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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Doppelvortrag auf Burg Rothenfels zu Bilanz + Lehren aus 20 Jahren deutscher Friedens- und Sicherheitspolitik und zu den aktuellen KrisenstÃ¼rmen</title>
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    <span class="xar-mod-title"><p>Zivile Konfliktbearbeitung und Friedensf&ouml;rderung</p> + Vortrag</span>

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        <h1>
            Doppelvortrag auf Burg Rothenfels zu Bilanz + Lehren aus 20 Jahren deutscher Friedens- und Sicherheitspolitik und zu den aktuellen KrisenstÃ¼rmen         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 8. März 2016 22:52:33 +02:00 (48936 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Die n&auml;her r&uuml;ckenden Krisen und Kriege bef&ouml;rdern hierzulande Unsicherheit, &Auml;ngste, Ratlosigkeit - und bei zunehmend mehr Menschen die Neigung zu einfachen &quot;L&ouml;sungen&quot; und S&uuml;ndenb&ouml;cken. Hier mein Versuch, vor dem Hintergrund der Krisenengagements der letzten 20 Jahren die aktuelle Lage zumindest in wichtigen Teilen zu erfassen und Konsequenzen f&uuml;r ein SCHNELLER BESSER WERDEN zu formulieren. &nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Doppelvortrag auf Burg Rothenfels zu</strong></p>
<p align="center"><strong>20 Jahren dt. Friedens- und Sicherheitspolitik &ndash; Umbr&uuml;che + Erfahrungen, und Ziviler Friedensf&ouml;rderung und Schutzverantwortung &ndash; </strong></p>
<p align="center"><strong>Fortschritte + Hemmnisse</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei, MdB a.D. (M&auml;rz 2016)</p>
<p>Bei der Fr&uuml;hjahrstagung des Ost-West-AK des Quickborn-Arbeitskreises hielt ich am 4. und 5. M&auml;rz 2016 zwei Vortr&auml;ge zur aktuellen Friedens- und Sicherheitspolitik, zu den gegenw&auml;rtigen Krisenst&uuml;rmen sowie Notwendigkeiten und Ans&auml;tzen einer wirksameren Krisenbew&auml;ltigung. (<a href="http://quickborn-ak.de/tagungsprogramm-fruehlingstreffen-auf-burg-rothenfels/">http://quickborn-ak.de/tagungsprogramm-fruehlingstreffen-auf-burg-rothenfels/</a> )</p>
<p>Ort und Veranstalter hatten f&uuml;r mich was von einer dankbaren &bdquo;R&uuml;ckkehr&ldquo;: Als Sch&uuml;ler war ich in den 50er/60er Jahren Mitglied und Gruppenf&uuml;hrer im katholischen, 1909 gegr&uuml;ndeten Jugend- und Erwachsenenbund Quickborn. Meinulf Barbers, der herausragende F&ouml;rderer und Koordinator des Quickborn, war mein Gruppenf&uuml;hrer und hatte mich zu der Tagung eingeladen. Die ab 1150 erbaute, im Bauernkrieg und Drei&szlig;igj&auml;hrigen Krieg besch&auml;digte Burg Rothenfels am Main am Hang des Spessart war der Mittelpunkt unserer erlebnisreichen, spannenden und orientierenden Gemeinschaft. ( <a href="http://www.burg-rothenfels.de/">http://www.burg-rothenfels.de/</a> , zum Quickborn insgesamt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Quickborn-Arbeitskreis">https://de.wikipedia.org/wiki/Quickborn-Arbeitskreis</a> , <a href="http://quickborn-ak.de/">http://quickborn-ak.de/</a>)</p>
