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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: &quot;Die UNO - die einzige Alternative zum Krieg&quot;: Aufnahme der DDR und BRD in die Vereinten Nationen vor 40 Jahren - Festakt und Fachtagung von AA + DGVN in Berlin</title>
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    <span class="xar-mod-title">Vereinte Nationen (UNO) + Bericht von Winfried Nachtwei</span>

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            &quot;Die UNO - die einzige Alternative zum Krieg&quot;: Aufnahme der DDR und BRD in die Vereinten Nationen vor 40 Jahren - Festakt und Fachtagung von AA + DGVN in Berlin         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 21. September 2013 23:42:32 +02:00 (76759 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>28 Jahre nach Ende des deutschen Angriffs- und Vernichtungskrieges wurden die beiden deutschen Staaten am 18. September 1973 in die Vereinten Nationen aufgenommen. DIE Gelegenheit fÃ¼r Blicke zurÃ¼ck und nach vorn. Ein Gegenakzent zu einem Wahlkampf fast ohne AuÃŸen-, Sicherheits- und Friedenspolitik.</p></div>
            <div>    <p><!--[if gte mso 9]><xml> </xml><![endif]--></p>
<p align="center"><strong>â€ž Die UNO - die einzige Alternative zum Krieg&quot;: Aufnahme der </strong></p>
<p align="center"><strong>DDR und der BRD in die Vereinten Nationen vor 40 Jahren- </strong></p>
<p align="center"><strong>Festakt und DGVN-Fachtagung in Berlin</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei, MdB a.D. (Vorstandsmitglied der DGVN)</p>
<p>Am 18. September 1973, 28 Jahre nach der Kapitulation Nazi-Deutschlands wurden die beiden deutschen Staaten als 133. und 134. Mitglied in die Vereinten Nationen aufgenommen. Zur Feier des Tages hatte das AuswÃ¤rtige Amt zum Festakt in seinen â€žWeltsaal&quot; eingeladen, drei Tage vor dem Internationalen Friedenstag (Motto 2013 â€ž<em>Education for Peace</em>&quot;) und vier Tage vor den Bundestagswahlen. AnschlieÃŸen folgte im Europasaal des AA die Fachtagung â€ž<em>Vom Feindstaat zum Musterknaben - Deutschland und die Vereinten Nationen</em>&quot; von Deutscher Gesellschaft fÃ¼r die Vereinten Nationen (DGVN) und Â AuswÃ¤rtigem Amt.</p>
<p>Interviews, Berichte und Pressespiegel unter <a href="http://www.dgvn.de/themenschwerpunkte/40-jahre-deutsche-un-mitgliedschaft/">www.dgvn.de/themenschwerpunkte/40-jahre-deutsche-un-mitgliedschaft/</a></p>
<p>Zum Festakt und zur Fachtagung kamen mehrere Hundert GÃ¤ste zusammen - eine bunte Mischung von Veteranen der VN-Politik, Wissenschaftlern und auffÃ¤llig vielen jÃ¼ngeren VN-Engagierten. Mit dabei ist auch ein Bundespolizist auf seinem ersten Heimaturlaub aus Darfur, seinem inzwischen vierten Auslandseinsatz nach Balkan und Afghanistan. Obwohl um die 150 Referate in der Bundesregierung mit den VN und ihren Sonderorganisationen zu tun haben, waren bekannte Gesichter anderer Ressorts nicht erkennbar, auch nicht vom Bundestag. Dagmar Dehmer berichtete am 20.9. im Tagesspiegel spannend vom Festakt und vor allem von der Fachtagung. (<a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/40-jahre-deutschland-in-den-un-zwischen-anspruch-und-wirklichkeit/8824070.html">www.tagesspiegel.de/politik/40-jahre-deutschland-in-den-un-zwischen-anspruch-und-wirklichkeit/8824070.html</a> )</p>
