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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: ENDLICH! Bundestag votiert mit sehr groÃŸer Mehrheit fÃ¼r die Ã¼berfÃ¤llige StÃ¤rkung deutscher BeitrÃ¤ge zu Internationalen Polizeimissionen</title>
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    <span class="xar-mod-title">CIVPOL-IPM + Bericht von Winfried Nachtwei</span>

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                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=1">Publikationstyp</a>
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            ENDLICH! Bundestag votiert mit sehr groÃŸer Mehrheit fÃ¼r die Ã¼berfÃ¤llige StÃ¤rkung deutscher BeitrÃ¤ge zu Internationalen Polizeimissionen         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 28. September 2016 00:14:17 +02:00 (41636 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Bei der Feierstunde f&uuml;r aus Auslandseins&auml;tzen zur&uuml;ckgekehrte PolitistInnen betonten mehrere Redner die Notwendigkeit, die sehr nachgefragten deutschen Beitr&auml;ge zu st&auml;rken. ERSTMALIG beschloss nun eine sehr gro&szlig;e Mehrheit des Bundestages umfasssende Forderungen zur nachhaltigen St&auml;rkung der deutschen Polizei in internationalen Friedensmissionen. Zum Beispiel: An der Dt. Hochschule der Polizei in M&uuml;nster soll ein Fachgebiet f&uuml;r internationale Polizeimissionen entstehen</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>ENDLICH! </strong></p>
<p align="center"><strong>Bundestag votiert mit sehr gro&szlig;er Mehrheit f&uuml;r die &uuml;berf&auml;llige St&auml;rkung deutscher Beitr&auml;ge zu Internationalen Polizeimissionen</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei, MdB a.D. (28.09.2016)</p>
<p><strong>(1) Seit 27 Jahren beteiligen</strong> sich deutsche PolizistInnen an internationalen Friedensmissionen, bisher waren es weit &uuml;ber 9.000. In den verschiedenen Einsatzl&auml;ndern haben sie einen besonders guten Ruf. Das habe ich bei vielen Besuchen vor Ort immer wieder erfahren. (Deutsche Beteiligungen an Internationalen Polizeimissionen, Stand 25.9.2016:&nbsp; <a href="http://www.bundespolizei.de/Web/DE/03Unsere-Aufgaben/04Internationale-Aufgaben/uebersicht_dt_beteiligung_int_polizeimissionen.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=32">http://www.bundespolizei.de/Web/DE/03Unsere-Aufgaben/04Internationale-Aufgaben/uebersicht_dt_beteiligung_int_polizeimissionen.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=32</a> )</p>
<p><strong>(2) Feierstunde f&uuml;r Einsatzr&uuml;ckkehrer</strong>: Am 7. September wurden bei einer Feierstunde des Bundesinnenministeriums im Berliner Estrel Congress Center mehrere Hundert aus Auslandsverwendungen zur&uuml;ckgekehrte Polizistinnen und Polizisten der Jahre 2014 bis 2016 geehrt. (Fotos auf <a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei">www.facebook.com/winfried.nachtwei</a> ) Etliche Bundestagsabgeordnete nahmen an der Feier teil.</p>
<p>Nach der Rede des Bundesinnenministers Thomas de Maizi&eacute;re und einem Gru&szlig;wort des Leiters der neuen, hochaktuellen Abteilung S (Stabilisierung) im Ausw&auml;rtigen Amt, R&uuml;diger K&ouml;nig, schilderte Felix Schwarz, Kriminaloberrat beim LKA Hamburg, Chef des Stabes und Leiter des deutschen Polizeikontingents bei MINUSMA (Mali), sehr anschaulich und &uuml;berzeugend die Arbeit von UN-Polizisten unter den dortigen schwierigen Bedingungen.</p>