<p>Der bebilderte Doppelvortrag ist eine Erweiterung und Aktualisierung meiner bisherigen Vortr&auml;ge &bdquo;<em>Kriegsverh&uuml;tung &ndash; Friedensf&ouml;rderung: Erfahrungen aus 20 Jahren Kriseneins&auml;tzen und die neuen, nahen Kriege&ldquo;/&ldquo;Deutsche Beitr&auml;ge zu internationaler Krisenbew&auml;ltigung und Friedensf&ouml;rderung &ndash; Bilanz und Perspektiven</em>&ldquo;/&ldquo;<em>Bilanz und Lehren des Afghanistaneinsatzes aus Sicht eines politischen Auftraggebers</em>&ldquo;. Die Vortr&auml;ge werden st&auml;ndig weiterentwickelt und sind f&uuml;r Sch&uuml;ler, Studierende, politisch Interessierte, Einsatzr&uuml;ckkehrer wie auch Fach&ouml;ffentlichkeiten geeignet. Anfragen zu Vortragsterminen unter <a href="mailto:winfried@nachtwei.de">winfried@nachtwei.de</a> . Fotos zum Doppelvortrag unter <a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei">www.facebook.com/winfried.nachtwei</a> &nbsp;</p>
<p><strong>Zusammenfassung der Vortr&auml;ge </strong>(in Stichworten)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">20 Jahre deutsche Friedens- und Sicherheitspolitik &ndash; Umbr&uuml;che, Widerspr&uuml;che und Erfahrungen (selbstkritischer &bdquo;Werkstattbericht&ldquo;)</span></strong></p>
<p><strong>(0) Meine Ausgangserfahrungen und &ndash;pr&auml;gungen</strong>: &bdquo;Im Westen nichts Neues&ldquo; (zentral in meinem Geschichtsunterricht als Lehrer), historische Spurensuche zu Weltkrieg + Deportationen/Ghetto Riga, Begegnungen mit Kleinkriegsopfern in Nordsomalia 1982, Friedensbewegung der 80er Jahre/Protest gegen atomare Abschreckung, Suche nach friedlichen Alternativen (Gr&uuml;ndung des Bundes f&uuml;r Soziale Verteidigung 1988)</p>
<p><strong>(1) Um- und Aufbr&uuml;che seit 1989</strong>: Die friedensf&ouml;rdernde Rolle der OSZE, milit&auml;rische Vertrauensbildung z.B. durch &bdquo;Offenen Himmel&ldquo; (R&uuml;stungskontrolle von oben), deutsch-russische Abr&uuml;stungszusammenarbeit bei der Chemiewaffenvernichtung (erfolgreich!)</p>
<p><strong>(2) (Um-)Bruch II Bosnienkrieg</strong>: In Brand geschossene Hochh&auml;user in Sarajevo, Bosnienreise von gr&uuml;ner Partei- und Fraktionsspitze im Oktober 1996 (am Hang von Sarajevo: vier grundlegende Erfahrungen und das &bdquo;Gel&ouml;bnis von Banja Luka&ldquo;)</p>
<p><strong>(3) (Um-)Bruch III Kosovokrieg</strong>: Fr&uuml;he Warnungen und L&ouml;sungsvorschl&auml;ge (negiert); Regierungs&uuml;bernahme im Herbst 1998 in zugespitzter Eskalation (Regierende m&uuml;ssen im Hier + Jetzt entscheiden, in Verantwortung f&uuml;r die Folgen des eigenen Tuns wie Unterlassens; sehr zwiesp&auml;ltige Wirkungen; Konsequenzen in der politischen Praxis (in Mazedonien 2001 B&uuml;rgerkrieg verhindert, Stabilit&auml;tspakt, neue Instrumente der zivilen Konfliktbearbeitung ZFD, ZIF)</p>
<p><strong>(4) (Um-)Bruch IV 11. September</strong>, Antiterror + Afghanistan: Teilnahme an Operation Enduring Freedom in Verbindung mit der Vertrauensfrage (extreme Gewissensfrage); Aufbauunterst&uuml;tzung und Sicherheitsunterst&uuml;tzungstruppe ISAF im weitgehenden Konsens;</p>