<p>Â </p>
<p><strong>Vor 40 Jahren - Blick zurÃ¼ck </strong></p>
<p>Der historische Schritt in die Staatengemeinschaft wurde ermÃ¶glicht durch die Entspannungspolitik der sozialliberalen Bundesregierung Brandt-Scheel. Die VN-Aufnahme war ein groÃŸer Vertrauensvorschuss. Die Reden von AuÃŸenminister Walter Scheel und Bundeskanzler Willy Brandt vor der VN-Generalversammlung zeugen vom hohen friedenspolitischen Anspruch des Neumitglieds Bundesrepublik Deutschland.</p>
<p>(Die Reden zusammen mit der von DDR-AuÃŸenminister Otto Winzer in der DGVN-Zeitschrift â€žVereinte Nationen&quot; 5/1973, <a href="http://www.dgvn.de/publikationen/zeitschrift-vereinte-nationen/">www.dgvn.de/publikationen/zeitschrift-vereinte-nationen/</a> )</p>
<p>Am 19. September hielt <strong>AuÃŸenminister Scheel vor der Generalversammlung</strong> seine Dank- und BegrÃ¼ÃŸungsansprache: Er erinnerte daran, dass Deutschland fast auf den Tag genau vor 47 Jahren dem VÃ¶lkerbund beigetreten war, acht Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges. Jetzt seien 28 Jahre seit Kriegsende verstrichen.</p>
<p>â€ž<em>VÃ¶lkerbund und Vereinte Nationen sind beide geboren aus dem Leid zweier Weltkatastrophen mit Millionen unschuldiger Opfer. â€žNie wieder Krieg!&quot; war der Aufschrei nach dem Ersten Weltkrieg. (...) Krieg als Mittel der Politik - darauf verzichteten mehr als 50 Staaten im Briand-Kellog-Pakt von 1928. Und dennoch kam es 11 Jahre spÃ¤ter zum Zweiten Weltkrieg. Waren deshalb alle BemÃ¼hungen zur Ausrottung des Krieges Ã¼berflÃ¼ssig?</em></p>
<p><em>Artikel 1 der Charta der Vereinten Nationen setzt uns als Ziel, â€žden Weltfrieden und die internationale Sicherheit aufrechtzuerhalten.&quot; (...) Wir mÃ¼ssen die Saat der Gewalt im Keim ersticken. Mit der Charta haben wir gemeinsam der Gewalt abgeschworen, bei aller Anerkennung des Rechts auf Selbstverteidigung. Wir mÃ¼ssen diesen Schwur ernst nehmen. Wir mÃ¼ssen klar sagen, was mit Gewaltverzicht gemeint ist. Und wir sollten den Mut und die Kraft haben, alle unsere Probleme ohne Gewalt zu lÃ¶sen.</em></p>
<p><em>(...) Die Bundesrepublik Deutschland hat nicht nur im eigenen Interesse, sondern aus internationaler Verantwortung auf Gewalt verzichtet, gerade auch zur LÃ¶sung ihrer nationalen Frage. Kein politisches Ziel rechtfertigt die Gewalt: kein Nationalismus, kein Klassenkampf, keine koloniale oder Rassenauseinandersetzung, weder Utopien noch Ideologien. (...)</em></p>
<p><em>Der Friede kommt an erster Stelle. Die Zeit ist vorbei, in der die VÃ¶lkergemeinschaft sich damit abfand, wenn ein Staat, eine politische Gruppe durch Gewaltanwendung das Zusammenleben aller stÃ¶rte. Unsere Zeit gibt keinen Raum mehr fÃ¼r das Faustrecht mit der Waffe in der Hand.</em> (...)</p>
<p><em>Nur die Vereinten Nationen kÃ¶nnen der Ort sein, wo der jetzt gesteigert um sich greifenden Gewalt Einhalt geboten wird. (...) Ich kann nur wiederholen, was PrÃ¤sident Kennedy vor 12 Jahren an dieser Stelle sagte: â€ž<span style="text-decoration: underline;">In der Entwicklung dieser Organisation liegt die einzige Alternative zum Krieg.</span>&quot; (...)</em></p>