<p>Die Big Band des Bundespolizeiorchesters pr&auml;sentierte eine musikalische (und bebilderte) Reise durch die Einsatzgebiete Afghanistan, Libyen, Mali und Somalia, die einem zu Herzen gehen konnte. Die Feierstunde schloss eine Gespr&auml;chsrunde mit Polizisten von GPPT Afghanistan und MINUSMA sowie einem grenzpolizeilichen Verbindungsbeamten der Bundespolizei in &Auml;gypten ab, moderiert von Dieter Wehe, Leiter der AG &bdquo;Internationale Polizeimissionen&ldquo;, Inspekteur der Polizei NRW. Beim anschlie&szlig;enden gemeinsamen Essen und Trinken war zu sp&uuml;ren, wie sehr die PolizistInnen mit Auslandserfahrungen eine Community bilden. (Bericht von der Feierstunde: <a href="https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2016/09/feierstunde-auslandsrueckkehrer-2016.html">https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2016/09/feierstunde-auslandsrueckkehrer-2016.html</a> &nbsp;Rede des Bundesinnenministers <a href="https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Reden/DE/2016/09/feierstunde-auslandsrueckkehrer.html">https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Reden/DE/2016/09/feierstunde-auslandsrueckkehrer.html</a> ).</p>
<p>Eine Medienberichterstattung war f&uuml;r mich im Nachhinein nicht erkennbar. Ungebrochen blieb also die unverst&auml;ndliche Tradition, das Licht besonders dieser engagierten PolitzistInnen unterm Scheffel zu halten.</p>
<p><strong>(3) Z&auml;he politische Rahmenbedingungen &ndash; neuer Schub?</strong> Die hervorragende Arbeit der entsandten Beamten wurde bisher politisch &uuml;berschattet durch die Tatsache, dass die deutsche Entsendebereitschaft zu Polizeimissionen seit Jahren weit hinter der gestiegenen Nachfrage (quantitativ und qualitativ) vor allem der UN und hinter den bundesdeutschen M&ouml;glichkeiten zur&uuml;ckblieb. Gerade mal 24 deutsche PolizistInnen sind zzt. bei UN-Missionen eingesetzt (bei mehr als 14.000 UN-Polizisten insgesamt). In Auslandseins&auml;tzen einschlie&szlig;lich bilateralen Projekten wie GPPT Afghanistan sind zzt. 138 PolizistInnen eingesetzt, 37 von Bundespolizei und BKA, 101 von den L&auml;nderpolizeien.</p>
<p>Im November 2013 hatten CDU, CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag angek&uuml;ndigt, &bdquo;die rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen f&uuml;r den Einsatz von Polizistinnen und Polizisten in Friedensmissionen verbessern (zu wollen).&ldquo;</p>
<p>Bei einer &Ouml;ffentlichen Anh&ouml;rung von Innenausschuss und Unterausschuss Zivile Krisenpr&auml;vention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln am 3. November 2014 wurden alle notwendigen Ma&szlig;nahmen zur St&auml;rkung der deutschen Beitr&auml;ge zu Polizeimissionen klar benannt. Im Juni 2015 erstellten Abgeordnete von Gro&szlig;er Koalition und Gr&uuml;nen einen ersten &nbsp;Antragsentwurf, der viele Monate von fachfremden Haush&auml;ltern in der Koalition blockiert wurde, der jetzt endlich in den Bundestag eingebracht und am 23. September von CDU/CSU, SPD und Gr&uuml;nen gegen die Stimmen der Linken verabschiedet wurde.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Zentrale Forderungen sind:</span></p>
<p>- Die Voraussetzungen zu schaffen, dass die Bundesrepublik die Verpflichtung vom Europ&auml;ischen Rat in Santa Maria de Feira im Jahr 2000 (Verf&uuml;gbarkeit von 5.000 PolizistInnen f&uuml;r Friedensmissionen insgesamt, d.h. 910 aus Deutschland) erf&uuml;llen kann;</p>