<p>AFG-Start (&bdquo;leichter Fu&szlig;abdruck&ldquo;, US l&auml;ngst im Irak/strategischer Dissens zwischen Verb&uuml;ndeten, gemeinsame Blau&auml;ugigkeit); ISAF-Ausweitung; Auftrag der PRT`s und vernetzter Ansatz (Anspruch + Wirklichkeit); Kunduz Mai 2007 (Hoffnung, Wendepunkt); in Berlin Ignoranz ggb. de R&uuml;ckkehr des Krieges in Kunduz; die gro&szlig;e Kraftanstrengung der counterinsurgency; gespaltene Ergebnisse (Teilerfolge, &uuml;berschattet und infrage gestellt durch immer schlechtere Sicherheitslage, H&ouml;chstzahl an Zivilopfern, dagegen Massendemo wie seit 40 Jahren nicht)</p>
<p><strong>(5) Irakkrieg 2003</strong>: Rot-gr&uuml;nes Versprechen der Nichtbeteiligung, Gradwanderung unter starkem Druck (22. Januar in Versailles Schulterschluss des dt. + frz. Parlaments); Todesopfer durch Terrorismus mehr denn je (Desaster des Antiterror-Krieges)</p>
<p><strong>(6) UN-Friedenssicherung</strong>: 2003 Hilferuf aus New York nach Nothilfe gegen Milizenterror in Ituri/NO-Kongo (Massenverbrechen wahrscheinlich verhindert); 2006 Wahlabsicherung in DR Kongo (Fact Finding Mission in Kinshasa, EUFOR DR Congo erfolgreich, danach alles &bdquo;vergessen&ldquo;); ab 2002 Internationaler Strafgerichtshof (EU und Deutschland bei den F&ouml;rderern; Bsp. Benjamin Ferencz, Chefankl&auml;ger beim N&uuml;rnberger Einsatzgruppenprozess und Vork&auml;mpfer des IStGH, und Fatou Bensouda, Chefankl&auml;gerin des IStGH heute); magere dt. Beteiligung an UN-Missionen</p>
<p><strong>(7) Bilanz der Kriseneins&auml;tze</strong>: erfolgreiche Kriegsverh&uuml;tung in Bosnien; insgesamt in Deutschland keine systematische und unabh&auml;ngige Bilanzierung der Eins&auml;tze (strategisches Vers&auml;umnis); umso mehr verdienen entsandte Frauen und M&auml;nner hohen Respekt, Aufmerksamkeit und Interesse.</p>
<p><strong>(Beitr&auml;ge zum Thema</strong>: Vortrag von 2011: <a href="downloads/rede/20110624_vortrag-sicherheitstagung-N.pdf">http://nachtwei.de/downloads/rede/20110624_vortrag-sicherheitstagung-N.pdf</a> ; &nbsp;Jenseits der &uuml;blichen Selbstbet&auml;tigung &ndash; 20 Jahre deutsche Beteiligung an Interventionen verweisen auf eine einzige Lehre, ipg-journal (Internationale Politik und Gesellschaft) der Friedrich-Ebert-Stiftung, 8. September 2014, <a href="http://www.ipg-journal.de/schwerpunkt-des-monats/interventionen/">www.ipg-journal.de/schwerpunkt-des-monats/interventionen/</a> )</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Schutzverantwortung und zivile Krisenpr&auml;vention/Friedensf&ouml;rderung heute &ndash; Ans&auml;tze, Fortschritte, Hemmnisse </span></strong></p>
<p><strong>(0) Zentrale Konsequenzen aus Weltkrieg und V&ouml;lkermord</strong>: Zuerst die Vereinten Nationen, ihre Normen, Regeln (oft vergessen); die europ&auml;ische Integration (Soldatenfriedhof Ysselstein/Venlo, &bdquo;Wer an Europa zweifelt, wer an Europa verzweifelt, der sollte Soldatenfriedh&ouml;fe besuchen&ldquo;, J.C. Juncker) und das Grundgesetz</p>