<p><em>Sie werden uns immer dort finden, wo es um die internationale Zusammenarbeit geht, um die Bewahrung des Friedens und um die Rechte der Menschen.&quot;</em></p>
<p><strong>Bundeskanzler Willy Brandt hielt seine programmatische erste Rede vor der VN-Generalversammlung</strong> am 26. September:</p>
<p><em>â€ž(...) Wir sind nicht hierhergekommen, um die Vereinten Nationen als Klagemauer fÃ¼r die deutschen Probleme zu betrachten oder um Forderungen zu stellen, die hier ohnehin sowieso nicht erfÃ¼llt werden kÃ¶nnen. <span style="text-decoration: underline;">Wir sind vielmehr gekommen, um - auf der Grundlage unserer Ãœberzeugungen und im Rahmen unserer MÃ¶glichkeiten - weltpolitische Mitverantwortung zu Ã¼bernehmen.</span> (...) </em></p>
<p><em>In einer Welt, in der zunehmend jeder auf jeden angewiesen ist und jeder von jedem abhÃ¤ngt, darf Friedenspolitik nicht vor der eigenen HaustÃ¼r haltmachen. (...)</em></p>
<p><em>Vermittlung und Ausgleich in StreitfÃ¤llen messen wir besondere Bedeutung zu. (...)</em></p>
<p><em>Das Stichwort von der â€žvorbeugenden Konfliktforschung&quot;- die Voraussetzung der â€žprÃ¤ventiven Diplomatie&quot; ist von der Einsicht geprÃ¤gt, dass es nicht mehr genÃ¼gt, die sogenannten klassischen Motivierungen von Streitigkeiten zu untersuchen: (...) Hier gibt es neue und tiefere Aufgaben der Konfliktforschung. Lassen Sie es mich in der gebotenen Klarheit sagen: Not ist Konflikt. Wo Hunger herrscht, ist auf Dauer kein Friede. Wo bittere Armut herrscht, ist kein Recht. Wo die Existenz in ihren einfachsten BedÃ¼rfnissen tÃ¤glich bedroht bleibt, ist es nicht erlaubt, von Sicherheit zu reden. GegenÃ¼ber der Not darf es keine Resignation geben. </em></p>
<p><em>Der Erwecker einer groÃŸen Mitgliedsnation dieser Versammlung verdanken wir das Wort vom â€žgewaltlosen Widerstand&quot;, es hat seine Kraft nicht verloren. Aber die Wirklichkeit fordert die ErgÃ¤nzung durch ein Gegenwort, nÃ¤mlich die Feststellung: Es gibt GewalttÃ¤tigkeit durch Duldung, EinschÃ¼chterung durch Indolenz, Bedrohung durch PassivitÃ¤t - Totschlag durch Bewegungslosigkeit. (...)</em></p>
<p><em>Der Kampf um den Frieden, der Kampf gegen die Not fordern das Bewusstsein, dass wir in der â€žeinen Welt&quot; zuletzt einem gemeinsamen Schicksal unterliegen.</em></p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">Die FÃ¤higkeit der Menschen zur Vernunft hat die Vereinten Nationen mÃ¶glich gemacht. Der Hang der Menschen zur Unvernunft macht sie notwendig</span></em><em>. (...)&quot;</em></p>
<p>Â </p>
<p>Den <strong>Festakt</strong> <strong>â€ž40 Jahre Deutschland in den Vereinten Nationen&quot;</strong></p>
<p>am 18. September 2013 krÃ¶nten nach der Rede des AuÃŸenministers die Sondergesandte des VN-GeneralsekretÃ¤rs fÃ¼r die Region der GroÃŸen Seen und frÃ¼here VN-Hochkommissarin fÃ¼r Menschenrechte, Mary Robinson, die ehemaligen Minister Hans-Dietrich Genscher, Egon Bahr, Klaus TÃ¶pfer und Heidrun Fritze, Jugenddelegierte zu den VN 2011, moderiert vom DGVN-Vorsitzenden Detlef Dzembritzki.</p>
<p>Das Ensemble der Musikhochschule Heidelberg sang die von dem weltberÃ¼hmtenÂ  katalanischen Cellisten Pablo Casals komponierte â€žHymne an den Frieden&quot; (Hymne der Vereinten Nationen).</p>