<p>- eine Bund-L&auml;nder-Vereinbarung zur Verbesserung der rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen f&uuml;r die polizeiliche Beteiligung an Friedensmissionen zu schlie&szlig;en, die der au&szlig;enpolitischen Verantwortung des Bundes angemessen Rechnung tr&auml;gt;</p>
<p>- f&uuml;r eine Verbesserung der bereits guten Qualit&auml;t der Ausbildung der eingesetzten PolizistInnen zu sorgen. Dabei ist von besonderer Bedeutung &bdquo;die Einrichtung eines Fachgebiets Internationale Polizeimissionen an der Deutschen Hochschule der Polizei&ldquo; in M&uuml;nster-Hiltrup. Dass dies nur als &bdquo;erstrebenswert&ldquo; bezeichnet wird, ist ein T&uuml;r&ouml;ffner, aber viel zu bescheiden formuliert. Denn im Klartext geht es hier darum, eine bisherige strategische L&uuml;cke anzugehen: Bisher gibt es in Deutschland &ndash; und anderen EU-Staaten &ndash; f&uuml;r das Feld internationaler Polizeiarbeit und &ndash;missionen keinen zentralen Ort, wo systematisch Erfahrungen ausgewertet werden und konzeptionelle Kompetenz wachsen kann. (vgl. Bericht</p>
<p><em>Von der Tagung zu Internationalen Polizeimissionen an der Evangelischen Akademie Loccum im Herbst 2013, wo der dringende Bedarf klar formuliert wurde: </em><a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1256"><em>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1256</em></a><em> );</em></p>
<p>- Eine j&auml;hrliche Debatte im Bundestag &uuml;ber die deutsche Beteiligung an internationalen Polizeimissionen. Das ist sehr notwendig und sinnvoll, weil die bisher 27 Jahre Auslandseinsatzpraxis der deutschen Polizei im Bundestag &uuml;ber viele Jahre kein Thema war und auch bei Mandatsdebatten zu Bundeswehreins&auml;tzen nur marginal &ndash; wenn &uuml;berhaupt &ndash; ber&uuml;cksichtigt wurde.</p>
<p>Treibende Kraft hinter dem Parlamentsbeschluss war der Unterausschuss Zivile Krisenpr&auml;vention mit seiner Vorsitzenden Franziska Brantner, MdB B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen, und Edelgard Bulmahn, MdB SPD. Wahrscheinlich w&auml;re es ohne die Bem&uuml;hungen des Unterausschusses nicht zu dem fraktions- und koalitions&uuml;bergreifenden Antrag gekommen.</p>
<p>Der Bundestagsbeschluss k&ouml;nnte dem Instrument Internationale Polizeieins&auml;tze den lange &uuml;berf&auml;lligen neuen Schub bringen. Jetzt kommt es darauf an, dass endlich auch die Bund-L&auml;nder-Vereinbarung zustande kommt. Hier muss vor allem der Bund liefern.</p>
<p><strong>(4)</strong> <strong><span style="text-decoration: underline;">Die Bundestagsdebatte</span></strong><strong> am 23. September 2016</strong>, Plenarprotokoll TOP 21,</p>
<p><strong>Deutsches Engagement beim Einsatz von Polizistinnen und Polizisten in internationalen Friedensmissionen st&auml;rken und ausbauen, </strong><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/18/18191.pdf#P.19063">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/18/18191.pdf#P.19063</a></p>
<p>Video<a href="http://www.bundestag.de/mediathek/?isLinkCallPlenar=1&amp;action=search&amp;contentArea=details&amp;ids=7006851&amp;instance=m187&amp;categorie=Plenarsitzung&amp;mask=search">http://www.bundestag.de/mediathek/?isLinkCallPlenar=1&amp;action=search&amp;contentArea=details&amp;ids=7006851&amp;instance=m187&amp;categorie=Plenarsitzung&amp;mask=search</a></p>
