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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Friedensinnovation: Start der &quot;Ausbildung in ziviler Konfliktbearbeitung&quot; am 20. Mai 1997 in NRW</title>
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    <span class="xar-mod-title"><p>Zivile Konfliktbearbeitung und Friedensf&ouml;rderung</p> + Artikel von Winfried Nachtwei fÃ¼r Zeitschriften u.Ã¤.</span>

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                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=77-86">Any of these categories</a>
                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=77%2B86">All of these categories</a>
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        <h1>
            Friedensinnovation: Start der &quot;Ausbildung in ziviler Konfliktbearbeitung&quot; am 20. Mai 1997 in NRW         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 17. Mai 2017 10:11:58 +02:00 (46637 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Die erste rot-gr&uuml;ne Landesregierung in NRW erm&ouml;glichte es 1997, als die Bundesregierung noch stur war: die erste Ausbildung in zivile Konfliktbearbeitung. Die Dringlichkeit von professioneller Entfeindungs- und Verst&auml;ndigungsarbeit von unten war in Bosnien nach dem Dayton-Abkommen &uuml;berdeutlich. 1998 nahm die neue Bundesregierung den Ball auf. Hier mein Gru&szlig;wort von damals und der Entwurf eines Gruppenantrags im Bundestag, der auch von dem MdB Armin Laschet unterst&uuml;tzt wurde.</p></div>
            <div>    <p align="center">20 Jahre FRIEDENSPIONIERE:</p>
<p align="center"><span style="text-decoration: underline;">Start &bdquo;Ausbildung in ziviler Konfliktbearbeitung&ldquo; am 20. Mai 1997</span></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei, MdB (1997)</p>
<p><em>Monat f&uuml;r Monat werden tausende junger M&auml;nner an Waffen ausgebildet. </em></p>
<p><em>Am 20. Mai 1997 begann in Frille bei Minden erstmalig in der Bundesrepublik eine ganz andere Ausbildung: der <strong>erste Grundkurs des Modellvorhabens &bdquo;Ausbildung in ziviler Konfliktbearbeitung&ldquo;</strong>. 16 Frauen und M&auml;nner, zur H&auml;lfte Ausl&auml;nderInnen, werden in 11 Wochen auf die Arbeit in &bdquo;Vers&ouml;hnungsprojekten&ldquo; vor allem im ehemaligen Jugoslawien vorbereitet: f&uuml;r die Begleitung und Unterst&uuml;tzung heimkehrender muslimischer Fl&uuml;chtlinge in der kroatisch verwalteten Stadt Jajce, f&uuml;r die Arbeit in einem multiethnischen Jugendtreffpunkt in Tuzla, in einem unabh&auml;ngigen Begegnungs-, Gebets- und Meditationszentrum in Sarajewo und mit kriegstraumatisierten Serben und Kroaten&nbsp; in Ostslawonien. Tr&auml;ger des Modellvorhabens sind die Aktionsgemeinschaft Dienst f&uuml;r den Frieden, der Bund f&uuml;r Soziale Verteidigung und das Forum Ziviler Friedensdienst. Das Land NRW finanziert das Modellvorhaben mit 400.000 DM. </em></p>
<p><em>Bei der Er&ouml;ffnungsveranstaltung hielt ich das folgende </em></p>
<p><strong><em>Gru&szlig;wort</em></strong></p>
<p align="center"><strong>Frieden braucht Fachleute + muss von unten wachsen</strong></p>
<p align="center">(Fotos unter <a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei">www.facebook.com/winfried.nachtwei</a> )</p>