<p><strong>(1) Im Vordergrund innerstaatliche Konflikte: die Notwendigkeit neuer Instrumente der zivilen Krisenpr&auml;vention</strong> &uuml;ber die traditionelle Diplomatie und Entwicklungszusammenarbeit hinaus:</p>
<p>- Verschiedene Arten der Pr&auml;vention im Krisenzyklus</p>
<p>- Unterscheidung von operativer und struktureller Pr&auml;vention</p>
<p>- Akteure und Ma&szlig;nahmen auf verschiedenen Ebenen und mit sehr verschiedenen Reichweiten + Zeithorizonten</p>
<p>- Umfassender Ansatz der UN-Friedenssicherung</p>
<p>- Reichhaltiges Instrumentarium der EU</p>
<p>- Neue Instrumente der ZKB in Deutschland seit 1998: Gesamtkonzept, ZIF, zivik, Krisensensibilit&auml;t in der Entwicklungszusammenarbeit,&nbsp; FriEnt</p>
<p>Ziviler Friedensdienst</p>
<p>Auslandseins&auml;tze der Polizei</p>
<p>Deutsche Stiftung Friedensforschung</p>
<p>Aktionsplan &bdquo;Zivile Krisenpr&auml;vention, Konfliktl&ouml;sung und Friedenskonsolidierung&ldquo; der Bundesregierung seit Mai 2004. (drei strategische Ansatzpunkte F&ouml;rderung (a) verl&auml;sslicher Staatlichkeit, (b) von Friedenspotenzialen, (c) von Lebenschancen.</p>
<p>Seit 2009 Unterausschuss Zivile Krisenpr&auml;vention des Ausw&auml;rtigen Ausschusses.</p>
<p>(Erfahrungen, wie man mit der Zeit was voranbringen kann; beim Aktionsplan gab es kaum Widerst&auml;nde, danach aber auch &ndash; &uuml;ber die Fach&ouml;ffentlichkeit hinaus &ndash; wenig Interesse)</p>
<p>- UN-Friedenssicherung (Sonderbeauftragte, Politische Missionen, Friedensmissionen immer multidimensional, Bilanz der Missionen)</p>
<p><strong>(2) Schutzverantwortung/Resonsibility to Protect (R2P): </strong></p>
<p>- Die Anst&ouml;&szlig;e: Der V&ouml;lkermord in Ruanda 1994 (&uuml;ber 800.000 abgeschlachtete Menschen binnen drei Monaten, die Hilferufe wurden nicht geh&ouml;rt, m&ouml;gliche Rettung nicht geleistet); der V&ouml;lkermord von Srebrenica in Bosnien im Sommer 1995 (8.000 bosnische M&auml;nner aus der UN-Schutzzone selektiert und ermordet).</p>
<p>- Konzeption der R2P: Entwickelt von der Kommission &uuml;ber Intervention und staatliche Souver&auml;nit&auml;t, mit &Auml;nderungen verabschiedet von der UN-Generalversammlung 2005.</p>
<p>Es geht um den Schutz vor schlimmsten Massenverbrechen (Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen, V&ouml;lkermord, ethnische S&auml;uberungen).</p>
<p>Die drei S&auml;ulen: An erster Stelle steht die Verantwortung der Staaten, ihre eigene Bev&ouml;lkerung vor diesen Massenverbrechen zu sch&uuml;tzen; (2) wo solche Massenverbrechen drohen, sind die jeweiligen Staaten von der Staatengemeinschaft bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung zu unterst&uuml;tzen; (3) wenn ein Staat nicht f&auml;hig oder bereit ist, die Schutzverantwortung wahrzunehmen, nimmt die Staatengemeinschaft diese Verantwortung wahr &ndash; mit den geeigneten Instrumenten, ggfs. mit einer Intervention nach Billigung durch den UN-Sicherheitsrat.</p>
