Glaubw&uuml;rdigkeit und Legitimit&auml;t nehmen und den Anspruch verst&auml;rkter internationaler Verantwortung Deutschlands konterkarieren. Es w&auml;re vor allem auch verantwortungslos gegen&uuml;ber den nach Afghanistan entsandten Frauen und M&auml;nnern</li>
</ul>
<p>(d) Was US-Pr&auml;sident Trump zu seiner Afghanistan-&bdquo;Strategie&ldquo; verk&uuml;ndete, dr&ouml;hnt nach Wiederauflage einer Art von Antiterrorkrieg, der schon mal scheiterte und viel mehr statt weniger Terrorismus schuf.</p>
<p>W&uuml;rde der k&uuml;nftige Afghanistaneinsatz der USA gepr&auml;gt sein einem milit&auml;rfixierten Antiterrorkrieg, von der angek&uuml;ndigten Ausweitung von CIA-Geheimoperationen und dem Abbau von Aufbauunterst&uuml;tzung, dann st&uuml;nden die strategischen Ans&auml;tze der USA und der UN, Deutschlands sowie vieler Verb&uuml;ndeter &nbsp;kontr&auml;r zueinander. Es reicht schon, dass die ersten Jahre des internationalen Afghanistaneinsatzes durch einen strategischen Dissens unter Hauptverb&uuml;ndeten beeintr&auml;chtigt wurde. Resolute Support bzw. der drittgr&ouml;&szlig;te Truppensteller Deutschland d&uuml;rften einen solchen Gro&szlig;fehler nicht wiederholen.</p>
<ul>
<li>Schnell zu &uuml;berpr&uuml;fen ist also, in welche tats&auml;chliche Richtung das US-Engagement in Afghanistan geht und ob die Breite und Reflexion, wie sie in den SIGAR-Berichten fixiert ist, Relevanz hat oder Makulatur ist.</li>
</ul>
<p>(e) Als RSM-Rahmennation im Norden hat Deutschland so oder so eine Schl&uuml;sselrolle. In Afghanistan ist die Bundesrepublik so dicht an Fluchtursachen, ihrer Reduzierung oder F&ouml;rderung, wie kaum in einem anderen Land. Bei Abzug ist eine Kettenreaktion bei den anderen 18 TAAC-N-Truppenstellern zu erwarten, die selbst alle nicht &uuml;bernahmef&auml;hig w&auml;ren. Wo RSM ganz verschwinden w&uuml;rde, w&auml;re ein schnelles Abbr&ouml;ckeln der ANDSF, eine weitere Reaktivierung von Milizen + Privatisierung von Gewalt vorprogrammiert.</p>
<ul>
<li>Die deutsche Politik kommt nicht um die jahrelang verdr&auml;ngte Schl&uuml;sselfrage herum, wie die Beratungswirkung im Norden auch unterhalb der Korps-Hochebene (Brigade, Bataillon?) wirkungsvoller gemacht werden kann.</li>
</ul>
<p>(f) F&uuml;r nachhaltige Sicherheit der Afghaninnen und Afghanen ist eine funktionst&uuml;chtige Zivilpolizei (Community Policing) unabdingbar. Daran fehlt es ganz besonders (best&auml;tigt von afghanischer Regierung wie SIGAR), hieran arbeiten praktisch nur die knapp 50 Beamten des GPPT. Dass das politisch nicht thematisiert wird, dass sich niemand dazu Gedanken macht, &nbsp;ist wider alle Vernunft und kurzsichtig: Wie soll es eine Stabilisierung und nachhaltige Sicherheit ohne eine funktionierende, mehr b&uuml;rgerorientierte Polizei geben? Trotz des Versagens der Anfangsjahre:</p>
<ul>
<li>Hier kann und sollte die Bundesrepublik einen strategisch zentralen und gewichtigeren Stabilisierungsbeitrag leisten! Die deutsche Polizei hat das Potenzial dazu. Das zeigt nicht zuletzt ihr hohes Ansehen in Friedensmissionen.</li>
</ul>
<p>(g) Stabilisierungsprozesse, zumal in einem terroristisch-kriegerischen Umfeld, bei so viel Korruption und wenig Good Governance halten sich nicht an Termine aus westlichen Hauptst&auml;dten. Der r&uuml;cksichtslos terminfixierte ISAF-Abzug ging einher mit einem Wunschdenken bez&uuml;glich der ANDSF-F&auml;higkeiten und ist eine sehr blutige Lehre.</p>
<ul>
<li>Umso notwendiger ist aber die Setzung von realistischen wie ehrgeizigen, &uuml;berpr&uuml;fbaren Exit-Kriterien, eine inhaltlich definierte Abzugsperspektive.</li>
</ul>
<p>Seit fast einem Jahr meldet TOLOnews im Kopf ihrer Afghanistan-Seite &bdquo;100 YEARS OF AFGHAN-GERMAN RELATIONS&ldquo;. Ein Klick weiter ein Artikel &uuml;ber eine Veranstaltung in Nangarhar, wo lokale Offizielle in Anwesenheit von zvilgesellschaftlichen Aktivisten und Einwohnern an die 100-j&auml;hrigen Beziehungen erinnerten und alte Fotos der afghanisch-deutschen Freundschaft zur Schau stellten. ( <a href="http://www.tolonews.com/index.php/afghanistan/100-years-afghan-german-relations/nangarhar-marks-100-years-afghan-german-relations">http://www.tolonews.com/index.php/afghanistan/100-years-afghan-german-relations/nangarhar-marks-100-years-afghan-german-relations</a> )</p>
<p>Vor einem Jahr war bei der 30. Villigster Afghanistan-Tagung erstmalig in Deutschland die <strong>Fotoausstellung &bdquo;100 Jahre Deutsch-Afghanische Freundschaft</strong>&ldquo; zu sehen. Sie war 2016 schon in Kabul, Mazar, Herat und anderen afghanischen St&auml;dten gezeigt wurde. Die reiche und sch&ouml;ne Ausstellung erstellte Paul Bucherer-Dietschi, Gr&uuml;nder des Schweizerischen Afghanistan-Instituts, im Auftrag des Ausw&auml;rtigen Amtes. V&ouml;llig unverst&auml;ndlich ist, dass bei angefragten Ressorts kein Interesse bestand, die Ausstellung auch in Deutschland breit zug&auml;nglich zu machen. Trotz aller politischer Erm&uuml;dung &ndash; in Deutschland sind noch viel mehr Menschen an Afghanistan, seinen Menschen und unserer gemeinsamen Geschichte interessiert, als man denkt. Die Ausstellung verdient breite Nachfrage und F&ouml;rderung! (<a href="http://mediothek-afghanistan.org/?q=en/node/1172">http://mediothek-afghanistan.org/?q=en/node/1172</a> )</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">ANHANG ( </span></strong><a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1505">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1505</a> )</p>
<div><br clear="all" /><hr align="left" size="1" width="33%" />
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<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> MdB 1994-2009, Mitglied Beirat Innere F&uuml;hrung/BMVg (AG &bdquo;Einsatzr&uuml;ckkehrer und &ndash;folgen&ldquo;), Ko-Vors. Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention/AA, Vorstand DGVN; Mitglied im Vorbereitungskreis der Villigster Afghanistan-Tagung (die 31. Tagung findet am 24.-26.11. statt). Bis Nov. 2016 19 Afghanistanbesuche.</p>
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