<p><strong>(5) Antrag der Fraktionen von CDU/CSU, SPD und B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen</strong> (Drucksache 18/9662 vom 20.09.2016): <strong>Deutsches Engagement beim Einsatz von Polizistinnen und Polizisten in internationalen Friedensmissionen st&auml;rken und ausbauen, </strong><a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/096/1809662.pdf">http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/096/1809662.pdf</a></p>
<p>Der Bundestag wolle beschlie&szlig;en:</p>
<p>I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:</p>
<p>F&uuml;r die friedliche und wirtschaftliche Entwicklung eines Landes ist Rechtsstaatlichkeit von entscheidender Bedeutung. Wichtiger Garant von Rechtsstaatlichkeit ist eine gut ausgebildete Polizei. Deutsche Polizistinnen und Polizisten zeichnen sich insbesondere durch ihr rechtsstaatliches Selbstverst&auml;ndnis und ihre Verankerung in unserer Gesellschaft aus. Eine dem B&uuml;rger und der Verfassung und nicht einzelnen Interessen oder Machthabern verpflichtete Polizeiarbeit ist essentiell f&uuml;r das Vertrauen in einen solchen Rechtsstaat und um Selbstjustiz und Korruption vorzubeugen. Vor dem</p>
<p>Hintergrund dieses Selbstverst&auml;ndnisses k&ouml;nnen deutsche Polizistinnen und Polizisten viele wichtige Kompetenzen und F&auml;higkeiten gewinnbringend in internationale Polizeimissionen einsetzen.</p>
<p>Friedenseins&auml;tze sind eines der besten zur Verf&uuml;gung stehenden Instrumente, um &nbsp;Gewalt in Konfliktsituationen einzud&auml;mmen. Eins&auml;tze der Vereinten Nationen (VN), der Europ&auml;ischen Union (EU), sowie der Organisation f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) m&uuml;ssen daher weiter gest&auml;rkt werden. Bilaterale Polizeieins&auml;tze k&ouml;nnen ebenfalls ein wichtiges Instrument deutscher Au&szlig;enpolitik sein, falls internationale oder multilaterale Organisationen nicht t&auml;tig werden.</p>
<p>Obwohl sich Deutschland bereits substanziell an VN Missionen beteiligt, sollte sein personelles Engagement gerade f&uuml;r diese Eins&auml;tze noch zunehmen. Denn insbesondere VN Eins&auml;tze genie&szlig;en die h&ouml;chste Legitimit&auml;t bei der lokalen Bev&ouml;lkerung.</p>
<p>Eins&auml;tze in Friedensmissionen sind multidimensional, das hei&szlig;t sie finden fast immer unter Mitwirkung sowohl von zivilem Personal als auch von Polizei und Milit&auml;r und immer unter komplexen Rahmenbedingungen statt. Zudem wird die Arbeit in den Missionen oft dadurch erschwert, dass es noch keinen Frieden gibt, den man sichern kann, dass die Konflikte und Interessen nicht klar definierbar und voneinander abgrenzbar und die Bedrohungen in den Eins&auml;tzen oft asymmetrischer und transnationaler Natur sind.</p>
<p>Auch wenn kurzfristig aufgrund des zu Ende gehenden Afghanistan-Einsatzes weniger Polizistinnen und Polizisten in internationalen Polizeieins&auml;tzen gebraucht werden, wird dieser Trend sich mittel- bis langfristig umkehren. Der Bedarf an Friedensmissionen wird angesichts der Entwicklungen, besonders in Afrika, wie auch im Nahen Osten, steigen. Gerade auch die Definition dieser Regionen als Interessensschwerpunkte unserer Au&szlig;enpolitik macht es notwendig, dass wir uns dort substanziell engagieren. Damit die gewonnen Erfahrungen aus bereits abgelaufenen oder aktuellen Missionen zu einer Fortentwicklung der Einsatzpraxis in der Zukunft f&uuml;hrt, ist es wichtig, f&uuml;r eine umfassende und intensive Vor- und Nachbereitung der Eins&auml;tze zu sorgen. Das beinhaltet vor allem auch eine institutionalisierte Weitergabe von im Ausland erworbenen Fertigkeiten und Erfahrungen sowie interkultureller Basiskompetenzen an den Aus- und Weiterbildungsst&auml;tten der Polizei. Die entsprechenden Ressourcen sind zur Verf&uuml;gung zu stellen. Auslandseins&auml;tze deutscher Polizistinnen und Polizisten sind eine gemeinsame Aufgabe der Bundespolizei, des Bundeskriminalamtes und der Landespolizeien. Eine faire und transparente Lastenverteilung zwischen allen Akteuren ist die Basis f&uuml;r ein funktionierendes Entsendesystem.</p>