<p>- Breites Spektrum an Instrumenten und Ma&szlig;nahmen vom Early Warning bis zu &bdquo;mass atrocities response operations&ldquo;.</p>
<p>- Hauptprobleme sind der unzureichende politische Wille bei vielen UN-Mitgliedsstaaten, die mangelhafte Implementierung einerseits und das Missbrauchsrisiko andererseits.</p>
<p><strong>(3) Krisenst&uuml;rme heute:</strong></p>
<p>- Weltkonfliktkarte 2011/12: Was seitdem noch alles dazu gekommen ist, sich versch&auml;rft hat (Ukraine und K&auml;ltesturz zwischen Russland und dem Westen, Syrien, IS, Jemen, Boko Haram, S&uuml;dchinesisches Meer, Cyberkriminalit&auml;t)</p>
<p>- Syrien: Ausl&ouml;ser genau vor f&uuml;nf Jahren, am 6. M&auml;rz 2011: Verhaftung und Folterung von 18 Jungens wegen Graffiti-Parolen, Massendemos, Gewaltreaktion des Regimes &hellip;</p>
<p>Seit 2012 zunehmendes Frontengewirr mehrerer sich &uuml;berlappender Kriege.</p>
<p>- IS: Professioneller Kern, beispielloser Zustrom ausl&auml;ndischer K&auml;mpfer (30.000, bei Afghanistan &uuml;ber 10 Jahre 20.000), inzwischen 800 aus Deutschland.</p>
<p>- Zerst&ouml;rte St&auml;dte, Fl&uuml;chtlingsmassen (apokalyptisches Foto), Fl&uuml;chtlingsdrama Syrien (Schaubild von &bdquo;Deutschland hilft&ldquo;); Fluchtwege von S&uuml;dost und S&uuml;d nach Europa</p>
<p>- Konkurrenzkampf der Terrorgruppen, &Uuml;berbietungswettbewerb an Brutalit&auml;t und Schrecken (IS mit inzwischen zehn &bdquo;Provinzen&ldquo;)</p>
<p>- &Uuml;berall: das grenz&uuml;berschreitende und transnationale Muster der Bedrohungen durch Organisierte Kriminalit&auml;t, Terrorismus, Staatszerfall &hellip;</p>
<p>- Die Gleichzeitigkeit vieler und europ&auml;ische Sicherheit betreffender Gro&szlig;krisen, davon mehrere der Extremdimension, wo eigentlich die R2P auf der Tagesordnung steht. (Keine Bearbeitung von Krisen &bdquo;nacheinander&ldquo; m&ouml;glich)</p>
<p><strong>(4) Konsequenzen:</strong></p>
<p>a) Grundlegend: Mehr UN- und Menschenrechts-Orientierung und &ndash;St&auml;rkung, glaubw&uuml;rdiges, nicht instrumentelles Verh&auml;ltnis zu den UN-Normen</p>
<p>b) &bdquo;Keiner schafft`s allein&ldquo; &ndash; keine Nation, kein Ressort, kein Akteur. Zugleich: Den relativen R&uuml;ckstand der zivilen Akteure (im Vergleich zu den milit&auml;rischen) aufholen</p>
<p>c) Prim&auml;rverantwortung der Konfliktparteien in der Region, von au&szlig;en nur Unterst&uuml;tzung, ja kein &Uuml;berst&uuml;lpen (local ownership, capacity building, z.B. Kofi Annan Peacekeeping Centre in Ghana, gef&ouml;rdert von Deutschland)</p>
<p>d) Genauer Hinsehen, Bodenn&auml;he, Realismus, Ankn&uuml;pfen an lokale Ordnungsstrukturen (z.B: ZFD`lerin in Nordafghanistan)</p>
<p>e) Koh&auml;renz/Kompatibilit&auml;t der politischen Ziele (statt Ressort- und Akteursegoismus)</p>
<p>f) Selbstreflexive/selbstkritische Perspektive, do no harm und Fehlerkultur (statt kontraproduktiver Akte, Selbstzufriedenheit, Arroganz der Macht, &bdquo;des&ldquo; Westens)</p>
<p>g) Wirkungsorientierung mit Wirkungsanalysen (statt Symbolpolitik, &bdquo;Beitragsideologie&ldquo;, Agieren im Nebel)</p>