<p>&bdquo;Wohl kein parlamentarisches Gremium in Bonn besch&auml;ftigt sich so kontinuierlich und intensiv mit Ex-Jugoslawien wie der Verteidigungsausschuss des Bundestages. Lange standen dort Begr&uuml;ndung und Planung des Milit&auml;reinsatzes, die Leistungen von IFOR im Mittelpunkt der Beratungen. Seit der Debatte um die IFOR-Nachfolge Ende letzten Jahres haben sich die Beratungsschwerpunkte v&ouml;llig verschoben. Die Leistungen von IFOR/SFOR sind unstrittig, zugleich werden die Grenzen eines Milit&auml;reinsatzes immer deutlicher. Laut Au&szlig;enminister Kinkel ist die Aufgabe der Milit&auml;rs, die Konfliktparteien auseinander zu halten, relativ leicht &ndash; verglichen mit der Aufgabe, die verfeindeten Gruppen wieder zusammenzuf&uuml;hren. Er und Verteidigungsminister R&uuml;he &auml;u&szlig;ern sich wiederholt regelrecht verzweifelt &uuml;ber die totale Unvers&ouml;hnlichkeit der Machthaber in Bosnien, die ein Funktionieren der F&ouml;deration blockiere. Nach einem Mostar-Besuch konstatiert R&uuml;he im Angesicht der EU-finanzierten, aber leeren Br&uuml;cken die Grenzen auch von Infrastrukturhilfen:&ldquo; Auch eine Br&uuml;cke aus Beton bringt noch keinen Frieden!&ldquo; Ein Staatsminister schlie&szlig;lich beklagt, wie verbreitet in der Bev&ouml;lkerung Lethargie, Misstrauen und Hass seien, dass es keinerlei Aufbruchsstimmung gebe. Alle wissen: Der <em>Wandel in den K&ouml;pfen</em> ist der Dreh- und Angelpunkt f&uuml;r einen wirklichen Friedensprozess. Auf der Hand liegt, dass daran in erster Linie Nichtregierungsorganisationen arbeiten (k&ouml;nnen), dass f&uuml;r diese besonders schwierige Entfeindungsarbeit aber Qualifizierung unumg&auml;nglich ist.</p>
<p>Hier beginnen jedoch die politischen Blockaden in Bonn! Seit genau zwei Jahren versuchte ich zusammen mit Kolleginnen von SPD und CDU, ein &bdquo;Startprojekt Ziviler Friedensdienst&ldquo; auf den Weg zu bringen, das die Ausbildung und Entsendung von Fachleuten f&uuml;r zivile Konfliktbearbeitung beinhaltet. Als ein interfraktioneller Kompromiss gefunden war, verhinderte der CSU-Minister f&uuml;r Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Spranger, seine Umsetzung. Angesichts des Bonner Versagens ist die Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen umso lobenswerter! Sie geht zur&uuml;ck auf die beharrliche Friedensarbeit vor allem des Bundes f&uuml;r Soziale Verteidigung und eine Festlegung im Koalitionsvertrag, zu der Kurt S&uuml;dmersen (BSV) und ich im Mai 1995 den Ansto&szlig; gaben. Angesichts der vielen Konfliktnachrichten aus D&uuml;sseldorf endlich eine gute Nachricht von Rot-GR&Uuml;N!</p>
<p>Nur 400.000 DM f&uuml;r die Ausbildung von nur 16 Fachkr&auml;ften &ndash; ist das nicht nur ein Tropfen auf den hei&szlig;en Stein? Das Modellvorhaben ist ein Pilotprojekt, mit dem zivile Konfliktbearbeitung von unten endlich sichtbar und &uuml;berpr&uuml;fbar wird. Es ist der Start zu einer professionellen Friedensarbeit, die sich in den n&auml;chsten Jahren erheblich ausweiten wird &ndash; weil der Bedarf immer un&uuml;bersehbarer wird. Insofern nehmen wir heute an einer historischen Geburtsstunde teil! Im Namen der Landtagsfraktion und der Bundestagsfraktion von B&uuml;ndnis 90/DIE GR&Uuml;NEN w&uuml;nsche ich den Kursteilnehmerinnen und Annemarie M&uuml;ller und Stefan Willmutz als den Trainerinnen langen Atem und Erfolg! Ein Tropfen auf den hei&szlig;en Stein kann der Anfang eines Regens sein. Dass es so wird, liegt mit an uns!&ldquo;</p>