<p>Mary Robinson forderte Deutschland auf, seine â€žvorausschauende multilaterale FÃ¼hrung&quot; und sein Engagement in den VN zu intensivieren und zu verstÃ¤rken.</p>
<p>Hans-Dietrich Genscher betonte, der VN-Beitritt habe der deutschen AuÃŸenpolitik ein groÃŸes Tor geÃ¶ffnet.</p>
<p>Egon Bahr und Klaus TÃ¶pfer riefen dazu auf, statt einer Fixierung auf den Sicherheitsrat die ReprÃ¤sentativitÃ¤t und ZeitgemÃ¤ÃŸheit der VN auf anderen Ebenen zu befÃ¶rdern.</p>
<p>Heidrun Fritze sprach als einzige die unzureichende Verankerung der VN in Deutschland an: die erheblichen BildungslÃ¼cken zur VN - aber auch die MÃ¶glichkeit, Begeisterung fÃ¼r die VN zu wecken, ihre mangelnde PrÃ¤senz in den Medien, die relative Unbekanntheit des VN-Standorts Bonn. (Bericht von Hannah BirkenkÃ¶tter und Gerrit Kurtz Ã¼ber den DGVN-Themenschwerpunkt 40 Jahre; AA-Bericht mit RedeauszÃ¼gen: Â <a href="http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Friedenspolitik/VereinteNationen/Aktuell/130918_Festakt-40-Jahre-DEU-in-VN.html">www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Friedenspolitik/VereinteNationen/Aktuell/130918_Festakt-40-Jahre-DEU-in-VN.html</a></p>
<p>Die <strong>anschlieÃŸende Fachtagung </strong>â€ž<strong>Vom Feindstaat zum Musterknaben?</strong> Deutschland und die Vereinten Nationen&quot; zog ca. 250 GÃ¤ste an.</p>
<p>Spannende RÃ¼ckblicke auf die Mitgliedschaften und BRD und DDR bis 1990 boten Prof. Manfred Knapp, Prof. Hans-Joachim Vorgau, ehem. stv. VN-Botschafter New York, Manfred NÃ¶tzel, langjÃ¤hriger VN-Bediensteter aus der DDR, Ulrich Eisele, Bernhard Neugenbauer, ehem. stv. VN-Botschafter New York und DDR-VizeauÃŸenminister, moderiert von Dr. Norman WeiÃŸ, Koordinator des DGVN-Forschungsrats. Zur gesamtdeutschen Mitgliedschaft 1990 bis heute nahmen Kerstin Leitner, langjÃ¤hrige VN-Bedienstete beim UNDP und der WHO, Prof. Johannes Varwick, Miguel Berger, bis Juli 2013 stv. VN-Botschafter New York, moderiert von Dr. Andrea Liese. Prof. Georg Nolte sprach Ã¼ber Deutschlands Rolle bei der Weiterentwicklung des VÃ¶lkerrechts.</p>
<p>Der Blick nach vorn auf die kÃ¼nftigen Herausforderungen fokussierte sich auf Panels zu Umwelt, Entwicklung und Nachhaltigkeit (mit Dr. Silke Weinlich, Dr. Steffen Bauer, JÃ¼rgen Maier, Dr. Uschi Eid, Dagmar Dehmer), zu Menschenrechten (Prof. Heiner Bielefeldt, Prof. Jochen von Bernstorff, Dr. Dominik Steiger, Andreas Zumach) und zu Friedenssicherung Tobias Pietz, Oberstleutnant Manfred Ertl/AA, Friederike Bauer).</p>
<p>Zum Abschluss diskutierten Generalmajor Manfred Eisele, Prof. Klaus HÃ¼fner, Prof. Rita SÃ¼ssmuth und Prof. Manuel FrÃ¶hlich. <em>(Im Folgenden einige Notizen zum Thema Friedenssicherung</em>)</p>
<p>Prof. Knapp erinnerte daran, dass die Bundesrepublik schon seit 1952 eine Beobachtermission in New York unterhielt. 1977/78 und 1987/88 wurde die Bundesrepublik, 180/81 die DDR als nichtstÃ¤ndiges Mitglied in den Sicherheitsrat gewÃ¤hlt.</p>
<p>Botschafter Vergau war ab 1977 maÃŸgeblich am Namibia-Verhandlungsprozess zwischen SWAPO, Deutsch-SÃ¼dwestlern, SÃ¼dafrika, Anrainern und VN beteiligt. Die UnabhÃ¤ngigkeit Namibias 1990 sei einer der grÃ¶ÃŸten VN-Erfolge gewesen - mit Ausstrahlung auf die Ãœberwindung der Apartheid in SÃ¼dafrika. (<em>1976 war mein Buch â€žNamibia - Von der antikolonialen Revolte zum nationalen Befreiungskampf&quot; erschienen. Der antiimperialistische Tenor des Buches erschwerte spÃ¤ter meine Verbeamtung als Lehrer</em>.)</p>