<p>h) Inhaltlicher Schwerpunkt I: F&ouml;rderung von verl&auml;sslicher, legitimer Staatlichkeit internationaler Konsens bei UN, Weltbank etc. (Weltkarte der Fragilit&auml;t, dominierende &Uuml;berlappungen mit multiple stress zones &ndash; Wasser, Demografie, Hunger, historische Konflikte); strategische Ziele B&uuml;rgersicherheit, Gerechtigkeit und Jobs; Schl&uuml;sself&auml;higkeit Polizei, wo z&uuml;gige Herstellung einer Basissicherheit erste Voraussetzung f&uuml;r alle anderen Aufbaubem&uuml;hungen (starker Anstieg der Polizeikomponente bei UN-Friedensmissionen), Verwaltung, Rechtsstaatsf&ouml;rderung; Doppelproblem: das alles braucht Zeit (Gr&ouml;&szlig;enordnung von Jahrzehnten) &ndash; destruktive Akteure/Prozesse (z.B. internationaler Terrorismus) werden hingegen immer schneller.</p>
<p>i) Inhaltlicher Schwerpunkt II: Lebenschancen sichern und f&ouml;rdern/Perspektivlosigkeit mindern; gigantische Herausforderung des &bdquo;Jugend&uuml;berhangs&ldquo;/youth bulge (Korrelation mit Konflikth&auml;ufigkeit); sinnvolle Gegenma&szlig;nahmen (Berufsschullehrerakademie bei Mazar-e Sharif)</p>
<p>j) AA und BMZ: konkrete Beitr&auml;ge zur Stabilisierung in Syrien (nicht auf die gro&szlig;e L&ouml;sung warten, sondern vorhandene Chancen nutzen; Konfliktgebiete sind meist buntscheckig)</p>
<p>k) Wo die Kluft w&auml;chst zwischen dynamischen und vernetzten Risiken/Bedrohungen und den F&auml;higkeiten internationaler kollektiver Konfliktbew&auml;ltigung gilt verst&auml;rkt die Devise: <strong>Schneller besser werden!!!</strong></p>
<p><strong>(5) Viele Lichter unterm Scheffel: Chancen wahrnehmen und nutzen!</strong></p>
<p>- Aus Krisen- und Konfliktl&auml;ndern dringen fast nur schlechte Nachrichten zu uns. Sie berichten vom d&uuml;steren Teil der Wirklichkeit, sind aber nicht die ganze Wirklichkeit.&nbsp; Keine Verbreitung finden in der Regel gute Nachrichten von Fortschritten, Konfliktl&ouml;sungen. (Beispiel die Einweihung des Regionalkrankenhauses in Mazar-e Sharif 2012)</p>
<p>- Das Politikfeld zivile Krisenpr&auml;vention/Friedensf&ouml;rderung findet wohl durchweg breite Zustimmung, ist aber notorisch &bdquo;unsichtbar&ldquo; (Bundespr&auml;sident Gauck beim ZIF, Bellevue-Forum Anfang 2015 f&ouml;rdern Sichtbarkeit: Premiere! SZ-Kommentar)</p>
<p>- F&uuml;hrende globale Friedensmacher/-stifter, Generalsekret&auml;re, Sonderbeauftragte der UN etc.: Kofi Annan, Lakhdar Brahimi, Mary Robinson, Heile Menkerios,&nbsp; Staffan di Mistura, Martin Kobler, Joachim R&uuml;ckert, Fatou Bensouda, Dag Hammarskj&ouml;ld (lauter tolle Geschichten)</p>
<p>- Peacekeeper, lauter Mutmacher (Polizisten aus NRW, 2013 in Polizeimissionen, Tag des Peacekeepers 2015)</p>
<p>- Eine &bdquo;unm&ouml;gliche&ldquo; Aufnahme: der bekannte afghanische Pops&auml;nger Farhad Darya im Herbst 2010 mit drei Riesenkonzerten in Afghanistan (Herat mit 40.000), freudiger Frieden f&uuml;r Stunden, ein Hoffnungszeichen.</p></div>


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