<p>Nach Artikel 73 des Grundgesetzes sind die Vertretung der Ausw&auml;rtigen Angelegenheiten und die Verteidigung der Grenzen einschlie&szlig;lich des Schutzes der Zivilbev&ouml;lkerung allein Aufgabe des Bundes. Daraus leitet sich auch die Zust&auml;ndigkeit des Bundes f&uuml;r internationale Polizeimissionen ab. Die Koordinierung und der gr&ouml;&szlig;te Teil der Finanzierung der Auslandseins&auml;tze obliegen dem Bund. Die Personalgestellung erfolgt auf Grundlage des in der Besprechung der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der L&auml;nder am 12. Juni 2008 vereinbarten Verteilerschl&uuml;ssels</p>
<p>bei internationalen Polizeimissionen durch den Bund und die L&auml;nder.</p>
<p>II . Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung im Rahmen der zur Verf&uuml;gung stehenden Haushaltsmittel auf,</p>
<ol>
<li>sich daf&uuml;r einzusetzen, dass eine bessere Lastenverteilung zwischen den Staaten, die sich bereits an VN Missionen beteiligen und denen, bei denen dies noch nicht der Fall ist, stattfindet, und dass sich dadurch die Zahl der Kr&auml;ftestellerstaaten im Rahmen der jeweiligen M&ouml;glichkeiten der einzelnen Mitglieder weiter erh&ouml;ht,</li>
<li>die Voraussetzungen zu schaffen, dass die Bundesrepublik Deutschland die Verpflichtung, die sie beim Europ&auml;ischen Rat in Santa Maria de Feira im Jahr &nbsp;2000 zugesagt hat, erf&uuml;llen kann,</li>
<li>eine Bund-L&auml;nder Vereinbarung zur Verbesserung der rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen f&uuml;r den Einsatz von &nbsp;Polizistinnen und Polizisten in Friedensmissionen zu schlie&szlig;en, die der au&szlig;enpolitischen Verantwortung des Bundes angemessen Rechnung tr&auml;gt,</li>
<li>f&uuml;r eine Verbesserung der bereits guten Qualit&auml;t der Ausbildung der &nbsp;eingesetzten Polizistinnen und Polizisten zu sorgen. Dies beinhaltet unter anderem die folgenden Ma&szlig;nahmen:</li>
</ol>
<p>- Um eine gute Vorbereitung, die systematische Auswertung von erfolgten Eins&auml;tzen und die Sicherung des dabei gewonnen Wissens sowie Kompetenzen und die konzeptionelle Weiterentwicklung internationaler Polizeimissionen zu gew&auml;hrleisten, ist die Einrichtung eines Fachgebiets f&uuml;r internationale Polizeimissionen an der Deutschen Hochschule der Polizei erstrebenswert.</p>
<p>- Insbesondere zur Vorbereitung auf Auslandseins&auml;tze ist der Erwerb von Zusatzqualifikationen von Polizistinnen und Polizisten zu f&ouml;rdern, etwa durch die Teilnahme an Sprachkursen f&uuml;r Franz&ouml;sisch und Englisch.</p>
<p>- Polizistinnen und Polizisten mit Migrationshintergrund sind weiterhin zu f&ouml;rdern, um insbesondere ihre interkulturellen Kompetenzen f&uuml;r &nbsp;&nbsp;Friedenseins&auml;tze nutzbar zu machen.</p>
<p>- Die Ausbildung und die Vorbereitung f&uuml;r geschlossene Einheiten und f&uuml;r die im Alltagsdienst eingesetzten Kr&auml;fte muss vereinheitlicht werden. Es sind Vorbereitungs- und Ausbildungsstandards zu entwickeln, die den jeweiligen Einsatzbedingungen und dem Zielgebiet m&ouml;glichst praxisnah Rechnung tragen;</p>