<p>Prof. Varwick konstatierte einen erheblichen Widerspruch zwischen VN-freundlicher und konsensualer Rhetorik der Bundesregierungen, auch den umfangreichen Beitragszahlungen einerseits - und einer zunehmenden Orientierung auf nationale Interessen andererseits. Die Paradigmen â€žKultur der militÃ¤rischen ZurÃ¼ckhaltung&quot; (Westerwelle) und â€žInternationale Verantwortung&quot; (de MaiziÃ¨re) seien nicht richtig justiert. Deutschland kÃ¶nne durchaus mehr, so eine substanzielle deutsche Beteiligung an VN-gefÃ¼hrten Missionen.</p>
<p>Manuel Berger wies darauf hin, dass die drei gesamtdeutschen Mitgliedschaften im Sicherheitsrat jeweils von groÃŸen Krisen geprÃ¤gt gewesen seien: 1995/96 Balkan, 2003/04 Irak, 2011/12 Arabischer FrÃ¼hling. Deutschland habe Verantwortung Ã¼bernommen mit dem Vorsitz von SanktionsausschÃ¼ssen und anderen AusschÃ¼ssen. Man habe sich fÃ¼r eine prÃ¤ventive Rolle des Sicherheitsrates eingesetzt, z.B. durch Etablierung etlicher RegionalbÃ¼ros und VN-Sonderbeauftragter, durch Erweiterung des Sicherheitsbegriffs (z.B. Klima und Sicherheit). Dass MitgliedslÃ¤nder des SÃ¼dens 90% der VN-Peacekeeping-KrÃ¤fte stellen, werde sehr kritisch gesehen. Die Erwartungen seien klar: Deutschland mÃ¼sse sich stÃ¤rker an VN-Missionen beteiligen.</p>
<p>Thorsten Benner betonte, die VN hÃ¤tten in den letzten 15 Jahren erhebliche Lehren aus ihren Missionen gezogen. Defizite gebe es heute vor allem bei TransportfÃ¤higkeiten, AufklÃ¤rungskapazitÃ¤ten, im Personalwesen, bezÃ¼glich der politischen Aufmerksamkeit - und im Hinblick auf die Schieflage bei den Truppenstellern.</p>
<p>Tobias Pietz: Deutschland stelle bei VN-Missionen 0,1% der Polizisten, 0,3% der Soldaten und 0,7% der Zivilexperten. USA, Kanada, EU und Japan bestreiten 80% des Peacekeeping-Etats, stellen aber weniger als 8% des Personals. Damit wÃ¼rden den VN wichtige FÃ¤higkeiten entzogen. Dem stehe gegenÃ¼ber, dass die Mandate zunehmend die Aufgabe der Sicherheitssektorreform betonen. Der groÃŸe Vorteil der VN sei, dass hier alle an einem Tisch wÃ¤ren, dass es kein westlicher Club sei. Auch hier gebe es Wandel durch AnnÃ¤herung.</p>
<p>OTL Manfred Ertl: Im Hinblick auf VN-Missionen komme es nicht nur auf Zahlen an (Infanteriebataillone seien weltweit leicht zu bekommen), sondern auch auf QualitÃ¤t. Oft fehle es an hochspezialisierten FÃ¤higkeiten, z.B. Experten fÃ¼r Container-Umschlagplatz, fÃ¼r Flugplatzbetrieb.</p>
<p>Manfred Eisele erinnert an den â€žFall&quot; Ost-Timor: Ein Tag nach dem Thema Kosovo sei Ost-Timor bei den VN diskutiert worden. Spontan habe der deutsche AuÃŸenminister Joschka Fischer 50 SanitÃ¤tssoldaten zugesagt - ohne RÃ¼cksprache, sein Verteidigungsminister-Kollege schÃ¤umte. In SÃ¼dostasien hatte die deutsche Zusage aber eine erhebliche Signalwirkung auf andere Truppensteller. Heute sei Deutschland eine post-post-heroische Gesellschaft. Kein Land in Europa reagiere so auf militÃ¤rische Anfragen wie Deutschland. Es gelte inzwischen als unsicherer Kantonist.</p>
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<p>Â </p>
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