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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Vor 10 Jahren: PersÃ¶nliche ErklÃ¤rung zur OEF-Abstimmung</title>
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    <span class="xar-mod-title">Afghanistan + ErklÃ¤rung nach Â§ 31 GOBT</span>

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        <h1>
            Vor 10 Jahren: PersÃ¶nliche ErklÃ¤rung zur OEF-Abstimmung         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 8. Oktober 2011 08:30:43 +02:00 (55155 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Am 16.11.2001 stimmte der Bundestag Ã¼ber die deutsche Beteiligung an der Operation Enduring Freedom ab. Hierzu gab W. Nachtwei die folgende persÃ¶nliche ErklÃ¤rung ab.</p></div>
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<h1>Marschbefehl in ein afghanisches Kriegsabenteuer oder</h1>
<h1>UnterstÃ¼tzung fÃ¼r die BekÃ¤mpfung des Al-Qaeda-Terrorismus?</h1>
<h1>PersÃ¶nliche ErklÃ¤rung von Winfried Nachtwei zur Abstimmung Ã¼ber den Einsatz von BundeswehrkrÃ¤ften im Kampf gegen den internationalen Terrorismus in Verbindung mit der Vertrauensfrage am 16.11.2001 im Bundestag</h1>
<p>Ich stimme dem Antrag der Bundesregierung zum Einsatz von BundeswehrkrÃ¤ften im Kampf gegen den internationalen Terrorismus zu.</p>
<p>Noch vor einer Woche wÃ¤re fÃ¼r mich der Antrag nicht zustimmungsfÃ¤hig gewesen.</p>
<p>Die Schreckensbilder vom 11. September verblassen hierzulande. Die von Terrornetzwerken von und um Al Qaeda ausgehende Bedrohung hÃ¤lt aber an und lÃ¤sst vor allem wegen ihres Strebens nach Massenvernichtungswaffen noch Schlimmeres befÃ¼rchten. Dies verpflichtet die Staaten Ã¼ber die Verfolgung der HintermÃ¤nner des 11. September hinaus zu umfassender Gefahrenabwehr, zur BekÃ¤mpfung von Urhebern und Ursachen des Terrorismus. Ihm ist auf Dauer nur beizukommen mit dem ganzen Spektrum von Instrumenten, angefangen bei den diplomatischen, geheimdienstlichen und finanzpolitischen. Dabei ist der Einsatz militÃ¤rischer Mittel nicht nur durch den UN-Sicherheitsrat legitimiert. Er ist angesichts der militarisierten Infrastruktur des mit den Taliban eng verwobenen Al-Qaeda-Netzes in Afghanistan und seiner SchlÃ¼sselrolle fÃ¼r den Gewalt- und Terrorexport auch notwendig.</p>
<p>GegenÃ¼ber dem Vorhaben der Bundesregierung, BundeswehrkrÃ¤fte zur UnterstÃ¼tzung der US-MilitÃ¤roperation â€žEnduring Freedom&quot; zur VerfÃ¼gung zu stellen, ergaben sich erhebliche Bedenken: VÃ¶llig undurchsichtig war die US-MilitÃ¤rstrategie, vor allem ihre weitergehenden Ziele. Unbekannt waren ihre tatsÃ¤chlichen Wirkungen, sichtbar wurden aber ihre zivilen Opfer, der Einsatz von Streubomben, die Behinderungen von humanitÃ¤rer Hilfe und die drohende Hungerkatastrophe. Die Bilder der Luftangriffe schÃ¼rten in der islamischen Welt Solidarisierung mit Bin Laden und den Taliban und schienen diese eher zu stÃ¤rken als zu schwÃ¤chen. In diesen â€žNebel&quot; sollten BundeswehrkrÃ¤fte mit einer Art Blankoscheck des Parlaments entsandt werden. Das waren keine Voraussetzungen fÃ¼r eine Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen. Das lieÃŸ BefÃ¼rchtungen wachsen, in ein unberechenbares Kriegsabenteuer hineingezogen zu werden.</p>
<p>Seit einigen Tagen hat sich die <strong>Lage in Afghanistan</strong> rasant geÃ¤ndert: Binnen weniger Tage brach das Taliban-Regime zusammen. Millionen Menschen und vor allem Frauen sind frei von seinem Terror. Die ZugÃ¤nge fÃ¼r humanitÃ¤re Hilfe haben sich schlagartig verbessert. Jetzt rÃ¼ckt die direkte Verfolgung von Al-Qaeda-Terroristen, die Herstellung von Sicherheit, Wiederaufbau und der politische Prozess in den Vordergrund.</p>
<p>In diesem erheblich gÃ¼nstigeren Kontext sollen nun BundeswehrkrÃ¤fte fÃ¼r Transport, SanitÃ¤tsversorgung, ABC-Schutz (vor allem im Hinblick auf drohende TerroranschlÃ¤ge) , SeeÃ¼berwachung und genauen Zugriff auf Terroristen zur VerfÃ¼gung stehen. Auf Initiative der GrÃ¼nen gelang es, den bisher sehr pauschal formulierten und damit Spekulationen fÃ¶rdernden Auftrag mit einer Protokollnotiz einzugrenzen und einer deutlicheren parlamentarischen Kontrolle zu unterziehen. Der EntschlieÃŸungsantrag der Koalitionsfraktionen betont im Hinblick auf militÃ¤rische MaÃŸnahmen die Normen des VÃ¶lkerrechts und bestimmt zentrale politische Aufgaben, mit denen den NÃ¤hr- und ResonanzbÃ¶den des Terrorismus entgegengewirkt werden muss.</p>
<p>Â </p>
<p>Wo in Afghanistan der Krieg zurÃ¼ckgeht, wo jetzt humanitÃ¤re Hilfe, Sicherheit, Entminung, Aufbau, politische Einigung und Terroristenverfolgung im Mittelpunkt stehen, da bedeutet der unterstÃ¼tzende deutsche MilitÃ¤reinsatz ersichtlich nicht die Teilnahme am Afghanistan-Krieg oder einen Kriegseinsatz.</p>
<p>Damit ist eine Zustimmung zum Antrag der Bundesregierung viel eher verantwortbar geworden. Zugleich bleiben erhebliche Zweifel vor allem gegenÃ¼ber der weiteren MilitÃ¤r- und Gesamtstrategie der USA.</p>
<p>Die VerknÃ¼pfung der Sachentscheidung mit der <strong>Vertrauensfrage</strong> durch den Bundeskanzler trifft uns Abgeordnete in unserer demokratischen und parlamentarischen IdentitÃ¤t. Ein solches Durchboxen ist ein ungeeignetes Mittel, die breiten Bedenken und WiderstÃ¤nde in SPD, GrÃ¼nen und BevÃ¶lkerung insgesamt gegenÃ¼ber dem bevorstehenden MilitÃ¤reinsatz zu entkrÃ¤ften. Es behindert die gesellschaftliche Konsensbildung durch offene Debatte, die gerade in der Sicherheitspolitik unverzichtbar ist.</p>
<p>Das Kanzler-Machtwort zwingt uns, in unsere Gewissensentscheidung die Konsequenzen unseres Abstimmungsverhaltens fÃ¼r die Koalition, fÃ¼r die deutsche AuÃŸenpolitik und das laufende internationale Krisenmanagement, fÃ¼r die GrÃ¼ne Partei einzubeziehen.</p>
<p>Angesichts dessen ist unsere Zustimmung zu dem Antrag der Bundesregierung notwendig und verantwortbar.</p>
<p>Winni Nachtwei, Berlin 16.11.2001</p>
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