<p>5. sich f&uuml;r mehr deutsche Polizistinnen und Polizisten in F&uuml;hrungspositionen bei internationalen Missionen einzusetzen, indem die Bundesregierung</p>
<p>- eine Verl&auml;ngerung der Entsendung von Polizistinnen und Polizisten in das Ausland auf bis zu vierundzwanzig Monate zuk&uuml;nftig regelm&auml;&szlig;ig erm&ouml;glicht,</p>
<p>--im Rahmen der beamtenrechtlichen M&ouml;glichkeiten auch diensterfahrenen Beamtinnen und Beamten zu erm&ouml;glichen, F&uuml;hrungspositionen im Ausland zu besetzen. F&uuml;r pensionierte Beamtinnen und Beamte sollten die M&ouml;glichkeiten besonderer Anstellungsverh&auml;ltnisse zum Beispiel &uuml;ber eine Sekundierung durch das Ausw&auml;rtige Amt genutzt werden;</p>
<ol>
<li>entsprechend dem Bedarf mehr spezialisierte Polizistinnen und Polizisten auszubilden und ins Ausland zu entsenden etwa auf dem Gebiet der organisierten Kriminalit&auml;t oder der Korruptionsbek&auml;mpfung. Je nach Einsatzort k&ouml;nnen die im Einsatz gewonnenen Erkenntnisse gerade in diesen Bereichen auch wertvoll f&uuml;r das Heimatland sein;</li>
<li>eine Anpassung des f&uuml;r den Einsatz von Polizistinnen und Polizisten im Ausland geltenden Dienstrechts des Bundes und der L&auml;nder anzustreben, indem</li>
</ol>
<p>- eine Angleichung der Versorgung von Polizistinnen und Polizisten im Schadensfall und Absicherung der Hinterbliebenen mindestens an das derzeit geltende h&ouml;chste Niveau erfolgt. Das beinhaltet auch eine Angleichung der Anerkennung von Auslandsdienstzeiten,</p>
<p>- eine noch bessere Nachsorge sichergestellt wird, etwa im Hinblick auf die weitere Sicherstellung und gegebenenfalls den Ausbau der psychologischen Betreuung,</p>
<p>- ein Auslandseinsatz ein bedeutender Bestandteil der Personalentwicklungskonzepte wird und im Rahmen von Beurteilungen und Bef&ouml;rderungsentscheidungen angemessen ber&uuml;cksichtigt wird, um so Anreize f&uuml;r einen Dienst im Ausland zu schaffen, damit sich die Zahl der freiwilligen Auslandsverwendungen erh&ouml;ht;</p>
<ol>
<li>mehr Polizistinnen zu ermutigen, in Friedenseins&auml;tze zu gehen, da Frauen in den Einsatzgebieten oftmals besonders von mangelnder Rechtsstaatlichkeit betroffen sind. Auch im Rahmen der Umsetzung der Resolution 1325 der Vereinten Nationen ist ein gr&ouml;&szlig;eres Engagement von Frauen in Friedenseins&auml;tzen w&uuml;nschenswert;</li>
<li>international darauf hinzuwirken, dass Mandate von Missionen realistische Zielvorgaben beinhalten, die turnusm&auml;&szlig;ig &uuml;berpr&uuml;ft und angepasst werden;</li>
</ol>
<p>10. den Polizistinnen und Polizisten nach ihrer R&uuml;ckkehr mehr Wertsch&auml;tzung f&uuml;r ihre Leistungen entgegenzubringen, indem der Deutsche Bundestag j&auml;hrlich &uuml;ber die deutsche Beteiligung an internationalen Polizeimissionen unterrichtet wird und institutionalisierte und strukturierte Debriefings und ein Erfahrungsaustausch eingerichtet wird, der auch die Akteure der Bundeswehr und die zivilen Experten und Expertinnen des Zentrums f&uuml;r Internationale Friedenseins&auml;tze, ebenso wie bei Bedarf ehrenamtliche Helfer, etwa des Technischen Hilfswerkes, einschlie&szlig;t. Der Deutschen Bundestag soll &uuml;ber diese Unterrichtung eine prominente Debatte f&uuml;hren.</p></div>


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