<p>(<em>Maulwurf, Zeitung von GAL/Gr&uuml;nen M&uuml;nster Juni 1997</em>)</p>
<p>Vorher:</p>
<p align="center"><strong>1996: Parlamentsinitiative f&uuml;r den Zivilen Friedensdienst</strong></p>
<p><em>Die Abgeordneten Gert <strong>Weisskirchen</strong> (SPD), Winfried <strong>Nachtwei</strong> und Rainer <strong>Eppelmann</strong> (CDU) initiierten 1996 einen Gruppenantrag zur Unterst&uuml;tzung eines Zivilen Friedensdienstes. Er wurde auch unterst&uuml;tzt von Heiner <strong>Gei&szlig;ler</strong> und Armin <strong>Laschet</strong> (beide CDU), Eckart <strong>Kuhlwein</strong>, Markus <strong>Meckel</strong>, Uta <strong>Zapf</strong> (alle SPD) und Christa <strong>Nickels</strong> (Gr&uuml;ne).</em></p>
<p>&bdquo;1. Der Deutsche Bundestag begr&uuml;&szlig;t die Initiative aus den beiden gro&szlig;en christlichen Kirchen und Nicht-Regierungsorganisationen f&uuml;r einen &bdquo;Zivilen Friedensdienst&ldquo;, der Expertinnen und Experten zur gewaltfreien Bearbeitung von Konflikten und zum Einsatz in innergesellschaftlichen und internationalen Konflikten bef&auml;higen soll.</p>
<p>2. Der Deutsche Bundestag begr&uuml;&szlig;t eine von den Initiatoren des Zivilen Friedensdienstes vorgeschlagene plural zusammen gesetzte Tr&auml;gerstruktur als Nicht-Regierungsorganisation. Er bef&uuml;rwortet und unterst&uuml;tzt die Zielsetzung des Zivilen Friedensdienstes, in Zusammenarbeit mit Betroffenen vor Ort einen gesellschaftlichen Beitrag zur Festigung ziviler Gesellschaftsstrukturen zu leisten. Dazu geh&ouml;ren insbesondere</p>
<p>- Ein&uuml;bung in ziviler Konfliktbearbeitung</p>
<p>- Entfeindungs- und Vers&ouml;hnungsarbeit</p>
<p>- Hilfe beim Aufbau demokratischer Strukturen</p>
<p>- Schutz und Sicherung der Rechte von Minderheiten</p>
<p>- Arbeit mit Opfergruppen und (zur&uuml;ckkehrenden) Fl&uuml;chtlingen</p>
<p>3. Der Deutsche Bundestag begr&uuml;&szlig;t die Absicht der Tr&auml;gerorganisationen, durch Eigenbeitr&auml;ge eine finanzielle Mitverantwortung f&uuml;r den Aufbau und den Unterhalt eines Zivilen Friedensdienstes zu &uuml;bernehmen.</p>
<p>Dar&uuml;ber hinaus f&ouml;rdert und unterst&uuml;tzt der Deutsche Bundestag den Aufbau und den Einsatz des Zivilen Friedensdienstes durch die Bereitstellung von Bundesmitteln.</p>
<p>Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, weitere Unterst&uuml;tzungsm&ouml;glichkeiten durch die Einbeziehung anderer Institutionen und K&ouml;rperschaften (z.B. Bundesl&auml;nder, EU, OSZE, UN) zu pr&uuml;fen und gegebenenfalls zu nutzen.</p>
<p>Der Deutsche Bundestag pr&uuml;ft, inwieweit f&uuml;r den internationalen Einsatz die Erfahrungen und Regelungen aus dem Bereich der Entwicklungshilfe und internationalen humanit&auml;ren Hilfe analog auf den Zivilen Friedensdienst angewandt werden k&ouml;nnen. (&hellip;)&ldquo;</p>
<p><em>Das &bdquo;Forum Ziviler Friedensdienst&ldquo; plante, binnen zwei Jahren 200 Friedensfachkr&auml;fte in Bosnien einzusetzen. F&uuml;r das 30 Millionen DM kostende Projekt erwartete das Forum zwei bis drei Millionen Mark aus der Staatskasse.</em></p>
<p><em>Der Gruppenantrag scheiterte schlie&szlig;lich an der Blockadehaltung von Entwicklungsminister Carl-Dieter Spranger (CSU). </em></p>
<p>&nbsp;</p></div>


           <br />
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